Schweiz
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Die Ehrengaeste Brigadier Willy Bruelisauer, rechts, und Divisionaer Daniel Baumgartner, links, werden begruesst an der Landsgemeinde, am Sonntag, 3. Mai 2015 in Glarus.(KEYSTONE/Samuel Truempy)

Korpskommandant Daniel Baumgartner im Mai 2015. Bild: KEYSTONE

Armee-Chefausbildner versetzt – den Lohn nimmt er mit (er verdient mehr als sein Chef 😊)

Korpskommandant Daniel Baumgartner war Ausbildungschef der Schweizer Armee. Nach einer Spesenaffäre bat er VBS-Chefin Viola Amherd um Versetzung und wird nun Verteidigungsattaché in Washington. Er verdient dort mehr als sein Vorgesetzter. Die wichtigsten Punkte.



Die Vorgeschichte

Im vergangenen November sorgte ein Bericht für grosses Aufsehen: An der Spitze der Schweizer Armee kam es zu Spesenexzessen. Mittendrin: Korpskommandant Daniel Baumgartner, damals noch Ausbildungschef der Armee.

Er soll exklusive Weihnachtsessen und Alkoholexzesse auf Kosten der Armee bewilligt haben. Baumgartner verschenkte auch Goldmünzen und bekam beim Abschied als Logistikbasis-Chef selber eine solche geschenkt. Rechtliche Konsequenzen hatte der Untersuchungsbericht nicht.

In der Folge der Spesenaffäre trat Daniel Baumgartner von seinem Posten als Ausbildungschef zurück und bat um Versetzung. Letzte Woche wurde bekannt, dass er künftig Verteidigungsattaché in Washington wird.

Was macht eigentlich ein Verteidigungsattaché?

Die Aufgabenstellung gemäss Stellenbeschrieb: das Aufbauen eines krisenresistenten Netzwerks, die Beschaffung von sicherheitspolitisch relevanten Informationen und «vor Ort die militärischen Interessen der Schweiz frühzeitig einbringen», schreibt das VBS. Der Dienst dauert in der Regel vier Jahre. Immer wieder versetzt die Landesregierung ranghohe Berufsoffiziere nach Washington oder Paris, um dort ihre Karrieren ausklingen zu lassen. Ein Verteidigungsattaché ist formell dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) untergeordnet.

Wieso verdient er so viel?

Ein Schweizer Verteidigungsattaché befindet sich in der 29. Lohnklasse von 38, die es bei der Bundesverwaltung gibt. Das heisst konkret: ein Monatsgehalt von 15'000 Franken. Baumgartner verdiente allerdings bisher deutlich mehr. Als Korpskommandant gehört er zur Lohnklasse 36 und hat somit ein Jahresgehalt von 300'000 Franken. Und das wird auch so bleiben.

Das VBS begründete gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Gestützt auf Artikel 52a Absatz 1bis der Bundespersonalverordnung, gewährt der Bundesrat Korpskommandant Baumgartner einen Besitzstand von vier Jahren auf seinem Lohn.»

«In diesem Verordnungsartikel heisst es, bei einer unverschuldeten Versetzung auf eine finanziell tiefer bewertete Funktion müsse die Lohnklasse im Arbeitsvertrag angepasst werden. Und weiter: ‹Der Lohn bleibt unverändert.›»

Das schreibt der «Tages-Anzeiger».

Wieso Gesprächsstoff?

Jacques Pitteloud, Swiss ambassador to the United States, poses for a photograph at the Directorate for Resources, DR, of the Federal Department of Foreign Affairs, FDFA, in Bern, Switzerland, on January 21, 2019. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Jacques Pitteloud, Schweizer Botschafter in den USA, portraitiert am 21. Januar 2019 in der Direktion fuer Ressourcen, DR, des Eidgenoessichen Departements fuer auswaertige Angelegenheiten, EDA, in Bern. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Schweizer Botschafter zu Washington: Jacques Pitteloud. Bild: KEYSTONE

Im Bundesrat sorgte die Personalie kaum für Gesprächsstoff, im EDA und im VBS dafür umso mehr, berichtet der «Tages-Anzeiger». Denn: Baumgartners zukünftiger Chef, Jacques Pitteloud, verdient als Botschafter und Missionschef rund 50'000 Franken weniger. Die beiden kennen sich bereits seit Jahren. Sie arbeiteten gemeinsam beim Militärischen Nachrichtendienst (MND) und hatten dort ein zeitweise angespanntes Verhältnis, weil Baumgartner mit der Vorgehensweise Pittelouds nicht immer einverstanden war. (jaw)

