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Sklaverei

Im Zuge des transatlantischen Sklavenhandels wurden etwa 12 Millionen Menschen von Afrika nach Amerika verschleppt. Bild: shutterstock

Zürich hatte «vielfältige und relevante» Verbindungen zur Sklaverei



Die Stadt Zürich war an der Sklaverei und dem Sklavenhandel finanziell beteiligt und so mitverantwortlich für die Versklavung tausender Afrikanerinnen und Afrikaner. Die Unterstützung erfolgte durch Staatsanleihen, den Handel und Plantagen.

Die Verbindungen Zürichs zur Sklavenwirtschaft waren «vorhanden, vielfältig und relevant», wie Frank Schubert, Mitautor einer Studie der Universität Zürich, am Dienstag vor den Medien sagte.

Diese Verbindungen waren Ausdruck einer Tradition einer langen Verflechtung und Vernetzung mit der aussereuropäischen Welt. Im Jahr 1727 kaufte die Stadt gemäss der Studie 120 Aktien der englischen South Sea Company, einer Sklavenhandelsgesellschaft.

1754 engraving of Old South Sea House, the headquarters of the South Sea Company, which burned down in 1826,[1] on the corner of Bishopsgate Street and Threadneedle Street in the City of London
https://en.wikipedia.org/wiki/South_Sea_Company#/media/File:SouthSeaHouse_Stowe'sSurveyOfLondon_1754.PNG

Hauptquartier der South Sea Company in London. Bild: Wikimedia

8636 Sklaven verschleppt

Das Unternehmen hatte bis 1739 ein Monopol auf den Import versklavter Arbeitskräfte in die spanischen Kolonien Südamerikas. Während der Zeit der Zürcher Beteiligung verschleppte es 8636 Afrikanerinnen und Afrikaner dorthin.

Gleichzeitig verschiffte die Company 27'858 Sklavinnen und Sklaven im inneramerikanischen Sklavenhandel. Die Zürcher Beteiligung an der Company sei zwar weitaus kleiner gewesen als etwa jene Berns, sagte Schubert. Laut Studie hielt die Stadt Bern 1300 Anteile. Doch Zürichs Anteil sei grösser gewesen als jener des englischen Königs.

Zürich überprüft über 80 Denkmäler

Die Stadt Zürich reagiert auf die Studie. Sie prüft jetzt, wie die Bezüge der Stadt zu Rassismus und Kolonialismus im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden können.
Die Stadt wird über 80 Denkmäler überprüfen, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Dienstag sagte. Dafür zuständig sei die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG Kiör). Mit Ergebnissen rechnet die Stadt im Jahr 2023.
Man dürfe die Augen nicht vor der eigenen Vergangenheit verschliessen, sagte Mauch weiter. «Zürich war an der Verschleppung tausender Menschen beteiligt.» Der Kolonialismus ohne eigene Kolonie sei unsere gemeinsame Vergangenheit.
Die Stadt Zürich hatte die Studie in Auftrag gegeben und sich mit 20'000 Franken daran beteiligt. (sda)

Beteiligungen an Sklavenschiffen

Zürich investierte auch über die halbstaatliche Zinskommission Leu & Co. in die Sklavereiwirtschaft. Die 1755 gegründete Kommission hatte laut Studie den Auftrag, Staatsgelder gewinnbringend im Ausland anzulegen. Auch das Bürgertum investierte in Leu-Obligationen.

Von 1757 bis 1798 lieferte die Zürcher Kommission Geld an die dänische Krone, welche dieses zum Ausbau und der Sicherung ihres Kolonialbesitzes brauchte. Auf den dänischen Antillen arbeiteten damals mehrere tausend Sklavinnen und Sklaven. Drei Mal investierte der dänische König direkt in den Sklavenhandel und brachte so neue Sklavinnen und Sklaven auf die Inseln.

Neben der Stadt Zürich war auch die Zürcher Wirtschaft mit der Sklaverei verbunden. So beteiligte sich etwa ein Hans Konrad Hottinger mit seiner Firma Hottinger & Cie in den Jahren 1791 und 1792 an Sklavenschiffen. Hottinger erhielt für jene Geschäfte, die sich nicht auf den Sklavenhandel beschränkten, zudem «regelmässig» Kredite der Zinskommission Leu & Co.

Zürcher Stoffe wurden gegen Sklaven getauscht

Daneben war auch die Zürcher Textilindustrie strukturell mit der Sklavenwirtschaft verbunden. Im 18. Jahrhundert waren in Zürich gefertigte Indienne-Stoffe ein zentrales Frachtgut im Sklavenhandel. Die Tücher wurden in Westafrika gegen Sklavinnen und Sklaven getauscht. Sie waren eines der wenigen europäischen Produkte, die dafür akzeptiert wurden, wie Studien-Mitautor Schubert sagte.

