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Nationalraetin Tamara Funiciello, SP-BE, mitte-links, nimmt eine Selfie mit Prisca Birrer-Heimo, SP-LU, Mitte-rechts, und Samira Marti, SP-BL, rechts, im Hauptquartier in der Aula des Progr, in Bern, am Sonntag, 27. September 2020. Das eidgenoessische Stimmvolk hatte am Sonntag ueber fuenf Vorlagen zu bestimmen: Fuer eine massvolle Zuwanderung, Aenderung des Jagdgesetzes, Aenderung des Bundesgesetzes ueber die direkte Bundessteuer, Aenderung des Erwerbsersatzgesetzes und Bundesbeschluss ueber die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Das linke Lager hat seine Referendumsmacht bewiesen, das wird bürgerlichen Übermut bremsen. Bild: keystone

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Vier Erkenntnisse, die bleiben – die Analyse zum Super-Sonntag

Welche Erkenntnisse bleiben vom ersten Abstimmungswochenende nach Ausbruch der Coronapandemie?

doris kleck / ch media



Die Linke ist eine (Referendums-)Macht

Den Jackpot haben die Grünliberalen geholt, sie standen bei allen Vorlagen auf der Siegerseite. Aber auch für die Grünen und die Sozialdemokraten war es ein Freudentag. Der Abstimmungssonntag hat die parteipolitischen Verschiebungen der letzten eidgenössischen Wahlen vor einem Jahr bestätigt.

Drei Referenden hatte die Linke mit verbündeten Verbänden lanciert, zwei Mal hat sie gewonnen und bei den Kampfjets nur äusserst knapp verloren. Das linke Lager hat seine Referendumsmacht bewiesen, das wird bürgerlichen Übermut bremsen. Nur: Verhindern ist einfacher als gestalten. Für Letzteres braucht es mehrheitsfähige Lösungen.

Wenn die Städter wollen, bestimmen sie

Die Stimmbeteiligung war mit über 59 Prozent erfreulich hoch. Die fünf Vorlagen haben die linken Wähler offensichtlich besser mobilisiert als die rechten. Die Städte, auch die mittelgrossen, sind in den letzten Jahren stark nach links gerückt und haben dem Abstimmungssonntag ihren Stempel aufgedrückt. Die Armee ist dort kaum noch verankert, das zeigt die Abstimmung zu den Kampfjets.

Das Nein zur Begrenzungsinitiative als Bestätigung des bilateralen Weges, ein Vaterschaftsurlaub als Zeichen gesellschaftspolitischer Öffnung und für mehr Gleichstellung. Oder das Nein zum Jagdgesetz als Ausdruck für mehr Artenschutz und Artenvielfalt. Das durchgefallene Jagdgesetz gibt den Umweltverbänden und den ökologischen Anliegen einen starken Schub. Das sollten sich die Bauern und die bürgerlichen Parteien beim Ringen um die Pestizidinitiativen merken. Die Landwirtschaft, die Strassen und die Armee, das ist so etwas wie die heilige Dreifaltigkeit der bürgerlichen Politik. Sie wirkt heute etwas aus der Zeit gefallen.

Corona hat verunsichert und die Prioritäten verschoben

Besonders überrascht hat das knappe Ergebnis bei der Kampfjet-Vorlage. Das wurde so nicht erwartet. Es ist nicht ganz einfach, das Resultat zu interpretieren. Die Strategie der Linken ging insofern auf, als dass sie keine Für-oder-gegen-die-Armee-Diskussion führte. Die GSoA, die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee, hielt sich vornehm zurück. Das war ein strategisch geschickter Schachzug.

Auf Seiten der Gegner dominierten linke Sicherheitspolitiker wie Nationalrätin Priska Seiler Graf (SP/ZH), welche nicht grundsätzlich neue Kampfjets ablehnten, sondern sich für günstigere Flieger ausgesprochen haben. Das hat verfangen. Sicherheit ist im Moment zwar sehr wohl ein Thema. Nur war es in den vergangenen Monaten vor allem ein Virus, dass für Unsicherheiten sorgte.

Die Pandemiebekämpfung kostet auch viel Geld. Die Schweiz hat sich in den letzten Monaten stark verschuldet und damit haben sich die Prioritäten, wofür die Steuergelder auszugeben sind, offensichtlich verschoben. Das Finanzargument dürfte auch bei den Kinderabzügen eine wichtige Rolle gespielt haben.

