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Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Bild: watson

Review

Das Galaxy Note 20 Ultra macht das Galaxy S20 Ultra überflüssig



Samsung hat mit der Note-20-Reihe seine neusten Smartphones präsentiert. Seit dem 21. August sind die Geräte erhältlich. Uns hat Samsung das Topmodell, das Galaxy Note 20 Ultra 5G, für zwei Wochen ausgeliehen, um es unter die Lupe zu nehmen.

Das ist in der Verpackung

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Zum Handy selbst packt Samsung einen «Fast Charging Adapter», der mit 25 Watt Leistung daherkommt – das, obwohl das Note 20 Ultra bis zu 45 Watt unterstützt. Dazu gibt es kabelgebundene In-Ear-Kopfhörer, die mit drei verschiedenen Aufsatzgrössen daherkommen. Angeschlossen werden die Kopfhörer via USB-C, einen Adapter auf 3,5 Millimeter liegt nicht bei. Hinzu kommt noch der obligatorische SIM-Kartenschacht-Öffner sowie ein Quick-Start-Guide und eine Garantiebelehrung.

Dezenter Bronzeton statt Spiegeloberfläche

Samsung macht bei der Note-20-Serie farblich alles anders als letztes Jahr. Eine gute Entscheidung. Das Note 10 Plus war farblich sehr gewöhnungsbedürftig und spiegelte so sehr, dass man es als Ersatz für den Rasierspiegel hätte nutzen können. Nun kommt das Note in einem matten Bronzeton daher. Dieser spiegelt nicht und verleiht dem Gerät einen schlichten, aber edlen Touch. Allein durch diese Farbe hat man bereits das Gefühl, ein hochwertiges Smartphone in der Hand zu halten.

Etwas glänzender lässt es Samsung beim Rahmen angehen, das stört aber keineswegs. Zusammen mit dem gewölbten Display ergibt sich ein guter Gesamteindruck. Das Note 20 Ultra wirkt so hochwertig, wie man sich dies in dieser Preisklasse wünscht.

Das Note 20 Ultra ist IP68-zertifiziert und damit staub- und wasserdicht.

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Bis maximal 1,5 Meter und 30 Minuten in klarem Süsswasser. Bild: watson

Gross, grösser, zu gross

Natürlich, das Note 20 Ultra soll ein mobiles Büro sein. Es gibt einen Stift und dafür will man auch möglichst viel Bildschirm, um darauf diverse Dinge erledigen zu können. Dafür gibt es eine riesige 6,9-Zoll-Bildschirmdiagonale. Zwar ist der Screen links und rechts gebogen, dennoch ist das Handy riesig.

Das Note 20 Ultra im Vergleich zum Huawei P40 Pro, das eine 6,58-Zoll-Displaydiagonale hat.

Note 20 Ultra vs Huawei P40 Pro Grössenvergleich

Bild: watson

Das Note 20 Ultra ist so gross, dass es zu folgendem Erlebnis kam: Als ich in der Luzerner Altstadt unterwegs war, hielt mich ein älterer Herr an. Er wies mich freundlich darauf hin «dass mein Handy aus der Hosentasche hervorgucke und das gefährlich sei, da es so rausfallen könnte». Ich habe mich bei dem aufmerksamen Mann natürlich höflich bedankt. Er konnte ja nicht wissen, dass so ein grosses Handy permanent aus der Hosentasche guckt.

In etwa so sieht das bei den meisten Hosentaschen aus:

Samsung Galaxy Note 20 Ultra

Rausgefallen ist es mir nie. Aber ein gutes Gefühl ist das irgendwie auch nicht. Bild: watson

Zum Vergleich ein Smartphone mit 6.58-Zoll-Bildschirmdiagonale:

Huawei P40 Pro

Bild: watson

Ich hab mich über die Jahre an die immer grösser werdenden Handys gewöhnt. Selbst mit (rahmenlosen) 6,5-Zoll-Geräten komme ich mittlerweile zugange. Aber dieses Smartphone war selbst mir einen Ticken zu gross. Dabei ist die Höhe nicht einmal das Problem, sondern die Breite, die das Handy eher unhandlich macht.