Dazu kam im 19. Jahrhundert die Baumwolle für die Zürcher Textilindustrie «nahezu ausschliesslich» vom amerikanischen Kontinent und damit aus Sklavenproduktion. Den Textilfabrikanten war dieser Umstand bekannt. Sie glaubten aber, dass ohne Sklavenarbeit die Baumwollwirtschaft zusammenbrechen würde, sagte Schubert.

Die Textilindustrie war auch Ausgangspunkt der hiesigen Maschinenindustrie. Das Unternehmen Escher, Wyss & Cie. etwa entwickelte sich von einer Baumwollspinnerei zu einer Maschinenfabrik. Die Ursprünge dieses Industriezweigs sind damit mit der Sklaverei verknüpft, wie die Studie festhält.

Familie Escher profitierte

Die Studie beleuchtet auch die Verbandelungen der Familie Escher mit der Sklavereiwirtschaft. So habe Alfred Escher nur indirekt mit der Kaffeeplantage mit über 80 Sklaven seines Onkels auf Kuba zu tun gehabt. Allerdings half er seinem Vater Heinrich ab 1846 bei deren Verkauf. Betrieb und Verkauf der Plantage dürfte zum Vermögen beigetragen haben, das Alfred Escher von seinem Vater 1853 erbte.

ARCHIVE --- VOR 200 JAHREN AM 20. FEBRUAR 1819 WURDE ALFRED ESCHER GEBOREN, DER SCHWEIZER POLITIKER, WIRTSCHAFTSFUEHRER UND EISENBAHNUNTERNEHMER --- Undatiertes Portrait vom Schweizer Politiker, Industriellen und Bahnpionier Alfred Escher (1819 - 1882). Escher gruendete die Schweizerische Kreditanstalt (die heutige Credit Suisse) und war auch Mitbegruender der ETH. (KEYSTONE/IBA-Archiv/Str)

Eisenbahnpionier Alfred Escher. Bild: IBA-ARCHIV

Den Verkauf der Plantage fädelten die Eschers dabei so diskret wie möglich ein. Denn ab den 1830er- bis 1860er-Jahren kam es in den Medien erstmals zu einer Debatte über die Beteiligung der Familie am Sklavenhandel. «Mitte des 19. Jahrhunderts galten Sklaverei und Sklavenhandel in Zürich als verwerflich», sagte Schubert. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Weiterdenker 30.09.2020 10:48
    Highlight Highlight Solange wir in Kleidern herumlaufen, die durch Kinder- und Quasisklavenarbeit hergestellt wird und unsere Mobiltelefone Materialien enthält, die ebenfalls nur in menschenunwürdigem Zustand abgebaut werden, finde ich diese Suche nach längst toten möglicherweise Sklavereiinvolvierten eine absolute Heuchlerei. Ja, irgendwie war alles in die Sklaverei verwickelt, da der Konsens, dass Sklaverei etwas schlechtes ist, damals noch nicht vorhanden war. Das wissen wir nun, also sollten wir uns auf die heutigen Probleme konzentrieren, denn auch wenn niemand mehr verschleppt wird, sind wir noch weit davon weg, dass die Sklavenarbeit ebenfalls der Vergangenheit angehört.
  • rodolofo 30.09.2020 09:58
    Highlight Highlight Was die Rot-Grün regierte Stadt Zürich da macht, ist vorbildlich und zukunftsweisend!
    - Hinschauen, was TATSÄCHLICH passierte und auch heute noch (in modernisierter Form) abgeht!
    - Akzeptieren und aus gemachten Fehlern LERNEN!
    Für die schwerst traumatisierten, misshandelten, verstümmelten, gebrochenen und qualvoll gestorbenen Opfer des brutalen Frühkapitalismus ändert sich durch diesen neuen Umgang mit der Geschichte nichts mehr.
    Aber für die auch heute noch rassistisch verfolgten und diskriminierten NACHFAHREN der afrikanischen Sklaven könnte sich sehr viel ändern!
    Vielen, vielen Dank dafür!
  • Kronrod 30.09.2020 08:56
    Highlight Highlight "120 Aktien" sagt nichts aus, wenn man nicht weiss, wieviele es insgesamt gab. Auch fehlt eine Preisangabe. So kann man die wirtschaftliche Relevenz dieser Aktien nicht abschätzen. Schade.

