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Yonnihof

Sechs Monate Mutterglück – Eine ehrliche Zwischenbilanz

Bild: shutterstock

Von Liebe, Farbe, Glück - aber auch von Monotonie, Langeweile und Klaustrophobie.



Wenn Ihnen dieser Text zu lang zum Lesen ist, kann ich Ihnen hier gleich zusammenfassen, was nun in vielen Worten folgt: Wir sollten ehrlicher übers Elternsein reden. Sodeli.

Jetzt will ich erklären, wieso das meines Erachtens so bitter nötig ist und welche Einsichten ich bisher gesammelt habe.

Übermorgen vor sechs Monaten, an einem blendend schönen Herbsttag, kam unser Sohn zur Welt. Seither ist meine Welt unendlich viel voller und unendlich viel lustiger und farbiger, aber sie ist auch brutal anders. Ich habe Mühe damit, dass man über Mutterschaft (und ich rede hier von Mutterschaft, weil ich halt eine Mutter bin und ich nicht für Väter reden will/kann) nicht kritisch reden darf. Über jeden anderen Beruf darf man das – und Elternschaft ist teilweise auch genau das. Ein Beruf mit Pros und Contras. Teils Berufung, teils einfach ein Job mit Kehrseiten und Aufgaben, die man nicht mag. Und es ist ein Beruf, der einem enorm viel abverlangt, physisch und psychisch. Warum es so dermassen verpönt ist, das auszusprechen, habe ich bis jetzt nicht kapiert. Vielleicht, weil diesem Job eine Komponente zugrunde liegt, die andere nicht haben: Die Liebe zu einem (anfangs komplett hilflosen) Menschen und das Commitment, ein Leben lang an seiner Seite zu sein.

Warum deshalb alles von Anfang an rosarot und perfekt sein soll, erschliesst sich mir bis heute nicht. Hier ein paar ehrliche, natürlich subjektive Einsichten aus den ersten sechs Monaten mit Kind.

1. Nicht jede Frau ist eine Minibaby-Mama aus Leidenschaft

Ich bin sicher, es gibt Frauen, die die Zeit mit einem sehr sehr kleinen Baby geniessen, die darin aufgehen, das kleine Wesen non-stop am Körper zu haben, es rumzutragen, ihm Liedli zu singen und es herzig anzuziehen.

Ich bin keine solche Frau.

Die allererste Zeit mit dem Baby, wenn ausschliesslich Energie ins Kind hineinfliesst und kaum etwas zurückkommt, der Kontakt unglaublich physisch ist, Kommunikation fast nur in eine Richtung stattfindet … Sie war für mich sehr schwierig. Verstehen Sie mich nicht falsch, es ist nicht so, als hätte ich keine Freude an meinem Sohn gehabt und ich habe ihn auch nicht einfach links liegen gelassen, sondern habe brav auch zum 105. Mal am Tag den «Tusigfüessler Balthasar» gesungen und im Büechli auf Tierli gezeigt und die entsprechenden Geräusche gemacht. Das aber nicht, weil es mir speziell Freude machte, sondern weil ich wusste, dass es wichtig war und dass es meinem Kind, das ich über alles liebe, guttut. Die wenigsten Frauen reden offen darüber, aber der Alltag mit einem sehr kleinen Kind ist manchmal einfach stinklangweilig. Punkt.

2. Eine Geburt ist ein Systemschock, der Raum braucht

Ich verstehe, wenn der eine oder die andere bereits jetzt findet, ich sei hier nur am motzen. Das ist nicht das Ziel. Aber ich bin auch nicht bereit, all die Mythen aufrecht zu erhalten, die uns (gerade uns Frauen) immer wieder eingebläut werden und die uns das Gefühl geben, das, was mit uns nach der Geburt passiert, sei schlecht oder falsch. «Du wirst sofort schockverliebt sein», sagten sie. War ich nicht. Ich war voller Neugier und Gwunder und Faszination, aber ich kannte diesen kleinen Menschen noch nicht und ich brauchte eine Weile, bis er mir so unendlich nah war wie heute. «Du wirst nie wieder dieselbe sein», sagten sie. Doch. Ich bin noch immer sehr fest ich und ich habe auch sehr fest vor, ich zu bleiben – ich denke sogar, dass das langfristig meinem Kind zugute kommen wird.

