Schweiz
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epa07861170 Activists sit in front of the Pizol glacier and mountain during a commemoration for the dying glacier of Pizol mountain, in Wangs, Switzerland, 22 September 2019. Various organizations gathered to shine a light on climate change and melting glaciers.  EPA/GIAN EHRENZELLER  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Aktivisten gedenken des Pizol-Gletschers. Bild: EPA

Wegen des Klimawandels – die Schweiz ist um einen Gletscher ärmer



Mehr als 100 Umweltaktivisten haben am Sonntag einen Trauermarsch zum geschmolzenen Pizol-Gletscher im Kanton St.Gallen gemacht. Mit der Aktion wollten sie auf die Bedrohung des Klimawandels aufmerksam machen.

«Die Häufung von extrem warmen Jahren hat dazu geführt, dass der Pizol-Gletscher richtiggehend zerfällt», wird der Glaziologe Matthias Huss von der ETH Zürich in einer Mitteilung zitiert. Sogar so stark, dass er als erster Gletscher aus dem Schweizer Messnetz gestrichen wurde. Dieses Jahr habe er den Pizol-Gletscher deshalb wohl das letzte Mal vermessen.

Der Pizol-Gletscher ist nach Norden exponiert und liegt mit 2630 bis 2780 Meter über Meer relativ tief. In den letzten 120 Jahren hat der Gletscher rund 400 Meter seiner Länge verloren und ist auf eine Fläche von 0.06 Quadratkilometern abgeschmolzen. Zwischen den Jahren 1850 und 2010 hat er bis zu 85 Prozent seiner Fläche eingebüsst.

The letters 'RIP' (rest in peace) are written with stones during a commemoration in front of the 'dying' glacier of Pizol mountain in Wangs, Switzerland, Sunday, Sept. 22, 2019. Various organizations gathered to shine a light on climate change and melting glaciers. (Gian Ehrenzeller/Keystone via AP)

Aktivisten gedenken dem Pizol-Gletscher. Bild: AP

Es blieben «etwas weniger als vier Fussballfelder», sagte Huss gemäss Nachrichtenagentur AFP. Seit 1850 sind in der Schweiz laut Huss mehr als 500 Gletscher verschwunden. Viele von ihnen hätten keinen Namen getragen. Der Pizol-Gletscher sei ein Sonderfall, weil er «sehr gut untersucht worden» sei.

Wie dem Pizol-Gletscher werde es in den kommenden Jahren vielen kleinen Gletschern ergehen, schreiben die Organisatoren der Gedenkfeier auf ihrer Website. Hauptursache sei der vom Menschen verursachte Klimawandel. Die Umweltaktivisten fordern deshalb, die Klimaerwärmung zu stoppen und die Gletscher-Initiative zu unterstützen.

Die Aktion unterstützen unter anderem die Organisationen Brot für alle, Greenpeace und der Verein Klimaschutz Schweiz. Laut einem Reporter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort nahmen rund 100 Personen an der Gedenkfeier teil, gemäss Organisatoren waren es 250.

Geröllwüsten statt Gletscher

In der Schweiz gibt es etwa 700 Gletscher, die kleiner als 0.1 Quadratkilometer sind. Gemäss Berechnungen des Schweizerischen Gletschermessnetz (Glamos) werden diese Gletscher bis ins Jahr 2030 im Vergleich zu heute rund zwei Drittel des Eises verloren haben. Bis 2050 dürften fast alle kleinen Gletscher verschwunden und zu Stein- und Geröllwüsten verkommen sein.

epa07861161 View of the Pizol glacier on the sideline of a commemoration for the dying glacier of Pizol mountain, in Wangs, Switzerland, 22 September 2019. Various organizations gathered to shine a light on climate change and melting glaciers.  EPA/GIAN EHRENZELLER  ATTENTION: This Image is part of a PHOTO SET

Der ehemalige Pizol-Gletscher. Bild: EPA

Gletscher werden als Wasserspeicher (Trinkwasser, Stromerzeugung) auch wirtschaftlich genutzt. Zudem wirkt sich der Rückgang des Gletschereises auch auf den Tourismus aus, und Naturgefahren im Gebirge (Eisabbrüche, Entleerung von Seen) stehen oft mit Gletschern im Zusammenhang. (sda)

