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epa08799007 Manchester United's manager Ole Gunnar Solskjaer (C) reacts after the UEFA Champions League group H soccer match between Istanbul Basaksehir and Manchester United in Istanbul, Turkey, 04 November 2020.  EPA/Tolga Bozoglu

Nach dem 1:2 bei Basaksehir Istanbul muss Ole Gunnar Solskjaer um seinen Job bangen. Bild: keystone

Ein Hühnerhaufen namens United-Verteidigung – und 7 weitere Highlights des CL-Abends

Manchester United verliert überraschend bei Basaksehir Istanbul – weil die Engländer etwa gleich viel Lust am Verteidigen an den Tag legen wie Lionel Messi in der Nachspielzeit bei Barcelonas knappem Sieg gegen Dynamo Kiew. Die wichtigsten Szenen des gestrigen Champions-League-Spieltags.



Die Resultate von gestern:

Ein Hühnerhaufen namens United-Verteidigung

Manchester United blamierte sich bei Basaksehir Istanbul bis auf die Knochen. Der dreifache Champions-League-Sieger verlor gegen den krassen Aussenseiter nur eine Woche nach dem 5:0-Erfolg gegen RB Leipzig mit 1:2. Der Sieg von Basaksehir war keineswegs gestohlen: Während die Türken aufopferungsvoll kämpften und grandios konterten, zeigten die «Red Devils» vor allem in der Defensive eine haarsträubende Leistung.

Bei beiden Gegentoren glich die United-Hintermannschaft um Captain Harry Maguire mehr einem Hühnerhaufen statt einer organisierten Viererkette. Beim 1:0 durch Demba Ba reichte ein weiter Ball aus dem Basaksehir-Sechzehner, um den viel zu weit aufgerückten Abwehrverbund uralt aussehen zu lassen.

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Der Konter, der zum 1:0 für Basaksehir führt. Video: streamable

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Die vier Verteidiger und der hinterste Mann von ManUnited. bild: screenshot bt sport

Auch beim 2:0 durch Edin Visca löst sich die United-Verteidigung nach einem unnötigen Ballverlust quasi in ihre Einzelteile auf. Völlig desorientiert stürmen alle vier Abwehrspieler auf den Ball, die allein gelassenen Türken haben im Rückraum leichtes Spiel.

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Das 2:0 für Basaksehir durch Visca. Video: streamable

United-Legende Rio Ferdinand konnte es nicht fassen: «Die Tore gegen uns – bitte sagt mir, dass jemand in dieser Umkleidekabine durchdrehen wird und die Leute zur Rechenschaft gezogen werden. Als wir den Ball vor dem ersten Tor verloren, fehlte es schlicht an der nötigen Einstellung», erklärte er auf Instagram. Ex-Teamkollege Paul Scholes entgegnete in der Experten-Runde von BT Sport: «Ich denke, dass der Wille da war, aber der Mannschaft fehlt es schlicht an Qualität.»

Wie Verteidigen richtig geht, zeigte Basaksehir den Engländern in den Schlussminuten exemplarisch auf. Die Türken stemmten sich in den letzten Sekunden mit allem, was sie hatten, gegen den Ausgleich. In der 92. Minute schlug Alexandru Epureanu den Ball gerade noch von der Torlinie weg und sorgte so dafür, dass sich United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer in den nächsten Tagen ein paar unangenehme Fragen stellen lassen muss. Beispielsweise die, ob er noch der richtige Mann für den Job bei den «Red Devils» ist.

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Die Rettungstat von Epureanu in der Nachspielzeit. Video: streamable

Haalands Torserie geht weiter

Immer dieser Haaland! Auf der grossen Champions-League-Bühne scheint sich der 20-jährige Norweger einfach wohl zu fühlen. Beim 3:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC Brügge erzielte der BVB-Torjäger, der in der Bundesliga zuvor verletzt hatte passen müssen, mal wieder einen Doppelpack.

Damit hat Haaland seine imposante Torserie in der Champions League ausgebaut: In 11 Partien hat er nun 14 Tore geschossen. Das ist vor ihm noch keinem Spieler gelungen. Nur in zwei dieser Spiele hat Haaland nicht getroffen: Im Dezember 2019 beim 0:2 mit Salzburg gegen Liverpool und beim 0:2 im Achtelfinal-Rückspiel gegen PSG in diesem Frühling.