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ands 15.04.2019 21:26
    Highlight Highlight Watson schrieb, dass Baumgartner um seine Versetzung gebeten habe. Hat jemand dazu weiter recherchiert? Hat sich Baumgartner aktiv um den Posten in Washington bemüht? Oder musste er so vorgehen, weil er neu in einem anderen Departement arbeitet?
  • Wennli 15.04.2019 17:09
    Highlight Highlight Ausser Spesen nichts gewesen.
  • Hugeyun 15.04.2019 16:17
    Highlight Highlight «...bei einer unverschuldeten Versetzung..»

    Wie unverschuldet ist er denn so? Sollte dabei auf alle Fälle berücksichtigt werden... vielleicht bin ich auch einfach skeptisch, dass da ganz seine Finger aus dem Spiel hatte, zumal er sogar freiwillig um Versetzung bat
  • fidget 15.04.2019 15:12
    Highlight Highlight Baumgartner hat doch selbst um diese Versetzung gebeten? Er wurde ja auf eigenen Wunsch in diese finanziell tiefer bewertete Stelle versetzt, somit wusste er, dass er ein tieferes Gehalt bekommen würde. Meiner Meinung nach müsste er diese Konsequenz seines Wunsches in Kauf nehmen. Für den kleinen Bürger sind solche Entscheide nur schwer zu schlucken.
  • Markus97 15.04.2019 12:57
    Highlight Highlight Der Lohn ist oky. Der Mann hat einen ETH-Abschluss. Solche Löhne werden mit seiner Erfahrung und seinen Qualifikationen auch in der Privatwirtschaft bezahlt. Mann sollte Bundesangestellte nicht unterbezahlen, sonst laufen sie zu privaten Unternehmen weg und helfen denen z. B bei Steuertricksereien.
    • #Technium# 15.04.2019 13:48
      Highlight Highlight Helfen dann denen bei Steuertricksereien? Was ist denn das für eine Logik 🤦‍♀️
  • MachoMan 15.04.2019 12:28
    Highlight Highlight Wer solchen Leuten noch Kampfjets als Spielzeuge kaufen will, hat nicht alle Tassen im Schrank…
    Aber eben, die Kleinen hängt man, die Grossen belohnt man wenn sie untragbar geworden sind.
    • [CH-Bürger] 15.04.2019 13:23
      Highlight Highlight @MachoMan:
      ich bin einverstanden mit deiner Kritik an der "Affäre Baumgartner".

      Wenig Verständnis habe ich allerdings für das Verknüpfen dieser Sache mit laufenden Beschaffungsvorhaben!
      Unsere F/A-18 sind ziemlich betagt, ein Ersatz ist mittelfristig unumgänglich.
      Das sind keine "Spielzeuge", und schon gar nicht "für die Armeeführung"!
      Es sind Einsatzmittel, die der Armeeführung zur Verfügung stehen, um die Sicherheit und Unabhängigkeit unseres Landes zu garantieren - nicht mehr, und nicht weniger!
      diesen Sachverhalt sollte jeder Stimmbürger kennen...
      Danke!
    • Makatitom 15.04.2019 16:41
      Highlight Highlight Der ganze grüne Kasperliverein gehört abgeschafft, dieser Selbstbedienungsladen für Sandkastenkrieger, deshalb braucht es auch keine Kampfjets
    • [CH-Bürger] 15.04.2019 21:31
      Highlight Highlight @Makatitom:
      aha - und wer rettet Deinen Arsch bei der nächsten Umweltkatastrophe wie Überschwemmungen? bei Lawinenniedergängen? oder Waldbränden?
      alles kein Problem, weil man ja in der Stadt wohnt? dann viel Spass bei einem richtig grossen, langen Blackout...

      alles Schwarzmalerei, gell... wird schon nicht passieren!
      vielleicht hast Du Recht, und die nächsten 5, 10 oder 15 Jahre verlaufen friedlich und alle Ausgaben waren für die Katz'? ok!