    Die Aktien der South Sea Company sind im Kontext der Südseeblase bekannt geworden. Hier haben viele Anleger viel Geld verloren. Möglicherweise auch die Stadt Zürich.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Südseeblase
  • Der Rückbauer 30.09.2020 08:46
    Highlight Highlight Aber an der Kappeler Milchsuppe haben sich die Zürcher jedoch mit den Innerschweizern versöhnt, wogegen Caesar die Helvetier, namentlich die Alpenvölker, mit brutalsten Mitteln dem Römischen Reich untertan gemacht hat. Deshalb plädiere ich für die sofortige Entfernung aller Gegenstände, welche im Landesmuseum auf diese römischen Barbaren hinweisen.
    Und nun? Das ist passiert, genau gleich wie die Geschichte mit den nordamerikanischen Einwanderern und den Indianern. Oder muss man heute Rotheute äh Häute sagen?
  • b4n4n4j03 29.09.2020 23:06
    Highlight Highlight Das überrascht mich kein wenig, dass die Schweiz hierbei mitgemacht und profitiert hat.
    Heute sind wir nicht viel besser. da fällt mir z.b. das bankgeheimnis ein, welches dazu benutzt wurde schmutziges geld zu waschen.
    die ganzen rohstoffkonzerne, welche fragwürdige praktiken anwenden, usw.
    ich habe schon so oft das argument gehört: „die andern machen es ja auch, wenn wir (schweiz) das nicht machen sind wir alle arbeitslos“.
    ich finde es gut, dass die geschichte aufgegriffen wird und neu interpretiert wird.
    • Kronrod 30.09.2020 08:56
      Highlight Highlight Wieso profitiert? Aller Wahrscheinlichkeit nach hat Zürich mit den Aktien der South Sea Company Geld verloren. Siehe:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Südseeblase
    • rodolofo 30.09.2020 10:05
      Highlight Highlight Die (aktuell 33) Blitzer haben das aber nicht gern.
      Die wollen weiterhin täglich sauber gewischt haben vor der gutbürgerlichen Anständigkeits-Fassade. Was hinter den zugezogenen Vorhängen des heimeligen "Schweizer Chalets" passiert, geht niemanden was an!
      (Und wenn dann die KESB eingreifen muss, ist es meistens schon zu spät...)
  • pamayer 29.09.2020 22:32
    Highlight Highlight Also die, Sklaverei läuft ja munter weiter. Portugiesische Billigarbeiter*innen, Made in India, Made in China, Made in Bangladesch etc.
  • Mijasma 29.09.2020 21:52
    Highlight Highlight Was viele nicht wissen. In den USA gibt es immer noch Staatlich erlaubte Sklaverei.

    Zwar wurden Sklaverei und Zwangsarbeit 1865 auf dem ganzen Territorium verboten doch
    der 13 Verfassungszusatz gestattet eine Ausnahme: Sklaverei und Zwangsarbeit als Strafe für eine kriminelle Tat.

    Dies wird in der US-Gefängnisindustrie auch heute noch so umgesetzt.
  • Peter Schwarz 29.09.2020 19:50
    Highlight Highlight Natürlich gehört Geschichte auch zur Wahrheit. Aber dann eben auch die ganze Geschichte. Solche Diskussionen haben oft das Ziel die eigene meist politische und einseitige Sicht auf die Welt zu beweisen. Hier die Täter da die Opfer. Sklaverei gab es auf der ganzen Welt, es war keineswegs etwas, was nur Afrikaner betraf, ebenso Eroberung, Unterdrückung usw. Verboten wurde sie als erstes in Europa, das auch Menschenrechte definierte währen viele afrikanische und muslimische Staaten sowie Naturvölker sie noch heute kennen. Zwischen 1530 bis 1780 waren übrigens 1.25 Mio Sklaven in Afrika Weisse.
  • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 29.09.2020 18:57
    Highlight Highlight Ist heute gleich - mit den Schwächsten (z.B. Flüchtlinge) wird gehandelt (z.B. Türkei und EU inkl. Schweiz!) und Profit gemacht. Ich könnt kotzen - hauptsache Kapitalismus. Und die Schweiz, mit ihrer ach so tollen Bankenlandschaft, ist immer vorne mit dabei! Gelebte Neutralität as its best 🤷‍♀️ War so, bleibt so. Die Hoffnung auf einen Systemwandel zu Lebzeiten, ist bei mir jedenfalls nicht mehr vorhanden.
  • Landeili 29.09.2020 17:49
    Highlight Highlight Ich frage mich was wir damit erreichen, wenn wir diese Menschen anprangern. Oder vom Sockel stürzen. Helfen können wir den Sklaven ja nicht mehr oder gar eine Genugtuung geben. Jeder von uns hat eine Vergangenheit. Diese gehört zu jedem Menschen. Wo wären wir denn, wenn wir die Eschers etc. nicht gehabt hätten. Das waren doch alles Visionäre, die uns weiter gebracht haben. Was hier passiert artet etwas aus und es ist doch mindestens fraglich wieso das passiert. Selbstverantwortung wird ja täglich gefordert, obschon viele Menschen das durch Freiwilligkeit ersetzen.
    • supremewash 29.09.2020 18:40
      Highlight Highlight Auf diesen Artikel bezogen sehe ich nichts ausartendes. Es schadet überhaupt nicht, der eigenen Geschichte auch die unrühmlichen Kapitel hinzuzufügen. Gerade auch dann, wenn es um Pioniere und Visionäre geht. Ein Denkmal soll kein Götzenbild sein.
    • Nikl 29.09.2020 19:21
      Highlight Highlight Nei soll es nicht. Aber man muss schon auch sehen, dass damals, ausser vieleicht den Bauern, alle vom Sklavenhandel und der damit einhergehenden Wirtschaft profitierten. Selbst kleinste Arbeitnehmer in Industriebetrieben.
      Es war die damalige schreckliche Zeit und nicht die einzelnen Menschen.
      Was natürlich das geschehene nicht weniger schlimm macht!
      Aber ich finde wir sollten lieber mal die moderne Ausbeutung in Afrika und überall auf der Welt reden und Artikel schreiben, als über die Verstrickungen vor 200 Jahren.
      Lieber mal die Investments der Heutigen Schweiz unter die Lupe nehmen!
    • supremewash 29.09.2020 19:32
      Highlight Highlight Das eine tun, und das andere nicht lassen ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bildung & Aufklärung 29.09.2020 17:44
    Highlight Highlight Sehr interessant und punkto Dringlichkeit und Handlungsdruck weitaus wichtiger/dringender, wäre ja die heutige sog. Moderne Sklaverei von Menschen.