Die Geburt meines Sohnes war das Fundamentalste, was mir je passiert ist. Fundamental ist weder rein positiv noch rein negativ, es ist einfach anders. Mit allen Facetten. Mit absolut irrem Glück, tiefster Liebe, viel Lachen, Nähe, Wärme, aber eben auch mit Einbussen. So stellte sich bei mir persönlich auch eine Art Trauer um das ein, was ich nun nicht mehr hatte. Das will nicht heissen, dass ich meinen Sohn je wieder hergegeben hätte, aber ich trauerte um die Flexibilität, die Spontaneität, die Sexiness, die Freiheit meiner Vergangenheit. Und diese Trauer musste Platz bekommen, ohne dass ich ihretwegen ein schlechtes Gewissen haben musste.

3. Es wissen es immer alle besser

Warum genau es so ist, weiss ich bis heute nicht, aber Elternschaft in Zeiten sozialer Medien, das ist ein Kleinkrieg.

Denn: Jede/r ist Experte.

Das kann ich irgendwie nachvollziehen, aber man ist letztendlich halt einfach nur Experte, was das eigene Kind betrifft. Und die Knöpfe sind unglaublich unterschiedlich. Da passieren Grenzüberschreitungen, die ich in meinen wildesten Träumen nicht für möglich gehalten hätte, angefangen bei ungefragten Tipps bis hin zu Beleidigungen, dass sich die Balken biegen. Das Thema ist hoch-emotional, das kann ich schon nachvollziehen, aber mir würde nicht im Traum einfallen, einer anderen Frau während deren Schwangerschaft auf Instagram eine Message zu schreiben, ich hätte sie am HB im Sushiladen gesehen und ob ich denn nicht wisse, dass ich das nicht dürfe. Nebst der Tatsache, dass ich Vegi-Sushi gekauft habe, dürfte ich letztlich auch einen rohen Wal essen, wenn ich das so wollen würde.

Nochmal: Die Motivation kann ich nachvollziehen, man will dieses hilflose Wesen schützen, aber wo ist die Grenze? Ich finde das ethisch recht schwierig einzuschätzen (Stichwort Irina Beller und das tägliche Glas Champagner trotz Schwangerschaft) und ich habe auch keine Pauschalantwort, wo mein Garten aufhört und derer anderer anfängt, wenn es ums Wohl eines unschuldigen Wesens geht. Dann sind da noch Bandenkriege zwischen Trage-Mamis und… äh… ich weiss nicht einmal, wie die andere Gang heisst. Schiebe-Mamis? Was ich da schon an wirklich boshaften Auseinandersetzung gelesen habe, hätte ich mir vor der Geburt nicht im Traum ausmalen können. Und das alles nur aus Liebe – ist doch irgendwie seltsam, nicht?

Eltern zu werden ist – wie vieles andere – ein Trade-Off. Ich finde es völlig irr und unverständlich, dass uns nach wie vor eingebläut wird, die negativen Seiten dieser fundamentalen Lebensumstellung dürften keinen Platz bekommen. Das ist doch Blödsinn. Nebst Schlafmangel, eher mediokrer Körperhygiene und konstantem Zeitmangel für sich selbst, geschweige denn für die Paarbeziehung, machen wir uns so auch noch ein schlechtes Gewissen, wenn wir all diese Veränderungen nicht immer nur mega lässig finden.

«Dänn muesch halt keis Chind ha!» habe ich einst unter einem ehrlichen Statement zum Elternsein gelesen. Doch. Sollst du. Es kann doch nicht sein, dass es beim Kinderhaben nur perfekte Harmonie und Hingabe gibt und man ansonsten doch davon absehen sollte, sich fortzupflanzen. Ich glaube, sich selbst nicht total aufzugeben, sobald so ein kleiner Nugget daherkommt, ist sogar etwas, was langfristig auch dem Kind zugute kommt, bzw. zugute kommen kann.

Mir wurde prophezeiht, ein Kind zu bekommen sei die totale, ultimative Erfüllung. Nun ja, mein Leben ist definitiv voller, das stimmt. Aber nicht nur mit eitel Sonnenschein. Ausserdem würde das ja bedeuten, wer keine Kinder hat (keine haben kann oder schlicht keine haben will), lebe kein erfülltes Leben, was ich für totalen Schwachsinn halte.

