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Les spectateurs lausannois masques regardent le match amical de preparation pour la nouvelle saison de hockey sur glace National League entre Lausanne HC, LHC et le EHC Biel-Bienne le vendredi 21 aout 2020 dans la patinoire de la vaudoise arena de Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bei den ersten Testspielen im August waren erstmals seit März wieder Zuschauer in Hockeystadien. Bild: keystone

Eismeister Zaugg

Hockey-Meisterschaft: So soll das Chaos wenigstens ein bisschen verringert werden

Unter welchen Bedingungen kann die Eishockey-Meisterschaft am 1. Oktober beginnen? Das hängt von der neuen Verordnung des Bundesrates ab, die am nächsten Mittwoch erlassen wird. Es gibt einen vielversprechenden Lösungsansatz, der das Chaos wenigstens ein bisschen verringern kann.



So wie das Volk Israel einst am Fusse des Berges Sinai lagerte und auf Moses mit seinen Gesetzestafeln wartete, so harren die Klubmanager auf die Corona-Gesetzestafeln von Bundesrat Alain Berset. Damit sie endlich, endlich, endlich Klarheit haben, unter welchen Bedingungen die Meisterschaft am 1. Oktober beginnen kann. Um die Formulierungen in der neuen Verordnung über Grossanlässe wird noch immer gerungen. Entscheidend ist ein Detail im «Kleingedruckten» der bundesrätlichen Verordnung.

Zuständig für die Bewilligung der Spiele (Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen) bleiben weiterhin die Kantone. Im Hockey sind das 14 verschiedene Kantonsregierungen für die National League und die Swiss League. Das programmierte Chaos. Mit einem Detail kann der Bundesrat mit seiner Verordnung am nächsten Mittwoch (2. September) dieses Chaos zumindest ein wenig verringern.

Die bundesrätliche Verordnung legt fest, unter welchen Bedingungen Spiele durchgeführt werden dürfen. Diese Bedingungen sind an Sicherheitskonzepte geknüpft, die von den Klubs bereits erarbeitet worden sind: eingeschränkte Stadionauslastung, Maskenpflicht, nur Sitzplätze etc. Das Problem: Die Kantonsregierung kann die Spiele in ihrem Hoheitsgebiet bewilligen, wenn die vom Bundesrat formulierten Bedingungen erfüllt sind. Aber die Kantonsregierung muss nicht. Die Klubs haben keinen Rechtsanspruch auf Bewilligung. Mit dem Verweis auf die veränderte Lage (hohe Infektionszahlen) ist es möglich, dass Bern bewilligt, Genf aber nicht. Das wird so bleiben und damit die Aussicht auf Chaos.

Die Grundlage für alle Bewilligungen sind die täglich ermittelten Infektionszahlen. Hohe Zahlen = keine Bewilligung. Tiefe Zahlen = okay, ihr könnt spielen.

Bis in die 1970er Jahre hinein konsultierten die Liga-Funktionäre mit klopfendem Herzen den Wetterbericht, um zu erfahren, ob ein Spiel durchgeführt werden kann und das Wetter war von Ort zu Ort unterschiedlich. Erst das Hallenobligatorium hat unser Hockey ab 1975 vom Wetter unabhängig gemacht.

Nun werden die Liga-Funktionäre mit klopfendem Herzen die Infektionszahlen konsultieren, um zu erfahren, ob ein Spiel durchgeführt werden kann, und die Fallzahlen werden von Ort zu Ort, von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Und hier gibt es nun einen vielversprechenden Lösungsansatz. Der Bundesrat soll in den Anmerkungen zur Verordnung regeln, wie die Fallzahlen zu interpretieren sind.

Ausschlaggebend soll nicht mehr die Zahl der Neuinfektionen sein. Diese Zahl dürfte im Herbst und Winter höher werden. Entscheidend soll sein, wie diese Neuinfektionen unser Gesundheitssystem belasten. Also wie viele der Betroffenen müssen hospitalisiert und wie viele davon beatmet werden.