    Ja, die gibts auch in der CH, wie in jedem anderen Land auch. Wehrlose Sexarbeiterinnen, Reinigungskräfte, Pflegekräfte etc. pp. Da laufen teils ganz widerliche, schlimme, üble Verbrechen, direkt hinter den Vorhängen und Fenster der luxuriösen Fassaden an denen wir täglich durchgehen.

    In England hat man 'dank' Covid z.B. Textil-Unternehmen ausgehoben, die haben mitten in der Stadt massenhaft so ausgebeutet, man meinte es sei von A - Z 19. Jhd. !
  • Bildung & Aufklärung 29.09.2020 17:27
    Highlight Highlight Merci, interessantes, wichtiges Thema, das bis heute (nicht nur in der Schweiz, anderswo noch viel mehr) unter den Teppich gekehrt wird.
    In Zukunft wird das viel ernster und öfters aufgearbeitet und diskutiert werden.

    Ohne zu relativieren, seid froh - auch wenn ihr/wir heute logischerweise nichts dafür können - , dass die CH wenigstens nicht total verkommen war und vergleichsweise nicht bis zum Hals in diese grausamste Verbrechen verstrickt war wie sehr viele andere Nationen.
    Es zeigt, dass man sehr gut daran tut, das Richtige zu tun! Auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.
    • dan2016 30.09.2020 09:25
      Highlight Highlight wir hatten - aufgrund des fehlenden Meerzugangs - keine Kolonien, insofern war das Risiko - wie so oft geringer.
      Ich fände es noch viel besser, wenn wir uns verstärkt mit der heutigen Situation auseinandersetzen würden.... denn ich behaupte jetzt Mal, die heutige Schweiz ist aktiver an Schweinereien beteiligt als damals (Ausnahme - Reisläuferei)....
  • Unicron 29.09.2020 16:54
    Highlight Highlight Mal sehen ob die Pro-Dubler Krieger sich auch so für diese Statuen einsetzen werden. Dürfte ja in ihr Interessensgebiet fallen.
    • Bildung & Aufklärung 29.09.2020 17:15
      Highlight Highlight Die erholen sich immernoch erst gerade von der Hyperventilation, der Schnappatmung, dass sie für 1 Schleckzeug jetzt doch 1e andere Bezeichnung als die faktisch 100% rassistische gebrauchen sollen, auch wenn sie den Begriff nicht explizit mit einem rassistischen Hintergedanken benutzten.

      "Ihr habt ja gaaar keine Probleme, wenn euch das stört!!1!" haben sie gerufen, während sie schäumend im 4-Eck hüpften und den Weltuntergang draus machten, weil sie doch einfach der Zeit gemäss eine Süssspeise ein bisschen anders titulieren sollten.

      Also, lass ihnen noch so 20, 40 Jahre Beruhigungs-Zeit.
    • Achlys_ 30.09.2020 07:57
      Highlight Highlight Tendiere eher gegen 40 als 20 Jahre mit meiner Schätzung... aber Recht hast du ;)
    • dan2016 30.09.2020 09:28
      Highlight Highlight Weisst Du, ich fand und finde das DublerThema sowas von lächerlich - vielleicht von beiden Seiten. Und ich bekomme Schnappatmung wenn Zürich einerseits die FIFA hätschelt und dafür Studien zu 200 jährigen Statuen und Denkmälern macht.
      Aber wie bei Dubler, alle sind zufrieden, wir haben ein deutliches Zeichen gesetzt. Die Migros konnte sich aktiv positionieren, Ihr , wir konntetndeutlich (ohne irgendwelche Anstrengung) zeigen, wie aufgeschlossen und modern ihr denkt. Und Dulber macht mehr Umsatz. Eine ECHT engagierte Gesellschaft mit win win.
  • rolf.iller 29.09.2020 15:28
    Highlight Highlight Da gibt es noch weitere dunkle Kapitel die aufgearbeitet gehören. Wir Thurgauer waren für Jahunderte als "gemeine Hertschaft" unterjocht und wurden insbesondere von den Zürcher Vögten nach Strich und Faden ausgebeutet. Ich erwarte ein entsprechendes Schuldbewusstsein der Zürcher. Ihr dürft gerne antworten und Euch bei mir und meinen Thurgauer Volksgenossen entschuldigen.
    /irony off/
    • Bildung & Aufklärung 29.09.2020 17:20
      Highlight Highlight Hei, bist du ein Lustiger.

