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epa08700062 Judge Amy Coney Barrett (R) speaks after being introduced by US President Donald J. Trump as his nominee to be an Associate Justice of the Supreme Court during a ceremony in the Rose Garden of the White House in Washington, DC, USA, 26 September 2020. Judge Barrett, if confirmed, will replace the late Justice Ruth Bader Ginsburg.  EPA/SHAWN THEW

Hier spricht Amy Coney Barrett, nachdem sie offiziell von Trump nominiert wurde. Bild: keystone

Wieso Trumps Richter-Kandidatin die Liberalen in Alarmstellung versetzt

Andrej Sokolow / dpa



Mit Amy Coney Barrett soll eine konsequent konservative Juristin ins Oberste Gericht der USA einziehen. Und eine, die sich bereit gezeigt hat, mit bisherigen Auslegungen der US-Verfassung zu brechen.

Diese Position könnte grosse Bedeutung erlangen, sollten bei einem künftigen Supreme Court mit klarer konservativer Mehrheit erneut Verfahren zum Beispiel zur Rechtmässigkeit von Abtreibungen oder gleichgeschlechtlicher Ehen landen. Beides gilt als durchaus wahrscheinlich.

Wieso sind Liberale alarmiert?

Die Einstellung, die Liberale alarmiert, formulierte Barrett in einem Artikel im Jahr 2013: «Ich neige dazu, denen zuzustimmen, die sagen, dass eine Richterin der Verfassung verpflichtet ist – und dass es für sie legitimer ist, ihr Verständnis der Verfassung durchzusetzen, statt eine Präzedenzfall-Entscheidung, die ihr aus ihrer Sicht widerspricht.» Zugleich müssten aber auch Argumente für einen Erhalt der Präzedenz-Entscheidung berücksichtigt werden, schränkte sie ein.

In ihrer Ansprache nach der Nominierung sagte Barrett, dass sie zur Philosophie des 2016 verstorbenen erzkonservativen Richters Antonin Scalia stehe, dem Wortlaut der Gesetze zu folgen. «Ich liebe die Vereinigten Staaten und ich liebe die Verfassung der Vereinigten Staaten.» Sie stellt sich auf Widerstand gegen ihre Positionen ein: «Ich habe keine Illusionen, dass der Weg vor mir einfach sein wird, weder auf kurze, noch auf lange Sicht.»

Was sind ihre Überzeugungen?

Barrett tritt seit Jahrzehnten als überzeugte Katholikin in Erscheinung. Deswegen ging es schon 2017 bei der Anhörung für ihren aktuellen Richterposten an einem Berufungsgericht mehr als einmal um die Frage, ob der Glaube ihre Entscheidungen beeinflussen könnte.

«Ich sehe keinen Widerspruch zwischen einem aufrichtigen Glauben und meinen Pflichten als Richterin», sagte Barrett damals. Sie werde sich immer nur von dem Gesetz leiten lassen. Und: «Ich würde meine persönlichen Überzeugungen nie dem Gesetz aufzwingen.» Ein Richter dürfe nie aus dem Wunsch heraus entscheiden, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.

Die legendäre US-Richterin Ruth Bader Ginsburg ist tot

Wie äussern sich US-Politiker?

Einige Senatoren – sowohl Demokraten als auch Republikaner – gaben damals zu bedenken, dass die eigenen Erlebnisse und Ansichten unweigerlich auch juristische Entscheidungen beeinflussten. Insbesondere die demokratische Senatorin Diane Feinstein bezeichnete Barrett als «kontrovers»: «Das Dogma lebt lautstark in Ihnen – und das macht besorgt, wenn Sie an grosse Themen herantreten sollten, für die viele Menschen in diesem Land jahrelang gekämpft haben.»

epa08420230 Democratic Senator from California Diane Feinstein walks to the Senate floor for a vote during the COVID-19 coronavirus pandemic at the US Capitol in Washington, DC, USA, 13 May 2020. Republican and Democrat governors have called on Congress to pass legislation that would help states mitigate funding gaps due to the economic impact of the COVID-19 coronavirus pandemic.  EPA/SHAWN THEW

Die demokratische Senatorin Diane Feinstein. Bild: EPA

Zu diesen Themen gehören das Recht auf Abtreibungen und gleichgeschlechtliche Ehen. Das Oberste Gericht entschied jeweils 1973 und 2015, dass sie von der US-Verfassung gewährleistet werden. Den Erzkonservativen in Amerika sind sie ein Dorn im Auge.