Das Galaxy Z Flip (links) ist sogar wenige Millimeter höher als das Note 20 Ultra.

Note 20 Ultra Grössenvergleich

Bild: watson

Da das Z Flip aber schlanker ist, lässt es sich viel besser handhaben.

Galaxy Note 20 Ultra vs. Galaxy Z Flip

Bild: watson

Ich habe weder Lust, das Gerät zweihändig bedienen zu müssen, noch mag ich das permanente Gefühl, das Gerät falle mir aus der Hand. Für mich ist das Note 20 Ultra damit das erste Gerät, bei dem ich wegen der Dimensionen die Nase rümpfe. Klar, sowas ist zwar immer Geschmacksache, aber ich kann mir vorstellen, dass es vielen ähnlich gehen dürfte.

Ein Display, das keine Wünsche offen lässt

Beim Display kann das Note 20 Ultra voll überzeugen. Hier hat Samsung alles reingepackt, was man sich aktuell von einem Top-Smartphone nur wünschen kann: Ein AMOLED-Display mit 1440 x 3088 Pixel (WQHD+) und 120 Hertz sorgen nicht nur für Schärfe, sondern auch für flüssige Animationen. Nichts ruckelt und selbst bei direktem Sonnenlicht, sind die Inhalte auf dem Display immer noch gut lesbar. Dafür sorgt eine Bildschirmhelligkeit von 1500 Nits, womit das Note 20 Ultra das Oppo Find X2 Pro um ganze 300 Nits überbietet.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Bild: watson

Bei der Bildwiederholungsrate ist interessant, dass Samsung auf eine adaptive Bildwiederholung setzt. So werden beispielsweise Apps, die 120 Hertz noch nicht unterstützen, mit 60 Hertz angezeigt, was den Akku schonen soll. Ob das wirklich ein merklicher Vorteil ist, kann wohl nur ein Langzeittest zeigen. Immerhin: Wie beim Galaxy S20 Ultra, muss man sich zwischen höchster Auflösung und höchster Bildwiederholungsrate entscheiden. Beides gleichzeitig geht nicht.

Bei der Glasabdeckung für das Display kommt Gorilla Glass 6 zum Einsatz. Dieses soll doppelt so hart sein wie der Vorgänger. Zumindest bei dem einen Mal, als mir das Handy aus etwa einem Meter Höhe auf den Boden gefallen ist, gab sich das Display unbeeindruckt. Allerdings ist Parkett auch nicht wirklich ein Gegner für neuere Gorilla-Glass-Generationen.

Samsung verspricht drei Major-Updates

Freuen darf man sich beim Note 20 Ultra, dass man gleich von Samsungs neuer Update-Politik profitiert. Die Südkoreaner werden in Zukunft nämlich diverse Top-Geräte mindestens mit drei neuen Android-Versionen versorgen – nebst den üblichen Security-Updates. Das ist eine ordentliche Ansage (die Samsung natürlich erst halten muss). Damit wird das Note 20 Ultra also mindestens drei Jahre lang mit Updates versorgt und wird auch Android 13 erhalten. Für den bisherigen Update-Primus Nokia dürfte das keine schöne Nachricht sein.

Die Kamera merzt die Fehler des Galaxy S20 Ultra aus

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Bild: watson

Samsung hatte bei der Kamera des S20 Ultra gepatzt. In unserem Review hatte der Fokus immer wieder Probleme, zuverlässig scharfzustellen. Selbst jetzt, nach diversen Software-Updates, scheint Samsung das Problem nicht vollkommen in den Griff bekommen zu haben. Das legen zumindest diverse Langzeit-Reviews nahe. Es scheint ganz so als liesse sich das Fokusproblem beim S20 Ultra auf die Hardware zurückführen.

Klar, dass die Südkoreaner beim Note 20 Ultra bei der Hardware dringend nachbessern mussten. So haben sie beim Note 20 Ultra nebst dem standardmässigen «Phase Detection Autofucus» (PDAF) auch noch einen Laserfokus integriert. Dieser soll nun dafür sorgen, dass die Fokusprobleme der Vergangenheit angehören. Und tatsächlich: Im Test hat sich das Gerät keine Blösse gegeben. Das Note 20 Ultra fokussiert blitzschnell und zuverlässig, so wie das sein soll.