      Es geht hier um das Thema expliziter Menschenhandel/Sklaverei einer Epoche.

      Aber natürlich musst du, lustig und konstruktiv wie du bist, reflexartig sofort komplett davon ablenken, auf etwas anderes zeigen und dich erst noch in eine Opferrolle begeben. Denn, schliesslich hast du es ja auch ganz schlimm, die Zürcher Vögte im Thurgau schmerzen dich bis heute...

      Und sowieso, sollen doch nicht so tun! Denn eines willst du ganz, ganz sicher nicht: Dich damit auseinandersetzen.
      Bravo Rölfli. Das rückständige Hinterländlerklischee eines TGs gleich freiwillig erfüllt.
    • rolf.iller 29.09.2020 20:53
      Highlight Highlight @Bildung & Aufklärung: Sorry, da musst du noch etwas an Deiner Entschuldigung arbeiten!

      Im Ernst: Während der ganzen Menscheitsgeschichte wurde unterdrückt und Gewalt ausgeübt. Solche Texte haben das Ziel uns schuldig fühlen zu lassen und versuchen zentrale Figuren unserer Geschichte ins schlechte Licht zu drücken. Das alles geschieht mit einer selbstgerechten woken rosa Brille ohne den damaligen Kontext zu verstehen.

      Da nimm ich mir dann auch die Freiheit auf meinen Thurgaueropferstatus zu beharren

      Wir sollten uns lieber um zeitgemässe Probleme kümmern.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 30.09.2020 06:31
      Highlight Highlight @Rolf
      Und das hat jetzt konkret und exakt WAS mit dem Thema, dass viele Schweizer von der Sklaverei profitiert haben, zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gigi,Gigi 29.09.2020 15:11
    Highlight Highlight Logische Konsequenz: Nicht nur die Denkmäler gehören entfernt, die ganze Stadt Zürich wird geschleift!
    • Bildung & Aufklärung 29.09.2020 17:22
      Highlight Highlight Oder den destruktiven Polemikern die Lizenz zum in Kommentarspalten stumpfschwurbeln abschleifen.

      Dann schauen wir dann, ob wir auch ganze Städte abschleifen müssen, weil man sich sachlich mit einem Verbrechen und falschen Verhalten aus der Vergangenheit auseinandersetzt. Deal?
    • IZO 29.09.2020 18:43
      Highlight Highlight @ Gigi
      Wieso hasst ihr euren Goldesel dermassen?
    • Gigi,Gigi 29.09.2020 20:14
      Highlight Highlight Ein bisschen Bildung & Aufklärung würde tatsächlich nicht schaden. Ich habe nur gesagt, wenn die Folgerung aus der betrüblichen Geschichte der Sklaverei ist, dass gewisse Denkmäler entfernt werden müssen, dann müsste auch Zürich „entfernt“ werden.
      Respektive, wenn die Denkmäler weg sind, ist das noch lange nicht eine sachliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jean-Max 29.09.2020 14:31
    Highlight Highlight Zu "Familie Escher profitierte": Alleinige Erbin von Alfred Escher war Lydia Welti-Escher. Als sie sich von ihrem Mann scheiden liess, bezahlte sie dessen Familie eine millionenhohe Abfindung. Weitere grosse Teile ihres Vermögens vermachte sie einer Kunststiftung, für deren Verwaltung der Bundesrat verantwortlich war. Sie beging Suizid und hatte keine Nachkommen. Insofern profitierte vorallem die Familie Welti und die Schweiz, ja sogar die Kunstszene von Alfred Eschers Vermögen, welches allerdings nicht nur aus der Erbschaft seines Vaters bestand.
  • Maedhros Niemer 29.09.2020 14:24
    Highlight Highlight Ich sehe eine gewisse Kontinuität im schweizerischen "Geschäftsmodell".

    Das Geld, was vor nicht allzulanger Zeit in den Sklavenhandel investiert wurde, wird heute noch undurchsichtiger und indirekter u.a. in den Rohstoffhandel mit seinen unmenschlichen Produktionsbedingungen gebuttert um fette Gewinne zu erwirtschaften. Wohlgemerkt auf dem Buckel ausgebeuteter Einheimischer und der zerstörten Umwelt.
    • Moglyy 29.09.2020 14:58
      Highlight Highlight Die fetten Gewinne erwirtschafen die Händler, nicht so sehr der Abbau. Zudem leben Millionen von Menschen vom Rohstoffabbau, diese hätten dann einfach Nichts, wenn es nach den moralisch ja so erhabenen Weltverbesserern gehen würde.
    • Liselote Meier 29.09.2020 16:35
      Highlight Highlight @Moglyy; Warum sollten sie nichts mehr haben? Der Bedarf ist ja da, daran ändert sich nichts bei einer Menschenwürdigen Entlöhnung und Einhaltung von Unweltstandards.