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49Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • 2 linienpass 23.09.2019 13:52
    Highlight Highlight Vor ca 500 Jahren war der Bodensee ausgetrocknet. Gab es damals schon Flugzeuge? Tja, wer war da wohl schuld? Keine Flugzeuge, keine Autos und keine Industrie.
    Kennt ihr die Natur? Anscheinend nicht. Übrigens, die Gletscher bedeckten mal das ganze Flachland. Sie haben sich ganz von alleine zurück gebildet, ganz ohne Einfluss des "bösen" Menschen.
    Das nennt man kalt und warm Perioden.
    Aber irgendwie muss man die neuen Steuern und Abgaben begründen.
    PS: schaut euch die anderen Kontinente an. Das Wort Umweltschutz gibts da nicht im Wörterbuch!
  • S.Potter 22.09.2019 22:37
    Highlight Highlight Auf deine Neugeburt in der nächsten Kältephase. Viele wissen nicht dass unter dem Morteratsch Gletscher Holzstücke von vor 4000 Jahren gefunden wurden.
    • weissauchnicht 22.09.2019 22:59
      Highlight Highlight Brennholz, das Ötzi unterwegs verloren hat?
  • Toerpe Zwerg 22.09.2019 21:30
    Highlight Highlight Ist es wirklich notwendig, von Geröllwüsten zu sprechen? Das Pendant beim Gletscher wäre Eiswüste. Na?
    • weissauchnicht 22.09.2019 23:07
      Highlight Highlight Ehm ja, ein Gletscher ist tatsächlich eine Eiswüste, die ganze Antarktis übrigens auch. Was ist Dein Problem? Im Unterschied zur Eiswüste bringt eine Geröllwüste dem Unterland allerdings herzlich wenig Wasser. Und die Schönheit der Alpen bestand lange aus dem Wechselspiel zwischen Eis- und Felswüsten. Geröll- und Sandwüsten können natürlich auch schön sein, wie zB in Marokko. Ob wir allerdings das dortige Klima und Trockenheit auch in der Schweiz wollen?
    • Toerpe Zwerg 23.09.2019 06:14
      Highlight Highlight Das ist eine ziemlich sinnbefreite Antwort. Gletscher produzieren schliesslich kein Wasser und die Klimamodelle prognostizieren keineswegs weniger Niederschlag für die Schweiz. Weiter wird die Vegetation vordringen.
    • weissauchnicht 23.09.2019 07:47
      Highlight Highlight Gletscher „produzieren“ kein Wasser, sondern speichern es und sorgen für eine konstante Wasserversorgung in heissen Trockenperioden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zweiundvierzig 22.09.2019 21:26
    Highlight Highlight „Wie dem Pizol-Gletscher werde es in den kommenden Jahren vielen kleinen Gletschern ergehen, schreiben die Organisatoren der Gedenkfeier auf ihrer Website. Hauptursache sei der vom Menschen verursachte Klimawandel.„ - In solchen Sätzen dürft ihr von mir aus gerne auf den Konjunktiv verzichten, liebe Watsons. Merci.
    • Grossmaul 22.09.2019 22:18
      Highlight Highlight Indirekte Rede. Kein Konjunktiv.
  • Freethinker 22.09.2019 20:05
    Highlight Highlight Das Klima verändert, aber schon immer! -> Den Spruch kann ich nicht mehr hören... 😑
    • m. benedetti 22.09.2019 22:42
      Highlight Highlight Ist aber so! Wo ist der Gletscher, der einst Zürich mit 400 Meter Eis bedeckte? Irgendwo ganz hinten im Glarnerland. Seither ist der Meeresspiegel um über 120 Meter gestiegen. Das nenn ich mal einen Klimawandel.
  • juergy 22.09.2019 19:30
    Highlight Highlight https://de.rt.com/1yqc
    Fidel il maximo lider wies in einer seiner Reden schon 1992 weitsichtig auf die Problematik hin....
    Leider taten und tun wir immer noch wenig bis gar nichts um das Problem anzugehen.... Leider....
  • Panna cotta 22.09.2019 19:27