Den Fokus zwischen Vorder- und Hintergrund wechseln klappt problemlos und blitzschnell.

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G Fokus Kamera

Bild: watson

Auch wenn man auf ein filigranes Motiv scharf stellt, klappt das tadellos.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Kamera-Test

Bild: watson

Wer allerdings auf eine Makrolinse gehofft hat, wird enttäuscht.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Kamera-Test

Bild: watson

Die Kamera-Software kommt mit diversen Features daher. Darunter sind auch eher Spielereien wie AR-Zeichnen oder Styling, bei dem man sich zum Beispiel eine virtuelle Sonnenbrille aufsetzen kann. Vermutlich etwas, das vor allem die junge Social-Media-Generation anspricht und weniger die typische Note-Zielgruppe.

Ebenfalls gute Resultate liefert das Note 20 Ultra bei Nacht. Selbst, wenn man den Nachtmodus nicht aktiviert hat, holt der Sensor zumindest ein bisschen etwas heraus. Schaltet man dann in den Nachtmodus, entscheidet die Software selbst, wie lange belichtet werden soll. Meist ist es aber sieben Sekunden, was dann zu solch einem Ergebnis führt:

Links im normalen Modus, rechts mit Nachtmodus:

Samsung Galaxy 20 Ultra 5G Nachtmodus Spooky

Die einzigen Lichtquellen war die Strassenbeleuchtung. Bild: watson

Von links nach rechts: Tatsächliche Lichtverhältnisse, Foto im normalen Modus, Foto mit Nachtmodus.

Bild

Die Software unterstützt beim Fotografieren – oder versucht es zumindest

Ebenfalls bietet die Software sowas wie eine Fotografieunterstützung an. Die Kamera versucht also, den Job einer guten Fotografin zu machen und sagt einem, wie man das Motiv am besten ablichten soll.

In der Kamera-App sieht dies so aus. Sobald die beiden weissen Punkte übereinander sind, hat man den perfekten Bildausschnitt – sagt die Software.

Foto mit dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Schnappschuss, nach eigenem Ermessen:

Foto mit dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Schnappschuss mit Aufnahmevorschlag:

Foto mit dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Schnappschuss nach eigenem Ermessen:

Aufnahmevorschlag des Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Schnappschuss mit Aufnahmevorschlag:

Aufnahmevorschlag des Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Der Aufnahmevorschlag ist eine nette Idee und eigentlich genau das, was viele Laien wollen. Allerdings steckt dieses Feature noch in den Kinderschuhen. Im Test hat es den Eindruck erweckt, dass die Software vor allem so vorgeht:

Anhand des Fotos mit der weissen Orchidee sieht man dann auch, dass die Kamera überhaupt nicht versteht, was ich zu fotografieren versuche. Vielmehr ist es ein bisschen eine Glückssache, ob das Foto dann wirklich besser wird, als wenn man es einfach ohne Aufnahmevorschlag macht. Zumindest für Nutzer, die ein bisschen Fotoerfahrung haben, dürfte dieses Feature nichts bringen.

Samsung hat beim Zoom ein Einsehen: weniger ist mehr

Auch beim Zoom hat Samsung einiges besser gemacht, als noch beim S20 Ultra. Zum einen haben sie auf diesen unnützen 100-fach-Zoom verzichtet. Wir erinnern uns:

Selbst bei klarem Himmel hat das S20 Ultra mit seinem «Space Zoom» ...

Zoom S20 Ultra

Gezoomt wurde auf den rot markierten Bereich. Bild: watson

... einen Pixelmatsch kreiert. Das vergrösserte Objekt befand sich dabei 518 Meter entfernt.