Beispiel: Die Anzahl der Neuinfektionen steigt im Kanton Zürich sprunghaft an und ist um 120 höher als am Vortag. Ein Grund, das Spiel ZSC Lions gegen Davos nicht zu bewilligen. Aber es mussten nicht mehr Personen hospitalisiert, auch nicht mehr Patienten beatmet werden als am Vortag. Also dürfen die ZSC Lions trotz steigender Fallzahlen gegen Davos spielen.

Angestrebt wird auch ein «Abonnement». Also eine generelle Spielbewilligung, die aber jederzeit aufgrund der Lageentwicklung zurückgezogen werden kann. Aber so müsste wenigstens nicht jedes Spiel einzeln immer wieder bewilligt werden.

Auf dieser Basis wird die Lage berechenbarer und die Abhängigkeit von den täglichen Schwankungen der Neuinfektionen fällt weg. Das Chaos wird geringer. Aber diese Lösung greift nur, wenn der Bundesrat in den Anmerkungen seiner Verordnung das verbindlich so festhält.

Beim Warten auf Moses und die Gesetzestafeln soll es bekanntlich zum Tanz ums «Goldene Kalb» gekommen sein. So ähnlich ist es auch jetzt. Bei den Klubmanagern dreht sich beim Warten auf die bundesrätlichen Gesetzestafeln auch alles um Gold bzw. Geld. Nur nicht in Form eines Kalbes. Entscheidend ist die Ausnützungsziffer für die Stadien. Es wird erwartet (steht aber noch nicht fest), dass im Fussball zwei Drittel und im Eishockey die Hälfte der Kapazität genutzt werden darf.

Placards

Die National-League-Klubs wollen endlich wieder Tickets verkaufen. Bild: KEYSTONE

Bleibt es dabei, gehen im Hockey nach dem Verbrauch der Einnahmen aus den Saisonkarten spätestens im Januar die Lichter aus. Zurzeit wird um eine Änderung der Bedingungen der Bundeshilfe für den Profisport (150 Millionen) gerungen. Ursprünglich ist festgelegt worden, dass diese Gelder als Kredite ausbezahlt werden, für die alle Klubs solidarisch haften. Diese Bedingungen weisen die Klubs zurück.

Ohnehin sind die Klubs als Unternehmen einer Branche, die selbst in Boom-Zeiten rote Zahlen schreibt, nicht dazu in der Lage, solche Kredite zurückzuzahlen. Nicht einmal bei generationenübergreifenden Laufzeiten von 100 Jahren. Also soll das Parlament diese Gelder als Subventionen deklarieren und der Bund auf eine Rückzahlung verzichten.

Ist diese Forderung im Parlament durchzubringen? Wahrscheinlich nicht. Die Kunst der helvetischen Politik ist der Kompromiss. Die Umwandlung der Kredite in Subventionen wird an die Auslastung der Stadien gekoppelt. Nur 50 Prozent der Kapazität dürfen genutzt werden? Okay, 50 Prozent der Kredite werden als Subventionen deklariert. Und die Solidarhaft wird generell gestrichen.

Wir sehen: Es gibt vielversprechende Ansätze, um das Chaos in der Meisterschaft ein wenig zu verringern. Aber selbst eine glasklar formulierte Verordnung des Bundesrates wird zu keiner klaren Ordnung führen. Die Verordnungen, die damals Moses vom Berg Sinai herabgebracht hat (die Zehn Gebote), waren sogar in Stein gemeisselt. Eine stabile Ordnung auf Erden haben sie trotzdem nicht gebracht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Brucho 26.08.2020 23:36
    Highlight Highlight Und plötzlich beneiden uns alle um die Halle mit 11500 Sitzpätzen.
    Und auch die Ruhe im Hallenstadion wird nicht belächelt, da es in allen Hallen nit den Masken so ruhig sein wird.
  • chandler 26.08.2020 08:04
    Highlight Highlight "Hohe Zahlen = keine Bewilligung. Tiefe Zahlen = okay, ihr könnt spielen."
    Diese Aussage stimmt meiner Meinung nach so nicht ganz. Es wird nicht darum gehen ob gespielt werden kann oder nicht, sondern eher wieviele Zuschauer bei diesem Spiel dabei sein dürfen oder eben nicht.
  • Al Ge 26.08.2020 07:36
    Highlight Highlight Unternehmen, welche nie einen Kredit zurück zahlen können, auch in 100 Jahren nicht. Warum ist das so?