Wie steht Barrett zu diesen Themen?

Bei ihrer Anhörung 2017 wich Barrett allen Fragen dazu aus, ob sie mit den Entscheidungen des Obersten Gerichts zu den Streitthemen einverstanden sei. Das sei egal, weil sie am Berufungsgericht unweigerlich der Rechtsprechung des Supreme Court folgen müsse, argumentierte sie. «Im Bezug auf gleichgeschlechtliche Ehen werden meine Überzeugungen überhaupt keine Rolle spielen», sagte Barrett unter anderem. Bei ihrer anstehenden Befragung im Senat dürften diese Fragen erneut aufkommen. Im Jahr 2017 war sie mit einer Mehrheit von 55 der 100 Senatoren-Stimmen bestätigt worden.

Was sind ihre kontroversesten Fälle?

In den drei Jahren als Berufungsrichterin beschäftigte sich Barrett mit einigen kontroversen Fällen. So widersprach sie 2019 der Entscheidung ihres Gerichts, dass es rechtmässig sei, verurteilten Straftätern den Waffenbesitz zu verbieten. Barrett argumentierte, eine solche pauschale Regel mache den zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der den Waffenbesitz gesetzlich verankerte, «zu einem Recht zweiter Klasse». Stattdessen sollte das Verbot nur für Personen gelten, die gefährlich seien.

Barretts Berufungsgericht befasste sich mehrfach mit Verfahren rund um Abtreibungen. Sie schloss sich der Mehrheitsentscheidung an, die eine Regelung in Chicago bestätigte, nach der Abtreibungsgegner Frauen nicht vor Kliniken ansprechen dürfen. Nachdem eine Kammer aus drei Richtern ein Gesetz aus dem Bundesstaat Indiana für verfassungswidrig erklärte, wonach junge Frauen vor einer Abtreibung ihre Eltern informieren mussten, sprach sie sich dafür aus, den Fall vom kompletten Gericht hören zu lassen – wurde aber überstimmt.

Wie machte sie Karriere?

Barrett wuchs in einem Vorort von New Orleans auf, Recht studierte sie unter anderem an der katholischen Privatuniversität Notre Dame. Bis zum Posten am Berufungsgericht war sie dort Rechtsprofessorin. Schon 1998 fiel Barrett als Ko-Autorin eines Artikels auf, der argumentierte, dass Katholiken unter den Richtern sich von Fällen zurückziehen sollten, bei denen sie einen Widerspruch zu ihrem Glauben sähen – wie etwa Entscheidungen zur Todesstrafe. Sie glaube weiterhin daran, sagte Barrett bei der Senatsanhörung 2017.

Oft aufgegriffen wurde auch eine Ansprache aus dem Jahr 2006, in der Barrett Notre-Dame-Absolventen auf den Weg gab, deren juristische Karriere sei ein Mittel zum Zweck - «dieser Zweck ist, das Königreich Gottes aufzubauen». Sie müssten zwar denselben ethischen Standards wie andere folgen. «Aber wenn Sie in Erinnerung behalten können, dass Ihr grundlegendes Ziel im Leben nicht ist, Jurist zu sein, sondern Gott zu lieben, zu kennen und zu dienen, werden Sie wahrhaft eine andere Art Jurist sein», sagte sie.

Barrett ist mit einem früheren Staatsanwalt verheiratet und hat sieben Kinder, zwei davon adoptiert aus Haiti. Sie gehört der katholischen Glaubensgruppe «People of Praise» an, die in den 70er Jahren von Notre-Dame-Absolventen gegründet wurde. Einige frühere Mitglieder behaupteten, zur Ideologie von «People of Praise» gehöre eine untergeordnete Rolle von Frauen, die Gruppe wies das zurück. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Prometheuspur 27.09.2020 13:39
    Highlight Highlight Nichts neues aber wahres einer Spiegel Ausgabe.
    Benutzer Bild
  • Faktenchecker 27.09.2020 12:46
    Highlight Highlight Eine gute Wahl. Die Demokraten sind nur sauer weil sie in den letzten vier Jahren nichts erreicht haben ausser die eigene Partei zu schwächen.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 27.09.2020 13:26
      Highlight Highlight Lass dir was neues einfallen.
  • Emil Eugster 27.09.2020 11:52
    Highlight Highlight Was hier komplett vergessen wurde ist, dass Barrett mitverantwortlich war, dass bei der Wahl 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore die Nachzählung der Stimmen in Florida abgebrochen wurde und so Bush zum Präsidenten gemacht, obwohl am Ende klar war, dass Al Gore viele Stimmen mehr hatte als Bush.

