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Das sind die ersten 5G-fähigen Smartphones in der Schweiz. bild: swisscom

Swisscom verblüfft alle und lanciert 5G-Netz mit einer völlig unbekannten Handy-Marke

Der Schleier ist gelüftet: Swisscom sagt endlich, welche Gemeinden zuerst vom 5G-Netz profitieren werden. Die eigentliche Überraschung ist aber das erste 5G-Handy der Schweiz.



Wann startet die Swisscom ihr 5G-Netz?

Der grösste Schweizer Telekomkonzern will bis Ende Jahr über 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit der neuen, fünften Mobilfunkgeneration abdecken. Das sei fast so viel wie mit der aktuellen Mobilfunktechnik 4G, die derzeit etwa 99 Prozent erreicht.

«Sobald wir die Konzession für die neuen Mobilfunkfrequenzen erhalten haben, werden wir die Netze freischalten», sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi am Mittwoch vor den Medien in Zürich. Zum Start werden 100 Standorte in über 50 Städten und Gemeinden mit 5G versorgt – allerdings werden nicht alle gleich davon profitieren, wie Swisscom im Interview mit watson erklärte.

Der Mobilfunkanbieter testet sein 5G-Netz bereits seit längerem in mehreren Gemeinden. Wann genau 5G auf breiter Front gestartet wird, ist noch nicht klar. Es soll aber in den nächsten Wochen losgehen.

In welchen Gemeinden kommt das 5G-Netz von Swisscom zuerst?

Nebst den grossen Städten wie Bern, Basel, Zürich und Genf, die sporadisch bereits mit 5G versorgt sind, zählen die folgenden Gemeinden zu den ersten 5G-Standorten:

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bild: swissom

Nebst den Grossstädten würden auch Agglommerationsgemeinden und Dörfer sowie Tourismusorte abgedeckt. Die Anzahl steige wöchentlich.

Wann kann ich ein 5G-Smartphone kaufen?

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Das 999 Franken teure Oppo Reno 5G mit einer Pop-up-Kamera ist das erste 5G-Handy in der Schweiz. bild: swisscom

Die ersten kommerziellen 5G-Smartphones sollen ab Mai erhältlich sein. Das Angebot an 5G-fähigen Geräten werde laufend erweitert, sagt Swisscom. Das allererste 5G-Gerät im Swisscom-Shop stammt – und das ist die grosse Überraschung – vom bei uns weitgehend unbekannten chinesischen Smartphone-Giganten Oppo. Weitere Marken wie LG (ebenfalls ab Mai), Samsung (ab Juli) und Huawei (3. Quartal) werden folgen.

Wann weitere bekannte Marken wie Nokia und Apple ihre 5G-Handys auf den Markt bringen, ist noch nicht bekannt.

Was brauche ich, um 5G nutzen zu können?

Ein 5G-fähiges Smartphone sowie ein Mobilfunk-Abo, das 5G unterstützt. Neuere Handy-Abos unterstützen in der Regel automatisch 5G, sobald das neue Netz verfügbar ist. Bei älteren und besonders günstigen Abos (z.B. M-Budget-Abo) wird die Geschwindigkeit teils gedrosselt, wie es schon bisher beim 4G-Netz der Fall ist.

Swisscoms aktuelle inOne-Abos unterstützen das 5G-Netz. Wer die maximale Geschwindigkeit will, muss sich aber eine Premium-Speed-Option für 10 Franken pro Monat dazu erwerben. Wer mehrere Geräte mit voller 5G-Leistung versorgen will, zahlt zusätzlich zum Abo 20 Franken pro Monat. Ob sich dies lohnt, sollte man sich sehr gut überlegen, zumal die Bandbreite auch im 5G-Netz immer auf alle Nutzer in Reichweite einer Funkzelle verteilt wird.

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Swisscoms Basic-Abo für 45 Franken ist auf 50 Mbit/s gedrosselt. bild: swisscom

Welche 5G-Handys kann ich nun bei Swisscom kaufen?

Swisscom hat vier 5G-Smartphones präsentiert, die zwischen 999 und 2500 Franken kosten werden.

