Sport
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Assistant, Jens Nielsen, Goalie Coach, Viktor Alm, und Head Coach Richard Franzen, von links, auf dem Weg zum posiert Fototermin der SCL Tigers am Mittwoch, 5. August 2020  im Ilfisstadion in Langnau. (KEYSTONE /Marcel Bieri)

Die SCL Tigers bereiten sich auf die neue Saison vor. Offen ist, wie viele Zuschauer künftig an die Spiele gehen können. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Chaos ersetzt die Unsicherheit – der Sport steht vor einer schwierigen Saison

Die Klubs wollten vom Bundesrat Planungssicherheit und haben Chaos geerntet. Nach der Aufhebung der 1000er-Regel ist eine Unsicherheit durch 14 offene Fragen ersetzt worden. Das Chaos beginnt und ein sportlich durch und durch regulärer Ablauf der nächsten Saison wird nicht möglich sein.



Ein zentraler Punkt ist erfüllt. Die 1000er-Begrenzung für Grossveranstaltungen gilt nicht mehr. Der Bundesrat hat diese Einschränkung heute per 1. Oktober aufgehoben. Die Eishockey-Meisterschaft kann am 2. Oktober beginnen. Die Klubvertreter werden am Freitag bei der Ligaversammlung entscheiden, wann die Meisterschaft beginnen soll.

Eine Unsicherheit – bleibt die 1000er-Regel? – ist nun beseitigt. Aber im Eishockey sind 14 neue kreiert worden. Der Bundesrat überträgt nämlich die Bewilligung für Grossanlässe an die Kantone. Konkret braucht es für die Meisterschaft der beiden höchsten Ligen das Okay von nicht weniger als 14 verschiedenen Kantonsregierungen: Bern, Zürich, Graubünden, Tessin, Genf, Waadt, Zug, Freiburg, Jura, Neuenburg, Wallis, St. Gallen, Thurgau und Solothurn.

Das bedeutet föderalistisches Chaos. Kein Wunder, sagt SCB-Manager Marc Lüthi: «Ich bin nicht zufrieden. Wir wissen im Grunde nicht mehr als vorher.» Liga-Manager Denis Vaucher sagt es etwas diplomatischer: «Wir haben sehr viel Arbeit vor uns.»

Noch viele offene Fragen

Bis zum 2. September sollen die Rahmenbedingungen für Grossveranstaltungen von den zuständigen Kreisen (Bund, Kantone, Klubs) ausgearbeitet werden. Diese Rahmenbedingungen (Konzepte) haben die Eishockeyclubs längst erarbeitet.

Die entscheidende Frage, die nach dem Bundesratsentscheid offen bleibt und nicht beantwortet worden ist: Muss der Kanton eine Veranstaltung (ein Spiel) bewilligen, wenn diese Rahmenbedingungen eingehalten werden? Oder kann er eine Bewilligung verweigern? Dabei spielt eine Rolle, dass ja die äusseren Voraussetzungen – beispielsweise die Anzahl der Neuinfektionen – von Kanton zu Kanton sehr verschieden sein können. Beispielsweise ist denkbar, dass die Zahlen im Tessin und in Genf viel höher sind als in Bern und Spiele in Bern bewilligt werden, aber in Ambri, Lugano und Genf nicht.

ARCHIVBILD ZUM ABBRUCH DER SAISON DER NATIONAL LEAGUE, AM DONNERSTAG, 12. MAERZ 2020 - Les joueurs fribourgeois et genevois s'affrontent dans une patinoire vide suite aux mesures prises par le Conseil Federal en raison du coronavirus, lors de la rencontre du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre le HC Fribourg-Gotteron et le Geneve Servette HC, ce samedi, 29 fevrier 2020, a la BCF Arena de Fribourg. (KEYSTONE/Adrien Perritaz)

Je nach Kanton könnten die Stadien plötzlich wieder weniger Zuschauer haben. Bild: KEYSTONE

Die Klubbesitzer und -manager haben in der Regel sehr gute Beziehungen zu den Kantonsregierungen. Sie sind auf Kantonsebene besser vernetzt als auf Bundesebene. Die Chancen stehen recht gut, dass die meisten Kantone Spiele mit mehr als 1000 Zuschauerinnen und Zuschauern bewilligen werden. Aber erst wenn die Rahmenbedingungen am 2. September festgelegt sind, wissen die Klubs, wie viel Publikum ins Stadion darf. Die «60-Prozent-Regel» dürfte zur Anwendung kommen: also eine Stadionauslastung von 50 bis 60 Prozent.

Offen ist, wie das Publikum auf die Massnahmen reagieren wird. Goutieren die Zuschauerinnen und Zuschauer die Maskenpflicht?

Nun wartet bei der Schaffung von Rechtssicherheit viel Arbeit auf die Liga und die Klubs. Zu klären sind unter anderem folgende Fragen:

Spielverschiebungen im Fussball möglich

In der Schweiz sehen die Reglemente des Fussballverbands vor, dass eine Partie verschoben wird, wenn sechs Spieler einer Mannschaft an der gleichen Krankheit leiden. Der gleiche Passus wird angewandt, wenn Mannschaften in Quarantäne müssen. Im Eishockey gibt es (noch) keine entsprechende Regelung. (dab/sda)

Denis Vaucher verspricht: «Diese Rechtssicherheit werden wir am Freitag im Rahmen der Liga-Versammlung schaffen, sind dann aber im Falle eines Falles auch von den kantonalen Gesundheitsbehörden abhängig.»

Ambris Marco Mueller, links, und Biels Jan Neuenschwander, rechts, kaempfen um den Puck, beim Eishockey Meisterschaftsspiel der National League zwischen dem EHC Biel und den HC Ambri Piotta, am Freitag, 1. November 2019, in der Tissot Arena in Biel. (KEYSTONE/Anthony Anex)

In Biel erkrankten gleich mehrere Spieler, so auch der heutige SCB-Flügel Jan Neuenschwander. Bild: KEYSTONE

Schwierige Aufgabe für die Klubs

Zusammenfassend gilt: Ein Meisterschaftsstart ist am 2. Oktober mit einer Stadionauslastung von 50 bis 60 Prozent möglich und dann kann das volle Programm (50 Runden, Playoffs Best of 7) nach wie vor gespielt werden.

Aber der Bewilligungsaufwand für die einzelnen Klubs ist immens. Und für den halbwegs geordneten Ablauf der Meisterschaft wird eine gute Zusammenarbeit der Klubs unerlässlich sein. Juristische Schlaumeiereien, um sich Vorteile zu verschaffen, oder um Spiele zu verschieben, darf es nicht geben.

Wahrlich gut, dass der Abstieg für die nächste Saison ausgesetzt worden ist. Denn eines zeichnet sich bereits jetzt ab: Die nächste Saison wird unter diesen schwierigen Bedingungen nicht durch und durch regulär ablaufen.

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Eismeister Zaugg

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