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epa08369252 A woman uses the European Corona Tech initiative Pepp-PT app on her smartphone in Cologne, Germany, 17 April 2020. The european project 'Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing' app shows if the user is near a person who has been tested positive for the SARS-CoV-2 coronavirus which causes the Covid-19 disease. According to the initiative, if 'a user of phone A has been confirmed to be SARS-CoV-2 positive, the health authorities will contact user A and provide a TAN code to the user that ensures possible malware cannot inject incorrect infection information into the PEPP-PT system. The user uses the given TAN code to voluntarily provide information to the national trust service that allows the notification of PEPP-PT apps recorded in the proximity history and therefore potentially infected. Since this history contains anonymous identifiers, neither person can be aware of the other's identity'.  EPA/SASCHA STEINBACH

Tracing-Apps sollen ihre Nutzer warnen, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Bild: EPA

Zoff zwischen Schweizern und Deutschen bei Corona-App? Das sagt der deutsche Tracing-Guru

Beim schweizerisch-europäischen Forscherkolletiv zur Corona-App herrscht dicke Luft. Der Schweizer Forscher Marcel Salathé zog sich am Freitag überraschend zurück. Nun nimmt der deutsche Contact-Tracing-Projektverantwortliche Chris Boos Stellung.



Update 18. April: Die ETH Zürich hat ihren sofortigen Rückzug beim paneuropäischen Software-Projekt PEPP-PT erklärt. Man konzentriere sich auf das Projekt DP-3T, twitterte der Informatik-Professor und Kryptografie-Experte Kenny Paterson.

Die ursprüngliche Story:

Das internationale Contact-Tracing-Projekt PEPP-PT soll dazu beitragen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen. Der Schweizer Epidemiologe Marcel Salathé gehörte zu den treibenden Kräften des internationalen Projekts. Nun zieht er sich daraus zurück, wie er am Freitag bekanntgab.

Er glaube noch immer an einen internationalen Ansatz unter Schutz der Privatsphäre, schreibt der Forscher der ETH Lausanne. Er könne aber nicht hinter etwas stehen, von dem er nicht wisse, für was es stehe. Im Moment sei PEPP-PT nicht offen und nicht transparent genug.

Entscheidend seien die Details, schreibt Salathé. Dazu gehören für ihn die Protokolle, Privatsphäre oder Systemsicherheit. Alle, die an einer Lösung arbeiteten, sollten dies offen tun. «Transparenz ist zwingend», schreibt der Forscher auf Twitter.

Salathé will sich nun voll und ganz dem DP-3T-Projekt widmen. Es handelt sich um ein Open-Source-Projekt. Daten sollen dezentral und anonym gespeichert werden. Ideen könnten offen diskutiert werden, schreibt Salathé. Das Forscherkollektiv DP-3T hat am Freitag weitere Testversionen einer Contact-Tracing-App zur Erprobung veröffentlicht.

Die Schweizer Initiative DP3T verfolgt ein ähnliches App-Konzept wie PEPP-PT und wurde bisher auf der Webseite von PEPP-PT offiziell unterstützt. Gestern sind die Hinweise auf DP3T verschwunden. Salathés Rückzug schürt Spekulationen, dass Hinter den Kulissen ein Streit tobt.

PEPP-PT-Projektverantwortlicher ist der deutsche IT-Experte Chris Boos. Im Interview mit tagesspiegel.de nimmt er zum Eklat Stellung.

Worum geht es beim Streit?

«Zwischen Wissenschaftlern gibt es immer Diskussionen um die beste Lösung, und das ist auch gut so. Im Kern geht es um die Frage, ob Tracing-Apps dezentral kommunizieren oder zentral über einen Server. Beides hat Vor- und Nachteile, was Sicherheit, Angriffsvektoren und Kryptografie betrifft.

Ein Beispiel: Bei der dezentralen Lösung entsteht viel Traffic zwischen den Geräten; bei der Lösung mit Server muss ich dem Betreiber des Servers vertrauen, da dort die anonymen IDs der Nutzer gespeichert werden.»