Galaxy S20 Ultra Zoom 100 fach

Bild: watson

Beim Note 20 Ultra fehlt der 100-fach-Space-Zoom. Vielleicht möchte Samsung dieses PR-Vehikel exklusiv für die S-Serie behalten, vielleicht aber auch, weil sie eingesehen haben, dass das (noch) nichts bringt. Zumindest nicht, wenn man auf einer Basis aufbaut, die nicht viel hergibt: Denn während beispielsweise Huawei bei seinem (sehr teuren) Spitzenmodell P40 Pro Plus bereits einen zehnfach optischen Zoom verbaut hat, dümpelte Samsung beim S20 Ultra noch bei einem vierfachen optischen Zoom herum. Dennoch konnte sich der Hybrid-Zoom bis zu einer 15-fachen Vergrösserung sehen lassen.

Beim Note 20 Ultra gibt es nun einen fünffach optischen Zoom, auf dem Samsung aufbaut. Damit ist man immerhin gleichauf mit dem Huawei P40 Pro. Bei Motiven, die nicht zu weit entfernt sind, kriegt man damit selbst mit einer 50-fachen Vergrösserung ganz passable Fotos hin.

Ohne Zoom:

Zoom Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

5x vergrössert (optisch):

Zoom Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

10x vergrössert:

Zoom Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

20x vergrössert:

Zoom Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

50x vergrössert:

Zoom Galaxy Note 20 Ultra 5G

Bild: watson

Bei diesem Zoomtest betrug die Distanz zum Motiv rund 52 Meter.

Zoom Samsung Galaxy Note 50 Ultra

Bild: watson

Etwas spannender wird es natürlich, wenn man Objekte heranzoomt, die um einiges weiter entfernt sind. In diesem Fall eine Distanz von mehreren hundert Metern. Um das ganze noch etwas spannender zu machen, muss das Huawei P40 Pro als Vergleich herhalten. Auch dieses Handy baut auf einem fünffach optischen Zoom auf und vergrössert maximal 50-fach.

Gezoomt wird von der Treppe beim Jesuitenplatz in Luzern zum Schloss-Hotel Gütsch.

Bild

Bild: watson

Distanz: etwa 752 Meter.

Bild

Bild: watson

Ohne Zoom:

Zoom Samsung Note 20 Ultra vs. Huawei P40 Pro in Luzern.

Bild: watson

5-fach Zoom:

Zoom Samsung Note 20 Ultra vs. Huawei P40 Pro in Luzern.

Bild: watson

10-fach Zoom:

Zoom Samsung Note 20 Ultra vs. Huawei P40 Pro in Luzern.

Bild: watson

20-fach Zoom:

Zoom Samsung Note 20 Ultra vs. Huawei P40 Pro in Luzern.

Bild: watson

50-fach Zoom:

Zoom Samsung Note 20 Ultra vs. Huawei P40 Pro in Luzern.

Bild: watson

Wer zoomt besser?

Der Akku überzeugt nicht

Was nützt einem ein gutes Arbeits-Smartphone, wenn der Akku nicht lange genug hält? Diese Gedanken dürften sich auch die Samsung-Ingenieure gemacht haben. Das Resultat, das diese abgeliefert haben, überzeugt aber leider nicht.

Samsung hat in das S20 Ultra einen 4500-mAh-Akku verbaut. Das sind ganze 500 mAh weniger als noch beim Galaxy S20 Ultra. Klar, der Stift braucht Platz, keine Frage. Was dann aber doch etwas sauer aufstösst: Obwohl das Note 20 Ultra in etwa die gleiche Grösse wie das S20 Ultra hat, ist es nochmals dünner geworden. Aus 8,8 Millimeter beim S20 Ultra wurden 8,1 Millimeter beim Note 20 Ultra. Nun gut, das ist nicht alle Welt, aber dennoch muss sich Samsung die Frage gestatten lassen: Wieso das Gehäuse nicht neun oder zehn Millimeter dick machen und dafür etwas mehr Akku reinpacken?

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Noch immer ist in den Augen vieler Hersteller dünner besser. Bild: watson

Diese Frage wäre eigentlich gar nicht relevant, wenn die Akkulaufzeit richtig gut wäre. Ist sie aber nicht. Oftmals hält das Note 20 Ultra nicht länger als 12 Stunden durch und das, bei einer Bildschirmzeit von etwas mehr als zwei Stunden. Okay, bei diesem Wert ist auch die höchste Auflösung aktiviert und die adaptive Bildwiederholungsrate. Das frisst Strom.

