Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Amazon folgt IBM – und arbeitet bei Gesichtserkennung nicht mehr mit der Polizei



Der US-Internetriese Amazon will der Polizei seine Gesichtserkennungssoftware für ein Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen.

FILE - In this Feb. 22, 2019, file photo, Washington County Sheriff's Office Deputy Jeff Talbot demonstrates how his agency used facial recognition software to help solve a crime, at their headquarters in Hillsboro, Ore. The image on the left shows a man whose face was captured on a surveillance camera and investigators used the software to scan their database of past mug shots to match that facial image with an identity. Amazon said Wednesday, June 10, 2020, it will ban police use of its facial recognition technology for a year in order to give Congress time to come up with ways to regulate the technology. (AP Photo/Gillian Flaccus, File)

Ein Polizist aus dem Washington County Sheriff's Office zeigt 2019, wie er Gesichtserkennungs-Software einsetzt. Bild: keystone

Der Konzern hoffe, dass der US-Kongress sich in dieser Zeit auf einen regulierenden Rechtsrahmen für die Technologie einigen könne, erklärte Amazon in der Nacht zum Donnerstag.

Man werde die Software mit dem Namen «Rekognition» aber weiterhin zum Beispiel für Organisationen verfügbar machen, die nach vermissten Kindern suchen, die Opfer von Menschenhändlern geworden sein könnten.

IBM hat sich schon zurückgezogen

Erst Anfang der Woche hatte IBM angekündigt, sich aus dem Geschäft mit Gesichtserkennungs-Software komplett zurückzuziehen. Der Computer-Konzern erklärte, er wolle nicht zulassen, dass Technologie für Massenüberwachung, rassistische Diskriminierung oder Menschenrechtsverletzungen verwendet wird, hiess es in einem Brief an US-Abgeordnete.

Amazon habe sich für stärkere Regulierung seitens der Regierung für eine ethische Nutzung von Gesichtserkennungs-Technologien eingesetzt, betonte der Online-Händler. Die «Rekognition»-Software wird bei Amazons Cloud-Tochter AWS entwickelt.

epa08478452  (FILE) - The logo of Amazon Web Services (AWS) at the ad:tech Tokyo advertising trade fair in downtown Tokyo, Japan, 30 October 2012 (reissued 10 June 2020). Amazon Web Services (AWS) announced on 10 June that it will ban cops from using its facial recognition technology 'Amazon Rekognition' for one year, in wake of the ongoing protests against police abuse following the death of George Floyd in Minneapolis, Minnesota.  EPA/EVERETT KENNEDY BROWN

Im Fokus: Amazons Cloud-Tochter AWS. Bild: keystone

Amazon hat seine Politik geändert

Bisher verteidigte Amazon stets ihren Einsatz bei der Polizei - auch nachdem Forscher nach einer Testreihe kritisiert hatten, dass das Programm mehr Fehler bei Gesichtern mit einer anderen Hautfarbe als der weissen mache. Amazon konterte, bei den Tests seien falsche Methoden angewandt worden, während die Technologie korrekt funktioniere. Zugleich hatte sich Amazon-Chef Jeff Bezos bereits im Herbst für eine Regulierung der Technologie ausgesprochen.

Microsoft fordert das bereits seit 2018 – und ist zugleich auch ein relevanter Lieferant von Gesichtserkennungs-Software. Die amerikanischen Polizeibehörden haben aber auch andere Alternativen.

So sorgte Anfang des Jahres die Firma Clearview für Aufsehen, die einfach eine Datenbank aus Millionen öffentlich zugänglichen Fotos von Online-Diensten zusammentrug und unter anderem Polizeibehörden darauf zugreifen lässt. Google scheut unterdessen schon seit Jahren davor zurück, Technologie für Gesichtserkennung anzubieten oder öffentlich zugänglich zu machen.

Zuletzt verstärkte sich in den USA Kritik am breiten Einsatz von Gesichtserkennung, weil damit Überwachung von Menschen und die Diskriminierung einzelner Bevölkerungsgruppen möglich sei. Einige US-Städte wie etwa San Francisco untersagten den Einsatz solcher Technologien. Bei der Gesichtserkennung durch Behörden werden zur Identifizierung von Personen Kamerabilder mit Datenbanken abgeglichen. Befürworter entgegnen, dank Gesichtserkennung könnten in vielen Fällen Straftaten schneller aufgeklärt werden. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA

Das Einkaufen ohne Kassenschlange – So lauft das in Seattle

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Schweizer Sektenführer Sasek von Anonymous brutal vorgeführt

Netzaktivisten haben die Schweizer OCG-Sekte gehackt. Veröffentlichte Dokumente zeigen, welche Spenden die Sekte von ihren Mitgliedern erhält. Sektenführer Ivo Sasek macht derweil mit Panikvideos gegen Corona-Schutzmassnahmen mobil.

Wie lukrativ ist es Sektenführer zu sein? Dank des Hacker-Kollektivs Anonymous kennen wir nun die ungefähre Antwort. Die Netzaktivisten haben in den letzten Wochen und Monaten mehrere Server der Schweizer Sekte Organische Christus-Generation (OCG) von Sektenführer Ivo Sasek gehackt und tausende E-Mails, Dokumente und insgesamt rund 300 GB an Dateien erbeutet, ausgewertet und Teile davon veröffentlicht. Darunter Tabellen, die fein säuberlich die Spenden der Sektenmitglieder aufführen. Wir …

Artikel lesen
Link zum Artikel