Warum wurde die Schweizer Initiative DP3T von der PEPP-PT-Webseite entfernt?

«Es gibt weitaus mehr Ansätze als nur zentrale oder dezentrale Lösungen, daher wollten wir neben dem PEPP-PT nicht nur einen weiteren Vorschlag auf der Webseite featuren. Man sollte aus dieser Debatte keine Religionsfrage machen. Wichtiger ist es, sicherzustellen, dass die Massnahme in beiden Fällen technisch sauber funktioniert und die Privatsphäre achtet. Wir müssen vermeiden, dass wir durch Fachdebatten das Vertrauen der Bürger in Lösungen verspielen.»

Warum hat PEPP-PT im Gegensatz zu Salathés Projekt DP3T bisher keinen Code veröffentlicht?

«Jedes Unternehmen und jeder Wissenschaftler, der bei uns ernsthaft mitarbeiten will, hat Zugriff auf unsere Spezifikationen. Wir verstecken nichts. Gleichzeitig wollen wir, dass unser Code unter Sicherheitsaspekten einmal komplett überprüft wurde, bevor er Open Source wird. Ich halte nichts davon, dass Software beim Kunden reift. Sobald das gewährleistet ist, werden wir den Code auch der Öffentlichkeit zugänglich machen.»

Wie geht es weiter?

Was Salathés Rückzug für die Strategie des Bundes zur Eindämmung der Epidemie bedeutet, ist unklar. Matthias Egger, Präsident der wissenschaftlichen Covid-19 Task Force, hatte sich Anfang April zuversichtlich zum Einsatz von PEPP-PT gezeigt.

In der Schweiz setzt man nun offenbar auf den freien, dezentralen Ansatz DP-3T: ETH-Forscher Mathias Payer vom DP-3T-Kollektiv hat am Freitag mit Angehörigen der Schweizer Armee Feldversuche mit DP-3T durchgeführt.

Via Twitter äusserte ETH-Forscher Payer den Verdacht, dass sich gewisse PEPP-PT-Mitglieder gegen die von DP-3T geforderte Transparenz sträubten.

Experten setzen auf Corona-App

Solche Tracing-Apps (nicht zu verwechseln mit Tracking) sollen ihre Nutzer warnen, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Die Betroffenen könnten sich dann zum Beispiel isolieren oder testen lassen. Die Unterbrechung von Ansteckungsketten soll zur Eindämmung der Pandemie beitragen, bis ein Impfstoff auf dem Markt ist.

Es seien noch Abklärungen zum Datenschutz im Gang, technisch sei man aber sehr weit. Je früher die App eingesetzt werde, desto besser. «Alles, was dazu beiträgt, Infektionsketten zu unterbrechen, ist willkommen und sollte eingesetzt werden», sagte Egger von der wissenschaftlichen Covid-19 Task Force vor Journalisten.

Viele Probleme bleiben

Die Nutzung von Contact-Tracing-Apps soll in der Schweiz freiwillig sein. Nach Einschätzung von Egger wäre die Akzeptanz in der Schweizer Bevölkerung aber relativ gross: Er geht davon aus, dass rund 30 Prozent teilnehmen würden. Nach Einschätzungen von Experten wäre dies noch deutlich zu wenig, zumal nicht alle Teilnehmer die App auch richtig bzw. konsequent einsetzen dürften.

Zudem gibt es technische Hürden: Die Pepp-PT-Macher haben zuletzt die deutsche Bundeswehr für Messungen gewonnen, um die Wirksamkeit und Fehlerquote des Systems zu bestimmen. «Die Trefferquoten lagen demnach im Mittel zwischen 70 und 80 Prozent», schreibt Spiegel.de. Allerdings war es kein realistischer Test, da nur relativ wenige unterschiedliche Android-Smartphones und keine iPhones im Einsatz waren. Im Alltag mit sehr vielen unterschiedlichen Geräten dürfte die Fehlerquote höher liegen. «Die hier absehbaren Kompatibilitätsprobleme werden möglicherweise erst lösbar sein, wenn Google und Apple ihr gemeinsames Projekt an den Start gebracht haben», schreibt spiegel.de.

