International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
06.02.2020, Thüringen, Erfurt: Thomas Kemmerich (FDP), Ministerpräsident von Thüringen, gibt ein Statement in der Saatskanzlei. Der FDP-Kandidat Kemmerich war am 05.02.2020 im Thüringer Landtag überraschend mit den Stimmen von Liberalen, CDU und AfD zum Regierungschef gewählt worden. Die FDP-Fraktion Thüringen will einen Antrag auf Auflösung des Landtags zur Herbeiführung einer Neuwahl stellen. Foto: Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Thomas Kemmerich. Bild: dpa-Zentralbild

Thüringen-Wahl: So viel Geld bekommt Kemmerich für nur 25 Stunden

Das Politik-Beben in Thüringen beschäftigt die Deutschen. Der Rücktritt des neu gewählten Ministerpräsidenten Kemmerich hinterlässt nicht nur Spuren in der Politik – sondern auch in der Landeskasse.

Benedikt Bethscheider / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Es ist die kürzeste Amtszeit eines Ministerpräsidenten in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland – knapp 25 Stunden dauerte es nach seiner Wahl, bis der FDP-Politiker Thomas Kemmerich am heutigen Donnerstag seinen Rücktritt anbot. An seinem Gehalt merkt man das nicht: Für den Steuerzahler macht es keinen Unterschied, ob er einen Tag, oder einen Monat im Amt war.

Aus einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland geht hervor, dass Kemmerich für den Februar seine vollen Bezüge als Ministerpräsident erhalten wird – und das ist noch nicht alles. Durch seine eintägige Amtszeit hat Kemmerich auch einen Anspruch auf ein Übergangsgeld erworben, das im Thüringer Ministergesetz geregelt ist.

Wie hoch sind diese Bezüge? 

In dem ostdeutschen Bundesland liegt das Grundgehalt für Ministerpräsidenten bei 16'617.74 Euro brutto im Monat. Hinzu kommt eine Dienstaufwandsentschädigung in Höhe von 766 Euro, sowie einen Familienzuschlag in Höhe von 153 Euro, weil Kemmerich verheiratet ist. Das allein ergibt schon einen Betrag von 17'536.74 Euro.

Weitaus höher ist jedoch das sogenannte Übergangsgeld. Dieses wird eigentlich so viele Monate bezahlt, wie die betroffene Person im Amt war. Die Mindestlaufzeit beträgt laut Paragraf 10 des Gesetzes jedoch sechs Monate. In dem Gesetz wird weiter ausgeführt: «Für die ersten drei Monate wird das Amtsgehalt und der Familienzuschlag in voller Höhe gewährt, für den Rest der Bezugsdauer die Hälfte dieser Bezüge.»

Für Thomas Kemmerich bedeutet das: Der FDP-Politiker erhält in den ersten drei Monaten 50'312.22 Euro und in den drei Monaten danach weitere 25'156.11 Euro. Das macht dann schon 75'468.33 Euro. Wenn dann noch das Monatsgehalt für Februar hinzu gerechnet wird, kommt man auf insgesamt 93'005.07 Euro (also knapp 100'000 Franken) – und das für nur rund 24 Stunden Amtszeit.

Betrag könnte noch weiter steigen

Falls Kemmerich noch weitere Monate kommissarisch im Amt bleiben sollte, erhöht sich dieser Betrag noch einmal um die normalen monatlichen Amtsbezüge – ein Gesamtbetrag jenseits der 100'000 Euro ist derzeit also nicht auszuschliessen.

Der ehemalige Ministerpräsident Bodo Ramelow der Partei Die Linke reagiert auf Twitter sarkastisch und schreibt: «Leistung muss sich wieder lohnen! Für einen Tag Amtszeit mit 93'000€ rechnen zu können.»

Verwendete Quellen:

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Coole Spartipps gefällig? Diese 17 Leute wissen, wie es geht

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Ein Faktenchecker erklärt, welche drei Gruppen am meisten Fake News verbreiten

Spam, Internetbetrug, Hetznachrichten und Hoaxes – in den sozialen Netzwerken ist viel unterwegs, was weit weg von der Wahrheit ist und trotzdem gelikt und geteilt wird. Um dem entgegenzutreten, gründete sich 2011 der Verein Mimikama in Österreich, mit dem Ziel, Internetbetrug und Falschmeldungen im deutschsprachigen Raum zu bekämpfen.

«Wir sind im Ursprung von Nutzern für Nutzer entstanden», erzählt Andre Wolf, der zusammen mit 36 (grösstenteils ehrenamtlichen) Faktencheckern für den …

Artikel lesen
Link zum Artikel