Winter
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Martin Baeumle, Nationalrat des Kantons Zuerich, spricht an einer Medienkonferenz anlaesslich seiner Staenderatskandidatur, im Hotel St. Gotthard am Dienstag, 25. August 2015 in Zuerich. (KEYSTONE/Dominic Steinmann)

Martin Bäumle plädiert für eine Schliessung der Skigebiete. Bild: KEYSTONE

«Bleibt zu Hause»: GLP-Nationalrat Bäumle will die Skigebiete bis im neuen Jahr schliessen

Während sich Vertreter der Bergkantone gegen die vom Bundesrat vorgeschlagenen Einschränkungen für die Skigebiete wehren, will sie Martin Bäumle bis ins neue Jahr ganz schliessen.

christoph bernet / ch media



Das Seilziehen um die Seilbahnen bewegte gestern auch in Bundesbern. Gesundheitsminister Alain Berset will gemäss einem Entwurf die Kapazitäten der Skigebiete einschränken. Der Bundesrat wird am Freitag darüber entscheiden.

Je nach Variante sollen Skigebiete nur noch zwei Drittel der Gäste des Spitzentags der letzten Wintersaison einlassen dürfen – oder 80 Prozent des täglichen Besucherdurchschnitts während der Altjahres- und Neujahrswochen der letzten fünf Jahre. Geschlossene Transportmittel wie Gondeln sollen ebenfalls nur zu zwei Drittel gefüllt werden dürfen. Restaurants in Skigebieten müssen zeitgleich wie die Pistenanlagen schliessen. Die Einschränkungen sollen zunächst vom 18. Dezember bis zum 20. Januar gelten.

«Keine Anzeichen, dass Skigebiete ein Corona-Hotspot sind»

Gleich zehn Parlamentarier aus dem Berggebiet traten am Mittwochnachmittag vor die Medien. Sie forderten Bersets Regierungskollegen dazu auf, den Gesundheitsminister zurückzupfeifen. «Nicht durchführbar, kontraproduktiv und unnötig», nannte SVP-Nationalrat Albert Rösti (Bern) die Einschränkungen. «Die Wintersaison muss stattfinden», forderte sein Walliser Parteikollege Franz Ruppen.

Nationalrat Albert Roesti, SVP-BE, zweite-links, spricht an der Seite von Nationalrat Thomas Matter, SVP-ZH, Nationalrat Erich von Siebenthal, und Staenderat Martin Schmid, von links, waehrend einem Point de presse von einigen buergerlichen Parlamentariern. Sie fordern vom Bundesrat ?keine weiteren Corona-Einschraenkungen fuer Tourismus und Skiregionen?, am Mittwoch, 2. Dezember 2020, auf der Bundesterrasse in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Nationalrat Albert Rösti spricht an der Seite von Nationalrat Thomas Matter, Nationalrat Erich von Siebenthal und Ständerat Martin Schmid, von links. Bild: keystone

FDP-Ständerat Hans Wicki (Nidwalden) präsidiert den Verband Seilbahnen Schweiz: «Wir haben bereits im Herbst ein Schutzkonzept ausgearbeitet, welches vom Bundesamt für Gesundheit für sehr gut befunden worden ist». Die Betreiber setzten um und hätten dafür erhebliche Investitionen getätigt. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Skigebiete ein Corona-Hotspot seien. «Es ist unverständlich, dass der Bundesrat wegen Druck aus dem Ausland nun kurz vor Weihnachten neue Einschränkungen will».

«Über Festtage zu Hause bleiben»

Dem Zürcher GLP-Nationalrat Martin Bäumle gehen die Pläne des Bundesrates zu wenig weit. Das Skifahren an sich wäre epidemiologisch unproblematisch. Doch der Wintersport sorge für volle Züge, Busse und Seilbahnen, so Bäumle. Beim ganzen «Drumherum», der Verpflegung in Restaurants und dem Aufenthalt in Hotels, komme es zu Begegnungen mit Personen ausserhalb des eigenen Haushalts.

Angesichts der aktuellen, leider wenig erfreulichen Entwicklung der Fallzahlen müsse die Devise für die Festtage lauten: «Bleibt zu Hause». «Konsequenterweise sollte die Schweiz in Abstimmung mit den Nachbarländern die Skigebiete bis ins neue Jahr schliessen», fordert Bäumle.

Taskforce mahnt zur Vorsicht

Wirtschaftlich sei es besser, mit einem solchen Vorgehen die Fallzahlen rasch zu senken: «Damit schaffen wir die Grundlage für einen möglichst normalen Skibetrieb ab Januar und bis zum Saisonende». Das sei für die Wintersportorte auch wirtschaftlich besser. Wenn man über die Feiertage nicht aufpasse, laufe man direkt in eine dritte Welle hinein. Dann müssten viel schärfere Massnahmen ergriffen werden. «Und dann wäre die ganze Skisaison gefährdet.»

Bei der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes heisst es, die Politik müsse über Massnahmen entscheiden. Doch sei angesichts der hohen Fallzahlen «bis im Frühjahr ein besonders umsichtiges Handeln notwendig.» In den Wintermonaten sorgten «saisonale Ereignisse» für mehr Mobilität und Austausch zwischen den Menschen. Dazu gehöre auch der Wintersport.

Wissenschaftliche Daten zeigten, dass «Schutzkonzepte sehr diszipliniert und streng umgesetzt werden müssen», um Übertragungen bestmöglich zu verhindern. Weil das Einzugsgebiet im Wintersport national bis international ist, müsse das Contact Tracing für das Brechen von Infektionsketten sehr effektiv umgesetzt werden.

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