Und was heisst das für die Zukunft?

Mehr Frauen und mehr Junge sind am Sonntag an die Urnen gegangen, wie schon bei den Wahlen im Herbst 2019. Das hilft in der Tendenz dem linken Lager und den Grünliberalen. Ihre Erzählungen passen besser zum Zeitgeist, mögen stärker mobilisieren.

Bereits Ende November kommt es zur Abstimmung über die Konzernverantwortungsinitiative. Auch dort liegt das Momentum bei den Befürwortern.

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    Alle Leser-Kommentare
  • lea1 28.09.2020 17:03
    Highlight Highlight Die Landwirtschaft, die Strassen und die Armee... werden in irgendeiner Form immer wichtig sein...
    Liebe Autorin vergessen Sie nicht, dass Sie auch in Zukunft zu essen, Mobilität und Sicherheit brauchen. Schön bescheiden auf dem Boden bleiben oder kommen... und davon ausgehen, dass man etwas tun oder geben muss, wenn man etwas haben will... Wir können im Moment teilweise noch von den Strukturen und der Arbeit/Infrastruktur leben, die unsere Vorfahren aufgebaut haben. Dies wird aber nicht ewig halten und bachabgehen, wenn wir nicht unseren Teil dazu beitragen.
  • Lord_ICO 28.09.2020 16:34
    Highlight Highlight Meine Erkenntnis dieses Sonntags ist, dass sich jeder immer als Gewinner sieht, selbst wenn er mit seinem Anliegen krachend gescheitert ist. Ist doch lächerlich dieses rumgedruckse von wegen...es ist ein Gewinn, dass wir darüber diskutiert haben usw.

    Vielleicht sollten unsere Politiker lernen, wie man mit einer Niederlage umgeht und nicht immer verkrampft versuchen daraus einen eigenen Sieg zu formulieren und anzukündigen direkt die nächst Abstimmung dazu lancieren zu wollen.
  • Guido Zeh 28.09.2020 13:36
    Highlight Highlight Wie man hört, sagt die erste Analyse, dass v.a. WolfsbefürworterInnen kampfjetkritisch gewesen seien. Warum? These 1: Man will dem lieben Wolf beim Reissen keinen Fluglärm zumuten. These 2: Vielleicht war es der Walliserdialekt der VBS-Chefin, welcher die WolfsliebhaberÎnnen stutzig gemacht hat...
  • Barth Simpson 28.09.2020 13:05
    Highlight Highlight Mein Fazit ist:
    Nach der Ablehnung des neuen Jagd-Gesetztes wird der Wolf nun mit Kampfflugzeugen gejagt - leider gibt es dafür aber fast keine Piloten, weil sich diese im Vaterschaftsurlaub befinden werden.
  • Notabik 28.09.2020 12:46
    Highlight Highlight Ihre Erzählungen passen besser zum Zeitgeist, mögen stärker mobilisieren.

    Bedeutet hier Zeitgeist das Verschwinden des Schweizerischen Selbstverständnisses? Oder anders gefragt: Wann habt ihr das letzte Mal ein Schwing- oder Älpler Fest besucht? Unsere CH Kultur verkommt zur reinen Folklore = Identitätsverlust dank Globalisierung?
    • frächevogel 29.09.2020 07:50
      Highlight Highlight Ich habe mit meinen 25 Jahren noch nie ein Schwing - oder Älplerfest besucht. Komme aus dem Zürcher Oberland und sehe das aber auch nicht als Teil der örtlichen Kultur an. Was ich als unsere Kultur erachte, ist das gemeinsame, friedliche Zusammenleben mit Menschen aus unzähligen Nationen.