Jetzt kann man natürlich sagen: Gut, ich schalte die Auflösung einfach auf FHD+ runter oder die Bildwiederholungsrate auf 60 Hertz. Bloss: Weshalb soll ich fast 1300 Franken für den neusten Hightech-Standard ausgeben, wenn ich ihn dann wegen der Akkulaufzeit besser nicht nutzen sollte? Dann kann ich mir auch gleich das normale Note 20 holen, dass mit FHD+ und 60 Hertz daherkommt – wobei dieses Handy dann leider ausstattungsmässig schon fast wieder zu teuer ist. Es ist ein wahres Dilemma.

Galaxy Note 20 Ultra 5G

Um etwa 8:20 Uhr mit vollem Akku von der Steckdose genommen, ist man kurz nach 20:00 Uhr schon wieder auf eine Steckdose angewiesen. Bild: watson

Stromhungriger Prozessor für die Schweiz

Während in vielen Teilen der Welt der neuste Snapdragon verbaut wird, müssen wir in Europa mit dem neusten Exynos vorlieb nehmen. Bereits beim S20 Ultra hat Samsung Europa nur mit Exynos-Modellen versorgt, während beispielsweise in den USA Snapdragon-Versionen in den Verkauf gingen. Das wird einige Leute erneut verstimmen, denn der Topprozessor von Exynos ist den allerneusten Snadpragon-Chips leistungsmässig unterlegen. Das belegen diverse Benchmark-Tests. Allerdings muss man auch sagen, dass dieser Leistungsunterschied im durchschnittlichen Handy-Alltag nicht spürbar ist. Ob eine WhatsApp nun mit 9 oder 12 Millisekunden Verzögerung startet, merkt schlicht niemand.

Das Ergebnis des Antutu-Benachmarktests zwischen dem Exynos 990 und dem Snapdragon 865:

Bild

Bild: antutu

Wo sich der Exynos aber bemerkbar macht, ist beim Akkuverbrauch. Diverse Vergleiche von S20-Ultra-Geräten mit verschiedenen Prozessoren haben gezeigt, dass der Exynos massiv mehr Strom verbraucht. In einem vordefinierten Testparcour hatte das S20 Ultra mit dem Snapdragon 865 noch einen Restakku von 71 Prozent. Bei der Exynos-990-Version hingegen verblieben gerade noch 59 Prozent Akku. Nun kommen die neuen Note-Modell in den USA mit dem Snapdragon 865+ auf den Markt, der noch stromsparender sein soll – während in Europa weiterhin der Exynos 990 zum Einsatz kommt.

Natürlich kann man so einen Testparcour nicht Eins-zu-eins auf den Alltag anwenden. Das sieht auch Samsung so, das uns bezüglich des Leistungsunterschiedes folgende Stellungnahme geschickt hat:

«Sowohl der Exynos- als auch der Snapdragon-Prozessor durchlaufen die gleichen strengen Testszenarien unter realen Bedingungen, um eine konsistente und optimale Leistung über den gesamten Lebenszyklus des Geräts zu gewährleisten.»

Dennoch: Solche unabhängigen Tests als realitätsfremd abzutun, wäre auch falsch. Die Wahrheit, ob und wie viel mehr Strom der Exynos 990 gegenüber dem Snapdragon 865+ verbraucht, dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.

Ladezeit okay, aber nicht rekordverdächtig

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G

In 43 Minuten sind andere Handys heutzutage schon geladen. Selbst mit einem 4500 mAh-Akku. Bild: watson

Ist das Note 20 Ultra wieder einmal leer, dauert es mit dem mitgelieferten Adapter rund 75 Minuten, bis der Akku wieder auf 100 Prozent ist. Das ist okay, aber in Tagen, in denen andere Handys bereits in 34 oder gar 23 Minuten geladen sind, auch kein Wert, um anzugeben.

