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Die 7 Phasen des Lockdowns, die wir (leider) alle kennen

Der Lockdown und seine Folgen wiegen schwer. Auch wenn der Ausnahmezustand StĂŒck fĂŒr StĂŒck gelockert wird, fĂŒhlt es sich bei weitem noch nicht normal an. Das Gute dabei? Du bist dabei nicht allein.



Mal ungeachtet der Tatsache, dass 2020 uns bislang so ziemlich alles um die Ohren schlĂ€gt, was irgendwie möglich war, kann man nach einigen Wochen Ausnahmezustand dennoch feststellen, dass es so verrĂŒckt eigentlich gar nicht mehr ist.

Wir erinnern uns zurĂŒck: So haben wir uns das Jahr 2020 vorgestellt ...

Wir haben uns an die Ausnahme angepasst. Komische Stimmung in Restaurants? Besser als nichts. Mit Schutzmasken in den Supermarkt? Immerhin hat's wieder WC-Papier. Freier Sitzplatz im ÖV? Nein danke, ich stehe lieber in dieser Ecke hier. This is our life now.

Wenn wir uns an den Anfang zurĂŒckbesinnen, war das jedoch anders. Versuchen wir, die Entwicklung unseres Befindens zu rekonstruieren.

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Bild: watson / shutterstock

Die Boomer hatten den Summer of Love, die Generation X den Mauerfall. Und die Generation Y? 9/11? Nein, ĂŒber das macht man keine Witze. Finanzkrise? Meh, langweilig. Als man schon dachte, dass diese Generation kein definierendes Ereignis mehr haben wird, naht Erlösung. Das Coronavirus! Voll in die Fresse. Jedem einzelnen von uns. Perfekt.

Grenzen zu, LĂ€den dicht, NormalitĂ€t weg. Nicht gerade geil, aber – sind wir mal ehrlich – im ersten Moment schon auch ein wenig aufregend. LĂ€ngerfristige Konsequenzen werden zugunsten des einmaligen Sensationsgehalt ausgeblendet; fiebrig (IM METAPHORISCHEN SINNE!) wird verfolgt, wie ein Land nach dem anderen alles runterfĂ€hrt. HO. LY. FLU.

Und eine ganze Generation erleichtert so:

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*Shutterstock-Model nicht zwingend reprĂ€sentativ fĂŒr die angesprochene Generation. Bild: watson / shutterstock

Doch diese Phase hÀlt aufgrund des Ausmasses der GefÀhrdung (und den damit einhergehenden moralischen Implikationen) nur kurz. Es folgt Phase 2.

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bild: watson / shutterstock

Mit der Kampfansage gegen das Coronavirus bricht der Bundesrat im gleichen Zug auch verkrustete GeschÀftsstrukturen auf. Selbst die prÀsenzpflichtgeilsten Chefs des Landes wurden dazu angehalten, wo auch immer möglich Home Office zu verhÀngen. Das arbeitnehmende Proletariat wird in ein Stadium der enthusiastischen Unruhe versetzt.

Der Umgang mit dieser ausserordentlichen Lage schlÀgt sich ungefÀhr in folgenden Aussagen nieder.

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bild: watson / shutterstock

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Doch auch der Home-O Sapiens entwickelt sich frĂŒher oder spĂ€ter weiter ...

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bild: watson / shutterstock

Nachdem die neue RealitĂ€t einigermaseen verarbeitet wurde, geht es nicht lange, ehe die Phase der Vorsatzutopien einsetzt. Es soll sich rĂŒckblickend als das goldene Zeitalter der QuarantĂ€ne herausstellen. Optimismus lĂ€sst KrĂ€fte frei werden, die seit der Turnstunde in der vierten Klasse, als du beim Kegelvölk zuletzt gewĂ€hlt wurdest, verloren schienen.

Das Sixpack, von dem ich seit vier Silvestern rede? Hol ich mir. Diese Sprache, die mich schon seit Kindstagen fasziniert? Mach ich mir zu eigen. Der FrĂŒhlingsputz 2015, den ich seit etwas mehr als einem Jahr vor mich herschiebe? My time to shine. Alkoholpause? Wenn nicht jetzt, wann dann?! Und es geht auch tatsĂ€chlich auf. AnfĂ€nglich.

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bild: watson / shutterstock

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bild: watson / shutterstock

Das ganze Brimborium um einen unsichtbaren Widerling verlangt nach kathartischer Entlöhnung. Und zwar im ganz grossen Stil.

Es werden schöne Dinge bestellt – brauchbare, ja gar lebensnotwendige Dinge, zweifelsohne – wĂ€hrend die flehenden Hilferufe der ĂŒberfluteten Pakteboten mit gekonnter PrĂ€zision ignoriert werden. Was sein muss muss sein. Und vor allem:

  1. Man gönnt sich ja sonst nichts.
  2. Was soll ich sonst mit der freien Zeit tun? Etwa mich mit mir selbst beschÀftigen?!
  3. Es ist QuarantÀne.
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bild: watson / shutterstock

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Nachdem das KonsumbedĂŒrfnis mit aller Liebkosung und ZĂ€rtlichkeit befriedigt wurde, bahnt sich ein Vakuum an, das auch nicht durch eine «Zigi danach» gefĂŒllt werden kann. Auch das spitzbĂŒbische Trinken von Quarantinis, Long Isolation Ice Teas, Covid-Politans (und wie sie alle heissen) am helllichten Tag mag nicht mehr ĂŒber eine gewisse Leere hinwegtĂ€uschen.

