Schweiz
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ARCHIV - ZUR TOURISMUSSTATISTIK UND DER ZUNAHME VON LOGIERNAECHTEN IN DER SCHWEIZ STELLEN WIR IHNEN DIESE BILDREPORTAGE ZUR VERFUEGUNG - Soap bubbles and and tourist with the Kappelbruecke bridge in the background in Lucerne, Switzerland, on August 14, 2017. In the city of Lucerne counts between 8 and 10 million day visitors a year. (KEYSTONE/Alexandra Wey) 

Seifenblasen und Touristen mit der Kappelbruecke im Hintergrund, in Luzern am 14. August 2017. Die Stadt Luzern zaehlt jaehrlich zwischen 8 und 10 Millionen Tagesgaeste. (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Man weiss fast nicht mehr, wie es einmal war: Asiatische Touristen in Luzern (vor der Corona-Zeit natürlich). Bild: KEYSTONE

Tourismuszahlen: Diese ausländischen Gäste mieden die Schweiz am stärksten

Der Schweizer Tourismus leidet extrem unter dem Coronavirus. Neue Zahlen des Bundesamt für Statistik zeigen jetzt das ganze Ausmass des Einbruchs im ersten halben Jahr 2020. Aus einigen Ländern gingen die Ankünfte um über 90 Prozent zurück – das traf insbesondere drei Schweizer Kantone hart.



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Wie sehr brach der Tourismus ein?

Die Schweizer Hotellerie kam im ersten Halbjahr 2020 auf 9,9 Millionen Logiernächte. Das sind satte 47,5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode. Und das, obwohl das Jahr überaus verheissungsvoll begann.

Im Januar (+6,3%) und Februar (+6,4%) registrierte der Schweizer Tourismus ein erneutes Wachstum – dann kam der Corona-bedingte Totaleinbruch. Im April – dem bis jetzt härtesten Monat – brachen die Übernachtungszahlen gegenüber dem Vorjahr um 92,4 Prozent ein. Das sind 2,5 Millionen weniger Logiernächte.

Anzahl monatliche Logiernächte in der Schweiz

tourismus schweiz januar 2017 bis juni 2020 logiernächte

Den grössten Einbruch verzeichnete der Schweizer Tourismus insbesondere bei der ausländischen Klientel: Hier brachen die Zahlen um 60,1 Prozent ein. Die inländische Nachfrage verzeichnete einen Rückgang um 32,4 Prozent.

Gäste aus diesen Ländern blieben am häufigsten fern

Sämtliche Gästezahlen erlitten einen starken Einbruch. Doch einige Länder stechen heraus.

So sind etwa die Ankünfte aus Indien im ersten Halbjahr total eingebrochen. Statt rund 200'000 indischer Gäste kamen noch knapp 20'000. Das entspricht einem Minus von 91,4 Prozent.

Auf den Plätzen folgen weitere asiatische Länder. Insbesondere Gäste aus China – dem Ursprungsland der Pandemie – blieben der Schweiz fern (statt 430'000 kamen rund 75'000).

Das europäische Land mit dem grössten Gäste-Rückgang ist Island. Allerdings kamen aus dem hohen Norden auch 2019 nur total 3300 Gäste in die Schweiz.

Aus den Nachbarländern Österreich und Italien wurde ein Minus von gut 60 Prozent verbucht. Aus Deutschland, der anzahlmässig mit Abstand grössten Touristengruppe in der Schweiz, kamen 56 Prozent weniger Gäste. In Zahlen ausgedrückt kamen noch 360'000 statt 825'000 deutsche Gäste. Den kleinsten Einbruch unter den Nachbarländern verzeichnete man in der Schweiz mit Minus 52,7 Prozent bei den Franzosen.

Markant ist der Rückgang auch aus den USA. Statt knapp 500'000 Gäste wurden nur knapp 130'000 im ersten Halbjahr 2020 registriert.

Welche Kantone besonders betroffen sind

Von den Kantonen am stärksten betroffen ist Zürich, der bis im Juni gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 61,5 Prozent verzeichnet. Dahinter folgen Luzern und Genf.

Insbesondere in Luzern zeigt sich, wie stark die Region von asiatischen Touristen abhängig ist. Die Region Luzern/Vierwaldstättersee ist eine von drei Tourismusregionen, die schon im Februar einen Rückgang bei den Logiernächten verzeichnete – als Folge der in Asien bereits grassierenden Corona-Pandemie.

Am anderen Ende der Skala sieht es für die Kantone Appenzell-Innerrhoden (-16,2%), Graubünden (-22,9%) und Uri (-28,2%) noch am besten aus. Insbesondere der Tourismuskanton Graubünden profitierte davon, dass man schon seit Jahren auf viele einheimische Gäste zählen kann.

