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40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Die Gemeinde Tägerig korrigiert die Leckrate stark nach unten. Statt 31 Prozent verschwanden doch nur 14 Prozent des Trinkwassers auf dem Weg vom Reservoir zum Wasserhahn.

Fabio Vonarburg / ch media



Eine junge Frau genehmigt sich einen Schluck Wasser aus dem Wasserhahn, aufgenommen in einer Kueche in Zuerich am 22. Maerz 2004. Schweizer Trinkwasser ist laut dem Zuercher Kantonslabor jedem Mineralwasser praktisch ebenbuertig. Qualitative Abweichungen gibt es allenfalls beim Mineraliengehalt, wie Alfred Besl, Leiter des Trink- und Badewassers, am 22. Maerz 2004 an einer Medienkonferenz zum Weltwassertag sagte. Das von den Wasserversorgungsunternehmen verteilte Trinkwasser sei im allgemeinen von ausgezeichneter Qualitaet. Das kantonale Labor Zuerich habe im vergangenen Jahr 7.103 Trinkwasserproben untersucht. Dabei habe es 87 Beanstandungen in mikrobiologischer Hinsicht und 21 in chemischer Hinsicht gegeben, sagte Besl.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Trinkwasser-Initiative ist laut Komitee zustande gekommen. Sie verlangt, dass der Bund nur Bauernbetriebe unterstützt, die ohne Pestizide produzieren und ihren Tieren nicht vorbeugend Antibiotika verabreichen. Bild: KEYSTONE

In Tägerig gingen letzte Woche die Wogen hoch. Der Rechenschaftsbericht 2018 wies mit 44 Millionen Litern einen massiven Wasserverlust zwischen Reservoir und Wasserhahn aus, was eine Kettenreaktion auslöste. Zuerst kam die Nachfrage eines Bürgers an der Gemeindeversammlung, es folgte ein Leserbrief im «Reussboten», woraufhin das SRF-«Regionaljournal» und kurz darauf die AZ darüber berichteten und vom «Rätsel von Tägerig» schrieben. Dieses hat der Gemeindeammann des Dorfes, Beat Nietlispach, in einer Medienmitteilung nun aufgelöst. Dabei zeigt sich: Das grosse Wasserverlust-Rätsel ist vor allem ein Sturm im Wasserglas.

Mit falschen Zahlen gerechnet

Wie eine Analyse der Gemeinde zeigte, wurde im Rechenschaftsbericht der Wasserverlust, die sogenannte Leckrate, falsch berechnet. Den Zahlen für die Wasserbeschaffung aus dem Reservoir und für das verkaufte Wasser an die Haushalte lagen unterschiedliche Zeitperioden zugrunde. «Der Gemeinderat hat daraufhin die im Rechenschaftsbericht zur Verwirrung leitenden durchmischten Zahlen von Kalender- und Rechnungsperiode exakt und nur nach Verrechnungsperiode (1. April 2017 bis 31. März 2018) ergänzt und analysiert», schreibt der Gemeindeammann in seiner Mitteilung.

Dabei zeigte sich, dass zwischen Reservoir und Wasserhahn nicht 31 Prozent des Trinkwassers ins Nirwana verschwunden sind, sondern 14 Prozent. Sprich 14 Millionen Liter Wasser. Dazu schreibt Nietlispach: «Der Gemeinderat bedauert dieses Missverständnis, welches zu einer falschen Interpretation führte, ja sogar den Verdacht aufkommen liess, es sei Wasserdiebstahl begangen oder das Wasser sei illegal für den viel diskutierten Sportplatz verwendet worden.»

Vergleich mit anderen Gemeinden

Diese nun korrigierten Zahlen sind im Vergleich mit anderen Gemeinden nicht mehr aussergewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Die Leckrate in Wohlen betrug 2018 noch 17 Prozent und war im Jahr zuvor bei 24 Prozent. Villmergen hingegen wies im vergangenen Jahr eine Leckrate von 7 Prozent auf. Der schweizweite Durchschnitt liegt zwischen 12 und 15 Prozent.

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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alienus 18.06.2019 21:56
    Highlight Highlight Da kann noch die Problematik mit der Mess-Toleranz/Differenz bei Wasserzählern hinzu kommen!

    Denn die Wasserzähler beim Wasserabgang (Gemeindeseite) haben im Gegensatz zu dem Wasserzählern bei den Verbrauchern (Privat /Gewerbe) eine wesentlich gespreiztere Toleranzbreite als die wesentlich geringere Toleranzbreite beim Endverbraucherzähler.

    Da kann schon etwa +/- 4 bis 8 % rechnerischer „Verlust“ entstehen. Der Wasserverlust ist wohl tatsächlich ein „Toleranz-Fehler“.

