International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08490790 Nordrhein-Westfalen M.P. Armin Laschet, arrive sfor a meeting of German Federal State Premiers at the Chancellery in Berlin, Germany, 17 June 2020. The German Prime Ministerial Conference took place earlier this day in Berlin.  EPA/MICHELE TANTUSSI / POOL

Möglicher Merkel-Nachfolger: Armin Laschet. Bild: keystone

«Weil Rumänen und Bulgaren eingereist sind»: Ministerpräsident tritt ins Corona-Abseits



Armin Laschet, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW), steht in der Kritik. Der Grund ist eine ausgesprochen fragwürdige Antwort, die er der ZDF-Journalistin Nicole Diekmann am Mittwoch auf ihre Fragen zum Corona-Ausbruch beim Fleischereibetrieb Tönnies gab.

Diekmann fragte ihn, was der Ausbruch des Virus' über die Lockerungen aussage. Laschet hatte in den vergangenen Wochen immer wieder offensiv für ein Zurückfahren der Corona-Schutzmassnahmen geworben und in seinem Bundesland auch sehr weitgehende Schritte beschlossen.

Auf die Frage von Diekmann erwiderte Laschet: «Das sagt darüber überhaupt nix aus.» Und dann folgte ein Nebensatz, der es in sich hat:

«Weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt.»

Es folgten dann noch ein paar Ausführungen darüber, dass solche Ausbrüche überall in Deutschland passierten und es überall ähnliche Regelungen gäbe.

Hier die Aussage Laschets:

Rassismus, Trumpismus – viel Kritik an Laschet

Die Journalistin teilte ein Video, das die Aussage Laschets zeigt, auf Twitter – und löste damit viele Reaktionen aus. Politikerinnen wie Renate Künast und Katrin Göring-Eckardt sowie der Satiriker Jan Böhmermann zeigten sich empört darüber, dass Laschet die Schuld für den Ausbruch bei «Rumänen und Bulgaren» suchte.

Renate Künast (Grüne) fordert rechtliche Konsequenzen für Tönnies:

Göring-Eckardt (Grüne) sieht Parallelen zu Trump:

Und dieser User denkt da gleich einen Schritt weiter:

Wer ist nochmal für Arbeits- und Wohnbedingungen in NRW zuständig?

Auch eine weitere Aussage Laschets wurde kritisiert. Der Ministerpräsident hatte abschliessend betont, der Ausbruch habe nichts mit den Lockerungen, sondern «mit der Unterbringung von Menschen und Arbeitsbedingungen in Betrieben» zu tun.

Völlig richtig, sagen einige User dazu. Aber: Wer ist nochmal politisch verantwortlich für diese beiden Faktoren in Nordrhein-Westfalen?

Diesem User bleibt da nur noch Sarkasmus:

Dieser User stellt gleich die Fleischindustrie an sich infrage:

Moderator und Autor Micky Beisenherz liefert den pointiertesten Beitrag ab:

Zur Erinnerung: Clemens Tönnies, der auch Aufsichtsratsvorsitzender beim Fussballclub Schalke 04 ist, hatte den Bundesentwicklungsminister 2019 während eines Vortrags beim Tag des Handwerks aufgefordert, mehr Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. «Dann hören die auf, die Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, wenn wir die nämlich elektrifizieren, Kinder zu produzieren.» Die Aussage war von vielen als rassistisch kritisiert worden, darunter die Justizministerin Lambrecht (SPD), Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress sowie der ehemalige Schalker Spieler Gerald Asamoah.

Nicht sein einziges Problem

Laschet, der gerne CDU-Chef werden und somit die Union 2021 als Kanzlerkandidat anführen möchte, hat derzeit ohnehin schon mit einer stark sinkenden Zustimmung zu kämpfen. In der am vergangenen Sonntag vom WDR veröffentlichten Umfrage «NRW-Trend» zeigten sich nur noch 46 Prozent der Befragten mit Laschets politischer Arbeit zufrieden, 45 Prozent waren unzufrieden. Bei der letzten Erhebung im April waren noch 65 Prozent der Befragten mit dem stellvertretenden CDU-Chef zufrieden und lediglich 30 Prozent unzufrieden gewesen.

(om/watson.de)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

So kam das Coronavirus in die Schweiz – eine Chronologie

«Couch Coach» mit Ruedi Us und Jill Small

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

WHO: «Die Welt steht am Rand eines katastrophalen moralischen Versagens»

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut die gewaltige Kluft bei den Corona-Impfungen zwischen den reichen und den armen Ländern scharf kritisiert. Während in mindestens 49 wohlhabenden Staaten inzwischen 39 Millionen Dosen verabreicht worden seien, liege die Zahl der gespritzten Dosen in einem der besonders armen Länder bei gerade einmal 25, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag zum Auftakt einer mehrtägigen Sitzung des WHO-Exekutivrates.

>> Coronavirus: Alle News im …

Artikel lesen
Link zum Artikel