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Die wohl coolste Fussnote der Automobilgeschichte: Mini-Jeeps!

Gleich vorweg: Das waren nicht die schnellsten aller Autos, und besonders geländetauglich waren sie auch nicht einmal. Doch sie sind so was von cool. (Dazu noch perfekt für den Sommer.)



Es gab mal eine Zeit – Mitte der Sechzigerjahre, ungefähr – als einige renommierte Automobilhersteller ein neuartiges Konzept als zukunftsweisend einstuften: Offroader-Versionen von Kleinstwagen. Jap – Mini, Döschwo und Konsorten im Jeep-Format.

Nun, über deren Erfolg als veritable Geländewagen lässt sich streiten. Doch als schlicht hammercoole ikonische Gefährte ist ihr Status ungeschlagen.

Mini Moke 🇬🇧

Der Austin Moke («Moke» = alter englischer Slang für «Esel») basierte auf dem Austin Mini und war ursprünglich tatsächlich als Militärfahrzeug vorgesehen.

mini moke militär jeep retro history geschichte auto https://www.flickr.com/photos/hh27/13510280575

Bild: flickr

Als Ultraleicht-Jeep sollte er per Fallschirm abgeworfen werden und so von Truppen als Verbindungsfahrzeug benutzt werden können.

Freilich merkte man alsbald, dass klitzekleine Räder und sportwagenähnliche Bodenfreiheit für das Fahren im Gelände eher suboptimal waren, weshalb es mit der Militärkarriere des Mokes vorbei war, ehe sie angefangen hatte.

War aber egal. Denn der Moke legte trotzdem eine sehr erfolgreiche Karriere hin:

Als mediterran-tropische Alternative zum Mini wurde er während den Swinging Sixties ein überaus erfolgreiches Kultfahrzeug – besonders in Frankreich, Australien, den USA und in vielen Ferienorten der Karibik.

Nebst England wurde er in Rhodesien (heute Zimbabwe), Australien, Portugal und Thailand gebaut.

Und ES GIBT IHN IMMER NOCH. Neuerdings auch als Elektroauto!

mini moke mini jeep grossbritannien auto automobil history https://mokeinternational.com/heritage/

Bild: mokeinternational.com

Ach ja – das auch noch: Die französische Firma Lazareth bietet einen amphibischen Mini Moke an!

Tja, die Franzosen – womit wir bei dem hier wären:

Citroën Méhari 🇫🇷

Vielleicht weil an der Côte derart viele Mini Mokes herumfuhren, machte sich Citroën daran, eine Jeep-Spassmobil-Version seines 2CVs zu entwickeln.

Technisch basierte der Méhari weitgehend auf dem Citroën Dyane, der etwas besser ausgestatteten Version des 2 CVs, ...

... nur dass beim Méhari die Karosserie war aus Plastik war.

YEAH.

ABS, um genau zu sein (Lego, etwa, ist aus ABS). Rosten konnte die Karosserie also nicht. Dafür aber brennen, weshalb der Wagen in gewissen Ländern keine Zulassung bekam. Trotzdem wurde das Teil ein Verkaufsrenner. Von 1968 bis 1987 wurden um die 145'000 Méhari gebaut.

Interessanterweise legte der Méhari die umgekehrte Karriere des Mini Mokes hin: Er wurde als Spassmobil entworfen, in der Folge aber mit 4x4-Umrüstung und stärkerem Motor als Militär-Fahrzeug eingesetzt. 15'000 Stück wurden für die französische Armee produziert.

Eine Filmkarriere hatte der Wagen auch noch – und zwar in ... ach, ihr ahnt es selbst:

Derweil, in Kalifornien:

Meyers Manx Dune Buggy 🇺🇸

Der ursprüngliche Beach Buggy basierte auf ... nun vielleicht ahnt man's:

Genau: Die Offroad-Version des VW Käfers ist ein durch und durch kalifornisches Produkt.