      Da dir dieses Thema wichtig scheint (ist sicher schon dein 3. Kommentar zu diesem Thema) würde es mich intressieren was genau du als CH-Kultur bezeichnen würdest und wieso. Und ob es nicht au Sinn macht, Kulturen und Bräuche zu überdenken und nötigenfalls anzupassen und zeitgemäss gestalten.
  • HenryJames 28.09.2020 11:01
    Highlight Highlight Und noch eine erkenntnis: die wählerInnen waren mit 5 vorlagen nicht überfordert. Im gegenteil die hohe stimmbeteiligung hat gezeigt, dass bei mehr vorlagen auch mehr leute an die urne gehen. Warum also in zukunft immer nur 2 eidg. abstimmungssonntage pro jahr?
  • gulf 28.09.2020 10:43
    Highlight Highlight ein Punkt, der von den EU - freundlichen Kreisen gerne übersehen wird :
    die grosse Ablehnung der Begrenzungsinitiative ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass viele diese Initiative nicht wollen.
    Sondern viele haben auch mit nein gestimmt, weil es der linken und der FDP gelungen ist, Angst vor den Konsequenzen einer Zustimmung zur Initiative zu schüren.
    mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu drohen hat noch immer funktioniert ....
    Schade
    • bbelser 28.09.2020 10:49
      Highlight Highlight Oh, hat da jemand der SVP das Haupt-Spielzeug geklaut: Ängste schüren und aufblasen?
    • peeti 28.09.2020 10:50
      Highlight Highlight Die Angst vor den Konsequenzen ist aber halt sehr berechtigt. Weshalb die vernünftigen Parteien also nicht vor dem drohenden Verlust von Arbeitsplätzen warnen sollen, verstehe ich nicht.

      Es sind immer die von Bürgerlichen geführte Unternehmen, die durch Sub- und Sub-Sub-Unternehmen den Lohnschutz in der Schweiz zu umgehen versuchen und damit den Druck auf uns Schweizer Arbeitnehmer erhöhen. Nicht die böse Personenfreizügigkeit der EU.
    • Amboss 28.09.2020 10:54
      Highlight Highlight "mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu drohen hat noch immer funktioniert .... "

      du musst nicht mal den Abstimmungssonntag wechseln um zu sehen, dass das nicht so ist.
      Beim Vaterschaftsurlaub war die Angst vor dem Verlust von Arbeitsplätzen auch ein Argument - und da hat es nicht gezogen.

      Es kommt schon immer drauf an, wie Glaubwürdig die Argumentation ist...
    Weitere Antworten anzeigen
  • simiimi 28.09.2020 10:35
    Highlight Highlight Die Analyse stimmt, aber die Linke ist gut beraten, wenn sie auf Gesetze statt Initiativen setzt. Das doppelte Mehr aus Volk und Ständen ist wegen der Ostschweiz und Zentralschweiz für linke Anliegen wohl auf lange Zeit nicht erreichbar.
  • Toni.Stark 28.09.2020 10:33
    Highlight Highlight Gerade das Jagdgesetz betrifft Städter gar nicht direkt. Die Bergler, die mehr davon betroffen sind, werden da überstimmt, von den Schönträumern aus der Stadt. Bei der Begrenzungsinitiative ist die Situation komplexer. Ich denke, da will sich der Bürger momentan nicht so sehr mit der EU verscherzen. Das wird aber beim Rahmenabkommen anders sein.
    • H. L. 28.09.2020 11:14
      Highlight Highlight Dieses Jagdgesetz war ein reines Abschussgesetz. Wenn alle Tierschutz- und Naturschutzorganisationen dagegen sind, sollten bei allen, denen Artenschutz und Biodiversität was bedeutet, die Alarmglocken schrillen, egal ob Bergler oder Städter.
    • Demetria 28.09.2020 11:15
      Highlight Highlight Die Jagdverbände waren gierig und wollten alles abschiessen was sich bewegt. Resultat? In Zürich sind die Poster mit niedlichen Feldhasen im Fadenkreuz gehangen, nicht mit Wölfen. Es war absehbar: wer will schon dass kuschelige Häschen abgeschlachtet werden? Die Bürgerlichen haben die letzten dreissig Jahre gemacht was sie wollten und nun glauben sie in ihrer Gier alles ihnen gehört was sich bewegt, seis Mensch oder Tier. Wärs nur um den Wolf gegangen hätte ich ja gestimmt. Aber fröhliches Spassknallen als Freizeitvergnügen von ein paar Priviligierten kommt eindeutig nicht in die Tüte.
    • Oigen 28.09.2020 11:21
      Highlight Highlight Finanzausgleich wollen die zürcher auch nicht, müssen aber klein bei geben.
      nennt sich nunmal demokratie.
    Weitere Antworten anzeigen
  • freeLCT 28.09.2020 10:15
    Highlight Highlight Die Schweiz erlebt mMn weder einen Linksrutsch, noch wird die Mitte nach Rechts verschoben.
    Die Mehrheit der Bevölkerung wünscht sich einfach ein authoritärer Staat. Mehr Umverteilung, mehr Regulierungen und vorallem zentralistisch geregelt.