Ich glaube, dieses Kind zu bekommen, war für mich persönlich mit meiner Lebensgeschichte das Sinnstiftendste, was ich je gemacht habe. Das gilt aber nur für mich und ist keinesfalls eine universelle Wahrheit. Mein Leben ist voller, lustiger, bunter, lebendiger – aber auch monotoner, langweiliger und klaustrophobischer. Es ist wild und erstaunlich und faszinierend, aber auch unbequem und unsexy und anstrengend.

Ich liebe dieses Kind über alles, aber mich halt eben weiterhin auch – ich werde mein Leben lang dafür arbeiten, meinem Sohn eine gute Mutter zu sein, aber ich werde weiterhin auch ab und an Entscheidungen für mich und nur für mich treffen, werde meinen Raum einfordern und erhalten und nebst einer guten Mutter für mein Kind auch mir selbst eine gute Lebenspartnerin sein. Man muss sich die Maske im Flugzeug immer erst selbst anziehen, bevor man jemand anderem – ja, auch den eigenen Kindern – helfen kann.

Ich werde den Teufel tun und mich dafür entschuldigen.

Vill Liebi,
Dini Mueter

yonni und nicolas

Die Autorin und ihr Sohn Nicolas am Tag seiner Geburt. Bild: zvg

Yonni Moreno Meyer

Yonni Moreno Meyer (38) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn (*2019) in Zürich.
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47
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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Fianna 08.04.2020 08:07
    Highlight Highlight Ein grosses Danke von einer berufstätigen Mutter eines 9monatigen Sohnes! <3
  • Chamäleon 07.04.2020 23:21
    Highlight Highlight Danke liebe Yonni! Du sprichst mir aus der Seele! Ein Hoch auf die Ehrlichkeit!
  • Danilowski 07.04.2020 22:38
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen wunderbaren Text, dem ich als dreifacher Vater zu 100% zustimmen kann.
  • Tweety3888 07.04.2020 16:55
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen Bericht! Ich bin gerade im 4. Monat schwanger und man macht sich jetzt schon druck, alles richtig zu machen und alles rosig zu sehen. Dein Bericht ist so ehrlich und bodenständig, er hat für mich wirklich den Druck rausgenommen "perfekt" zu sein als Mami.
  • CindyA 07.04.2020 15:51
    Highlight Highlight Ich hatte gerade gute 45min um diesen Artikel zu lesen. In dieser Zeit war ich nämlich noch 4x bei meinem Kind (8 Monate, zahnen) im Kinderzimmer, weil es nicht in den Mittagsschlaf findet. Ob es nervt? Natürlich! Ob ich andere Dinge lieber täte? Na klar! Trotzdem freue mich mich unglaublich darauf, wenn er wieder ausgeschlafen ist und wir weiter spielen können.
  • Nik G. 07.04.2020 08:41
    Highlight Highlight Super Text. Ich denke es liegt daran, dass man immer eine perfekte Welt aufzeigen will-> Insta, FB usw. sind da sehr kontraproduktiv. Vermutlich war dies früher einfach. Auch weil man nicht einfach eine Nachricht schicken konnte. Einfach wieder ein bisschen mehr Fehler zulassen. Die Welt ist nicht immer nur schön. Wir sind nicht immer perfekt wir machen Fehler und das ist gut so. Wir haben schlechte Laune und das ist gut so. Schlussendlich macht genau das uns Menschlich und Eltern sein kann nicht immer schön sein das ist gar nicht möglich!
  • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 07.04.2020 07:21
    Highlight Highlight Willkommen im Club ... und was den Rest angeht: Freu dich, dass er gesund ist, denn das ist nicht selbstverständlich. Wir waren erstmal acht Monate im Krankenhaus. Danach habe ich bei ungefragten Ratschlägen das 1000-Yard-Stare aufgesetzt. Das hilft. Heute haben wir ein 14-jähriges Krokodil im Hause (immer hungrig), das unser Expertentum elegant in den Wind schiesst und uns jeden Tag etwas Neues beibringt. Gelassenheit, z B.
  • Pümpernüssler 07.04.2020 07:19
    Highlight Highlight Commitment? Gibt ein schönes Wort im deutschen dafür, nennt sich Verpflichtung.
  • runner 07.04.2020 07:19
    Highlight Highlight Ich liebe meine Tochter, aber "Mutter" ist ein schlecht bezahlter 24 Stunden Job mit Mobbinggarantie. Meine Mutter sagte dazu "alte Schuld bezahlen" :-))
  • Dummbatz Immerklug 07.04.2020 06:17
    Highlight Highlight Auch als Vater kann ich sagen, auf den Punkt gebracht. Es tut gut, zwischendurch auch einmal einen ehrlichen Text zu diesem Thema zu lesen.
  • Still N.1.D.1. 07.04.2020 00:41
    Highlight Highlight Schlafentzug, Koliken, Farbe des Stuhlgangs, Zähne, Batterien am Lutschen. Kinder haben ist ein Knochenjob in den ersten Jahren und man ist so überhaupt nicht darauf vorbereitet.