Hach ... diese Sonne, diese Wellen ... aber wir schweifen ab. Nun, Bruce Meyers – Ingenieur, Künstler, Bootsbauer und Surfer (eine südkalifornischere Jobbeschreibung gibt es kaum) – baute 1963 seinen ersten Beach Buggy auf Basis eines verkürzten VW-Käfer-Chassis. Hier sieht man ihn in Aktion:

meyers manx beach buggy vw retro kalifornien strand surf auto https://twitter.com/robocane1

Bild: twitter

Der Buggy mit Bezeichnung Manx (benannt nach der schwanzlosen Katzenrasse von der Isle of Man) hatte also VW-Fahrwerk, Geländefederung und eine Fiberglas-Karosserie. Damit war er sehr leicht und deshalb ordentlich flink.

Von 1964 bis 1971 wurden um die 6000 Meyers-Manx-Strandbuggies gebaut, aber als die Konstruktion populär wurde (und zudem einfach zu konstruieren war) gab es geschätzte 250'000 Nachbauten weltweit.

Und: Seit den 2000er Jahren stellt Meyers Manx Inc. unter Leitung von Bruce Meyers erneut solche Fahrzeuge her. YAY.

Ach ja, Elvis besass so ein Ding. Beziehungsweise sein Hund, Brutus.

Ferves Ranger 🇮🇹

Das, verehrte Damen und Herren, ist die Jeep-Version des Fiat 500!

Der Ranger wurde 1966 von niemand Geringerem als Carlo Ferrari entworfen, um den Italienern eine Offroad-Lösung für Fahrzeuge wie den Fiat 500 zu bieten. Es sollte ein erschwingliches und einfaches Auto sein, das ebenso für die engen, verwinkelten italienischen Innenstädte geeignet war wie auch für das Durchqueren von Feldern und Geländeflächen.

Das Auto, das sowohl mit Zwei- als auch Vierradantrieb angeboten wurde, bekam eine eigene Markenbezeichnung: Ferves ist ein Portmanteau von FERrari VEicoli Speciali (= Ferrari-Spezialfahrzeuge)

Es wurden aber nur 600 Stück des Rangers bis 1971 hergestellt. Heute erzielen gut erhaltene Exemplare auf Oldtimer-Auktionen Preise um die 40'000 Franken.

Renault 4 Rodeo 🇫🇷

Okay, wenn Citroën schon Erfolge mit seinem Méhari feierte, dürfte der grosse Konkurrent auf dem französischen Markt nicht nachstehen. Auf Basis seines Kleinwagen Renault 4 bot Renault den Rodeo an:

Wie man sieht, ein durch und durch ähnliches Konzept ... bloss minus den Charme des Méhari. Geiler war da eher der Renault 4 Plein Air:

Aber damit wären wir streng genommen bei einer anderen Autoklasse, nämlich den Beach Cars, ...

... was Gegenstand eines anderen Artikels wird. Versprochen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • obi 20.08.2019 10:13
    Highlight Highlight Hier kann man einen Méhari mieten imfall https://www.rentaclassic.swiss/de/buchen.html
  • Der Kritiker 19.08.2019 18:35
    Highlight Highlight lass mich raten, Baroni: der FIAT Multipla ist für Dich die Krönung des Designs, korrekt?
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 19.08.2019 16:32
    Highlight Highlight Nicht so cool wie ein Mini Moke, dafür aber so geländegängig wie ein grosser Jeep. Der Haflinger

    Benutzer Bild
  • Ricardo Tubbs 19.08.2019 15:11
    Highlight Highlight nehme einen mehari und fürs weekend den rodeo!
  • Auric 19.08.2019 12:02
    Highlight Highlight Der VW TYP 181 würde auch gut in die Liste passen
  • lilie 19.08.2019 11:00
    Highlight Highlight Wow, ein klasse Artikel, selbst fürNicht-AutoliebhaberInnen! 👍😊

    Für mich kann ja ein Auto nicht klein und kompakt genug sein. Derzeit ist es so klein, dass es ein Floh klauen könnte. Oder ein Bärtierchen. Ein Silbriges Nüüteli eben, ein Goldiges Nienewägeli. 😉
  • Hallo I bims. Ein AfterEightUmViertelVorAchtEsser 19.08.2019 08:42
    Highlight Highlight Also den Buggy würde ich persönlich eher in die Kategorie Beach Cars tun. Dafür fehlt der LJ80 als Minijeep

