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Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammographie. Dabei ist ein winziger Tumor in der Brust einer Patientin zu sehen. (Archivbild)

Bildschirmdarstellung einer Magnetresonanz-Mammografie. Bild: DPA-Zentralbild

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«Wann zahlt die Krankenkasse eigentlich eine Mammografie?»

Sandra (44): «Meine Frauenärztin hat mir aufgrund meines Alters zu einer vorsorglichen Mammografie geraten. Würde die Krankenkasse diese Untersuchung bezahlen? Ich bin ziemlich knapp bei Kasse und könnte die Mammografie selber nicht bezahlen.»

Felix Schneuwly / Comparis



Liebe Sandra

Bei Frauen über 50 bezahlen die Krankenkassen alle zwei Jahre eine Mammographie. Das gilt allerdings nur, wenn der Wohnkanton am Screeningprogramm teilnimmt. In den Kantonen ohne Screeningprogramm bezahlt die Krankenkasse die Untersuchung nur, falls ein Arzt bzw. eine Ärztin aufgrund eines Befundes eine Untersuchung anordnet.

Unter 50 übernimmt die Kasse nur bei familiärer Risikosituation

Bei Frauen unter 50 bezahlt die Krankenkasse maximal eine vorsorgliche Mammographie pro Jahr, wenn Brustkrebs bei der Mutter, der Schwester oder der Tochter der Patientin aufgetreten ist. Die Anordnung deiner Ärztin allein genügt also nicht.

Ist kein erhöhtes familiäres Brustkrebsrisiko bekannt, kann in einer genetischen Beratung ein vergleichbares individuelles Risiko abgeklärt werden. Die Indikationsstellung, das Aufklärungs- und Beratungsgespräch, die Durchführung der Überwachung und weitere Beratung sowie Abklärung bei auffälligen Befunden wird von einem zertifizierten Brustzentrum durchgeführt.

Kostengutsprache bei Krankenkasse einholen

Contentpartnerschaft mit Comparis.ch

Dieser Blog ist eine Contentpartnerschaft mit Comparis.ch. Die Fragen in dieser Rubrik wurden dem Kundencenter von Comparis gestellt und von Experten beantwortet. Die Antworten werden als Ratgeber in dieser Rubrik veröffentlicht. Es handelt sich nicht um bezahlten Inhalt. (red)

Das zertifizierte Brustzentrum kann die Durchführung der bildgebenden Untersuchung (Mammographie) auch an einen Leistungserbringer delegieren. Soll ein anderes Zentrum die Untersuchung durchführen, muss vorgängig bei der Krankenkasse eine Kostengutsprache eingeholt werden.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten von CHF 182.80 zu Lasten der Grundversicherung. Dabei muss die Patientin ohne Anrechnung der Franchise 10 Prozent Selbstbehalt (CHF 18.30) bezahlen. Frauen ab 75 Jahren und solche mit einem Hausarztmodell, können ohne Rücksprache mit dem Hausarzt zu denselben Konditionen teilnehmen.

Vorteile und Nachteile abwägen

Wie bei allen medizinischen Untersuchungen sollte man unabhängig von der Vergütung durch die Krankenkasse auch bei der Mammografie die Vor- und Nachteile abwägen.

In den Studien überwiegen die Vorteile: Kleine Tumoren werden entdeckt, bevor sie Metastasen gebildet haben. Das ermöglicht eine schonende Behandlung, brusterhaltende Operationen und teilweise Verzicht auf Chemotherapie. So können Nebenwirkungen reduziert und die Lebensqualität kann während der Behandlung und später gesteigert werden. Die Heilungs- und Überlebenschancen sind bei frühzeitiger Entdeckung der Tumoren besser. Etwa 1'400 Frauen der Altersgruppe über 50 sterben in der Schweiz jährlich an Brustkrebs. Wer alle zwei Jahre am Früherkennungsprogramm teilnimmt, verringert das Risiko deutlich, an Brustkrebs zu sterben.

Es gibt aber auch Risiken: Der Radiologe entdeckt auf Mammografie-Bildern Auffälligkeiten. Bereits nach einem Ultraschall stellen sich die Auffälligkeit als gutartig heraus. Das Resultat der Früherkennungs-Mammografie war in diesem Fall falsch-positiv. 2018 erhielten 39 von 1000 Teilnehmerinnen des Thurgauer Programms die Empfehlung für eine weitere Abklärung – bei 5 von ihnen wurde Brustkrebs diagnostiziert. 34 von 1000 Teilnehmerinnen bzw. 3,5 Prozent erhielten ein falsch positives Resultat.

Wird eine Mammografie trotz vorliegendem Brustkrebs als unauffällig beurteilt spricht man von einem falsch negativen Resultat. Wird Brustkrebs in den zwei Jahren zwischen den Mammografie-Untersuchungen entdeckt, spricht man von einem Intervallkrebs. Die Strahlenbelastung bei der Untersuchung ist äusserst klein. Das Risiko ist somit alles in allem deutlich geringer als der Nutzen der Mammografie.

Viele Grüsse von Comparis.ch

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