Im Gegensatz zum App-basierten Tracing steht das Contact Tracing durch die Behörden, wie es zu Beginn der Epidemie angewendet wurde. Dieses wird in der Schweiz von den kantonsärztlichen Diensten durchgeführt, wie Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit am Freitag erklärte. Dabei werden die Betroffenen per Verfügung in Quarantäne geschickt.

Die Kapazität dieser Massnahme ist aber stark beschränkt. Die Grenze liegt laut Koch bei rund 100 Fällen. Zur App-Entwicklung äusserte er sich nicht. Der Bund werde eine solche Anwendung prüfen, wenn sie vorliege, sagte er.

(oli/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Satan Claws 19.04.2020 20:10
    Highlight Highlight [IQ - Wissenschaft und Forschung] Corona-Tracking - Chancen und Risiken der geplanten Smartphone-App #iqWissenschaftUndForschung
    https://podplayer.net/?id=102399592


    Mit Anstand die beste Erklärung wie die beiden unterschiedlichen Apps funktionieren.
  • NotWhatYouExpect 19.04.2020 14:24
    Highlight Highlight Ich habe noch nie solch einen Quatsch gehört!

    "Wir verstecken nichts. Gleichzeitig wollen wir, dass unser Code unter Sicherheitsaspekten einmal komplett überprüft wurde, bevor er Open Source wird. Ich halte nichts davon, dass Software beim Kunden reift."

    1. Würde man den Code von Anfang an freigeben so können unabhängige Software- / Sicherheitsexperten den Code untersuchen und Schwächen direkt melden.

    2. Software Reift immer beim Kunden, denn nur da werden wirklich "alle" Probleme gefunden.

    Und das sage ich als Software Entwickler der Closed sowie OpenSource Software entwickelt.
  • Ludwig van 18.04.2020 21:25
    Highlight Highlight Die App muss zwingend sein. Auch Sicherheitsgurte sind zwingend weil sie Leben retten. Und die App funktioniert nur dann wenn sie viele nutzen.

    Datenschutztechnisch kein Problem wenn der Staat nicht herausfinden kann wer du bist. Es werden auch keine Standortdaten gespeichert. Das ist technisch möglich und überprüfbar.

    Klar wird es nicht das ganze Probem auf einmal lösen, aber die jetzigen Massnahmen sind bereits viel massiver als es so eine App je sein könnte. Die App schränkt keine Freiheit ein, vielleicht gewinnen wir dadurch etwas Freiheit gar früher zurück.
  • Satan Claws 18.04.2020 12:22
    Highlight Highlight Unter Testbedingungen lag die Trefferquote bei 70% bis 80%. In der Realität werden aber nicht mal alle Geräte wirklich unterstützt. Das wird deutlich schlechter sein, also nicht nur einwenig.

    Nehmen wir jetzt sehr optimistisch an, dass 30% der Smartphonenutzer das APP überhaupt wirklich nutzen können. Ist die wirkung so klein, dass es zu wenig ist um etwas an der momentanen Situation zu ändern.

    Uns wird aber gesagt man brauche das APP um schnell wieder Normalität einkehren zu lassen.

    Das stimmt nicht.
    • PC Principal 18.04.2020 21:09
      Highlight Highlight Es rettet nur wenige Leben deshalb sollten wir es gleich lassen. Ich denke es macht auch keinen Sinn den Zoo Zürich zu schliessen, denn es gehen weniger al 1% der Schweizer da hin. Also kann man die Schliessung auch sein lassen.
    • Satan Claws 18.04.2020 22:27
      Highlight Highlight @PC Principal

      Diese APP rettet kein einziges Leben oder kann sie eine Beatmungsmaschine anschliessen? Sie kann helfen mehr nicht.

