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People hold various posters supporting Khabarovsk region's governor Sergei Furgal, during an unsanctioned protest in support of Sergei Furgal, who was interrogated and ordered held in jail for two months, in Khabarovsk, 6100 kilometers (3800 miles) east of Moscow, Russia, Saturday, July 25, 2020. Some thousands marched across Khabarovsk to protest the arrest of the region's governor on murder charges, continuing a wave of protests that has lasted for two weeks.  (AP Photo/Igor Volkov)

Samstag-Nachmittag in Chabarowsk: Die Protestierenden fordern die Freilassung Sergej Furgals. Bild: keystone

Neue Massenproteste im äussersten Osten Russlands – auch gegen Putin



Im äussersten Osten Russlands haben am 16. Tag in Folge tausende Menschen gegen die Inhaftierung des von Kremlchef Wladimir Putin entlassenen Gouverneurs demonstriert. Sergej Furgal werden mehrere Auftragsmorde vorgeworfen, viele Menschen halten diese Vorwürfe jedoch für konstruiert und sprechen von einem Racheakt des Kreml. Es sind die grössten und längsten Proteste, seit Putin an der Macht ist. Am Sonntag versammelten sich in der Stadt rund 6000 Kilometer östlich von Moskau trotz eines Verbots erneut Menschen.

Sie riefen «Hände weg von Sergej Furgal!» und «Freiheit!». Auf Transparenten war auch zu lesen: «Putin tritt zurück!» und «Wir haben das Vertrauen in Putin verloren». Die Proteste dauern seit mehr als zwei Wochen an.

Am Samstag hatte es gleich zwei Aktionen – am Morgen und am Abend – in Chabarowsk gegeben. Dabei versammelten sich Beobachtern zufolge bis zu 100'000 Menschen – so viele wie an keinem Tag vorher. Die Verwaltung der Stadt mit den 600'000 Einwohnern hatte von nur 6500 Teilnehmern gesprochen. Die Opposition wies das als Falschinformation zurück. Es gab Videos von grossen Menschenmengen.

Der übergangsweise vom Kreml eingesetzte Gouverneur Michail Degtjarjow stellte sich am Sonntag erstmals Bürgern der Region nahe der Pazifikküste. Er sei ebenfalls für einen offenen Prozess gegen seinen Parteikollegen, sagte Degtjarjow. «Wenn es unwiderlegbare Beweise gibt, sollten die Leute diese auch sehen können», sagte der Politiker.

Furgal und Degtjarow gehören zur Partei des Ultranatioalisten Wladimir Schirinowski, der das Verfahren für einen Racheakt des Kreml hält. 2018 hatte Furgal zum Ärger des Machtzentrums in Moskau die Wahl gegen den Kandidaten der Kremlpartei gewonnen. Zudem äusserte Schirinowski die Vermutung, dass Furgal verfolgt werde, weil er in der Region zunehmend Stimmung gegen den Kreml gemacht habe.

Proteste gab es auch in zahlreichen anderen Städten. In Moskau nahm die Polizei bei nicht erlaubten Solidaritätskundgebungen für die Chabarowsker mehr als 20 Menschen fest. Der Kreml und das Staatsfernsehen ignorieren die Proteste weitgehend. (cma/sda/dpa)

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4 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Jawolaufensiedenn
26.07.2020 12:42registriert March 2017
Putin - Furgal = Scilla - Charybdis.
Zwischen den beiden ist kein Unterschied, da ist der andere schlimmer als der eine.
Die Russen schaffen es nicht, sich mal für sich selbst zu entscheiden, immer stimmen sie für einen ‚netten‘ Despoten.
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