      aber was, wenn es im nächsten Winter so richtig scheppert und die Stromversorgung zusammenbricht? wochenlang?
      dann Gute Nacht, alle schreien nach Hilfe!
    Weitere Antworten anzeigen
  • malu 64 15.04.2019 12:22
    Highlight Highlight Wowhhh, wir haben einen soooooo großen Einfluss als Militärmacht! Mit unserer top motivierten, supermodernen und schlagkräftigen Armee, mit perfekt ausgebildeten Soldaten, welche alle für die Schweiz sterben würden. Totaler Mumpitz!
    Besser wenn wir diese x Millionen für humanitäre Projekte einsetzen und die ehrenwerten Herren in den Ruhestand schicken. Militärische Infos werden heute woanders beschafft, nicht bei einem Gläschen Wein, oder sie füllen die andern Attaches ab, um ihnen Geheimnisse zu entlocken. Das erklärt wiederum die Saufgelage oder militärisch Trainingslager.
    • Markus97 15.04.2019 13:04
      Highlight Highlight Wo genau werden millitärische Infos beschafft?
    • malu 64 15.04.2019 13:22
      Highlight Highlight Frag doch unseren Nachrichtendienst! 😎
    • Der Bojenmensch 15.04.2019 14:07
      Highlight Highlight @malu 64

      ...oder jemanden, der sich damit auskennt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Bernhard K. 15.04.2019 12:16
    Highlight Highlight Ich sehe keinen Grund, der diese Sonderbehandlung beim Lohn rechtfertigt. Es ist ein Schlag ins Gesicht für alle anständigen Angestellten der Bundesverwaltung.
    Es sagt auch etwas über den Charakter des Herrn Korpskommandant: Wie kann er am Morgen in den Spiegel schauen und sich nicht schämen, ausser wenn er glaubt, dass er Anrecht auf diesen Lohn hat.
    Und ja, es braucht auch noch Vorgesetzte, die solche Abmachungen genehmigen. Ich hoffe (wohl vergeblich), dass dort die Bundesrätin Amherd nun genau hinschaut und den Herren mal klar macht, was Anstand ist!
  • Sherlock_Holmes 15.04.2019 12:13
    Highlight Highlight Dies ist wieder einmal enorm vertrauensfördernd...
    Dann wundern sich gewisse Kreise, warum der reelle und ideelle Kredit des VBS immer kleiner werden.
    Der Bumerang erfolgt unter anderem im Herbst und wenn das Budget für die Flugzeugbeschaffung konkret wird.
  • infomann 15.04.2019 11:28
    Highlight Highlight Der Armee Saftladen wurde doch sehr lange von der SVP geführt.
    Wenn eine alte Frau einwenig Ergänzungsleistung braucht, wir ein riesiges Theater gemacht und die SVP will immer nur kürzen.
    Beim Militär und den Bauern hat es Geld in Hülle und Fülle.
    • Charming 16.04.2019 01:20
      Highlight Highlight Solche unfähige Figuren werden auch noch gewählt! Überall wo Sauereien passieren sind die Bürgerlichen beteiligt, schon aufgefallen!
  • Gummibär 15.04.2019 11:20
    Highlight Highlight Als Wachtmeister der Gebirgs-Infanterie AD bin ich richtig stolz darauf, dass unsere Verteidigungsinteressen in Washington durch einen Goldvreneli-General wahrgenommen werden. Hoffentlich erhält er auch großzügige Spesenvergütungen zu seinem Basislohn damit er auch standesgemäß wohnen und seine kampferprobten Kollegen aus den verschiedenen Bananenrepubliken, die auch mit einem Washington-Séjour belohnt wurden, stilgerecht bewirten kann.
  • felixJongleur 15.04.2019 11:00
    Highlight Highlight Damals war noch Oberst als wir miteinander zu tun hatten - Karma lässt grüssen sag ich nur.
  • sherpa 15.04.2019 10:46
    Highlight Highlight Die obersten Militär Kasperli's in unserem Lande können tun und lassen was er wollen, ihr Abzockergehalt ist ihnen jedenfalls sicher
  • Baba 15.04.2019 10:43
    Highlight Highlight Für mich gehört der Lohn grundsätzlich zum Job und nicht zur Person.