      Sie ist sehr ungenau, aber wiegt uns in falscher Sicherheit, das finde ich gefährlich.

      Wenn es die APP dann gibt, müsste sie aber immer laufen, auch nach der Kriese, um bei der Nächsten die Dunkelziffer klein zu halten.

      PS was ist toll daran Affenen zuzusehen wie sie wegen fehlenden Reizen mit Fäkalien um sich werfen?

    • PC Principal 19.04.2020 11:25
      Highlight Highlight Stimmt, die App ist ungenau und kann nicht die ganze Pandemie auf einmal stoppen. Es führt nur dazu dass die Pandemie langsam gestoppt wird und so leben gerettet werden. Am besten wir lassrn gleich alle Schutzmassnahmen sein, das würde auch die Affen im Zoo freuen, die langweilen sich jetzt nämlich ohne Menschen.
  • Satan Claws 18.04.2020 11:05
    Highlight Highlight Der Unterschied zwischen PEPP-PT und DP-3T ist nicht so gross wie uns suggeriert wird.

    Es unterscheiden sich lediglich die Verteilung der Daten.
    Bei PEPP-PT alle vom APP generierten "anonymen" Daten 14 Tage auf einem Server gespeichert.Bei DP-3T dient der Server als Broadcaster und muss die "anonymen" Daten der Krank geneldeten ebenfalls solange speichern.

    Beide haben aber das Problem, dass Bluetooth Tracking verdammt ungenau ist. Wenn man beispielsweise im Zug Rücken an Rücken sitzt, wird das Signal extrem verfälscht. Auch Kleidung und Smartphone sind entscheidend.

    Es funktioniert nicht!

    • PC Principal 18.04.2020 21:10
      Highlight Highlight Es funktioniert. Es löst nicht alle Probleme aber es funktioniert, wie einige Länder zeigen.
    • Satan Claws 18.04.2020 22:04
      Highlight Highlight @PC Principal

      Also bei Tests auf ausgewählten Telefonen funktioniert es mit 70% - 80% der Fälle. Bei anderen wie gut?

      Um die Wirkung zu erzielen, dass man etwas an den bestehenden Vorschriften ändern könnte, müsste diese APP von mindestens 60% der Bevölkerung installiert werden. Wie, wenn es auf einigen Geräten nicht funktioniert und 30% (logisch dass das nicht der Anteil an der Gesamtbevölkerung ist) der besonders gefährdeten älteren Personen kein Smartphone besitzen?

      Es kann leben Retten das stimmt, aber die Unvorsicht weil man jetzt ja eine APP hat, kann auch welche nehmen.
  • ⚡ ⚡ ⚡☢❗andre ☢ ⚡⚡ 18.04.2020 04:25
    Highlight Highlight [X] - spricht deutsch
    [ ] - versteht den Unterschied zwischen Open Source und reift beim Kunden.
  • Jonaman 18.04.2020 03:36
    Highlight Highlight Die EU will schlicht und einfach unsere Daten, ist das so schwer zu verstehen?
    • PC Principal 18.04.2020 21:06
      Highlight Highlight Die App verwendet keine persönliche Daten. Gar keine. Nicht mal deinen Namen.

      Im gegensatz daszu wissen Google und Facebook alles über dich. Aber klar die sind nett und dir EU ist böse.
    • misohelveticos 19.04.2020 03:21
      Highlight Highlight Natürlich ist die EU böse, denn Sie verhängt ja auch Milliardenstrafen gegen die Guten: Google und Facebook.
      Denn die böse EU will es partout nicht einsehen, dass diese beiden (und andere) nur zum Nutzen aller ihre marktbeherrschende Stellung ausnutzen.
    • NotWhatYouExpect 19.04.2020 14:26
      Highlight Highlight @PC Principal: Das wissen wir, wenn die App OpenSource ist sowie überprüfbar ob diese Version auch installiert ist.

