Schweiz
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Mutmassliche Pink Panther Bandenmitglieder vor Zürcher Gericht



Mehr als sechs Jahre nach seiner Verhaftung stand ein fr

Prominenter Fall am Bezirksgericht Zürich Bild: KEYSTONE

Vor dem Zürcher Bezirksgericht müssen sich am Mittwoch drei mutmassliche Mitglieder der Pink-Panther-Bande verantworten. Diese kriminelle Organisation vom Balkan ist bekannt für ihre akribische Vorbereitung. In diesem Fall ging sie jedoch schief.

Vor Gericht stehen drei Serben im Alter zwischen 39 und 44 Jahren, die im Februar 2018 einen genauen Plan ausgearbeitet haben sollen, um Bijouterien in der Schweiz zu überfallen. Im Visier standen Schmuck- und Uhrengeschäfte in Lugano und Gstaad.

Die Anklageschrift zeigt, wie akribisch die drei Männer vorgingen: Während Tagen spähten sie die Geschäfte aus, organisierten im Internet eine geeignete Wohnung in Grenznähe, um unterzutauchen und besorgten sich in Mailand Waffen und falsche Kontrollschilder.

Ihre drei Motorroller, mit denen sie nach dem geplanten Überfall in Lugano flüchten wollten, organisierten sie an verschiedenen Orten, darunter auch in Zürich. Den Transporter, mit denen sie die Roller ins Tessin transportierten, mieteten sie im Kanton Schaffhausen.

Es folgten mehrere Testfahrten mit den Motorrollern, das Auskundschaften der Innenstadt von Lugano zu Fuss, das Abfahren des Fluchtweges und mehrere «Besichtigungen» von Schmuckläden. Dabei merkten sie sich genau, wo wie viele Personen arbeiteten und wie die Sicherheitsvorkehrungen aussahen.

15 Jahre Landesverweis

Noch bevor sie in Lugano zuschlagen wollten, fuhren zwei von ihnen sogar schon nach Gstaad und inspizierten den nächsten Juwelier auf ihrer Liste. Am Tag, an dem sie das Geschäft in Lugano ausrauben wollten, schlug jedoch die Polizei zu: Die drei Männer sassen gerade startbereit auf ihren Motorrollern, als die Handschellen klickten.

Der Staatsanwalt verlangt für die drei wegen versuchten Raubes und weiterer Delikte Freiheitsstrafen zwischen fünfeinhalb und sieben Jahren, dazu Landesverweise von 10, respektive 15 Jahren.

Die Landesverweise sollen im Schengener Informationssystem ausgeschrieben werden. Das bedeutet, dass sie während des Landesverweises auch kein anderes Schengen-Land mehr betreten dürften. Die drei Serben sitzen derzeit in Winterthur respektive in Zürich im Gefängnis.

Jeder hat seine festgelegte Rolle

Seit vielen Jahren verüben jeweils unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen von Pink Panthern Raubüberfälle auf Juweliergeschäfte. Die international tätige Organisation vom Balkan soll Verbindungen in höchste Ebenen von Polizei und Politik haben.

Charakteristisch für diese Bande ist die akribische Planung und Organisation der Raubüberfälle, das präzise Ausspähen der anvisierten Bijouterien und das blitzschnelle Zuschlagen einer kleinen Gruppe, in der jeder eine genau festgelegte Rolle hat. (aeg/sda)

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