    Darum wird sich der politische Kampf auch nicht mehr lange zwischen links und rechts bewegen, sondern früher oder später zwischen oben und unten.
    Erst recht nach Corona.
    • phreko 28.09.2020 10:46
      Highlight Highlight Macht kaum Sinn, aber Hauptsache was geschrieben!

      Danke fürs mitmachen.
    • bbelser 28.09.2020 10:52
      Highlight Highlight Ja, ganz tief drinnen sehnen sich die Schweizer nach der Monarchie...
    • freeLCT 28.09.2020 11:02
      Highlight Highlight @phreko:

      Abwarten ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jacques #23 28.09.2020 10:01
    Highlight Highlight Exakt dieses Dreigestirn, Armee, Strassen, Landwirtschaft wurde sträflich vergessen oder eben vernachlässigt.

    Und so dominiert die Natur - Klima hier mindestens 2 von 3. Nämlich ÖV und Landwirtschaft.

    Das bedeutet, dass FDP und besonders SVP hier noch viel mehr verlieren wird und die kommenden Abstimmungen dazu sind bereits terminiert. Und es wird gemeckert, links grün, links grün, es wird blockiert und abgewehrt statt gelöst. Und selbst wenn bürgerlich das jetzt liest werden sie ablehnen statt Lösungen zu bringen. Zuviel Pestizid erwischt.

    PS. Kiss the ground!
  • RichiZueri 28.09.2020 09:55
    Highlight Highlight Ohne den Erfolg von Mitte-Links schmälern zu wollen, glaube ich vor allem, dass es die SVP mit ihrem Dauernörgeln und Provozieren geschafft hat, viele ihrer Wähler zu verlieren. Zumal die Initiativen dauernd extremer werden und völlig am Puls der Zeit vorbei gehen. Umso schöner scheinen viele (bürgerliche) Wähler die direkte Demokratie genutzt zu haben und nicht einfach blind ihrer Partei hinterher zu rennen.
    • Posersalami 28.09.2020 13:42
      Highlight Highlight Es sterben halt auch jedes Jahr mehr SVP Wähler, als das nachrücken..
    • Mahakala 28.09.2020 14:34
      Highlight Highlight Hmm, 99 Herze und 6 Blitze. Wenn mehr % der Abstimmenden für die BI ein Ja eingelegt haben, als die SVP Wähleranteil hat, dann hat die SVP nicht viele Wähler verloren, sondern über die Parteigrenze hinaus mobilisiert.
      Alternative Fakten also, Dein Kommentar. Bist Du Trump Anhänger, oder zumindest Anhänger seiner Methoden?😆
  • Karlo der Kater 28.09.2020 09:51
    Highlight Highlight Wir in den Berggebieten wurden vom Unterland im Stich gelassen. Im bündner Oberland spazieren die Wölfe durch die Dörfer. Es ist nur eine Frage kurzer Zeit bis ein Unfall passiert. Ein Mensch, ein Kind sowieso ist eine viel einfachere Beute für einen Wolf als ein Esel welcher vor kurzem gerissen wurde.
    • Alice36 28.09.2020 10:23
      Highlight Highlight Der Wolf im Dorf, der Hai im Rhein, der Bär im Wohnzimmer und der Condor in der Luft. Es ist schlimm was im Bündnerland abgeht. Bin dafür das alles was nicht auf 2 Beinen geht abgeknallt wird.
    • Magnum 28.09.2020 10:41
      Highlight Highlight Aber sicher: Kinder reissende Bestien treiben sich in Bündner Dörfern herum, und die Bevölkerung ist wegen der Bevormundung durch naïve Tierstreichler aus den Städten wehrlos ihrem Schicksal ausgesetzt.

      Angesichts der sehr überschaubaren Anzahl an Wolfsrudeln ist das eine verantwortungslose Angstmache.