      Wie kommst du auf die Irrige Auffassung man bräuchte plötzlich kein Kobalt, Kupfer oder seltene Erden mehr? Ohne diese Stoffe würde den hübsches Leben gar nicht funktionieren!

    • Peter Schwarz 29.09.2020 20:30
      Highlight Highlight An den Minen in Namibia und einigen in Südafrika, Kongo und Nigeria ist der Staat zu 50% beteiligt ebenso am Gewinn. Oft ist es die wichtigste Einnahmequelle dieser Länder, fliesst jedoch nicht in den Aufbau sondern verschwindet in der Korruption. Die meisten Probleme afrikanischer Staaten sind hausgemacht. Viele von ihnen sind hoch privilegiert durch Bodenschätze. Die Aufgabe von souveränen Staaten wäre auch, ihre Probleme selber zu lösen, was sie durchaus auch könnten.
      Die ewige Schuld der Weissen ist nicht nur politisch, sondern ebenso ein lukratives Geschäftsmodell.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Locutus70 29.09.2020 14:23
    Highlight Highlight Mit was Leute ihr Geld verdienen - naja der Steuerzahler ist ja so dumm und finanziert das alles.
    • Mutzli 29.09.2020 15:18
      Highlight Highlight Weil es so viel klüger und besser wäre, ja nie die Vergangenheit zu untersuchen und sich damit auseinanderzusetzen, oder was?

      Ist ja nicht so, als ob international Rechtsextremisten versuchen sich in die Politik zu drängen, Attentate ausüben... ach nee, moment, da bin ich kurz weggedämmert, das is ja die nervige Realität.

      Tjo, vielleicht ist da so bisschen Vergangenheitsbewältigung, Mythen auflösen und sich historischer Verbindungen und Verantwortungen bewusst werden gar nicht verkehrt...
    • aglio e olio 29.09.2020 15:27
      Highlight Highlight Womit Leute ihr Geld verdienen?
      Ich verstehe den Zusammenhang nicht.
    • Locutus70 29.09.2020 16:10
      Highlight Highlight @Mutzli - Ich für meinen Teil lebe lieber im Hier und Jetzt :)
  • DerewigeSchweizer 29.09.2020 14:08
    Highlight Highlight Ja, ja ... damals...

    Aktueller ist die schweizerische Sklavengeschichte im 20.Jhdt, in der Schweiz, von den 1920er Jahren bis in die 1980er Jahren.

    Tausende Männer, Frauen und Kinder wurden versklavt, entrechtet und verbrachten ein Sklavenleben, Zwangsarbeit, ohne Entlöhnung, dafür misshandelt und sexuell missbraucht.
    Einige tausende wurden oberdies Zwangs -sterilisiert oder -kastriert.
    Typisches echtes Sklavenleben.

    Ab den 80ern war Schluss damit, aber über eine Entschädigung wurde erst 30 Jahre später verhandelt:

    25'000.- Franken für ein Sklavenleben, ein Monatsgehalt eines Chefbeamten.
  • Lupo Lupus 29.09.2020 13:56
    Highlight Highlight Und wo liegt das Problem? Mein Vater hatte noch Asbest verarbeitet, natürlich ohne Maske, müssten wir als Nachkommen nun bei allen vorbei gehen und uns entschuldigen? So ein Blödsinn.
    • aglio e olio 29.09.2020 15:29
      Highlight Highlight Ja, wir sollten dafür einstehen, dass Leute wie dein Vater die Entschädigung bekommen die sie verdient haben.
    • Lupo Lupus 29.09.2020 15:51
      Highlight Highlight glio e olio / Eigentlich war eher gemeint, ob sich meine Familie bei Leuten entschuldigen müsste, weil etwas verbaut wurde, was zu dem Zeitpunkt absolut normal und gebräuchlich war.
      Ich finde nich und nein, nach hunderten Jahren gibt es keine Entschädung mehr.
    • überflüssig 29.09.2020 16:50
      Highlight Highlight es besteht schon ein unterschied zwischen verdienst an sklavenhandel und dem verwenden von baumaterial, dessen schädlichkeit erst später erkannt wurde.

      in der zeit des sklavenhandels gab es immer schon kritische stimmen dazu. es ist nicht so, dass es unmöglich war, die unmoral darin zu erkennen.
  • Dave1974 29.09.2020 13:37
    Highlight Highlight Jetzt werden wohl einige denken: "Naja, das ist schon lange her."
    Wie wär es dann mit Gedanken über die heute geführte Sklaverei und wie manche heute noch und nöcher damit verdienen!?

    Stichworte: Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft, Zwangsprostitution, Zwangsheirat, Menschenhandel.