Da ist er nun also, der Alltag.

Und du so zu deinem Ich aus Phase 3:

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bild: watson / shutterstock

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Die NormalitĂ€t noch ein gutes StĂŒck weit weg und die Stimmung bereits wesentlich weniger prickelnd. Das kann's doch nicht gewesen sein. Und tatsĂ€chlich, es tut sich nochmals was. Es werden nĂ€mlich landesweit Hobbies akquiriert, dass es nur so «chlöpft» und «tĂ€tscht».

Der Social-Media-Kanal von exzessiven NachtschwÀrmerinnen wird zum rustikalen Bauernbrot-Back-Channel, der von aufstrebenden Bankern zum packenden-Puzzle-Kanal und jener deines Ex-Partners zum Literatur- und Philosophieclub. What a time to be alive.

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bild: watson / shutterstock

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bild: watson / shutterstock

Irgendwann (erfahrungsgemĂ€ss zwischen dem 18. und dem 19. Bananenbrot) ist das Pulver aber auch wieder verschossen. Die Ablenkungsalternativen sind ausgegangen. Kein Nachschub mehr, System ĂŒberlastet. Erinnerungen an das WC-Papier-Fiasko vom MĂ€rz werden wach.

Folglich werden die Grenzen ausgelotet. Möglichst weit weg von den eigenen Gedanken. In ein Restaurant. Zu viert. Unter ungemĂŒtlichen UmstĂ€nden. Meinetwegen, mir egal, hab's langsam gesehen. «PĂ€sche und Brigle sollen auch noch kommen.» Sind wir halt zu sechst. Sterben werden wir ja wohl nicht wegen einer Person zu viel. Haha.

NormalitĂ€t. Ein Hauch davon. Geil. «'Tschudligung? Ah, wir dĂŒrfen nicht mehr als fĂŒnf Personen sein? Sorry, ja, klar, tut uns leid.»

Und auf dem Heimweg dann:

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bild: watson / shutterstock

To be continued ...

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Booker 22.05.2020 08:00
    Highlight Highlight Wer hier war wirklich in einem Lockdown ? In China ? Italien ? Frankreich ? Bei uns in der Schweiz war nur ein Shutdown und wir konnten immer raus gehen wann wir wollten. Das war alles halb so schlimm.
  • MaPhiA 21.05.2020 16:09
    Highlight Highlight Ich sehne mich nach dem Lockdown zurĂŒck - es war so entspannt zur Arbeit zu fahren, fast kein Verkehr... kaum wurde alles gelockert, meint jeder wegen jedem Sch..ss auf die Strasse zu mĂŒssen...
  • Ich-meins-doch-nicht-so 21.05.2020 14:30
    Highlight Highlight Einer der besten Kommentare zur aktuellen Situation - lieber Jodok. Deeper als der arme Harold vermuten lÀsst.
  • Emado 21.05.2020 11:17
    Highlight Highlight Und welche Phase ist die langweilig Phase??
    Sitze rum auf der Couch, gehe ins Schlafzimmer, dann auf den Balkon zurĂŒck zur KĂŒche und auf die Couch. Flippe im Fernsehen von Kanal zu Kanal.
    Mir ist langweilig!!!
    Benutzer Bild
  • Faceoff 21.05.2020 10:28
    Highlight Highlight Ich lebe noch immer die Phasen 1 bis 4, teilweise noch 6. ich kann der aktuellen Situation fĂŒr mich persönlich sehr viel Positives abgewinnen, so umstĂ€ndlich und ungewiss sie sein mag.
    • blueberry muffin 21.05.2020 15:58
      Highlight Highlight Same
  • Sparkle Darkle 21.05.2020 08:42
    Highlight Highlight Grossartig! Einfach nur grossartig!
  • Hierundjetzt 21.05.2020 08:31
    Highlight Highlight *ausgedruckt neben meinen đŸ§»-Vorrat gelegt.

    (Als Erinnerung)

    PS: gibts irgendwo noch Hefe?
  • DruggaMate 21.05.2020 08:25
    Highlight Highlight Wenn man von Phase 1 mehr oder weniger direkt zu Phase 7 gesprungen ist, hat man dann gewonnen? Nicht? Ohhh.

    DafĂŒr macht sich Phase 8 breit: Resignation.
  • Merida 21.05.2020 08:06
    Highlight Highlight "Quarantinis, Long Isolation Ice Teas, Covid-Politans (und wie sie alle heissen)"
    Top!
    Ich mag auch ein Zwickel-Hier...
    • Balikc 21.05.2020 09:39
      Highlight Highlight Der President empfiehlt:
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Interview

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