    https://chicago.suntimes.com/politics/2020/9/24/21454762/amy-coney-barrett-supreme-court-president-donald-trump-notre-dame
  • demian 27.09.2020 11:26
    Highlight Highlight Freut euch vorerst einmal auf weitere vier Jahre Comedy mit Donald.

    In der Zeit wird er sich dann eine Möglichkeit schaffen um auf Lebenszeit POTUS zu sein.
  • wasps 27.09.2020 11:26
    Highlight Highlight Sie sieht sich der Verfassung verpflichtet und wird von einem Präsidenten nominiert, der auf die Verfassung pfeift. Der versucht, die Wahlen zu manipulieren. Vielleicht täuscht sie alle und ist ein Trojanisches Pferd?
  • FrancoL 27.09.2020 10:59
    Highlight Highlight Religiöser Fanatismus hat nichts auf einem Richterstuhl zu suchen.
    • bokl 27.09.2020 11:21
      Highlight Highlight Fanatismus hat auch in der Kommentaren nichts verloren.
    • Prometheuspur 27.09.2020 11:42
      Highlight Highlight @bokl ?    ..soll heissen? ? ?
    • Baba 27.09.2020 12:11
      Highlight Highlight Ich würde Richterin Barrett nicht als Fanatikerin bezeichnen, aber sie ist definitiv eine christliche Fundamentalistin.

      Roe vs Wade (Recht auf Abtreibung) zB wird von den Evangelikalen in den USA immer stärker unter Druck gesetzt. Wird darauf ein konkreter Angriff gestartet, wird sich eine Richterin von der Prägung Barrets bestimmt von ihrem Glauben leiten lassen und sich für eine Aufhebung dieses Geundsatzes einsetzen. Dito bei der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft. Alles andere anzunehmen ist einfach nur naiv.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Siru 27.09.2020 10:47
    Highlight Highlight Ich hätte nie gedacht, dass "The Handmaid’s Tale" tatsächlich eine mögliche Zukunft der USA beschreiben könnte.
    • Prometheuspur 27.09.2020 11:18
      Highlight Highlight Oh du meine Güte genau @Siru, kommt noch soweit und die USA verkommt zu Trumps Vision - «The Handmaid’s Tale» - in dieser er vollends aufblühen würde. Schlimmer ginge es nimmer.
  • Coffeetime ☕ 27.09.2020 09:54
    Highlight Highlight Wie ich schon mal schrieb, DT wird in Zukunft schon in den Geschichtsbücher erwähnt werden.... aber wohl nicht so, wie er sich es wünscht und denkt. Denkt er überhaupt?

    OK falsche Frage.
    • aglio e olio 27.09.2020 11:28
      Highlight Highlight Ich hoffe inständig auf die Möglichkeit eines Rückblicks in 40-50 Jahren.
      Bush jr. ist noch gernicht so lange her, aber ich denke schon jetzt "so schlimm war der ja doch nicht". :)
    • Basti Spiesser 27.09.2020 11:51
      Highlight Highlight @aglio

