Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«UBS/CS-Fusion erscheint mir sinnvoll»: SP-Nationalrätin Badran überrascht

Spekulationen über einen angeblichen Zusammenschluss der beiden Schweizer Grossbanken werfen international Wellen. Wie beurteilt man in Bundesbern die Folgen? Während bürgerliche Parlamentarier einen Job-Abbau befürchten, sieht Jacqueline Badran auch Vorteile in einer Fusion.

Francesco Benini / ch media



Bild

Unternehmerin und SP-Nationalrätin Jacqueline Badran. Bild: Keystone/watson

Die Diskussion unter Parlamentariern am Rande der Herbstsession verläuft unerwartet. Die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Badran zeigt sich nicht besorgt über den Verlust an Arbeitsplätzen, wie man das von einer Sozialdemokratin erwarten würde. Sie sagt vielmehr: «Eine Fusion scheint mir sinnvoll.»

Im Banking sei Grösse alles, so Badran. UBS und CS seien abgehängt worden von den amerikanischen Grossbanken. Wolle man diesen etwas entgegensetzen, sei ein Zusammengehen unerlässlich. Zweimal Backoffice, zwei Informatiksysteme, das sei schlicht zu teuer. Und weiter:

«Natürlich gingen bei einer Fusion viele Arbeitsplätze verloren. Die werden aber auch wegfallen, wenn UBS und CS immer weiter an Terrain verlieren im globalen Bankengeschäft.»

Jacqueline Badran

Bedenken werden hingegen auf der bürgerlichen Seite vorgetragen. SVP-Nationalrat Thomas Matter (ZH) findet, dass die Wettbewerbskommission eine Fusion von Credit Suisse und UBS nicht genehmigen sollte. Für die Vielfalt des Schweizer Bankenplatzes wäre ein Zusammengehen problematisch.

Fraglich sei ausserdem, ob der Schritt ökonomisch Sinn ergebe. Die Fusion von SBG und Bankverein zur UBS habe dem Bankenplatz nichts gebracht:

«Die beiden Banken waren an der Börse zusammen mit 65 Milliarden Franken kapitalisiert, die UBS ist heute noch 48 Milliarden wert.»

Matter sieht ein Problem der Schweizer Banken darin, dass ihnen die Rechtssicherheit zunehmend fehle. Die Schweiz habe das Bankkundengeheimnis in kurzer Zeit preisgegeben und übernehme nun ständig fast unbesehen neue OECD-Richtlinien.

Portrait of Thomas Matter, Swiss entrepreneur and former CEO of swissfirst Bank Inc., pictured on January 21, 2009 in Zurich, Switzerland. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Portrait von Thomas Matter, Schweizer Unternehmer und ehemaliger CEO der Swissfirst Bank, aufgenommen am 21. Januar 2009 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Thomas Matter Bild: KEYSTONE

Leo Müller (CVP/LU) warnt, dass eine Fusion zu einer «Risikoballung» führe. «Wenn es nur noch eine einzige Grossbank gibt und die in Schwierigkeiten gerät, wären die Gefahren gross für die Schweiz.»

Aus globaler Perspektive vorteilhaft, aus inländischer Sicht nachteilig

Auch BDP-Nationalrat Martin Landolt (GL) ist skeptisch. Aus globaler Perspektive wäre eine fusionierte Bank schlagkräftiger. Aber sie wäre dann wohl so international ausgerichtet, dass sie sich nicht mehr um die Schweizer KMU kümmern würde.

FDP-Nationalrat Beat Walti (ZH) betont, dass es auch nach einer Fusion von CS und UBS auf dem Schweizer Bankenplatz eine Vielzahl von Finanzinstituten gäbe. Nur noch eine Bank mit internationaler Reichweite zu haben, das wäre für die Zukunft des Finanzplatzes aber sicher kein Vorteil. Es gingen vermutlich viele Arbeitsplätze verloren - wobei bei den Banken ohnehin eine Konsolidierung im Gange sei. «Die Digitalisierung führt dazu, dass im traditionellen Bankgeschäft viele Stellen aufgehoben werden.»