    Es relativiert dafür vieles und man verändert sich, weil sich auch die Interessen verschieben und das Umfeld sich wandelt. Und das eigene Leben nicht mehr so ganz wichtig ist.

    Und, die eigenen Eltern sieht man mit anderen Augen und grosser Dankbarkeit und was man sich früher geschworen hat, sicher nie so zu machen, wenn man eigene Kinder hat, macht man dann doch so.

    Kinder, die Erfüllung unserer Träume.......
  • JeannyBlue 06.04.2020 23:20
    Highlight Highlight Liebes Pony

    Danke. Danke für deine ehrlichen Worte. Danke dafür, dass du mir aus der Seele sprichst.

    Muttersein ist schön, aber auch langweilig und anstrengend. Und man kommt an seine Grenzen.

    Meine Twinies sind jetzt 8 Monate alt und naja, eine schreit immer.
  • Dr no 06.04.2020 22:00
    Highlight Highlight Es wird besser ! Ich fand das erste jahr als Vater ziemlich schwierig. Wie du schreibst: man gibt extrem viel und es kommt nicht so viel zurück. Aber sobald die Kommunikation ins laufen kommt wird es toll. Aber ich widerspreche vehement ein kind verändert dich für immer. Und ich glaube das man ein besserer mensch wird als elter, weil man sein Ego zurücknehmen muss !
    • Dominique Freiburghaus 07.04.2020 06:53
      Highlight Highlight Kann alles gut nachvollziehen. Dank guter Nachbarschaft konnten wir sogar bereits die Nuggets Zum Übernachten gegenseitig abgeben. Der eine trank den Frühschoppen lauwarm, der andere eiskalt ( war das zweite. Daher wurde das milchaufwärmtheater eingestellt). Man muss es einfach wissen🍼Milch abpumpen und ins Kino gehen, Papi passt gerne auf . Ich hatte keine Mühe, das Kleinod auch anderen anzuvertrauen. Es tat uns beiden immer wieder gut. Man muss wirklich nicht immer zusammenkleben und braucht auch kein schlechtes Gewissen dabei zu haben.
  • misseliza 06.04.2020 19:58
    Highlight Highlight Vielen Dank für deinen ehrlichen Text. Ich sehe mich in deinem Text.
  • Rethinking 06.04.2020 19:38
    Highlight Highlight Sehr gut geschrieben...

    Die Aussage „Elternschaft ist teils Berugung, teils einfach ein Job“ ist ein sehr guter Ansatz...

    Dieser könnte noch ein bisschen weiter gehen...

    Elternschaft ist teils Berufung, teils ein Job, teils vielleicht ein Hobby oder auch die Erfüllung eines Traumes...

    Warum aber muss diese Berufung / Job / Hobby / Traum von denen finanziert werden die keine Kinder haben können oder wollen?