      Was an Bush war besser als an Trump? Ihr macht euch lächerlich.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 27.09.2020 13:27
      Highlight Highlight Er war nicht ein dermaßen korrupter Schleimsack wie Trump.
      Und sein Namen ist nie im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen genannt worden.
      Gut war er trotzdem nicht, besser aber um Längen.
  • sdv520 27.09.2020 09:49
    Highlight Highlight "So widersprach sie 2019 der Entscheidung ihres Gerichts, dass es rechtmässig sei, verurteilten Straftätern den Waffenbesitz zu verbieten. Barrett argumentierte, eine solche pauschale Regel mache den zweiten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der den Waffenbesitz gesetzlich verankerte, «zu einem Recht zweiter Klasse». Stattdessen sollte das Verbot nur für Personen gelten, die gefährlich seien."sehr wahrscheinlich ein weiterer scheinheiliger grund um minderheiten ein verfassungsrecht unterschwellig rassistisch abzusprechen...
    • Konsortin Sha'ira 27.09.2020 11:05
      Highlight Highlight Kannst du das erklären?
    • sdv520 27.09.2020 11:23
      Highlight Highlight "Stattdessen sollte das Verbot nur für Personen gelten, die gefährlich seien." wer soll die gefährlichkeit objektiv beurteilen? so ein formuliertes gesetz wird darauf hinauslaufen, dass minderheiten, alternative, verdächtige noch mehr verdächtigt,beschuldigt,verurteilt werden. ich kenn die kandidatin nicht, aber ich will mehr sehen als ein "i love the constitution", trump liebt ja die usa anscheinend auch und man sieht wieviel gutes er getan har.
    • Konsortin Sha'ira 27.09.2020 12:18
      Highlight Highlight Ich sehe den rassistischen Ansatz noch immer nicht. Im Gegenteil; da Poc in den USA mehr kriminalisiert werden, hätte sie ein generelles Verbot vermutlich breiter getroffen, sie wären ergo weiter diskriminiert worden. Die Gefährlichkeit wird vermutlich von einem Richter beurteilt, und zwar bei der Strafzumessung. Ja, die Formulierung ist effektiv unglücklich, aber ich sehe in dem verhinderten Verbot mehr systematischen Rassismus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • bbelser 27.09.2020 09:25
    Highlight Highlight Wenn sie so fest zur Verfassung steht wie Mitch McConnell zu seinem Wort, können wir ja total beruhigt sein.

    An irgendeine Fiktion erinnern mich die Verlogenen Staaten von Amerika mehr und mehr, weiss nur nicht:
    ist es "The Hunger Games" oder "The Handmaid's Tale"?
  • YvesM 27.09.2020 09:23
    Highlight Highlight Den Demokraten bleibt nur ein Ausweg: wenn sie an der Macht sind, die Richter auf 15 aufzustocken. Ansonsten sehe ich schwarz für den gottesstaat USA.
    • FrancoL 27.09.2020 09:43
      Highlight Highlight Ändert doch nicht an der Sache, dass bei jeder einzelnen Besetzung der Richterposten der Glaube keinen Einfluss auf die Richterin oder den Richter haben darf.
    • Domino 27.09.2020 10:20
      Highlight Highlight Und was ist wen Trump auf 15 austockt?
    • Bündn0r 27.09.2020 11:27
      Highlight Highlight Das ist kein Ausweg, das ist die Büchse der Pandora. Willst du in Zukunft wirklich immer schlimmere Hintertürchen bei jedem Regierungswechsel?
      Dazu bleibt die Fehlbesetzung bestehen.
  • FrancoL 27.09.2020 09:20
    Highlight Highlight «Ich sehe keinen Widerspruch zwischen einem aufrichtigen Glauben und meinen Pflichten als Richterin», sagte Barrett damals. Sie werde sich immer nur von dem Gesetz leiten lassen.

    Ich glaube ihr schlicht nicht, denn sie definiert sich eben auch stark durch ihren Glauben und das wird sie immer beeinflussen.

    In einer Zeit in der man versucht Politik, Recht und Glauben zu trennen ist das gelinde gesagt ungünstig.

    Was da in den Staaten heute abläuft steht im krassen Widerspruch zu den Aufgaben, die ein moderner Staat heut hat und in Zukunft erst recht haben wird.
    • Quo Vadis 27.09.2020 10:26
      Highlight Highlight Ich bin nicht religiös, somit bin auch ich eher skeptisch was diese Dame betrifft, ABER, ich sehe keinen Unterschied zwischen dem Glauben an einen Gott oder an eine Ideologie.