      Ihr in den Berggebieten solltet dringend lernen, mit statt gegen die Natur zu wirtschaften. Denn die Direktzahlungen sind nach dem Willen der Bevölkerungsmehrheit (wieder diese Städter!) an das Kriterium der Nachhaltigkeit gebunden.
    • Maese 28.09.2020 10:59
      Highlight Highlight Die Berggebiete sollen,das ganze Jahr über, eine erholsame Gelegenheit bieten, um schöne Aussicht zu geniessen, damit die Stadt- und Aglo-Bevölkerung wandern, campen, ect.. gehen kann. Alles andere ist zweitrangig. Durch diese oder ähnliche Ansichten aus den sonntäglichen Ausflügen, meint die genannte Bevölkerunsgruppe, dass sie eine Ahnung haben vom Berggebiet.
      Ich nehme an, dass die wenigsten jemals beim einzäunen oder unterhalten einer Alpweide, für Schafe oder Ziegen, geholfen hat. Die fachlichen Kompetenzen fehlen leider gänzlich. Und trotzdem stimmt die gesamte Bevölkerung darüber ab..
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bruno Wüthrich 28.09.2020 09:47
    Highlight Highlight Ich glaube schon, dass die Schweiz einen Linksrutsch vollzogen hat. Aber sie ist deswegen noch lange nicht links. Dass die Städte diesmal derart mobilisiert haben, wird die Stimmbürger*innen auf dem Land aufschrecken. Sie werden - vielleicht bereits im November - selber zahlreicher an die Urne gehen. Oder um es anders auszudrücken: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

    Was aber sicher stimmt, ist, dass die SVP immer mehr an Einfluss verliert. Was nützt es, die wählerstärkste Partei zu sein, wenn die Abstimmungen fast alle verloren gehen. "Wählerstärkste" heisst halt trotzdem "Minderheit".
  • champedissle 28.09.2020 09:27
    Highlight Highlight Ein 5. Punkt fehlt. Typisch für Schweizer Medien.

    Das fehlende E-Voting für Hunderttausende von Auslandschweizer verfälscht die Resultate der Abstimmung in der Schweiz. Beispiel Kampflugzeug Beschaffung. Mit den Stimmen der E-Voting Ausland Schweizer wäre die Abstimmung niemals so knapp ausgefallen. Nachdem am Freitag festgestellt wurde dass Briefstimmen leichter manipulierbar sind als E-Voting müsste eigentlich die briefliche Abstimmung auch verboten werden. Dann gehen nur noch Sozi zur Abstimmung. Gute Nacht Schweiz
    • peeti 28.09.2020 10:07
      Highlight Highlight da damals der Gripen auch von den AuslandschweizerInnen (mit)versenkt wurde, ist ihre Aussage völlig haltlos.

      Und wie soll man den zweiten Teil verstehen? Dass ohne E-Voting und Briefstimmen es nur Sozis schaffen, am Sonntagmorgen früh aufzustehen und an die Urne zu gehen?
    • Helios 28.09.2020 10:09
      Highlight Highlight Genau, weil zum Beispiel das von ner Post implementierte E-Voting System bei ersten Test ja so brilliert hat, so dass die Haare von Sicherheitsexperten weltweit noch heute zu Berge stehen.
    • _kokolorix 28.09.2020 10:13
      Highlight Highlight Wie kommst du auf so eine krude Idee. Auslandsschweizer können per E-Voting, bzw. mit Brief abstimmen
    Weitere Antworten anzeigen
  • landre 28.09.2020 09:24
    Highlight Highlight In den letzten Jahrzehnten wird von Links, durch die Mitte bis Rechts so ziemlich massiv, heftig und chaotisierend mit zu vielen Volksinitiativen und Referenden herumgefuchtelt und riskiert so die direkte Demokratie zu überfordern und überhitzen...

    Warum nicht eine amortisierende bzw mildere "Gesetzesinitiative" einführen? Was spricht dagegen?
    • RicoH 28.09.2020 10:18
      Highlight Highlight Die direkte Demokratie sieht nun mal Volksinitiativen und Referenden vor.
      Willst du etwa die direkte Demokratie einschränken?
    • Radesch 28.09.2020 10:33
      Highlight Highlight Es geht auch ein wenig um die Gewaltenteilung. Auch das Volk soll in der Schweiz nicht zu mächtig werden und das ist auch gut so.
      Es ist sehr schwer für Leihen konkrete Gesetze zu formulieren. Mit einer Initiative gibt man ja eher eine Stossrichtung vor und Parlament + BR müssen dann konkrete Gesetze erarbeiten.
    • chrissy_dieb 28.09.2020 10:51
      Highlight Highlight @RicoH
      Die "direkt Demokratie" sieht gar nichts vor: Wennschon sieht die Verfassung Volksinitativen oder Referenden vor. Und eben diese Verfassung kann durch direkte Demokratie geändert werden.