    Und nein: AHV und Wirtschaft sind kein Argument. Niemand macht Kinder um Arbeiter für Vater Staat zu produzieren...
    • Frausowieso 06.04.2020 21:04
      Highlight Highlight Ist hier irgendwie nicht das Thema, oder? Ich habe zwar keine Kinder, aber mich nervt das Thema total. Jeder Mensch wire ein Stück weit von anderen finanziert. Du warst auch mal Kind und deine Ausbildung etc wurde von anderen bezahlt. Gesellschaft bedeutet Geben und Nehmen. Wir Kinderlosen sind irgendwann froh, wenn es gut ausgebildeten Nachwuchs gibt, der ddn Laden am Laufen hält, wenn wir in den Ruhestand gehen. Oder anders gesagt- das Kind,welches dich heute nervt, ist irgendwann deine Ärztin,dein Pfleger etc
    • Rethinking 06.04.2020 21:33
      Highlight Highlight Mich nerven Kinder ganz und gar nicht...

      Es geht hier um veraltete Sozialsysteme die eine Bevölkerungsgruppe (Eltern) stark bevorzugen, während sie andere stark benachteiligen (Kinderlose)...
    • Frausowieso 06.04.2020 21:56
      Highlight Highlight Ich weiss ja nicht, wo du lebst, aber hier werden Eltern nicht bevorzugt. Aber ja, du scheinst es ja besser zu wissen. Offenbare uns doch deine Vision einer perfekten Gesellschaft und führe uns zu grosser Weissheit.
    Weitere Antworten anzeigen
  • DanielaK 06.04.2020 19:01
    Highlight Highlight Als ich laut unserer Tochter im Primalschulalter mal wieder die böseste Mutter der Erde war habe ich ihr beim anschliessenden Versöhnungsgespräch gesagt: wenn man jemanden wirklich sehr lieb hat wie ich dich oder du mich, dann ist es möglich, sich gleichzeitig fürchterlich aufzuregen über denjenigen und ihn trotzdem immer noch genau gleich lieb zu haben. Ich habe den Eindruck, wenn man das im Hinterkopf hat, kriegt man sich auch viel eher wieder ein.
  • DanielaK 06.04.2020 18:51
    Highlight Highlight Es ist viel wahres dran! Unsere Tochter ist jetzt 11. Viele sagen ja, auch etwas im Spass, wenn sie reden können, dann können sie auch nein sagen und das tun sie auch. Klar, aber nur weil man das Wort nicht kennt, hindert das doch kein Kind daran etwas nicht zu wollen. Wenn sie sprechen können weiss ich wenigstens was los ist und muss nicht erst eine Liste mit Möglichkeiten abklappern. Ich bin auch eher die Grosse-Kinder-Mama.

    Ich bin der Meinung, nicht frau verändert sich, aber du brauchst plötzlich ganz neue Sachen, die vorher nicht aufgefallen sind, da sich die Situation so stark ändert.
  • Miicha 06.04.2020 18:03
    Highlight Highlight Es ist so, beim ersten Kind ändert sich für die Mutter alles und den Vater einiges. Die erste Zeit war für mich unglaublich schwer und langweilig zugleich weil da einfach nur dieser kleine Mensch ist der keine Antwort gibt. Den ganzen Tag lang. Aber es wurde besser, es hat sich plötzlich mitgeteilt und irgendwann gesprochen und inzwischen haben wir drei und das hätte ich mir nie träumen lassen nach der schwierigen Zeit mit dem ersten Kind.