      Soll heissen, während die eine Seite versucht ein äusserst altmodisches, traditionelles mir nicht geheures Familienbild zu propagieren macht die andere Seite das Gegenteil. In ihrem Gender-Wahn und der gepushten Identitätspolitik kommt man auf die abstrusesten Ideen und geht Wege ein, die man nicht eingehen sollte - wider jegliche biologische Erkenntnisse.
    • FrancoL 27.09.2020 10:52
      Highlight Highlight Nicht an einen Gott glauben kann man nicht einfach mit einem Glauben an eine Ideologie gleich setzen, das wäre Grund falsch.
      Das Problem ist dass man an Gott glauben kann und erst noch einer Ideologie folgen, als eigentlich 2-Fach gebunden ist.
    • Quo Vadis 27.09.2020 11:04
      Highlight Highlight Man könnte auch einer Ideologie folgen und dennoch an Gott glauben.. und schon sind wir wieder auf Feld 1 😉
    Weitere Antworten anzeigen
  • Brave 27.09.2020 09:19
    Highlight Highlight Sie ist unbestritten eine fachlich hervorragende Persönlichkeit. Es herrscht Glaubensfreiheit. Deshalb ist es richtig, dass Sie zu Ihren Überzeugungen stehen darf und deswegen nicht diskriminiert wird, das gilt nicht nur für Muslime und Atheisten, sondern auch für Katholiken. Konservativ ist auch eine Meinung wie gesellschaftsliberal.
    • Uranos 27.09.2020 11:48
      Highlight Highlight Es herrscht Glaubensfreiheit. Deswegen darf sich eine Richterin nicht vom Glauben leiten lassen. Die Richter bestimmen über das Gesetz, nicht über metaphysische Dinge.
    • Dubio 27.09.2020 13:22
      Highlight Highlight @Brave Du hast da was verwechselt. Glaubensfreiheit heisst eben gerade nicht, dass ich meinen Glauben anderen aufdrängen darf. Das ist aber genau, was die gute Frau tut.
    • Brave 27.09.2020 15:01
      Highlight Highlight Nein, sie ist dem Gesetz verpflichtet und weiss darum. Das Gegenargument wäre, dass nur Atheisten für das Richteramt und Führungspositionen fähig wären. Das ist aber zu kurz gedacht, weil a) auch Atheisten Überzeugungen haben, und b) atheistische Überzeugungen zu über 100 Mio Toten geführt haben (z.B. Hitler, Stalin, Mao).
  • benn 27.09.2020 09:18
    Highlight Highlight Kann jemand der an das Konzept von Gott glaubt überhaupt recht sprechen? Um an Gott zu glauben muss man viele evolutionäre Fakten missachten, ist das mit recht zu vereinbaren, wo die Rechtssprechung möglichst auf Fakten basieren soll?
    • Herbibi 27.09.2020 11:04
      Highlight Highlight Also könnten nach Ihnen nur Atheisten gute Richter sein? Wenn Sie nicht an Gott glauben, so glauben Sie trotzdem an Werte, und diese sind wissenschaftlich auch nicht zu beweisen. Das hat schon Kant gezeigt.
    • Sprachrohr 27.09.2020 11:09
      Highlight Highlight Wenn man kein Kreationist ist, kann man wohl ganz gut an Gott glauben und Darwin's Thesen für wahr halten...

      Und Richter müssen ja auch keine Biologen sein...

      Nach deiner These würde sich ein Grossteil der hiesigen Bevölkerung nur schon deshalb für das Richteramt diskreditieren, weil sie an Gott glauben.
    • Lafayet, the real one 27.09.2020 11:40
      Highlight Highlight Religion und Politik trennen, das ist unser grosses Problem! Solange gewisse Schulen nur getaufte Kinder aufnehmen usw. wird das niemals geschehen.
  • Varanasi 27.09.2020 09:13
    Highlight Highlight Und da sag noch einer, er bereitet sich nicht darauf vor, die Wahl anzufechten, wenn er verliert.
    Benutzer Bild
  • N. Y. P. 27.09.2020 09:13
    Highlight Highlight Donald Trump

    Alle haben den Typen unterschätzt.


    Die Republikaner hat er auf Linie.

    Der Supreme Court ist für die Wahlen "vorbereitet".

    Die Justiz, so nebenbei, wird von einem Speichellecker geführt.

    Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein Mann die Vereinigten Staaten in den Grundfesten erschüttern kann. Auch einen Bürgerkrieg halte ich für möglich. Die USA ist tief gespalten.
    • Faktenchecker 27.09.2020 12:45
      Highlight Highlight Der Bürgerkrieg werden die Demokraten lostreten nach einer weiteren verlorenen Wahl.
    • ChlyklassSFI 27.09.2020 13:04
      Highlight Highlight Wie immer Fake-News von dir.
    • DieFeuerlilie 27.09.2020 14:17
      Highlight Highlight Ist in St. Petersburg der Akkusativ nicht bekannt, Faktenchecker..?
      Wär‘ irgendwie logisch.. denn der ist ja Fakt.. 😁
  • Samurai Gra 27.09.2020 09:06
    Highlight Highlight Bald werden die USA der Iran Christlicher Prägung sein :/
    • Quo Vadis 27.09.2020 09:56
      Highlight Highlight Nachdem man mir in der Kommentarspalte von linker Seite zu Donzallaz versicherte, dass die Parteizugehörigkeit unwichtig sei und man NUR dem Gesetz dienen sollte, bin ich beruhigt.

