International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Der neue 50 Meter tiefe Krater mitten im Niemandsland der Jamal-Halbinsel. bild: screenshot youtube/Вести Ямал

Neuer Riesenkrater in Russland entdeckt



Auf der Jamal-Halbinsel im Nordwesten Sibiriens ist ein weiterer Riesenkrater entdeckt worden. Mit 50 Metern Tiefe handelt es sich um den bisher grössten Krater im Permafrostboden. Zum ersten Mal tauchte 2014 ein derartiges Riesenloch auf. Seither wurden 17 weitere entdeckt.

Der jüngste Fund mitten in der abgelegenen Tundra gelang der lokalen TV-Crew von Vesti Yamal im Juli bei einem Überflug mit dem Helikopter. Wenig später machte sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf, den Krater zu untersuchen.

Bild

Luftaufnahmen zeigen den erstaunlich runden Explosionskrater. bild: screenshot youtube/вести ямал

Die Entstehung dieser Riesenkrater ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Es ist aber anzunehmen, dass sie aufgrund von Methangas entstehen. Mit dem Auftauen der Permafrostböden entweichen grosse Mengen dieses Gases. In der Regel schleichend, dafür aber stetig. Nicht so im Fall dieser Krater. Wissenschaftler nehmen an, dass sich das aufstrebende Gas an vereinzelten Stellen staut, weil es an der Oberfläche auf Widerstand trifft. Dort sammelt sich immer mehr Gas an, bis der Druck für die fünf bis 10 Meter dicke Erdschicht darüber zu hoch wird. Das Gas tritt explosionsartig aus. Diese Theorie erklärt auch, weshalb sich jeweils Gesteinsbrocken und Eis in hundert Metern Entfernung der Krater finden lassen.

Zu Beginn wurde spekuliert, ob die Krater das Resultat russischer Waffentests seien.

Bild

Diese Luftaufnahme zeigt den Ort eines möglichen neuen Kraters. bild: screenshot youtube/вести ямал

«Dieser Krater hier ist der wohl grösste und schönste bisher!», frohlockte Vasily Bogoyavlensky gegenüber Vesti Yamal, nachdem er den Schauplatz besucht hatte. Bogoyavlensky ist Professor am Institut für Öl- und Gasforschung in Moskau und Teil des Untersuchungsteams: «Das hier ist ein einzigartiges Objekt. Es enthält viele zusätzliche Informationen, über die ich im Moment noch nicht sprechen möchte. Für eine detaillierte Analyse werden wir zuerst dreidimensionale Modelle bauen müssen.»

«Nr. 17» ist deshalb von so grossem Interesse für die Wissenschaft, weil seine Entstehung erst kürzlich erfolgt sein muss. Normalerweise füllen sich die Krater relativ schnell mit Wasser und Geröll, so dass sie nur noch schwer von normalen Tundraseen zu unterscheiden sind.

(tog)

Riesiger Feuerball durch Explosion in Russland

Video: watson

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Massenproteste in Russland

Putin kann auch Piano spielen. Also er versucht es zumindest

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

23 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
COVID-19 ist Evolution
31.08.2020 18:07registriert March 2020
Methangas ist ein Klimakiller erster Güte. Durch das Auftauen der Permafrostböden kommen in den nächsten Jahren Unmengen davon frei.
Aber Hauptsache schön schaut's aus.
11017
Melden
Zum Kommentar
So oder so
31.08.2020 17:59registriert January 2020
Bezüglich Permafrost in Russland ein sehr interessanter Artikel im Tages Anzeiger (Ein Volk verliert seinen Boden) vom letzten Samstag. Das Auftauen der Permafrostböden ist eine Riesige Herausforderung für Russland - Putin hat an der Klimakonferenz 2003 noch gescherzt das zwei bis drei Grad Wärmer währen doch ganz Gut - dann würden die Russen weniger Geld für Pelzmäntel ausgeben. Inzwischen dürfte ihm das Scherzen vergangen sein. Ganze Landstriche werden nur noch schwer zu Bewohnen sein zukünftig. Das halten der Infrastruktur wird sehr Teuer werden.
897
Melden
Zum Kommentar
freifuchs
31.08.2020 17:31registriert January 2018
Wenn man sich das auf Apple- oder Google maps ansieht, findet man tausende solcher Löcher.
11452
Melden
Zum Kommentar
23

Temperaturrekord in Sibirien und verheerende Brände in der Arktis

Eine ungewöhnliche Hitzewelle hat in Sibirien für einen Temperaturrekord gesorgt. In der Stadt Werchojansk in Jakutien, die als einer der kältesten bewohnten Orte der Welt gilt, seien am 20. Juni 38 Grad gemessen worden, ein Rekord für die Messstation, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

In den Monaten Januar bis Juni hätten die Temperaturen fünf Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gelegen, im Juni allein seien es zehn Grad über dem Durchschnitt gewesen.

Auch …

Artikel lesen
Link zum Artikel