    Was läuft da falsch?

  • ironmike 25.08.2020 20:33
    Highlight Highlight definitiv war klar dass man nicht erwarten konnte, dass man ab dem 1. Oktober wieder volle Stadien haben kann. Die Lösung mit 50 % ist sicher realistisch, die Vereine können ja noch Steh- in Sitzpläzte umwandeln so dass man noch ein paar Plätze mehr hat. Da niemand weiss welche Entwicklung die Pandemie nehmen wird, werden wir diese Situation wohl mindestens bis Ende Januar haben, nachher wird man sehen, aber besser als nichts, es gibt endlich wieder Eishockey und man trifft sich im Stadion.
    • Max Dick 25.08.2020 21:36
      Highlight Highlight Nur geht's ja jetzt, wenn ich das richtig verstehe, darum, dass auch nach der Umwandlung von Steh in Sitzplätze nur 50% reinkommen. Beim SCB wären dass also von den einst 17 000 noch 5500, bei Ambri wären es wohl keine 2000 mehr.
  • Tikkanen 25.08.2020 19:34
    Highlight Highlight Chlöisu, 100% Zustimmung für deinen Vorschlag👍🏻

    Item, Schweizermeister🐻
  • Potzholzöpfel 25.08.2020 19:10
    Highlight Highlight Bei Moses habe ich abgebrochen. Herr Zaugg, mir gehen die ewigen Vergleiche mit der Bibel und aus Gotthelfs Zeiten allmählich auf den Zeiger - um nicht Sack zu sagen.
    • Bacchus75 25.08.2020 20:45
      Highlight Highlight Vielleicht meinte er ja auch Steve Moses von den SCRJ Lakers... wer weiss :-)
    • runthehuber 26.08.2020 07:56
      Highlight Highlight Merci... aber wer nix kann, kann nix anders....
  • nadasagenwirjetzteinfachmal 25.08.2020 17:41
    Highlight Highlight Egal was der Bund in die Verordnung schreibt, jeder Kanton kann auf Grund der Lage Zuschauer ausschliessen.
    Glaubt doch endlich dass es für die nächste Saison keine Planungssicherheit gibt.
    Auch an die 10 Gebote müssen sich nur die halten welche besagtem Verein angehören.
    • Darkside 25.08.2020 22:31
      Highlight Highlight Naja, auch als Atheist kann ich sagen, dass die 10 Gebote vermutlich eins der wenigen Dinge aus der Bibel sind die zum grossen Teil Sinn machen weil sie einfach dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Egal welchem Verein man angehört.
  • Rundlauf 25.08.2020 13:57
    Highlight Highlight Wenn der Eismeister zum Epidemiologen wird, dann hört's auf mit lustig und es wird gefährlich.

    Das ist wie wenn man bei Waldbränden nur die lichterloh brennenden Bäume als Problem anerkennen würde, aber die Glutnester vernachlässigt und als nicht massgebend betrachtet.

    Die Fallzahlen alleine genügen nicht als Indikator. Dann aber die gleiche Dummheit zu begehen und einfach einen anderen Einzelwert als einzig aussagekräftigen Indikator zu verwenden, bringt uns auch nicht weiter.

    Wir werden nicht darum herum kommen, Interpretationsarbeit zu leisten.
    • Herr J. 25.08.2020 15:34
      Highlight Highlight Viel Spass damit, am Tag vor jedem Spiel die neusten 18 Statistiken aus der Küche der Gesundheitsbehörden zu interpretieren und daraus Schlüsse zu ziehen, ob ein Spiel mit oder ohne Zuschauer stattfinden kann.

