Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Sicht in die leere Halle im Eishockey Cup Achtelfinalspiel zwischen dem SC Bern und dem HC Davos, am Sonntag, 25. Oktober 2020, in der PostFinance Arena in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

In Bern muss wieder vor leeren Rängen gespielt werden. Bild: keystone

NL-Klubs schreiben offenen Brief an Bundesrat: «Lassen Sie unsere Spieler Hockey spielen!»



Wegen den steigenden Corona-Zahlen ist die Anfang Oktober gestartete Hockey-Saison bereits wieder in Gefahr. Ganze Mannschaften müssen in Quarantäne, in einigen Kantonen wird wieder vor leeren Rängen gespielt und am Mittwoch droht bereits die nächste Ausweitung der Corona-Massnahmen. Kein Wunder, fürchten die Schweizer Hockey-Klubs um ihre Existenz.

In einem offenen Brief richten die Präsidenten der 12 National-League-Klubs nun einen eindringlichen Appell an den Bundesrat. «Lassen Sie unsere Spieler Hockey spielen», so die zentrale Botschaft.

Lausanne's supporters wearing a protective face masks against the spread of the coronavirus COVID-19 cheer their players, during a National League regular season game of the Swiss Championship between Lausanne HC and HC Ambri-Piotta, at the Vaudoise Arena in Lausanne, Switzerland, Friday, October 23, 2020. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die Klub-Bosse sind der Meinung, dass die Schutzkonzepte funktionieren. Bild: keystone

Die 12 NL-Klubs erklären, dass man alles daran setzen wolle, die laufende Hockey-Saison zu Ende zu spielen – und zwar vor Zuschauern. Denn die entwickelten Schutzkonzepte seien ja als «vorbildlich taxiert» worden und hätten den «Praxistest bestanden». Es habe auch keine Superspreader-Events gegeben – «weder in noch vor den Stadien, weder vor noch nach den Matches.»

Auch finanziell sehen die Klubs ihre und die Pflicht der Fans als erfüllt. Man habe erhebliche Lohnreduktionen erwirkt, Fans und Publikum hätten auf Rückerstattung verzichtet und auch die Aktionäre der Klubs nähmen grosse Defizite in Kauf.

«Wir wollen und könnten mit diesen Massnahmen und mit unseren Schutzkonzepten auch weiterhin Hockey vor maximal 2/3 unseres normalen Publikums spielen», so die Klub-Präsidenten. Doch aufgrund der gefällten oder noch geplanten Entscheidungen seien die grossen Anstrengungen «wertlos» geworden. «Die finanzielle Basis, auf der wir aufgebaut haben, ist uns entzogen worden.»

Rund 3000 Zuger Eishockey Fans geniessen das Spiel beim Eishockey Meisterschaftsspiel in der Qualifikation der National League zwischen dem EV Zug und den ZSC Lions vom Freitag, 23. Oktober 2020 in Zug. (KEYSTONE/Urs Flueeler).

Muss ohne Zuschauer gespielt werden, droht einigen Klubs der finanzielle Kollaps. Bild: keystone

Fussball und Eishockey hätten in der Schweiz eine immense Bedeutung – sozial, ökonomisch und gesundheitlich. Es sei deshalb zentral, dass auch in Krisenzeiten Sport betrieben werde – für die Profis, für die Junioren, für die Fans, für die Mitarbeiter, für die Partner und für die gesamte Bevölkerung. «Wir dürfen uns nicht durch das Covid-19-Virus das Leben diktieren und verbieten lassen», so die Forderung.

Schliesslich richten die Klub-Präsidenten einen letzten Appell an den Bundesrat: Wenn nicht vor Publikum gespielt werden könne, weil der Bundesrat dies verboten habe, dann solle die Regierung die Klubs mit «à fonds perdu-Beiträgen» für die zusätzlich auferlegten Verluste entschädigen. «Stellen Sie sicher, dass das Schweizer Hockey nicht dem Corona-Virus zum Opfer fällt und wir die Saison zu Ende spielen können.» (pre)

Der offene Brief im Wortlaut:

Bild

Bild

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

NLA-Trikotnummern, die nicht mehr vergeben werden

Diese 10 Mannschafts-Typen kennst du, leider!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Die Gründungsgeschichte der NHL – ein Mobbing-Drama in 5 Akten

26. November 1917: Vier Teams gründen die NHL. Doch die neue National Hockey League entsteht nur, weil die Funktionäre einen unbeliebten Teambesitzer endlich loswerden wollen.

Professionelles Eishockey gibt es in Kanada schon vor der Gründung der NHL. Die National Hockey Association (NHA) ist von 1909 bis 1917 die wichtigste kanadische Liga. Doch dann wird sie eingestellt, um die NHL zu gründen. Ein Drama in fünf Akten.

Am 12. September 1884 wird Eddie Livingstone in eine wohlhabende kanadische Familie geboren. Das jüngste von drei Kindern der Livingstone-Familie war bald ein begeisterter Eishockeyfan. Er spielte selbst als Junior und wurde später Schiedsrichter in …

Artikel lesen
Link zum Artikel