    Auch könnte die Feuerwehr ihren (kleinen) Anteil am „Verlust“ beitragen.
  • Bazoo 18.06.2019 18:44
    Highlight Highlight Ich frage mich ernsthaft, wie man einen Verlust von 14% TRINKWASSER einfach so hinnehmen kann! Man merkt wie sorglos die Schweiz mit ihren Recoursen umgeht...
    Anstatt zu erklären, wo der Berechnungsfehler ist, würde man besser Lösungen präsentieren welche dem Wasserverlust entgegenwirken...
    Kann doch nicht sein, dass man bis auf diese Wasserrohre alles auf dieser Welt abdichten kann!
  • Mutbürgerin 18.06.2019 15:37
    Highlight Highlight Nur weil man die Zeitachse um 3 Monate schiebt, kann sich der Jahresverbrauch kaum um soviel ändern. Ich würd da dranbleiben, das wird die Sommerlochstory des Jahres.
    • Forrest Gump 18.06.2019 17:14
      Highlight Highlight Also wenn ich die Anzahl Liter, die den Speicher während eines Jahres verlassen haben, mit den fakturierten Litern von 9 Monaten vergleiche, komme ich sehr wohl auf ein völlig falsches Resultat..
    • brico 18.06.2019 21:57
      Highlight Highlight So oder so, die sind derart inkompetent, da ist alles möglich. Schlimm, wenn man sich eine solche Regierung wählen muss.
  • brico 18.06.2019 15:36
    Highlight Highlight Der Gemeinderat stellte also die im Jahr 2018 geförderte Wassermenge der 2017 verrechneten gegenüber und merkt das nicht. Welch Mass an Professionalität!
    Wetten, dass die alle in der SVP sind?
  • Daniel Caduff 18.06.2019 15:13
    Highlight Highlight Ich finde jetzt auch 14% oder 17% nicht unbedingt ein akzeptabler Wert. Ich finde, die Ressource Trinkwasser ist zu wertvoll, als dass wir einfach Millionen Liter davon "verlieren" können.

    • fidget 18.06.2019 15:22
      Highlight Highlight Wir verlieren das Wasser aber gar nicht. Es versickert im Boden und bleibt im Wasserkreislauf. Das Einzige was verloren geht sind die Einnahmen der Wasserversorgung.
    • Sharkdiver 18.06.2019 15:26
      Highlight Highlight Scheint mir dennoch ein Problem. In Hitzezeiten wie im Sommer 2018 bei starkem Wassermangel ist ein so grosser Verlust doch sehr problematisch
    • Daniel Caduff 18.06.2019 15:30
      Highlight Highlight @Fidget

      Nö, Trinkwasser ist nicht dasselbe wie Grundwasser.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stehaufmännchen 18.06.2019 15:12
    Highlight Highlight "Leckrate" ich, 30, mit leicht postpupertärem Moment 😇😂😂
  • tolgito 18.06.2019 14:37
    Highlight Highlight Och, nur 14mio Liter. Dann ist es ja voll easy 👍🏻
  • DerBeserWiser 18.06.2019 14:32
    Highlight Highlight Zuerst sprach man mit 40Mio Liter von 31 % Verlust, nun soll der Verlust nur 14 % betragen, was einen Verlust von 14Mio Liter. Geht für mich nicht auf :)
    • Kalsarikännit 18.06.2019 16:03
      Highlight Highlight Das sind grosszügige Rundungsfehler ;)
    • Caryssia Mal'Ganis 18.06.2019 16:05
      Highlight Highlight Wird doch am Anfang des Artikels beschrieben: Der Verlust (in Liter) wird berechnet, in dem Gesamtkonsum - verrechneter Konsum (aka. was aus dem Wasserhahn geflossen ist) gerechnet hat. Das Problem: Die beiden Zahlen wurden nicht über die gleiche Zeitperiode erhoben.

      Nun hat man dies korrigiert, was sich in anderen Ausgangswerten für Gesamt- und verrechnetem Konsum niederschlug, wodurch sich logischerweise ebenfalls das prozentuale Verhältnis geändert hat.
    • Offi 18.06.2019 20:07
      Highlight Highlight Ich glaube Rechnen ist in Tägerig Glücksache! Ich würde auf jeden Fall, wenn ich dort wohnen würde, alle Rechnungen von der Gemeinde genauestens unter die LUPE nehmen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glenn Quagmire 18.06.2019 14:32
    Highlight Highlight Die SVP wird wohl behaupten, dass es von Zuwanderern geklaut wurde.
    • brico 18.06.2019 15:32
      Highlight Highlight Das macht sie ja bereits.
    • Selbst-Verantwortin 18.06.2019 17:13
      Highlight Highlight Hat da jemand eine Phobie? Wenn man die ganze Welt auf die SVP bezieht unterscheidet nur das Vorzeichen von Fans.

Hand unter der Jeans – 71-Jähriger verurteilt, weil er 6-Jährige betatschte

Das Bezirksgericht Laufenburg verurteilte einen 71- Jährigen wegen sexueller Handlungen mit einem sechsjährigen Mädchen. Dieses habe den Vorfall widerspruchsfrei geschildert.

An einem Morgen im Juli 2018 besuchte die sechsjährige Larissa * gemeinsam mit ihrem Bruder Tim * das Nachbar-Ehepaar in einem Fricktaler Dorf. Die Kinder brachten Zwetschgen vorbei – und bekamen als Dank ein Eis. Soweit stimme der Sachverhalt, sagte der heute 71-jährige Hans * gestern vor dem Bezirksgericht Laufenburg.

Darüber, was bei der Verabschiedung von Larissa passierte, gingen die Versionen dann aber auseinander. Hans, der inzwischen auf einem Stuhl sass, habe ihr von unten in die kurze …

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