Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein deutliches Stellenwachstum verzeichnete im vergangenen Quartal unter anderem die Informations- und Kommunikationsbranche. (ARchjovboöd=

5G-Geräte hätten im vergangen Jahr lediglich 1 Prozent aller Smartphones ausgemacht. Dafür verkaufen sich Desktop-Rechner weiterhin gut. symbolBild: KEYSTONE

Der PC ist nicht tot – und weitere wichtige Fakten zum Schweizer IT-Markt



Der Schweizer IT- und Telekommarkt hat im vergangenen Jahr Gas gegeben. Der Umsatz wuchs um 4 Prozent auf 33.8 Milliarden Franken. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr, als es ein Plus von 2.8 Prozent gegeben hatte.

IT-Markt läuft besser als Gesamtwirtschaft

Zudem hat der Schweizer IT- und Telekommarkt markant stärker zugelegt als die Gesamtwirtschaft. Dies zeigt eine im Auftrag des Schweizer ICT-Branchenverbands Swico erstellte Studie des European Information Technology Observatory (Eito), die am Dienstag vor den Medien in Zürich vorgestellt wurde. Damit wurden die Erwartungen weit übertroffen: Vor zwölf Monaten hatte Eito-Experte Axel Pols lediglich mit einem Wachstum von 1.8 Prozent gerechnet.

Erneut erwies sich der IT-Markt als Wachstumsmotor, der im vergangenen Jahr um 6.1 Prozent auf 22.4 Milliarden Franken zulegte. Grossen Schub verlieh die IT-Hardware wie PCs oder Laptops, deren Umsatz um knapp 12 Prozent in die Höhe schoss. «Das haben wir nicht so erwartet», sagte Pols. Vor einem Jahr hatte er einen Rückgang prognostiziert. Denn eigentlich hätte die Austauschrunde in Unternehmen auf Windows 10 abgeschlossen sein sollen.

Der klassische PC ist (noch) nicht tot

Die Zahlen zeigen aber nun, dass die Erneuerungsrunde auch noch im 2019 weiterging. Zudem würden immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Laptops ausstatten. Insgesamt wurden über 1.05 Millionen Laptops verkauft, wie aus den Eito-Zahlen hervorgeht. Das sind 11 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz von tragbaren Computern schoss gar um über ein Fünftel in die Höhe.

Aber auch der klassische Desktop-Computer ist noch nicht tot, obwohl sein Verschwinden schon vor Jahren vorausgesagt wurde. Der Desktop-Umsatz kletterte um 16 Prozent.

Schwächer war das Wachstum bei den Tablets (rund +10 Prozent).

Überdies kurbelten die steigende Datenflut und die zunehmenden Cloud-Anwendungen den Absatz von IT-Hardware an. Es brauche mehr Speicherkapazität und Ausrüstung für Rechenzentren, sagte Pols.

Daneben wächst auch der Softwaremarkt (+7.2 Prozent) und der IT-Dienstleistungsmarkt (+3.7 Prozent) weiter.

Der Telekommarkt stagniert trotz 5G

Dagegen stagnierte der Schweizer Telekommarkt bei 11.3 Milliarden Franken Umsatz. Das war nur ein leichtes Plus von 0.2 Prozent. Allerdings war im Vorjahr der Telekommarkt um 0.4 Prozent geschrumpft.

Die Mobiltelefone und Telekomausrüstung konnten ihre Umsätze um 4.7 Prozent auf 2.9 Milliarden Franken erhöhen. Dies ist der steigenden Nachfrage nach grossen Smartphones zu verdanken, die mit einer Bildschirmgrösse zwischen 5.5 und 7 Zoll ein Mittelding zwischen Smartphone und Tablet sind. Diese so genannten Phablets steigerten den Absatz um knapp 22 Prozent. Viele Schweizer würden immer das neueste Gerät kaufen, sagte Pols.

Fast niemand kauft mehr kleine Handys

Dagegen brachen die Verkäufe von kleineren Smartphones ein. Seit 2018 habe sich die Stückzahl jedes Jahr mehr als halbiert, sagte Pols im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Der Marktanteil der kleineren Smartphones sei mittlerweile auf rund 13 Prozent geschrumpft. Und die Umsätze mit Telekomdienstleistungen sanken um 1.2 Prozent.

Die Nachfrage nach grossen Smartphones dürfte weiter von der neuen Mobilfunkgeneration 5G profitieren. 5G-Geräte hätten im vergangenen Jahr lediglich 1 Prozent aller Smartphones ausgemacht. Im laufenden Jahr könnten sie einen zweistelligen Marktanteil erreichen, schätzte Pols: «Das ist ein Markt, der auch noch erst entsteht.»

Telekommarkt soll auch 2020 stagnieren

Dennoch dürfte im laufenden Jahr 2020 der Schwung etwas nachlassen. Eito-Experte Pols rechnet noch mit einem Wachstum des Schweizer IT- und Telekommarkt von 2.2 Prozent auf 34.5 Milliarden Franken. Für das Plus werde erneut der IT-Markt verantwortlich sein, der mit einem Wachstum von 3.2 Prozent aufwarten dürfte.

Der Ersatzzyklus bei den Computern in den Unternehmen werde nun allerdings endgültig zu Ende sein. Bereits im Schlussquartal hätten sich die Verkäufe deutlich abgekühlt.

Der Schweizer Telekommarkt werde dagegen erneut auf der Stelle treten. Pols rechnet nur noch mit einem leichten Plus von 0.1 Prozent. Der Umsatz mit Netzwerkausrüstung werde angesichts der politischen Widerstände gegen 5G nur moderat wachsen (+1 Prozent). Bremsklotz werden erneut die Telekomdienstleistungen (-0.1 Prozent) sein, die den Löwenanteil des gesamten Telekommarktes ausmachen.

(dsc/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

21 Comics, die zeigen, wie das Smartphone unser Leben verändert hat

Eltern und Technik:

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

WhatsApp krebst (vorerst) zurück, weil viele User zu Signal und Co. wechseln

WhatsApp will den Usern bis im Mai 2021 Zeit geben, bevor es die neue Datenschutz-Richtlinie zur Pflicht macht. Zuvor hatte der Messengerdienst mit einem Massenexodus zu kämpfen.

Die Verantwortlichen des Messenger-Dienstes WhatsApp gaben am Freitagabend bekannt, dass sie die geplante Datenschutzbestimmungs-Änderung nicht am 8. Februar, sondern erst am 15. Mai 2021 aktivieren wollen.

Die angekündigte Änderung führte diese Woche zu einem Massenexodus: Viele Userinnen und User wechselten zu Alternativ-Apps wie Signal oder Threema, was wohl auch den WhatsApp-Verantwortlichen auffiel. Ihrer Kommunikation nach handle es sich dabei aber um «eine Menge Fehlinformationen», …

Artikel lesen
Link zum Artikel