      Das wissen wir bis dato nur von der Schweizer alternative aber nicht von der aus Deutschland die Sie Europaweit einsetzten wollen.
  • Revan 17.04.2020 22:53
    Highlight Highlight Die Begründung weshalb ihr Code nicht Open Source ist erscheint mir mehr als nur fadenscheinig. Mit "reift beim Kunden" hat es gar nichts zu tun wenn man seinen Code freigibt. Echte Open Source ist schon vom ersten commit an offen.
  • Ueli der Knecht 17.04.2020 22:48
    Highlight Highlight Wichtig zu wissen wäre, dass die Bluetooth-Technologie jeweils nicht nur den Inhalt übermittelt, sondern auch sogenannte Randdaten.

    Es nützt daher nichts, wenn zwar der Inhalt den Datenschutz sicherstellt und die Privatsphäre schützt, aber die Bluetooth-Randdaten eine eindeutige Identifikation der Absender und somit die De-Anonymisierung ermöglicht.

    Wer Bluetooth für dieses Contact-Tracing öffnet, der erlaubt zB. Plakaten zu erkennen, wann und wo man in der Nähe ist, oder den Grossverteilern das Kundenverhalten in den Läden zu vermessen, oder auch dem ÖV jeden einzelnen zu tracken.... uvm.
    • Satan Claws 18.04.2020 12:05
      Highlight Highlight Dazu mehr hier:

      Diese Firma trackt dich im Netz | WALULIS

      Play Icon
    • PC Principal 18.04.2020 21:14
      Highlight Highlight Und trotzdem gibt es keine Möglichkeit, wie der Staat dadurch deine Identität herausfinden kann. Die App würde uns tatsächlich erlauben die staatliche Bevormundung ein kleines bisschen zu reduzieren.
    • Ueli der Knecht 18.04.2020 22:04
      Highlight Highlight Irrtum, @PC Principal:

      1. Der Staat darf auf deinem Smartphone Staatstrojaner installieren.

      2. Es ist einfach, IMSI-, MAC- oder Bluetooth-IDs Personen zuzuordnen.

      3. Diese Daten sind käuflich erwerbar, auch für Staaten.

      Beispiele:

      A) Du zeigst an der Migros-Kasse deine Cumulus-Karte, während dein Bluetooth genau dort deine BD-ADDR rausposaunt, weil du Proximity-Tracing laufen lässt. Schon weiss Migros, wer hinter deiner Bluetooth-Adresse steckt.

      B) Du benutzt Postfinance, oder SBB-App. Dann wissen diese (Staats-)Unternehmen wer hinter deiner Bluetooth-/WLAN-/IMSI-Identifikation steckt.
  • maylander 17.04.2020 21:46
    Highlight Highlight Was heisst den viel Traffic zwischen den Geräten? Ich denke da wird ein relativ kurzes Telegramm übertragen und das war es. Wie gross ist der Unterschied zur Serverlösung? Ich denke das wird in einem Bereich sein, der ziemlich irrelevant ist.
    Zudem geht die Kommunikation von Gerät zu Gerät direkt über Bluetooth. diese Kommunikation braucht es ja so oder für das Tracing. Bei der Serverlösung kommt dann noch zusätzlich eine Kommunikation zum Server ins Spiel. Da braucht es dann eine WLAN oder GSM Verbindung. Ein einfacher BT Token würde dann nicht mehr funktionieren.
    • MartinZH 17.04.2020 22:07
      Highlight Highlight Ich denke, dass es sich nicht nur um ein technisches Problem handelt: Der Akteur in Deutschland schiebt die technischen Argumente einfach nur vor, weil er ein kommerzielles Interesse hat.

      Klar, die ETH ist nicht darauf angewiesen, dass ein kommerzieller Benefit daraus resultiert. Der Nutzen wäre ja eigentlich die 'Volksgesundheit' über alle Grenzen hinweg.

      Rein politisch ist es ein Armutszeugnis für den dt. Gesundheitsminister Spahn. Er sollte sofort intervenieren und die App-Entwicklung der Wissenschaft übertragen.

