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epa08648226 People line up for a quick test for Covid-19 at a test centre for people coming from Spain, Croatia, Malta and Greece, Terminal 3 at Fiumicino's Airport, Rome, 05 September 2020.  EPA/Redazione Telenews

Italienische Ferienrückkehrer warten bei der Einreise am Flughafen Fiumicino in Rom auf den obligatorischen Corona-Test. Bild: keystone

«Ich fordere die Corona-Leugner auf, Respekt zu zeigen für die Familien der Toten»

Italiens Regierung wendet sich mit dramatischen Appellen an die Teilnehmer einer für Samstag geplanten Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik.



Kurz vor einer Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik hat Italiens Regierung die Teilnehmer aufgerufen, die Fakten der Pandemie zu respektieren. In Rom war für den frühen Abend ein Protest verschiedener Gruppen gegen Maskenpflicht, Impfungen und Abstandsregeln angekündigt.

«Wir wollen mit einer laufenden Pandemie fertig werden. Heute gibt es in Rom eine Demonstration von Menschen, die glauben, dass sie nicht existiert. Ihnen antworten wir mit Zahlen»

Dies sagte Regierungschef Giuseppe Conte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa am Samstag auf einer anderen Veranstaltung in der italienischen Hauptstadt.

Aussenminister Luigi Di Maio wandte sich ebenfalls an die Gegner von strikten Anti-Corona-Massnahmen. «Ich fordere die Corona-Leugner auf, zumindest Respekt zu zeigen für die Familien der Toten», sagte er in einer Rede in Foggia in Apulien.

Impfgegner, ultrarechte Politiker und Eltern demonstrierten

Viele hundert Menschen haben am Samstag in Rom gegen die Corona-Politik der italienischen Regierung demonstriert. Bei dem Protest auf einem Platz in der Innenstadt sprachen unter anderem Impfgegner, ein ultrarechter Politiker der Partei Forza Nuova und Elternvertreter. Sie kritisierten eine angebliche «Gesundheits-Diktatur». Schutzmassnahmen wie die Maskenpflicht etwa in Schulen nannten sie «kriminell». Die Kinder müssten davor und vor Impfungen bewahrt werden. Die Polizei sprach vor Ort von geschätzt rund 2000 Menschen, darunter waren auch Schaulustige.

A no mask activists hold a portrait of Giuseppe Conte and one of Bill Gates during an anti-government and anti-COVID-19 restrictions protest in Rome, Saturday, Sept. 5, 2020. Italian Premier Giuseppe Conte said: “to those people gathering in Rome today and who think the pandemic doesn’t exist, we reply with numbers: more than 270,000, 274,00 infected and some 35,000 dead

Ein Maskengegner und Verschwörungstheoretiker beim samstäglichen Protest in Rom. Bild: keystone

Die Demonstranten knüpften auf Plakaten und in Reden ausdrücklich an die Proteste vor einer Woche in Berlin an. «Italien ist mit Berlin», stand auf einem Transparent. Auf einem Banner war zu lesen: «Noi siamo il popolo» (Wir sind das Volk), ausserdem dass man gegen «big pharma» sei, also gegen Pharma-Riesen.

Höchster Wert seit Mai

In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag auf den höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. Die Behörden verzeichneten mehr als 1700 Corona-Fälle in 24 Stunden und 11 neue Todesfälle. Insgesamt haben sich in Italien rund 275 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 35 500 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Infektion gestorben.

(sda/dpa)

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28 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
7Gänseblümchen
05.09.2020 17:36registriert August 2020
Wenn an Demos Schutzkonzepte nicht eingehalten werden, sollte es für Demos der gleichen Thematik mindestens ein Monat Demoverbot geben.
Die Leute sollte alle Einzelne gebüsst werden, wenn sie sich nicht dran halten. Und bitte eine Verfügung unterzeichnen, dass sie bei Ansteckung kein Spitalbett beanspruchen. Langsam reichts. Wegen solcher Clowns sind Massnahmen erst nötig und müssen verschärft/verlängert werden und nich zuletzt kostet es Menschenleben! Wo ist bitte das Problem temporär Maske zu tragen und Abstand zu halten?
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NinjaGaiden
05.09.2020 21:24registriert May 2016
Meiner Meinung nach sollte man die Leute (ohne Minderjährige) in Ruhe und ohne Schutzkonzept protestieren lassen... Unter der folgenden Bedingung: Jeder unterzeichnet ein Papier, worauf sie erklären, dass sie bei allfälligen Versorgungsengpässen in Spitälern allen anderen Menschen den Vortritt lassen müssen. Würde mich mal interessieren, wie viele von denen noch dieses grob fahrlässige, ignorante Verhalten weiterhin zelebrieren würden.
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De-Saint-Ex
05.09.2020 19:49registriert January 2020
Dieser Appell wird leider gar nichts bewirken, wohl eher das Gegenteil vom gewünschten.
Hier zeigt sich mal wieder, dass Nationen, Gesellschaften nur im Kriegsfall bedingungslos zusammenstehen, weil es einen GEMEINSAMEN Feind, Gegner gibt (Ausnahme natürlich, bei denen die dann mit dem Gegner paktieren, siehe Collabos in F, 2. WK). Kaum ist nur ein Teil der Bevölkerung von einer Krise betroffen, sucht man dieses „Wir“-Gefühl vergeblich. Traurig aber Realität. Der Mensch ist nun mal ein sonderbares, egoistisches Wesen.
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