Neben Haaland überzeugte beim BVB einmal die Verteidigung, vor allem Manuel Akanji spielte ganz gross auf. Wie sein norwegischer Stürmer-Kollege erhielt er von «Focus» in der Einzelbewertung die Note 2. Dazu stand: «Kleine Unsicherheiten in der Anfangsphase, dann resolut in der Zweikampfführung. Dazu ein tolles Stellungsspiel. Immer wieder schöne und öffnende Bälle im Aufbauspiel. Tolle Partie des Schweizers!»

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Die besten Szenen der Partie. Video: YouTube/Swisscom blue Sport

Vielleicht war das gar nicht Ruslan Neshcheret, ...

... sondern Manuel Neuer. Das hätte man zumindest meinen können. Denn was Dynamo-Kiew-Keeper Ruslan Neshcheret beim 1:2 gegen den FC Barcelona zeigte, war schlicht und einfach Weltklasse. Dabei kam der 18-Jährige nur zum Zug, weil bei den Ukrainern wegen Corona-Erkrankungen insgesamt elf Spieler ausfielen, darunter auch die beiden Torhüter Nummer 1 und 2.

Doch von Nervenflattern keine Spur: Neshcheret spielte auf wie ein alter Hase und entschärfte gleich mehrere Topchancen von Barcelona: Einen Messi-Freistoss kratzte er in der 60. Minute mit den Fingerspitzen aus dem Lattenkreuz und auch seine Parade in der 80. Minute bei einem Weitschuss von Ousmane Dembélé konnte sich sehen lassen.

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Neshcherets Parade bei einem Messi-Freistoss. Video: streamable

SRF-Experte und Kriens-Trainer Bruno Berner erklärte im TV-Studio: «Diesen Namen habe ich mir notiert.» Da wird er aber nicht der Einzige sein. Mit seiner Leistung hat sich Neshcheret definitiv in alle Scouting-Listen Europas gehext. Wir sind gespannt, wo wir den 18-Jährigen dereinst wiedersehen werden.

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Noch mehr Glanzparaden von Neshcheret. Video: streamable

So «verteidigt» Messi

Nein, Lionel Messi war noch nie ein grosser Verteidigungskünstler. Der sechsfache Weltfussballer schont seine Kräfte lieber für die Offensive. Wie er gegen Dynamo Kiew in der Nachspielzeit das Pressing unterliess, muss aber jedem Trainer die Zornesröte ins Gesicht treiben. Seelenruhig liess er den ukrainischen Aufbauer an der Mittellinie gewähren – beim Stand von nur 2:1 notabene.

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Messi schaut an der Mittellinie nur zu. Video: streamable

Zwar befanden sich die restlichen neun Barça-Feldspieler alle hinter dem Ball, aber ein bisschen mehr Einsatz hätte sich das sicher auch Ronald Koeman gewünscht. Der niederländische Barça-Trainer widersprach zuletzt seinem Vorgänger Quique Setién, der behauptete, dass Messi schwierig zu trainieren sei. «Für mich ist er kein Spieler, mit dem ich Schwierigkeiten habe», so Koeman. Hoffentlich bleibt das auch so, wenn die beiden die Szene in der Nachspielzeit besprechen. Messis lasche Verteidigungsarbeit blieb für Barça übrigens ohne Konsequenzen.

Zum Vergleich:

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So presste Arsenals Mohamed Elneny in der Nachspielzeit beim 1:0 gegen ManUnited. Video: streamable

Das war definitiv nicht Neshcheret

Beim 1:4 von Ferencvaros Budapest gegen Juventus Turin war der Torhüter nicht wie Neshcheret am Ende der Held, sondern der grosse Depp. Denn Denes Dibusz legte dem italienischen Rekordmeister gleich zwei Tore auf. Auf dem vom Regen durchnässten Boden konnte der ungarische Nationaltorhüter in der 72. Minute zunächst einen – zugegeben extrem schwierig gespielten – Rückpass nicht annehmen, den weggesprungenen Ball versenkte Paulo Dybala zum zwischenzeitlichen 3:0 in die Maschen.