      Oder kann es vielleicht doch sein, dass das Gesetz jeweils doch anders interpretiert werden kann (je nach politischer Gesinnung und Background) und es eben DOCH darauf ankommt, von welcher Partei man ist bzw. Ideologie man vertr.?

      Bei Donzallaz' (SVP) eher linker Auslegung der Gesetze hatten die Leser hier offenbar keine Probleme -> scheint also nur ein Problem zu sein wenn jemand konservatives den Posten besetzt.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 27.09.2020 09:58
      Highlight Highlight Traurig, aber du triffst den Kern der Sache mit chirurgischer Präzision.😔
      Ich nenne christliche Fundamentalisten und ich Extremisten nicht einfach so Bibel-Taliban.
      Die Entwicklung ist schrecklich.😢
    • aglio e olio 27.09.2020 11:42
      Highlight Highlight "Bei Donzallaz' (SVP) eher linker Auslegung der Gesetze hatten die Leser hier offenbar keine Probleme ->"
      Netter Versuch die Sache zu drehen. Donzallas entschied, seiner Aussage nach, faktenbezogen gegen die "Wünsche" des SVP Oyabun. Wobei hier um Fakten ging, nicht um Ideologie. Das passte "seiner" Partei nicht.
      Kein Leser befürwortete hier angebliche linke, ideologisch motivierte Entscheidungen des Richters Donzallas, wie du hier gerade den Vorwurf konstruierst. Die gab es m.W. nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baba 27.09.2020 08:43
    Highlight Highlight 2 Zitate:

    "...dass Ihr grundlegendes Ziel im Leben nicht ist, Jurist zu sein, sondern Gott zu lieben, zu kennen und zu dienen, werden Sie wahrhaft eine andere Art Jurist sein»"

    vs

    "«Ich würde meine persönlichen Überzeugungen nie dem Gesetz aufzwingen.» Ein Richter dürfe nie aus dem Wunsch heraus entscheiden, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen."

    Diese Person kontrovers zu nennen ist noch milde ausgedrückt.

    Der SCOTUS scheint auf dem Weg zu einem Wächterrat nach iranischem Vorbild zu werden, bzw die USA mutieren zum Gottesstaat. Alles unter einem gottlosen aber machtgeilen Präsidenten.
    • eddie_c 27.09.2020 09:26
      Highlight Highlight https://scholarship.law.nd.edu/law_faculty_scholarship/527/

      Aus der Zusammenfassung: "While mere identification of a judge as Catholic is not sufficient reason for recusal under federal law, the authors suggest that the moral impossibility of enforcing capital punishment in such cases as sentencing, enforcing jury recommendations, and affirming are in fact reasons for not participating."

      Nein, sie wird kein Gottesstaat herbeiführen.
    • Konsortin Sha'ira 27.09.2020 10:16
      Highlight Highlight Ich sehe da, ehrlich gesagt, keinen Widerspruch. Wieso sollte "Jurist sein" ihr grundlegendes Ziel im Leben sein, um Jurist zu sein? Ihr grundlegendes Ziel könnte auch "Mutter sein" sein - dürfte sie dann auch nicht Richterin sein? "Grundlegende" Ziele im Leben müssen nicht deckend mit der Berufsausübung sein. Und natürlich ist es schwierig, den eigenen Glauben abzugrenzen von der eigenen Person, aber sie hat mit der Verfassung ja eine Leitlinie, der sie folgen kann. Schwierig wlrd es bei Entscheidungen, die tatsächlich nicht dort definiert sind.
    • Samurai Gra 27.09.2020 11:00
      Highlight Highlight @Autokorrektur: Glauben ist Privatsache.