      Schade, dass nicht Lauterbach dt. Gesundheitsminister ist. Es wäre besser.
    • Ueli der Knecht 17.04.2020 22:34
      Highlight Highlight "Was heisst den viel Traffic zwischen den Geräten? Ich denke da wird ein relativ kurzes Telegramm übertragen und das war es."

      Um die Privatsphäre zu schützen, generieren die Geräte immer neue einzigartige IDs (Unikate). Das gibt dann relativ umfassende Datenbanken. Ein Covid-Positiver muss dann alle seine Unikate der letzten 14 Tage melden. Alle anderen können die gespeicherten Unikate (Kontakte) mit den gemeldeten abgleichen.

      Problematisch ist aber, dass nicht nur Unikate übertragen werden, sondern auch eindeutige Geräte-Identifikationen, weshalb eine De-Anynomisierung relativ einfach ist.
    • Satan Claws 18.04.2020 10:48
      Highlight Highlight Keine Sorge beide Varianten brauchen Server um die Infornation zu verteilen. Einzig mit Blockchain wäre es möglich keine Server verwenden zu müssen. Die benötigt jedoch so viel Energie, Zeit und Daten, dass es vestimmt nicht zum Zug kommt.
  • MartinZH 17.04.2020 21:34
    Highlight Highlight Die Grundvoraussetzungen für eine Lockerung der Containment-Massnahmen sind gemäss
    sämtlichen ernstzunehmend und seriösen Fachleuten und Experten:

    - Eine Contact-Tracing-App oder -Lösung
    - Gesichtsmasken
    - Tests, Tests, Tests

    Leider wird das von Seiten der CH-Behörden überhaupt nicht berücksichtigt. Im Gegenteil: Von allem hat man einfach nichts, weil die CH es vernachlässigt und verschlafen hat. Und jetzt gibt man den Forderungen der Wirtschaft nach.

    Dieser Dilettantismus bezüglich Krisen-Management schlägt garantiert mit einer zweiten Welle zurück.

    Und das wäre wirklich nicht nötig. 😔
    • Ueli der Knecht 17.04.2020 22:38
      Highlight Highlight "Die Grundvoraussetzungen für eine Lockerung der Containment-Massnahmen sind gemäss
      sämtlichen ernstzunehmend und seriösen Fachleuten und Experten:"

      Natürlich hat MartinZH mit sämtlichen Fachleuten und Experten geredet. Diejenige, die seinen Behauptungen widersprechen, die kann man offenbar nicht ernst nehmen, oder sie sind nicht seriös.

      Ziemlich plumpe Argumentation.

      Es gibt viele Fachleute und Experten, die zB. Contact-Tracing-Apps für sinnlos oder sogar kontraproduktiv halten.

      Ebenfalls bestreiten viele Experten den Nutzen von Hygienemasken (die sowieso nur dem Fremdschutz dienen).
    • Ovolover 17.04.2020 23:25
      Highlight Highlight Die CH ist weltweit vorne mit dabei: bei der Infektionsdichte (schlecht), aber auch bei der Testrate (gut). Also bitte etwas weniger Polemik.
    • MartinZH 18.04.2020 00:16
      Highlight Highlight @Ovolover: Dies mag im europäischen Vergleich zutreffen. Aber die umliegenden Länder in Europa (IT, SP, FR, DE, etc.) sind keine Referenz... 😔

      Südkorea macht rund 20'000 Tests pro Tag, das ist der Benchmark. Die CH könnte es sich leisten und die Kapazitäten sind nicht ausgeschöpft.

      Und: Die Viren-Nachweis-Tests sind nur der Anfang. Künftig werden über Monate hinweg auch die serologischen Tests (Antikörper-Tests im Blut) relevant sein.

      Auch hier wird die CH keine Führungsposition einnehmen. Und das ist äusserst bedenklich, da Roche immerhin ein CH-Unternehmen ist.

      Aufwachen BR und BAG! ⏰
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