    Gerade die Schuldknechtschaft wird in sogenannt beliebten Reisezielen recht unverblümt nach wie vor betrieben und man geht trotzdem "gerne" hin und macht Geschäfte mit solchen Ländern.

    Wissen will man davon natürlich nichts.
    • Shlomo 29.09.2020 13:46
      Highlight Highlight Du hast diese Zeilen vermutlich auf einem IPhone getippt. Denk mal drüber nach.
    • reaper54 29.09.2020 13:47
      Highlight Highlight Das sind die gleichen Personen, welche hier sagen Sie stehen für Menschenrechte und Umwelt ein. Bevor sie in die Ferien in der Türkei fliegen...
    • Neruda 29.09.2020 14:26
      Highlight Highlight Da geb ich dir recht, wur profitieren alle von der modernen Sklaverei ubd könnten etwas dagegen tun, wenn wir nur wollten. Aber lieber Debatten über Sklaverei vor 200 Jahren führen, um sich na nicht eingestehen zu müssen, dass man heute noch von dieser, in moderner Form, profitiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cirrum 29.09.2020 13:31
    Highlight Highlight Die Schweiz war und ist wohl der schlimmste Wolf im Schafspelz. Gründete die ersten Banken und hatte somit natürlich überall seine Finger im Spiel. Es hat seine Gründe, warum die kleine CH in keinem der Weltkriege direkt involviert war (ausser das sehr lukrative Geschäft mit den Söldnern) .. sicherlich nicht, weil alle die Schweiz sympatisch fanden...
    • AquaeHelveticae 29.09.2020 13:55
      Highlight Highlight Das Bankwesen wurde in Italien erfunden und das Schweizer Söldnerwesen war zu Zeiten der Weltkriege bereits längst irrelevant.
      Das nächste Mal ein bisschen besser aufpassen in Geschichte.
    • Theo Rehtisch 29.09.2020 14:04
      Highlight Highlight Falsch die ersten Banken wurden Italien gegründet. Die Schweiz zog erst ca. 400 Jahre später nach.
    • Sprachrohr 29.09.2020 14:31
      Highlight Highlight Die Schweiz gründete weder die ersten Banken (das waren wohl eher die italien. Stadtstaaten, die Schweizer Grossbanken wurden erst viel später im Zuge des Eisenbahnbooms - u.a. von Alfred Escher - gegründet) noch waren sie mit "Söldnern" in einen der beiden Weltkriege involviert (mit Ausnahme der Schweizer Garde ist der Dienst unter fremder Flagge seit 1859 untersagt).

      Etwas viel Halbwissen für die doch sehr dezidierte Aussage.
    Weitere Antworten anzeigen
  • insert_brain_here 29.09.2020 13:31
    Highlight Highlight Unmoralisch und hierzulande illegal? War für uns Schweizer noch nie ein Grund nicht trotzdem davon zu profitieren, man braucht nur den Gegnern der Konzernverantwortungsinitiative zuzuhören.
    • Moglyy 29.09.2020 14:56
      Highlight Highlight Klar. Äpfel und Birnen in einen Korb. Ich bin gegen die Konzerninitivative weil sie tief imerialistisch ist und fremden Ländern unsere Rechtssprechung aufdrängt.

      Klar, den Gegener moralisch verunglimpfen passt immer gut ...
    • Brave 29.09.2020 15:48
      Highlight Highlight Bin auch gegen die Konzernverantwortungsinitiative, weil sie das Rechtssystem anderer Länder als minderwertig taxiert (Imperialismus), nicht dazu beiträgt, die verwerfliche Kinderarbeit zu eliminieren (nur in andere Sektoren drängt), und unser Rechtsverständnis auf den Kopf stellt (Umkehr der Beweislast). Besonders diese Umkehr der Beweislast ist äusserst fragwürdig, weil bewiesen werden muss, dass man alles richtig gemacht hat.
    • Liselote Meier 29.09.2020 16:42
      Highlight Highlight Klar doch die Konzerninitative ist Imperialistisch.

      Was für ein Unsinn, es bestehen imperialistische Ökonomische Strukturen, die Initative entschärft diese.

      So wie ihr können nur Profiteure vom Imperialismus argumentieren.
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  • fluddy 29.09.2020 13:27
    Highlight Highlight Sehr spannender und auch wichtiger Artikel! Das Bewusstsein, dass auch die Schweiz in dieser Zeit eine nicht unwichtige Rolle gespielt hat, sollte bei jeder/jedem präsent sein. In Verknüpfung mit der Rassismusdebatte ist es eben nicht nur ein amerikanisches Problem.
  • Toerpe Zwerg 29.09.2020 13:25
    Highlight Highlight Danke! Sehr spannend.