      Quatsch, es braucht nachvollziehbare Kriterien. Die Belastung des Gesundheitswesens scheint mir in der Tat ein sinnvoller Indikator zu sein, im Gegensatz zu den reinen Fallzahlen.
  • Rookie 25.08.2020 13:34
    Highlight Highlight Mit nur 50% Auslastung gehen 10 von 12 Klubs Konkurs...
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 25.08.2020 17:48
      Highlight Highlight oder es gibt ein Gesundschrumpfen und die Gehälter kommen massiv runter. Dann spielen halt keine überbezahlten Stars mehr in der Schweiz.
    • magnet1c 25.08.2020 20:14
      Highlight Highlight Klar sind die Löhne an der Spitze hoch. Das Problem sind viel mehr die überbezahlten Durchschnitt-Spieler, welche von Clubs wie dem SCB / Lausanne / Genf / Lugano und co. angestellt werden.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 25.08.2020 20:26
      Highlight Highlight Ja dann wird dieses Problem sich auch erledigen beim Gesundschrumpfen.
  • AlstonHockeygott 25.08.2020 13:32
    Highlight Highlight Das BAG soll in einer Verordnung noch explizit erwähnen, dass das Hockeyfieber kein Covid Symptom ist - sonst kann man die ganze Übung sowieso abblasen
  • bokl 25.08.2020 13:28
    Highlight Highlight Wie wäre es mit einer Retro-Meisterschaft in Freiluft-(Fussball?)-Stadien?
    • Pana 25.08.2020 15:19
      Highlight Highlight Um dann mit klopfendem Herzen den Wetterbericht abzuwarten, um zu erfahren, ob ein Spiel durchgeführt werden kann?
    • das Otzelot 25.08.2020 17:31
      Highlight Highlight @pana

      Du kannst dann das Veranstaltungstelefon anrufen: Das Spiel SCB gegen Langnau findet statt. ;-)
  • CaptainObvious 25.08.2020 13:26
    Highlight Highlight Unabhängig vom Sport sollte man die Infektionsziffer nicht am Tageswert festnageln sondern rollende Mittelwerte (zB letzte 3 Tage, oder letzte 7 Tage).
    So werden einzelne Ausreisser (zB Wochenende weniger Tests, am Montag Tests nachholen) ausgeglichen.

    Und im Besonderen für die Bewilligungen sollte auch mit einem relativen Wert zur Bevölkerung(sdichte) gerechnet werden. 100 Infektionen im Kanton Zürich sind nicht vergleichbar mit 100 Infektionen im Graubünden.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 25.08.2020 17:46
      Highlight Highlight Das wird doch schon lange so gemacht mit den Fallzahlen je 100'000.
      Woche 16 hatten wir in der CH 16
      Woche 17 waren es 19
      Letzte Woche schon 40 je 100'000.
      Wenn die Kurve so weiter geht haben wir in 4 Wochen 60 je 100'000, also das ist der Punkt den die EU als Grenze setzt für einen Einreisestopp.
    • maylander 25.08.2020 20:05
      Highlight Highlight Das mit den Kantonen ist ja sowie Blödsinn.
      Viele Unterländer HCD Fansfahren jeweils nach Davos.
      Zug müsste 5 Kantone berücksichtigen wenn man eine Reisezeit von 30 Minuten zugrunde nimmt.
      Ambri hat auch viele Fans aus der Innerschweiz u.s.w...
    • Bacchus75 25.08.2020 20:55
      Highlight Highlight @maylander
      Das gebe ich dir recht. Auch Rappi hat das Problem weil grad viele Kantone in der Nähe liegen und Zuschauer aus den Kantonen St. Gallen, Zürich, Glarus und Schwyz anreisen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lars mit Mars 25.08.2020 13:03
    Highlight Highlight Diese Bedingungen sind an Sicherheitskonzepte geknüpft, die von den Klubs bereits erarbeitet worden sind: eingeschränkte Stadionauslastung, Maskenpflicht, nur Stehplätze etc.

    —-> das wären dann nur Sitzplätze, aber keine Stehplätze. Auch wenn sich da gewisse Fangruppen schwertun damit
  • tellmewhy 25.08.2020 13:01
    Highlight Highlight "Ausschlaggebend soll nicht mehr die Zahl der Neuinfektionen sein. Diese Zahl dürfte im Herbst und Winter höher werden. Entscheidend soll sein, wie diese Neuinfektionen unser Gesundheitssystem belasten. Also wie viele der Betroffenen müssen hospitalisiert und wie viele davon beatmet werden."
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