    Liebe Yonni bitte bleib so ehrlich und meld dich wenn's mal wieder langweilig ist 😆
  • blüemli 06.04.2020 17:37
    Highlight Highlight Danke für die Ehrlichkeit.
    Ich ertappe mich bei diversen solcher Gedanken, ohne dass ich überhaupt schon ein Kind hätte. Das führt dann dazu, dass ich mittlerweile den Frust über unsere Kinderlosigkeit in dem Gedanken ertränke, dass ich sicher gar keine gute Mutter wäre. Da können gute Freundinnen noch so oft widersprechen, es fühlt sich einfach nicht so an.
    Dieser Text hat mir gerade geholfen, wieder Hoffnung zu schöpfen. Ich muss auch in meinen Gefühlen keine perfekte Mutter sein, falls ich das je einmal sein darf. Dieser Gedanke ist gerade sehr tröstlich und erholsam.
    • Miicha 08.04.2020 10:34
      Highlight Highlight Die perfekte Mutter gibt es nicht, auch keine perfekten Kinder. Wir Menschen sind alle etwas bescheuert, du wirst die beste Mutter die dein Kind braucht. 🤗
  • Schnymi 06.04.2020 17:23
    Highlight Highlight Liebe Yonni
    Herzlichen Dank für deinen Text. Ich stimme mit dir in vielen Punkten überein. Alle Eltern kennen ihr/e Kind/er am besten und wissen wohl auch am besten, was bei ihnen "funktioniert". Den Austausch mit anderen Eltern schätze ich trotzdem sehr, auch einige Tipps (natürlich mehr die erbetenen 😉). Mehr im Sinne von "das könnte man auch noch versuchen" als "so klappt es sicher".
    Ich habe zum Glück Freundinnen, mit denen ich auch über die anstrengenden Seiten des Mama-seins reden kann. Das finde ich sehr wertvoll.
  • NiSpy 06.04.2020 15:47
    Highlight Highlight Merci. Du sprichst mir aus der Seele. Die ersten sechs Monate nach der Geburt unserer Tochter war für mich ein Schock. Die Umstellung von 0 auf 100 % beim ersten Kind ist extrem, denn es ist längstens nicht alles nur rosarote Zuckerwatte. Unsere Tochter war ein Schreikind und hat mich physisch und psychisch an meine Grenzen getrieben. Dennoch liebe ich sie von Herzen und würde sie nie wieder hergeben.
  • Name_nicht_relevant 06.04.2020 14:33
    Highlight Highlight Toll Yonni danke für den einblick in das Mama werden, es ist nicht immer alles Gold was glänzt und alles nichts wert was dreckig oder schwierig ist. Ich freue mich auf die anstrengde Zeit, wenn es bei mir so weit ist und dank deinem Beitrag bin ich mir sicher das meiner Erwartungen nicht so hoch sind das ich mich nicht mehr freue. Ich wünsche euch als Familie alles gute und bleibt Gesund.
  • Stubefuchs 06.04.2020 14:31
    Highlight Highlight Wisst ihr was das Tolle ist, wenn man bereits einen Mutterschaftsurlaub (oder auch mehrere) hinter sich hat? Man kennt sich mit Quarantäne und ausserordentlichen Lagen bereits bestens aus!
    Deswegen hier ein highfive für alle Mamis: den haben wir auch rumgekriegt! ;)
    • Die graue Dame 08.04.2020 08:54
      Highlight Highlight rumgekriegt triffts so sehr! Bei meinem ersten Kind verging der MU so schnell und ich war -wie wohl alle- komplett überfordert mit der Frage, wie denn das alles gehen soll, wenn ich wieder arbeite. Sehr kurz danach wurde ich wieder schwanger. Als wir uns zuhause eingelebt hatten, kam recht schnell der Gedanke: So, und wann darf ich wieder arbeiten gehen? <3 Man sollte mit dem Wissen des zweiten Kindes das erste bekommen. Es ginge so vielen jungen Müttern um so viel besser.
  • ueilaa 06.04.2020 14:27
    Highlight Highlight Ich habe noch nie Verstanden wieso dass als Mami einfach alles super sein soll! Selbst Übermenschen haben Bedürfnisse oder Momente wo halt nicht alles Schoggi ist... Umso schöner wenn man dies nicht zu verstecken bräuchte!

    Gruss von einem sicher auch sehr anstrengenden Kind :)
  • frohwanda 06.04.2020 14:27
    Highlight Highlight Ich denke nicht, dass man heute nur das rosarote Bild vermittelt bekommt (manchmal kippt es schon beinahe ins Gegenteil). Viele denken aber, dass die negativen Dinge sie nicht treffen werden, da man souveräner, schlauer, geduldiger, kreativer, liebevoller... ist als all die andern. Wenn man dann merkt, dass man auch "nur" so ist wie viele andere, tut das vielleicht ein bisschen weh. Man kann sich dann solidarisieren oder aber der "Gesellschaft" die Schuld geben, dass man von sich selber doch des Öfteren enttäuscht ist. Ich bemühe mich um Ersteres... geht nicht immer.
  • estrella5 06.04.2020 13:52
    Highlight Highlight Vielen herzlichen Dank für diesen ehrlichen Beitrag. Du hast es auf den Punkt gebracht!
  • Bruno Wüthrich 06.04.2020 13:24
    Highlight Highlight Zitat: "...aber man ist letztendlich halt einfach nur Experte, was das eigene Kind betrifft."