      Ich gebe @landre recht; man könnte die direkte Demokratie auf Bundesebene erweitern. Unter anderem:
      1. Auch ein Finanzreferendum einführen.
      2. Auch eine Gesetzesinitiative einführen. Das würde uns Sachen wie eine Durchsetzungsinitiative oder Kündigungsinitiative erspart; da man Verfassungsartikel nicht mit neuen Verfassungsartikel "durchsetzten" muss, sondern wie vorgesehen mit dem Gesetz.
    Weitere Antworten anzeigen
  • peeti 28.09.2020 09:09
    Highlight Highlight 5. Die Energiewende stockt in den Kantonen gewaltig.

    Auch im Aargau wird das neue Energiegesetz - zwar denkbar knapp - abgelehnt. So wird das nichts mit mit der Energiewende, wenn zahlreiche Kantone weiterhin zB Gas- und Ölheizungen bei Neubauten erlauben wollen.
    • Fandall 28.09.2020 12:49
      Highlight Highlight Ja, das Resultat ist bitter...
      Waren eigentlich alles sinnvolle Regulierungen. Die Eigenverantwortung wurde im Bauwesen klar nicht wahrgenommen.
      Wer immer noch glaubt das Stromproduktion in der Zukunft weiterhin so zentralisiert sein wird, soll sich bitte mit dem Stand der Technik auseinandersetzen.
  • Hans.Hans 28.09.2020 09:05
    Highlight Highlight Die Innerschweiz mit den Kantonen Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Uri und Zug soll sich doch aus der Schweiz verabschieden und einen neuen Kleinstaat bilden. Ich habe es satt, mich von der linken, städtischen Konsum-Gesellschaft die Heimat kaputt machen zu lassen. Das Schöne beim neuen Kleinstaat wäre, dass gleich 4 Nettozahler in den interkantonalen Finanzausgleich mit dabei wären. Mal schauen, wie dann die linken "Fantasieprojekte" in der Restschweiz finanziert würden. Das mag zwar utopisch klingen, aber Staatsgrenzen waren noch nie in Stein gemeisselt. (Wohlverstanden, auf DEMOKRATISCHEM Weg.)
    • Liselote Meier 28.09.2020 10:15
      Highlight Highlight Zug der ist gut, die haben mit 60.23% die Initiative abgelehnt.

      Obwalden, Nidwalden und Uri haben auch abgelehnt.

      Nur Schwyz hat von deinen genannten für die Initiative gestimmt.

      Dein Sezession ist schon verpufft.
    • cheko 28.09.2020 10:18
      Highlight Highlight Aber wenn ihr Abstimmungen gewinnt (ist zwar nicht mehr oft aber trotzdem) dann ist die Schweiz wieder OK? Im Sinne von "Wenn mir die Demokratie nicht passt, mache ich einfach einen eigenen Staat nach meinem Geschmack."? ;-)
    • Jacques #23 28.09.2020 10:24
      Highlight Highlight Gratuliere, dass Du das Internet gefunden hast.

      Meinst Du die Heimat, die ihr mit Pestiziden vergiftet?
    Weitere Antworten anzeigen
  • bokl 28.09.2020 08:54
    Highlight Highlight Sind die Städte wirklich stark nach links gerückt? Oder hat es die SVP geschafft durch ständige Provokationen / Gepolter die Definition der Mitte nach Rechts zu ziehen?
    • -V- 28.09.2020 09:10
      Highlight Highlight sind wir mal ehrlich .. nach links gerutscht ist in den letzten Jahren kein einziges Land ... nur eher grün geworden aber nicht links... es ist sogar eher so, dass heute das was "mitte" ist früher rechts war ...
    • chrissy_dieb 28.09.2020 09:12
      Highlight Highlight Vermutlich beides.

      Tatsache ist, dass die Politik (anderswo & hier) zunehmend polarisiert und gespalten ist. Als Mitte-Wählerin gräuelt mir es von beiden Seiten her und ich frage mich, wo das enden wird.

      Wichtig scheint es mir da, dass wir auf Föderalismus setzen: Wir müssen uns nicht über unsere Differenzen streiten, sondern lokal die jeweils gewünschten Akzente setzen.
    • Samon B. 28.09.2020 09:12
      Highlight Highlight Ich glaube nur in Europa und Migrationsfragen hat die SVP die Mitte verschoben. Die Schweiz war schon vor dem Hayday der SVP unglaublich Wirtschaftsliberal/Steuergünstig und ultrakonstervativ in Gesellschaftsthemen.
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