      Sonst ist man im Handumdreh bei der Sharia und der Erzkonservativen Religiösen Rechtsauffassung der Ayatollahs, Saudis, Taliban usw.
    Weitere Antworten anzeigen
  • walsi 27.09.2020 08:37
    Highlight Highlight Es spielt keine Rolle welchen Richter Trump nominiert, die Linken werden die Frau oder den Mann suspekt finden. Alleine schon auf Grund der Tatsache, dass diese Person von Trump nominiert wurde.
    • FrancoL 27.09.2020 09:14
      Highlight Highlight Walsi, so einfach kannst Du in Deiner Küche argumentieren. In einer Zeit in der man sich bemüht in der Politik und im Recht, Recht und Glauben zu trennen, ist sie wirklich ein Problem und nicht nur für die Linken, denn es gibt immer mehr Rechte, die auch den Glauben als Privatsache sehen und ihn nicht diesen Stellenwert beimessen wie diese Richterin. Und das ist auch gut so.
    • Walter Sahli 27.09.2020 09:22
      Highlight Highlight Selbstverständlich! Trump hat in den letzten vier Jahren keinerlei Personalentscheidungen getroffen oder Aussagen gemacht, die ein Vertrauen in irgendeiner Form in ihn rechtfertigen würden. Man muss schon sehr verblendet und naiv sein, wenn man ihm immer noch traut.
    • glass9876 27.09.2020 09:26
      Highlight Highlight Richtig und genau deshalb sollten die Republikaner mit gleichen Regeln spielen, die sie den Demokraten vor 4 Jahren aufgezwungen haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Digichr 27.09.2020 08:36
    Highlight Highlight In der Schweiz würde man jemanden mit solchen Ansichten wohl als "religiösen Fanatiker" bezeichnen.
    Bin ich froh, lebe ich nicht in den USA.
    • Randen 27.09.2020 10:55
      Highlight Highlight Na ja ich denke wir leben eigentlich schon in den USA. Ohne es direkt zu bemerken sind wir zu 100% Abhängig vom Wohlwollen der USA.
    • Sprachrohr 27.09.2020 11:02
      Highlight Highlight Ich bin selbst Agnostiker und kann keinerlei Fundamentalismus bei der Frau sehen. Sie ordnet als Juristin ihre persönliche Überzeugung Gesetz und Verfassung unter, siehe z.B. zum Thema Homoehe.

      Auch Religionsfreiheit ist - bei Beachtung der staatlichen Rechtsordnung und Respekt vor Anders- und Nichtgläubigen - ein verfassungsmässiges Recht!
  • Max Dick 27.09.2020 08:01
    Highlight Highlight Trotzdem tun sie gut daran, die Kandidatur auf nationaler Ebene nicht übermässig zu bekämpfen. Lieber still sein und dann nach einem allfälligen Doppelwahlsieg mit einem Coup die Richterzahl auf 13 erhöhen. Auch wenn es dann früher oder später mal 15 sein werden.
    • FrancoL 27.09.2020 09:16
      Highlight Highlight Du hast eine sonderbare Auffassung des Rechts, es geht doch nicht um 13, 15 oder mehr Richter; es geht darum, dass man von einem Richter verlangen muss, dass seine persönliche Glaubensebene nichts im Gericht zu suchen hat. Nur so gewährleisten wir das das Recht geschützt ist. Und wenn ich der Dame genauer zuhöre ist genau dies nicht gegeben.
    • YvesM 27.09.2020 09:25
      Highlight Highlight Die Blitze berstehe ich hier nicht. Im Moment der einzige Weg, auf Bundesebene die Mehrheitsmeinung wieder herzustellen. Die Mehrheit der Amerikaner ist liberal.
    • FrancoL 27.09.2020 09:36
      Highlight Highlight @YvesM; In erster Linie geht es heute darum sich entschieden gegen ein Hineintragen des Glaubens in den Supreme Court zu äussern und dies vehement kund zu tun. Denn auch bei 13 oder 15 RichterInnen wird dieser Grundsatz immer zu stützen sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • rodolofo 27.09.2020 07:29
    Highlight Highlight Auf den ersten Blick sieht das immerhin gar nicht so schlecht aus, wie ich das zuerst erwartet hatte.
    Und als Katholikin hat sie gelernt, mit den Widersprüchen des befreienden Vorbildes Jesus Christus und der einengenden Realität der Kirche umzugehen.
    Vielleicht wird aus dieser bräunlichen Raupe noch ein farbiger Schmetterling, wer weiss?

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