    Ich bin Vater dreier inzwischen längst erwachsenen Kinder. Trotzdem habe ich es nie auch nur annähernd zum Experten gebracht.

    Gespannt warte ich darauf, was Frau Meyer in zwei bis drei Jahrzehnten dazu schreiben wird. Ihr Nugget (andere sagen auch Kartoffel) wird bis dahin wohl die Grenzen ihres "Expertendaseins" verschiedentlichst ausloten.
  • öpfeli 06.04.2020 13:16
    Highlight Highlight Ich erkenne in vielen Sätzen wieder. Leider habe ich mich des Öfteren beeinflussen lassen und hatte dadurch in gewissen Dingen eine (zu) hohe Erwartung. Was zu Frust oder Verlust des Vertrauen in mich führte. Kind wird nun bald 2 und ich habe mich gefunden in meiner Rolle. Das ist schön und erleichternd. 😊
  • maximus_baccus 06.04.2020 12:58
    Highlight Highlight hallo yonni, sehr schöner und ehrlicher beitrag. ich dachte am anfang auch, 'die anderen' würden mir das elternsein einreden, und dass sie jegliches 'negatives' am elternsein stigmatisieren... aber an dem tag, wo du verstehen wirst, dass es nicht die anderen, sondern vielleicht du zu hohe (und vielleicht zu 'positive') erwartungen am elternwerden hattest, dann wirst du verstehen, dass alles viel lockerer ist... und es schliesslich nur darum geht: das beste (und das echteste) von sich selbst weiterzugeben! ein 5 (!) facher vater...
  • Dagobart 06.04.2020 12:54
    Highlight Highlight Erkenne uns hier absolut.

    Ungefragter Ratschlag meinerseits ; nehmt keine Ratschläge von andern an. Jedes Kind ist anders!

  • Cirrum 06.04.2020 12:52
    Highlight Highlight Finde ich super geschrieben. Es wäre viel schöner, wenn die Menschen wieder lernen, ehrlich zu sein und nicht die Sachen gut oder schlecht reden..Es scheint fast so, als ob wir Menschen das Gefühl haben, wir haben ausschliesslich das Recht, Glücklich und Zufrieden zu sein.. aber vielleicht gehört die Negative Seite auch zum Leben,um das Positive auch wieder zu schätzen.
    • Pümpernüssler 07.04.2020 07:21
      Highlight Highlight CH = Land der Nörgler.

  • Cocolina 06.04.2020 12:49
    Highlight Highlight Du sprichst mir aus der Seele! Meine Tochter ist jetzt 1.5 und das spielen macht endlich richtig Spass, sie gibt mir gaaaaanz viel Liebe und ich freue mich mit 60% Arbeit einen Ausgleich zum Mamisein zu haben. (Der fehlt mir gerade total im homeoffice!)
    • Die graue Dame 08.04.2020 08:57
      Highlight Highlight I feel you… Geht mir genau so
  • Shiginator 06.04.2020 12:48
    Highlight Highlight Hey Yonni
    Vielleicht kann dein Mann ja einen ehrliche Zwischenbilanz aus seiner Sicht schreiben.
    Weiterhin viel Freude.
  • die_rote_Zora 06.04.2020 12:39
    Highlight Highlight ach yonni 😂
    Ich wünschte ich könnte dir sagen, dass es „besser“ wird mit all den Belehrungen und negativen Seiten - wird es nicht.
    Immer wenn du glaubst nun einen Weg gefunden zu haben, verändert sich wieder alles und so dreht sich dieses Rad, welches soviel Energie kostet und uns gleichzeitig über uns selbst hinauswachsen lässt stetig weiter :)
    Ganz viel Liebi fü all ❤️
  • Ylene 06.04.2020 12:31
    Highlight Highlight Unterschreibe das zu 100%!
    PS: Hihi, 'Dini Mueter'!
    PPS: Ich fand Nicolas ein superschöner Name für den Sohnemann, der Mann in Theorie auch, aber da gab es halt seinen "liebsten" Arbeitskollegen gleichen Namens. Also heisst der Sohn jetzt ganz anders. 😁

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