    Man braucht sich nichts vorzumachen - alle und jeder hat zur damaligen Zeit in irgendeiner Form von der Sklaverei profitiert. Ausser natürlich der Sklaven.
    • eddie_c 29.09.2020 13:52
      Highlight Highlight Nein, es haben nicht alle vom Sklavenhandel profitiert. Oder willst du etwa den Bauern auf der Alp und den bitterärmsten Schweizer eine Mittäterschaft unterschieben?
    • Theo Rehtisch 29.09.2020 14:08
      Highlight Highlight Aus diesem Grund ist es immer wichtig die Personen und ihre Taten im Kontext der Zeit zu betrachten. In 100 Jahren wird man auch über unsere Rückständigkeit lachen
    • Knacker 29.09.2020 15:00
      Highlight Highlight "alle und jeder"

      die verarmten Bauern und Tagelöhner auch?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Borki 29.09.2020 13:17
    Highlight Highlight Eine fundierte Studie erstellen und danach eine (hoffentlich sachliche) Dabatte über die Denkmäler führen.

    So viel besser als eine aufgeregte, höchstens zwei Wochen andauernde Empörung über ziemlich zufällig ausgewählte Einzelmasken mit ziemlich zufällig ausgewählten Geschichtsfakten.

    Well done! Well done!
    • Mutzli 29.09.2020 15:29
      Highlight Highlight Und was wäre die Wahrscheinlichkeit, dass A) die Stadt diesen Auftrag erteilt hätte B) an der Finanzierung beteiligt C) die Resultate angenommen und auch die weitere Öffentlichkeit ohne Riesenprotest angenommen hätte... wenn es nicht vorher die Proteste und Debatten über das Geschichtsbild gegeben hätte?

      Ich zumindest denke kaum, dass es so zustanden gekommen wäre, denn bereits früher wurden solche Verbindungen untersucht und aufgedeckt durch die Forschung, ohne das sich am allgemeinen Geschichtsbild sich was geändert hätte und häufig verbunden mit ziemlicher Empörung.
    • Borki 29.09.2020 15:45
      Highlight Highlight @Mutzli: Du hast völlig recht, die Wahrscheinlichkeit wäre sehr klein für A), B) und C). Ich freue mich einfach darüber, dass Zürich offensichtlich mit einem "Das können wir besser" auf die "Mode-Proteste" vor ein paar Wochen reagiert hat.
  • John Steam in the snail hole 29.09.2020 13:16
    Highlight Highlight Und jetzt aber bitte nicht einfach blindlings irgendwelche Statuen von Kolonialherrschern abbauen, sondern ein Verständnis dafür schaffen, dass dies zu unserer Vergangenheit dazugehört und Teil unserer Geschichte ist. Und das soll bitte auch im öffentlichen Raum sichtbar sein. Das Problem sind nicht die Statuen sondern das fehlende Hintergrundwissen dazu.
    • John Steam in the snail hole 29.09.2020 16:08
      Highlight Highlight Das sehe ich anders. Ich musste die "Judensau" googeln, weil ich noch nie davon gehört habe. Würde ich die Skulptur in meinem Leben antreffen, wäre sie Teil meiner geschichtlichen Bildung. Aber ich denke, man muss schon auch differenzieren. Skulpturen, wie die genannte Judensau, welche einzig dazu dienen, zu Diffamieren oder lächerlich zu machen, ok weg damit. Aber Statuen von Personen, welche massgeblich zur Entwicklung (positiv sowie auch negativ) eines Landes, einer Kultur oder einer Ethnie beigetragen haben, sollen im öffentlichen Bewusstsein bleiben und diskutiert werden.
    • Joe Smith 29.09.2020 17:00
      Highlight Highlight @John: Es heisst nicht Schnäggeloch, sondern Schnooggeloch. Und gemeint ist damit das Elsass. Oder wie Sie korrekt festgestellt haben: Das Problem ist das fehlende Hintergrundwissen.
    • Joe Smith 29.09.2020 18:25
      Highlight Highlight West: Doch, Isaak Iselin steht im Schmiedenhof. Aber dass Sie das nicht wissen, bestätigt Sie.
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Interview

«Die Schweizer Beteiligung am Kolonialismus war sehr viel stärker, als viele annehmen»

Die Schweiz war keine Kolonialmacht, dennoch haben auch wir eine Kolonialgeschichte. Nur kennt sie fast niemand. Im Interview erklärt die Kulturwissenschaftlerin Patricia Purtschert, warum in der Schweiz eine «koloniale Amnesie» herrscht und wie sich die Verwicklung im Kolonialismus auf den Rassismus auswirkt.

Frau Purtschert, erstaunt es Sie, dass gerade jetzt nach der Schweizer Kolonialgeschichte gefragt wird?Patricia Purtschert: Nein, ich denke das ist die Frage, die jetzt gestellt werden muss. Sie ist wichtig, um einzuordnen, was gerade passiert. Denn Black Lives Matter, das Thematisieren von Rassismus gegenüber Schwarzen Menschen, hat sehr viel mit der Kolonialgeschichte zu tun, auch mit derjenigen der Schweiz. Obwohl die «koloniale Schweiz» lange ein undenkbarer Begriff war, weil die Schweiz …

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