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Liserl 16.09.2020 09:56
    Highlight Highlight Genauso wie Coop und Migros, eine einzige Doppelspurigkeit, Konkurrenz hats mittlerweile genug !
  • Moglyy 16.09.2020 08:28
    Highlight Highlight Jacqueline-no-fucking-clue-Badran.

    Danke für den morgendlichen Käse.
  • Jacob Crossfield 15.09.2020 18:54
    Highlight Highlight Fusionieren? Ja aber dann bitte eine Aufteilung in Realwirtschaft (Firmenkredite, Zahlungsverkehr, Spar- und Lohnkonti, Hypotheken) und Glücksspielabteilung (Investment-Banking und Börse). Letztere soll dann dem Glückspielgesetz unterstellt werden.
  • GetReal 15.09.2020 16:31
    Highlight Highlight Klar, Frau Badran. Vielleicht gerade verstaatlichen, diese bösen Banken. Denn Wettbewerb ist phöze ;-)
    • manhunt 16.09.2020 08:51
      Highlight Highlight einfach mal sinnfrei etwas vor sich hinbrabbeln. badran ist unternehmerin, hat erfolgreich ein unternehmen mitaufgebaut. badran weiss, dass es wettbewerb braucht. und badran argumentiert ja gerad mit der gesteigerten wettbewerbsfähigkeit, welche eine fusion mit sich bringen würde.
      ich bin da ganz anderer meinung als badran, aber dein kommentar zeigt prima auf, dass du von der person keine ahnung hast und wohl einfach bisschen aufmerksamkeit brauchst.
    • blueberry muffin 16.09.2020 08:57
      Highlight Highlight Klar GetReal, Wettbewerb nach dem man die Bank mit Steuer Milliarden gerettet hat.

      Mal abgesehen davon, ist eine Fusion wohl so ziemlich das Gegenteil einer Verstaatlichung.
  • Jacques #23 15.09.2020 16:12
    Highlight Highlight Badran hat bereits während dem Lockdown den "etablierten" Wirtschaftsmännern den Rang abgelaufen und durch authentische, nachvollziehbaren Zusammenhängen geglänzt.

    Was will Matter zum Beispiel als SVP Gesicht glaubwürdig moderne Wirtschaftsthemen kommentieren. Als Träger eines Gedankenguts, in welchem Zukunft die grösste Bedrohung darstellt und auf furchterregenden alten Zeiten basiert?

    In meinen Augen war die SBG SBV nie abgeschlossen und jetzt ist es an der Zeit, dies nachzuholen.

    Es sind genügend Auswahl und Alternativen vorhanden und zur Stelle. Und wir sind nunmal Teil der Welt.
  • Antichrist 15.09.2020 15:54
    Highlight Highlight Die beiden Grossbanken beschäftigen heute schon nur noch ca. 25 % ihrer Mitarbeiter in der Schweiz. Wenn man die beiden Banken zusammenlegt, dann zieht sich faktisch einer der beiden vom Markt zurück.

Tausende tote Fische und trübes Wasser: Illegale Entsorgung soll Blausee vergiftet haben

Ein Umweltkrimi im Berner Oberland: Illegale Entsorgungen in einer Baugrube, plötzliches Fischsterben und ein trüber Blausee – wurde der See vergiftet?

Seit 2018 hat der berühmte Blausee im Berner Oberland mit Problemen zu kämpfen. Fische sterben, das Wasser ist eine Sauce und die Betreiber sind geschockt. Unter Verdacht steht jetzt die illegale Entsorgung von kontaminiertem Altschotter beim Steinbruch oberhalb des Sees. Gibt es einen Zusammenhang?

«Das war ein gewaltiger Schock, den See so zu sehen», sagt Stefan Linder von der Blausee AG gegenüber dem SRF. «Wir hatten eine blau-grüne Sauce im See.» Die Fischzuchtanlage wurde ebenfalls …

Artikel lesen
Link zum Artikel