    Benutzer Bild
  • Ein Freund von Petr E. Cycling (aka Blitzsammler) 19.08.2019 08:27
    Highlight Highlight Es kann nur einen geben :-)
    Benutzer Bild
    • obi 20.08.2019 10:14
      Highlight Highlight Das ist eh ein super Auto.
  • raketenpippo 19.08.2019 07:38
    Highlight Highlight Einen Zungenschnalzer für diesen Beitrag!
    Vivre les méharistes...
  • Stirling 19.08.2019 07:38
    Highlight Highlight Der Ford MUTT fehlt in der Auflistung... Herr Baroni!
    Benutzer Bild
  • Jason96 18.08.2019 20:47
    Highlight Highlight Beim Strand Buggy hätte ich jetzt einen Verweis auf die Grand Tour Folge erwartet - die 3 haben eigene Buggys gebaut und sind durch Namibia getourt. Hammer Folge, sehr empfehlenswert!
  • Im Diskurs Versunken 18.08.2019 19:08
    Highlight Highlight @Baroni, James mieten im Live and Let Die einen Austin Moke, kann kaum glauben, dass das hier untergegangen ist ;)
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 18.08.2019 18:19
    Highlight Highlight @baroni: Noch ein Nachtrag zum 4x4 Artikel.
    Der Daihatsu F40-F60 resp. bis zum Rocky.
    Ähnelt dem Toyota, war aber kleiner, Rostete einem unterm Hintern weg aber Klasse Auto.

    Als Mini Jeep ginge der Suzuki Samurai durch :D
    Benutzer Bild
  • Gummibär 18.08.2019 18:06
    Highlight Highlight Meiner Lebtag nie mehr so viel Staub, Dreck und Schlamm geschluckt wie mit meinem Mini Moke 1971 in Nigeria. Nur mit Motorradbrille fahrbar.
    Die Mehari Plastikbüchse (1973 in N'djamena gemietet) war trotz des Dromedar-Namens im Sand hoffnungslos untermotorisiert,
    Der erste Fiat Panda 4x4 (1980) war hingegen ein zähes, durchaus geländegängiges Fahrzeug. Der eine oder andere ist heute noch in Kenya unterwegs.
    Benutzer Bild
    • obi 20.08.2019 10:15
      Highlight Highlight Der Fiat Panda 4x4 ist eh geil.
  • Bandit One 18.08.2019 17:44
    Highlight Highlight Wem kommt bei #3 allen "Zwei wie Pech und Schwefel" in den Sinn mit Bud und Terence? Dazu der "Dune Buggy" Titelsong von Oliver Onions? Wurde ja sogar an Bud Spencers Verabschiedung gespielt.
  • Glenn Quagmire 18.08.2019 17:28
    Highlight Highlight und der Soundtrack dazu 😜
    Play Icon
    • Älü Täme 18.08.2019 18:58
      Highlight Highlight Und hier noch die Punkversion
      Play Icon
  • Sauäschnörrli 18.08.2019 17:20
    Highlight Highlight Ich bin ja mehr der Typ geländegängige Kleinlaster.

    Steyr-Puch Pinzgauer
    Volvo C303
    UAZ-452
    Land Rover Forward Control
    Jeep FC 150
    Benutzer Bild
  • aglio e olio 18.08.2019 16:43
    Highlight Highlight Ach Herr Baroni, ich liebe ihr Faible für seltsame Autos. 😎
  • Zeit_Genosse 18.08.2019 16:25
    Highlight Highlight Moke, Méhari und Buggy als Originale gefahren. Ab 4) wird es zwischen jöh und gruselig und auf diesen Erfahrungsgewinn habe ich verzichtet.
    • The Count 18.08.2019 20:24
      Highlight Highlight Und all die Blitzer sind zu bemitleiden 😂
  • Lästermaul 18.08.2019 16:23
    Highlight Highlight Toller Bericht. Bitte mehr davon 👍
  • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 18.08.2019 16:14
    Highlight Highlight Die Firma Lazareth hat noch ein anderes cooles Fahrzeug auf Lager. Eine Art fliegendes Motorrad.
    Benutzer Bild
  • savon99 18.08.2019 16:11
    Highlight Highlight Coole Karren.
    Der schönste, den originalen Citroen Mehari gibt es wieder in der Elektroversion:
    https://www.mehariclub.com/fr/eden-electrique/
    Nicht das Retroteil, nein mit der alten Karosserie.

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