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Mit dem Note 20 Ultra kann man auch in beide Richtungen kabellos laden. Damit kann man beispielsweise die Kopfhörer unterwegs mit Strom versorgen. Bild: watson

Schneller geladen wäre das Note 20 Ultra mit dem 45-Watt-Adapter, aber eben: Den muss man sich separat kaufen, was dann 40 Franken extra macht. Kabellos laden kann man das Note 20 Ultra mit maximal 15 Watt. Auch das ist, im Vergleich zu vielen konkurrierenden Flaggschiffen, eher ein bescheidener Wert. Reverse Charging, mit dem man beispielsweise kabellose Kopfhörer laden kann, unterstützt maximal 9 Watt.

Ein fixer Stift für Kreative

Das Alleinstellungsmerkmal des Galaxy Note ist natürlich der Stift. Dieser kann mittlerweile dank Bewegungserkennung und zwei Tasten als ziemlich ausgefeilte Fernbedienung genutzt werden. Mit der Note-20-Serie hat Samsung aber vor allem an einem Punkt gefeilt: der Latenz. Die Südkoreaner wollen die Verzögerung, mit der ein Strich auf dem virtuellen Papier gezogen wird, von 45 auf 9 Millisekunden reduziert haben. Das ist ganz schön viel.

Bild

bild: nina sörés

Hier hat Samsung natürlich, wie schon in den vergangenen Jahren, ganz klar kreative Personen im Auge. Was wäre da also besser, als das Note 20 Ultra einer Person anzuvertrauen, die Erfahrung in digitalem Zeichnen hat? Ich habe mich daher mit der Luzerner Illustratorin Nina Sörés getroffen. Sie zeichnet seit mehreren Jahren hauptsächlich digital und hat nebst Artworks beispielsweise auch schon ein ganzes Musikvideo für den Rapper Collie Herb animiert. Wie das bei Digital Artists oft der Fall ist, ist Sörés aber ganz auf der Apple-Schiene und zeichnet unter anderem auf dem iPad Pro.

Nina Söres

Bild: Nina Söres

Da ist es natürlich umso spannender, wie es für so jemanden ist, das Note 20 Ultra zu benutzen. Sörés hat das Handy drei Tage lang als Zeichenpad genutzt und mir anschliessend in einem Gespräch ein kurzes Feedback gegeben.

Nina Sörés Galaxy Note 20 Note

Sörés hat für den Test die vorinstallierte Zeichen-App PENUP von Samsung genutzt. Bild: Nina Sörés

Nun, wie war es?
Nina Sörés: Ich war wirklich überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass es so einfach geht, auf dem Note 20 Ultra zu zeichnen.

Und wie ist es, auf so einem kleinen Bildschirm zu zeichnen?
Es war sehr intuitiv. Dadurch, dass der Stift relativ dünn und schmal ist, kann man recht gut zeichnen. Angenehm war, dass ich das Gefühl hatte, der Punkt befände sich wirklich immer direkt unter dem Stift. Auch die Druckerkennung war tipptopp.

Nina Söres Skizzen auf dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra

Freihandskizzen, die Nina Söres auf dem Note 20 Ultra gezeichnet hat. Die Serie dürfte einigen von euch bekannt vorkommen. Bild: Nina Söres

Aber dennoch musstest du auf einem viel kleineren Bildschirm als sonst arbeiten.
Ja, aber um einfach etwas zu skizzieren ist es super. Ich hatte weniger Hemmungen, einfach draufloszuzeichnen, gerade weil die Fläche so klein war.

Gibt es auch etwas, das dir weniger gefallen hat?
Wenn man etwas Vergrössert, um mehr Details auszuarbeiten, ist das Note 20 Ultra eher ungeeignet. Ein Beispiel: Als ich bei einem Auge stark hineingezoomt habe, um die Feinheiten der Pupille zu zeichnen, ging das nicht so gut. Oft wurden die Linien dann nicht richtig erkannt, zu dick oder es hat plötzlich einen «Farbklecks» hingeklatscht.

Nina Söres Skizzen auf dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra

Bild: Nina Söres

Dein Fazit?
Ich fand es cool, das Note zu benutzen, weil es wie ein kleines Skizzenbuch ist. Ich könne mir durchaus vorstellen, dass ich öfters skizzieren würde, wenn ich mit dem Note unterwegs wäre. Vielleicht sogar mehr als mit einem echten Skizzenbuch.