    Er ist zurückgetreten (hat also die "Konsequenzen" gezogen) und um Versetzung gebeten. Dass in diesem Fall nun der Besitzstand gewahrt wird, ist in meinen Augen mehr als stossend und das "Konsequenzen ziehen" ist nicht mehr als ein Deckmänteli.
  • Töfflifahrer 15.04.2019 10:36
    Highlight Highlight Also, beim Bund muss man nur richtig Mist bauen, dann verdient man offensichtlich wirklich gut.
    Lassen wir mal beiseite, dass dies alles durch uns Steuerzahler zu berappen ist.
  • Nonqi 15.04.2019 10:33
    Highlight Highlight Wo ich den aber i de RS nach meh Schoggi gfröged han, häts gheisse s Budget langed nöd...
  • Linus Luchs 15.04.2019 10:15
    Highlight Highlight Wenn in einem seriösen Unternehmen Kaderpersonen Geld verjubeln, wie es Baumgartner getan hat, droht ihnen die Entlassung. Im Fall Baumgartner ging es um Steuergelder. Und was sind die Konsequenzen? Ihm wird mit einem Schoggijob in Washington der A... vergoldet. Solche Geschichten sind Gift für die Bereitschaft, sich anständig und solidarisch zu verhalten. Wenn Machtmissbrauch offiziell nicht bestraft wird, bricht das Vertrauen gegenüber den Mächtigen ein, und jeder ist sich selbst der nächste.
    • Frankygoes 15.04.2019 12:12
      Highlight Highlight Eigentlich nicht oder..?
      In der Privatwirtschaft kriegen die grossen Manager auch regelmässig einen goldenen Fallschirm umgeschnallt.
      Ein mittleres Kader wäre auch bei der Armee entlassen worden.. aber gewisse Tierchen sind eben doch gleicher als andere..
    • Reto Meier (2) 15.04.2019 13:49
      Highlight Highlight Tja leider sind Moral, Ethik und rechtliche Konsequenzen nicht immer das Gleiche :-(. Da der Untersuchungsbericht keine rechtlichen Konsequenzen hatte, muss sich der Herr Korpskommandant für nix verantworten und wird wegbefördert mit goldenem Fallschirm. Okay den goldenen Fallschirm gibt's in der Privatwirtschaft auch, einfach ohne Wegbeförderung - dafür ist der Fallschirm grösser :-) ;-)
    • ands 15.04.2019 15:01
      Highlight Highlight Hast du Beispiele für ein Kader in einem grossen Unternehmen, das entlassen wurde, weil es Geld verjubelt hat?
    Weitere Antworten anzeigen
  • SYV 15.04.2019 10:13
    Highlight Highlight Interessant finde ich den Umstand, dass Herr Baumgartner sich auf eigenen Wunsch versetzen lassen will, also die "Lohneinbusse" bewusst in Kauf nimmt. Es ist schon richtig, dass wenn jemand beim Bund "zwangs-"versetzt wird, er noch während einer Übergangsfrist sein bisheriges Gehalt bekommt, hier scheint es aber - gemäss Artikel - freiwillig zu sein. Aus diesem Grund kann ich diesen Entscheid nicht nachvollziehen.
  • Der Bojenmensch 15.04.2019 10:11
    Highlight Highlight Ist Korpskommandant und grüsst auf dem Bild wie ein Rekrut am ersten Tag...

    #bestearmeederwelt
    • Sagitarius 15.04.2019 15:24
      Highlight Highlight 👍 genau das hab ich mir auch gedacht!
    • what's on? 15.04.2019 16:39
      Highlight Highlight Das Foto entstand nach einer dieser Festivitäten - drum klappt das mit der Haltung auch nicht so doll.
    • Granini 15.04.2019 17:51
      Highlight Highlight Ja - da tun einem glatt die Augen weh..
  • Madison Pierce 15.04.2019 09:58
    Highlight Highlight Ein Beispiel dafür, wie viel ein gutes Netzwerk bringt. Oder er besitzt einen gut gefüllten Kompromatkoffer.

    Wie dem auch sei, das Verhalten des Bundesrates ist erbärmlich. Schon bei Andreas Meyer hat er sich erpressen lassen. Als diskutiert wurde, ob man seinen Lohn auf knapp unter eine Million im Jahr reduzieren solle, hat er seine Kündigung angedroht und sofort ist der Bundesrat eingeknickt. Als könne niemand anderes die SBB so "top" führen wie sie aktuell geführt wird...
    • wasps 15.04.2019 10:07
      Highlight Highlight Die zuständige Bundesrätin Sommaruga wollte dem obersten Bähnler den Lohn stutzen. Der BR entschied aber anders. Wer wohl dagegen war?

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