1. Oppo Reno 5G

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Swisscom bringt überraschend die chinesische Handy-Marke Oppo in die Schweiz. bild: watson

In Fernost gehören die Smartphones von Oppo seit Jahren zu den beliebtesten Endgeräten und weltweit zählt Oppo bereits zu den fünf führenden Herstellern. In China soll Oppo einen Marktanteil von 20 Prozent haben. Bei uns hingegen ist der Smartphone-Riese bislang fast unbekannt. Das soll sich nun aber, ähnlich wie zuvor bei Huawei, rasch ändern: Das Oppo Reno 5G ist das erste 5G-Smartphone der Chinesen und ab Mai bei Swisscom verfügbar.

Das China-Handy punktet mit einem sehr grossen Akku (4065 mAh) mit Schnellladefunktion, einer 48-Megapixel-Kamera (10-facher Hybridzoom und Nachtbildmodus) sowie dem aktuell schnellsten Mobile-Prozessor für Android-Smartphones (Qualcomm Snapdragon 855).

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Das Oppo Reno 5G hat ein fast randlosen Display und eine 48-Megapixel-Kamera. bild: watson

Oppo versucht sich bei uns als Premium-Marke neben Apple, Samsung und Huawei zu positionieren. Das Reno 5G erinnert technisch an die Top-Modelle von Huawei und kostet auch gleich viel: 999 Franken. Dafür bekommt man das erste 5G-fähige Smartphone der Schweiz mit 8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB Speicherplatz.

Der Blickfang des Oppo Reno ist die ausfahrbare Front-Kamera.

2. LG V50 ThinQ

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Auf den ersten Blick sieht es wie ein gewöhnliches Smartphone aus. bild: watson

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LG verkauft das V50 ThinQ mit einem 200 Franken teuren Zusatz-Display, das gleichzeitig als Schutzhülle dient. bild: watson

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Das LG V50 ThinQ wird mit der Display-Hülle zu einem Dual-Screen-Handy. bild: watson

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LG will so vor allem Gamer ansprechen. bild: watson

Das neue Top-Modell von LG hat eine Dreifach-Kamera, einen grossen Akku (4000 mAh) und den aktuell schnellsten Prozessor für Android-Smartphones, den Snapdragon 855. Es ist ab Mai verfügbar und kostet bei Swisscom mit einem Abo 1099 Franken.

3. Samsung Galaxy S10 5G

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Ab Juli bringt Samsung die 5G-Version des Galaxy S10 in die Schweiz.

Das Galaxy S10 5G entspricht weitgehend dem normalen S10, hat aber ein grösseres Display und ist natürlich 5G-fähig. Zudem bekommt man neu eine sehr gute Vierfach-Kamera sowie einen äusserst starken Akku mit 4500 mAh. Kostenpunkt: 1279 Franken.

4. Huawei Mate X

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Das Mate X ist das erste faltbare Smartphone bei Swisscom mit 5G. gif: watson

Das Mate X von Huawei ist ein Premium-Smartphone mit biegbarem Display, das sich zu einem 8 Zoll grossen Tablet auffalten lässt. Das Falt-Handy soll erst ab dem 3. Quartal verfügbar sein und kostet 2499 Franken.

Wie schnell ist 5G?

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bild: swisscom

Gegenüber 4G bietet 5G mehr Geschwindigkeit beim Surfen im Internet. Während das Maximaltempo von 4G bei 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) liegt, schafft die neue Technologie etwa doppelt so viel. Man habe mit einem handelsüblichen Smartphone in einem standardisierten Netz, also nicht unter Laborbedingungen, 1,86 Gbit/s erreicht, sagte Swisscom-Produktchef Dirk Wierzbitzki: Das sei Weltrekord.

Das Problem: Für solche Maximalwerte muss man die ganze Antenne für sich alleine haben, was im Alltag nie der Fall sein wird. Denn auch 5G ist ein sogenanntes «shared medium». Das heisst, die Bandbreite einer Funkzelle wird auf alle Endgeräte in der Umgebung verteilt, so dass die Geschwindigkeit im Alltag in der Regel weit geringer ist.

4G-Speed im Vergleich mit älteren Handy-Netzen

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Die Angaben sind theoretische Maximalwerte, die im Alltag nicht erreicht werden. grafik: swisscom

Was hat es mit 5G-Internet für zu Hause auf sich?