    Highlight Highlight @Watson: Rettet dem Dativ, aber vergesst nicht des Genitivs. Es heisst: "... gedenken des Pizol-Gletschers."
    • Lionel Baumgartner 22.09.2019 19:49
      Highlight Highlight Danke für den Hinweis. Ist korrigiert.
  • marcog 22.09.2019 18:54
    Highlight Highlight Ich bin letztes Jahr mit dem Gleitschirm in der Region Nufenen-Gotthard-Lukmanier rumgeflogen. Auf knapp 3000 Meter Höhe hatte es einige kleinere (ein paar Kubikmeter) graue Eisklumpen, welche früher wohl mal richtige Gletscher waren...
  • Goon 22.09.2019 18:23
    Highlight Highlight Sicht vom Balkon her
    Benutzer Bild
  • ain hasardeur 22.09.2019 18:03
    Highlight Highlight Unwiderrufllich weg. Ein Jammer.
    • m. benedetti 22.09.2019 22:47
      Highlight Highlight Auf dem Gletscher wachsen keine Blumen, wieso soll das ein Jammer sein? Ich verabschiede jeden Gletscher mit einem Jubelschrei. Und unwiderruflich wohl eher nicht. Die nächste Eiszeit kommt mit Sicherheit. Statistisch in einigen tausend Jahren.
    • SemperFi 23.09.2019 15:11
      Highlight Highlight @m. benedetti. Auf dass es ewig Sommer sei. Dann kann man jeden Abend brätlen.
  • wolge 22.09.2019 17:38
    Highlight Highlight Auswirkungen auf den Tourismus: Wir stellen jetzt x Beschneeiungsmaschinen auf und zerstören den Planeten noch mehr...
    • darkshadow 22.09.2019 19:37
      Highlight Highlight aber hey, ein paar schlagen Kapital daraus...
  • SIEGLINDE 22.09.2019 17:35
    Highlight Highlight Und warum ist Greta nicht dabei bei der geht es ,,nicht um Klimaschutz sonst hätten die bereits alle Kohlekraftwerke abgestellt vor allem den enormen LKW auf Schienen rauf die wollen nur Steuern erhöhen und alles bleibt beim alten
    • NumeIch 22.09.2019 17:49
      Highlight Highlight Oje. Eifach öppis. Wenn man keine Argumente hat, zielt man auf Personen.
    • oliversum 22.09.2019 17:49
      Highlight Highlight Hä?
    • leu84 22.09.2019 17:59
      Highlight Highlight Es liegt auch an uns, dagegen anzukämpfen. Alles auf eine 16 Jährige junge Frau zu schieben ist sehr einfach. Nun, Sie, Ich oder Greta können nicht gleichzeitig überall auf dem Planeten sein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Glatttaler 22.09.2019 17:25
    Highlight Highlight Das Ende der Eiszeit naht..
    • Gipfeligeist 22.09.2019 18:45
      Highlight Highlight ...und die menschenfeindliche Heisszeit +2 C° beginnt, wenn wir uns nicht an der Nase nehmen
  • banda69 22.09.2019 17:12
    Highlight Highlight Der unweltfeindlichen SVP ist das egal. Die macht sich über Klimaschutz-AktivistInnen lustig und freut sich über wärmere Temperaturen.

    SVP ist, wenn Wirtschaft und Geld vor Mensch und Umwelt kommt.
    • sunshineZH 22.09.2019 17:50
      Highlight Highlight Seit Greta seit ihr alle entsetzt, wo wahrt ihr vor ein paar Jahren? Oder gabs da den Klimawandel noch nicht? Warum schreibst du hier Kommentare? Benötigt Strom und dein Gerät hat Kostbare Ressourcen benötigt. Danke.
    • leu84 22.09.2019 18:00
      Highlight Highlight Denen ist auch die "urhelvetische" Landschaft egal. Solange die Marge stimmt.
    • banda69 22.09.2019 18:09
      Highlight Highlight @sünneli

      1. Greta ist wichtig. Sie findet Platz in den Medien. Bezeichnend ist wie aggressiv umweltfeindliche Parteien wie die SVP gegen das junge Mädchen hetzen.

      2. Ich trage, ganz im Gegensatz zur SVP, schon lange Sorge zur Umwelt.
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