Nina Söres Skizzen auf dem Samsung Galaxy Note 20 Ultra

Bild: Nina Söres

Fazit

Samsung Galaxy Note 20 Ultra 5G Test/Review

Bild: watson

Pro/Contra

- Schönes Gehäuse
- Tolles Display mit 120 Hertz und WQHD+
- Stift ohne merkliche Verzögerung beim Schreiben und Zeichnen
- Fokus und Zoom merklich besser als beim S20 Ultra

- Riesiges Gerät, das einhändig schwer zu bedienen ist
- Akku hält nur etwa 12 Stunden
- Besserer Stromadapter muss separat gekauft werden

Mit dem Note 20 Ultra hat Samsung versucht, eine Lösung für Produktivität, Fotografie und Video zu präsentieren. Tatsächlich hat Samsung hier sehr viel richtig gemacht. Die Kamera leistet insgesamt tolle Arbeit. Die Fokusprobleme des Galaxy S20 Ultra sind Geschichte und auch beim Zoom hat sich Samsung verbessert. Auch beim Nachtmodus kommt Samsung langsam in die Gänge, auch wenn es noch nicht ganz für die Spitze reicht. Ansonsten gibt es jede Menge Software-Features, die mal mehr mal weniger nützlich sind.

Der Fokus der Note-Serie lag schon immer auf der Produktivität und hier spielt das Note 20 Ultra ganz klar seine Stärken aus. Die minimale Latenz des Stiftes überzeugte im Test selbst eine erfahrene Illustratorin. Ansonsten hat Samsung diverse Apps und Abläufe für die Produktivität verbessert. Hier dürfte die Note-Serie noch so lange die Nase vorne haben, bis Handys mit Dual-Screen oder faltbarem Bildschirm ausgereifter (und vor allem günstiger) sind. Aber Samsung ist hier mit dem Galaxy Z Fold 2 ja gleich selbst ganz vorne dabei.

Zu bemängeln gibt es beim Note 20 Ultra, dass es mit 6.9 Zoll fast zu gross ist. Das mag gut für das Einsatzgebiet als mobiles Büro sein, aber für einhändige Bedienung weniger. Ebenfalls enttäuscht der Akku. 120 Hertz und WQHD+ fordern ihren Tribut und machen dem Note 20 Ultra meist schon nach 12 Stunden den Garaus. Lädt man es dann auf, muss man sich mit einem 25-Watt-Adapter zufriedengeben, obwohl das Gerät 45 Watt unterstützt. Dass Samsung hier den stärkeren Adapter nicht beilegt, sondern man diesen separat kaufen muss, ist einfach nur knauserig.

Abschliessend lässt sich sagen: Wer auf Produktivität setzt, kann beim Note 20 Ultra nichts falsch machen. Auch als Kamera-Handy überzeugt das Note 20 Ultra, bloss gibt es hier auch weitaus günstigere Alternativen. Einzig wegen der Akkulaufzeit sollte man sich vorher kurz überlegen, ob man mit 12 Stunden wirklich durch den (Arbeits)-Alltag kommt. Klar, man kann Bildwiederholungsrate und Auflösung herunterschrauben, aber für was dann noch 1279 Franken bezahlen?

Spezifikationen

Hinweis: In einer früheren Version der Story hiess es, dass WQHD+ und 120 Hertz Bildwiederholungsrate gleichzeitig aktiviert sein können. Das ist nicht korrekt. Aktiviert man die höchste Auflösung, wird die Bildwiederholungsrate auf 60 Hertz zurückgestellt. Es ist nun im Text korrigiert.

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
sigma2
26.08.2020 06:18registriert December 2015
In Europa wieder mit dem minderwertigen Exynos Prozessor anstatt dem Qualcomm Topprozessor. Natürlich auch noch um höheren Preis, wir lassen uns ja gerne abzocken.
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paddyh
26.08.2020 07:41registriert January 2016
Habe ich das richtig verstanden? 12h Akku bei 2h aktiver Nutzung? Das ist ja ein grottenschlechter Wert und macht das Handy für so ziemlich alle möglichen Nutzersegmente unbrauchbar. Oder ist es für euch bereits normal alle 12 zu laden? 36h sollten es bei mir schon sein.
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