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Swisscom lanciert 2020 den 5G-Booster, der schnelles Internet durch die Luft verspricht. bild: watson

Swisscom, aber auch Sunrise und Salt, verkaufen künftig 5G-Router, die ländliche Regionen mit schnellem Internet durch die Luft versorgen sollen. Ein Glasfaser-Kabel ist und bleibt aber schneller als 5G.

Sunrise hat bereits ein Abo angekündigt, das Internet für zu Hause via 5G-Netz offeriert. Der Werbeslogan «Glasfaser durch die Luft» ist allerdings eine Mogelpackung, da die maximale Bandbreite im Mobilfunknetz auf alle Nutzer einer Funkzelle verteilt wird, während Glasfaser-Kunden eine zugesicherte Bandbreite haben.

Welche Vorteile bringt 5G?

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bild: swisscom

Private Nutzer profitieren von ultraschnellen Downloads, mehr Bandbreite, selbst wenn sich viele Menschen an einem Ort aufhalten und schnelleren Reaktionszeiten, was etwa flüssigere Online-Spiele erlaubt. Ein zentraler Vorteil von 5G ist also die grössere Kapazität der Handyantennen, wodurch viel mehr Menschen als heute gleichzeitig auf das Netz zugreifen können. Dies ist insbesondere in Stosszeiten oder bei grossen Menschenmassen wie bei einem Fussballspiel wichtig.

Urs Schaeppi, CEO von Swisscom, sagt: «Bisher hat jeder Technologiesprung im Mobilfunk zu einem fundamentalen Wandel des Alltags geführt.» Das 2G-Netz habe uns vom Festnetz befreit und die SMS als Killer-Anwendung hervorgebracht. 3G- und 4G hätten das mobile Internet ermöglicht. Bei 5G werden laut Schaeppi zunächst Unternehmen das volle Potenzial nutzen, etwa das Baugewerbe.

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Swisscom zeigt im Werbevideo, wie Baufirmen von 5G profitieren könnten. Video: YouTube/Swisscom News

Der zentrale Vorteil des 5G-Netzes ist, dass es sich intelligent an den jeweiligen Erfordernissen der Geräte bzw. Anwendungen im Netz ausrichten kann.

Ein Netflix-Stream in sehr hoher Bildqualität verlangt zum Beispiel eine schnelle Datenübertragung, bei der Steuerung von Drohnen, Robotern in Fabriken oder der Vernetzung selbstfahrender Fahrzeuge werden hingegen nur kleine Datenmengen übertragen, die aber mit möglichst geringer zeitlicher Verzögerung ankommen müssen.

In einer Fertigungshalle wiederum kann 5G besonders viele Dinge und Maschinen gleichzeitig verbinden und in der Warenlogistik ist eine stromsparende Anbindung sehr vieler Elemente (z.B. Container) an das 5G-Netz zentral.

5G 5G-Netz

Der Ort einer Anwendung im Dreieck zeigt, welche 5G-Eigenschaft wie wichtig ist. grafik: watson (lea senn) / quelle: ieee

Konkret bietet das 5G-Netz folgende Vorteile:

Warum braucht es 5G überhaupt?

Mit Flatrate-Datenabos und dem mobilen Konsum von Netflix, YouTube etc. explodiert das Datenvolumen. Menschen unter 25 Jahren konsumieren acht Mal mehr Daten als ältere Generationen. Laut Swisscom werden heute 14 Mal mehr Daten auf dem Handy genutzt als noch vor fünf Jahren. Dieser Trend werde weitergehen, glaubt Swisscom. Und da noch längst nicht alle Konsumenten Daten-Flatrate-Abos haben, ist dies eine realistische Annahme.

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Das Datenvolumen, das 2014 in einer Woche übertragen wurde, fällt heute an einem halben Tag an. grafik: swisscom

Ein weiterer Vorteil sei daher, dass 5G die bisherige Technologie entlaste. 5G sei die neue Datenautobahn. Damit würden auf dem bisherigen Spuren weniger Nutzer verkehren, wodurch mehr Platz sei.

Wann kommt 5G bei Sunrise und Salt?

Letzte Woche hat Sunrise ihr 5G-Netz an 150 Orten in der Schweiz in Betrieb genommen. Die Abdeckung dort liege bei 80 bis 98 Prozent der Bevölkerung, hatte die Nummer zwei im Mobilfunk bekannt gegeben. Salt will ihr 5G-Netz in der zweiten Jahreshälfte aufschalten.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

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Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks

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