Leichte Erholung, aber weit weg von Normalität

Nach der ersten Welle haben sich die Zahlen wieder etwas erholt. Die Nachfrage im Mai und Juni hat wieder zugenommen – ist aber immer noch weit von den Vorjahreszahlen entfernt. Nachdem die Schweiz am 15. Juni die Grenzen zum Schengenraum öffnete, stiegen die Logiernächte auf 1,4 Millionen, was einem Minus von 62 Prozent gegenüber Juni 2019 bedeutet.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Loreley 05.08.2020 06:31
    Highlight Highlight Die Stadt-Luzerner wirds sicher freuen. Hat man doch immer wieder gelesen, wie sie unter den Asiaten-Massen gelitten haben *ironieoff*
  • DerRaucher 05.08.2020 03:46
    Highlight Highlight Ich meide die Schweiz als Schweizer. Als Mensch im unteren Lohnsegment ist mir Urlaub hier nicht vergönnt. Zum Glück wohne ich aber Grenznahe und bekomme in D oder AT das was ich mir wünsche. Ende August gibt es nach Juni nochmal eine Woche in Deutschland. Nur mal zum Vergleich, alleine für die Bahnfahrt zahle ich für 450km 50 Euro hin und zurück weil man ein paar Wochen vorher bucht. In der Schweiz unmöglich mit kleineren Distanzen.
    • Frankygoes 05.08.2020 07:28
      Highlight Highlight Äh..BS. Sie profitieren also "als Mensch im unteren Lohnsegment" davon, dass es Leute in D oder AT gibt, die noch weniger verdienen als Sie.. Glückwunsch. Ist ja jetzt nicht so, als ob die Gastro- und Tourismus-Branche hierzulande die Preisgestaltung danach richtet, dass hohe Preise schick sind.. "ich geh ins Ausland, da sind Sklaven noch erlaubt". Kann man machen. Übrigens: preiswerte Ferien sind in der Schweiz durchaus möglich..
    • Ula 06.08.2020 18:58
      Highlight Highlight @Frankygoes
      In D und A verdient man im Verhältnis im Gastgewerbe nicht schlechter als in der CH. Wer arbeitet denn dort in der CH? In D und A stimmt einfach noch das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Freundlichkeit! Als Sklave fühlt man sich hier nicht mehr wie in der CH im Gastgewerbe!
  • Rolfi Bolfi 04.08.2020 23:38
    Highlight Highlight So schlimm wie es für die Tourismusbranche in Luzern ist, so schön ist es dafür für uns Einheimischen. Die Stadt gehört wieder uns, den Einwohnern. Viel Platz an der Reuss und weiteren Orten. Wir genießen dies und wissen, dass es nicht lange so bleibt. Keine Panik liebe Tourismusbranche, die Touris werden wieder kommen. Genießt diesen Moment der Stille und stellt euch unterdessen besser auf, damit ihr nicht mehr auf den Massentourismus angewiesen seid.
  • Meinung 04.08.2020 22:28
    Highlight Highlight Warum werden die CH Hotels nicht etwas Kreativ.
    Rabatt für Gäste aus dem jeweiligen Kanton? Oder wer im Umkreis von 100 km logiert hat 25% vergünstigung usw.
    Jammern hielft doch niemandem, schon gar nicht dem Personal. Inovation ist gefragt.
  • Rhinopower 04.08.2020 22:00
    Highlight Highlight Gerade der Ausbleib des Billig-Gruppen-Tourismous aus China ist eine Wohltat. Genauso wie es für Mallorca eine Wohltat ist dass die Ballermänner nicht im Vollsuff überall vor sich hinkotzen.
  • c_meier 04.08.2020 21:46
    Highlight Highlight so Rückblickend sollte die Schweiz eher froh sein, dass China so rasch seine Touristengruppen alle im Land behalten hat...
    die Schweiz hat ja - trotz der Grenze zu Italien - erst Grenzen geschlossen als alle anderen rundherum ihre Grenzen für Reisende aus der 🇨🇭 geschlossen haben...
    • Marhof 04.08.2020 23:16
      Highlight Highlight Gruppenreisen ins Ausland wurden in China im Januar schon verboten. Das erklärt, weshalb praktisch alle Infektionen im März aus Norditalien und aus dem Tirol eingeschleppt wurden. Chinesische Touristen und China-Reisende waren diesbezüglich nie ein grosses Problem.
      Inzwischen gilt Europa bei den Ost-Asiaten als viel zu gefährlich und das wird wohl noch länger so bleiben. Der Schweizer Tourismus wird dies massiv spüren.
  • Spargel 04.08.2020 20:53
    Highlight Highlight Kurzarbeit und Covidkredit reichen nicht um zu überbrücken?
  • Keller Baron 04.08.2020 20:24
    Highlight Highlight Ich muss sagen in Luzern fällt das sehr extrem auf. Ich vermisse die ganzen Cars mit chinesischen Touristen. Für mich gehört das mittlerweile zum Stadtbild dazu🤷🏻‍♂️

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