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Das 3:0 für Juventus durch Dybala. Video: streamable

Nur neun Minuten später hatte Dibusz den Ball ruhig am Fuss und wollte das Spiel aufbauen. Doch sein Pass landete in den Beinen des heraneilenden Dybala. Dessen Abschluss konnte Dibusz zwar noch ablenken, nach einem missglückten Rettungsversuch von Lasha Dvali sprang der Ball jedoch zum 0:4 ins eigene Tor.

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Das 4:0 für Juventus ist am Ende ein Eigentor. Video: streamable

Morata kann es auch «onside»

Es geht ja doch: Vor einer Woche wurden Juve-Stürmer Álvaro Morata gegen Barcelona gleich drei Tore durch den VAR aberkannt, nun bewies der Spanier, dass er es auch «onside» kann. Beim 4:1-Sieg gegen Ferencvaros Budapest erzielte Morata die ersten beiden Treffer. Etwas ungläubig schaute er nach dem 1:0 in der 7. Minute in die Kamera, doch der VAR schritt tatsächlich nicht ein – das Tor zählte.

Morata stahl mit seinem Doppelpack Cristiano Ronaldo etwas die Show. Der 35-jährige Portugiese bestritt nach seiner 19-tägigen Corona-Quarantäne die erste Champions-League-Partie der Saison, blieb aber trotz grossem Aufwand ohne Torerfolg. Dennoch war auffällig, wie gut CR7 mit Morata harmonierte. Immer wieder spielten sich die beiden gekonnt durch die Abwehr der Ungarn.

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Das 1:0 für Juve durch Morata. Video: streamable

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Das 2:0 für Juve durch Morata. Video: streamable

10 PSG-Spieler stecken im Lift fest

Vor dem Spitzenspiel bei RB Leipzig erlebten 10 Spieler von Paris St-Germain einen kleinen Schockmoment. Wegen eines Defekts waren sie fast eine Stunde in einem Lift eingesperrt. Layvin Kurzawa postete auf Instagram eine Story, die ihn mit Presnel Kimpembe, Leandro Paredes, Angel Di Maria, Marquinhos, Bandiougou Fadiga, Abdou Diallo, Idrissa Gueye, Moise Kean, Colin Dagba und Kays Ruiz-Atildie im besagten Lift zeigt. Die Stimmung war trotz allem bestens, wie das gepostete Video zeigt. Schliesslich konnte die Leipziger Feuerwehr die eingesperrten PSG-Spieler befreien.

Auf dem Platz zeigten sich die Pariser trotz des Zwischenfalls zunächst bestens aufgelegt. Angel Di Maria traf schon früh zur 1:0-Führung und in der 16. Minute hätte der Argentinier gar auf 2:0 erhöhen können, doch RB-Keeper Peter Gulasci parierte seinen Elfmeter glänzend. Weil der PSG in der zweiten Halbzeit dann total den Faden verlor, setzte es am Ende eine 1:2-Niederlage ab.

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Die besten Szenen und alle Tore der Partie. Video: YouTube/Swisscom blue Sport

Sevillas fantastische Wende in Unterzahl

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kam es knüppeldick für den FC Sevilla. Nachdem man sich gerade von einem 0:2-Rückstand erholt und den 1:2-Anschlusstreffer durch Ivan Rakitic geschafft hatte, flog Jesus Navas wegen einer Notbremse mit Rot vom Platz.

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Video: streamable

Doch Sevilla schaffte in den zweiten 45 Minuten zu zehnt die Wende. Die «Blanquirrojos» drückten vehement, aber zunächst erfolglos auf den Ausgleich. Dann kam Youssef En-Nesyri: In der 60. Minute eingewechselt, erzielte er mit zwei Torschüssen innert 12 Minuten bei beiden Treffer zum 3:2-Sieg.

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Die besten Szenen der Partie mit allen fünf Toren. Video: YouTube/Swisscom blue Sport

Sevilla ist erst die zweite spanische Mannschaft, die in der Champions League nach einem 0:2-Rückstand noch gewonnen zuletzt. Zuvor war das nur Real Madrid 2009 gegen die AS Roma geglückt. Zudem ist der sechsfache Europa-League-Sieger das erste Team überhaupt, das ein Spiel in der Königsklasse noch drehen konnte, obwohl man eine ganze Halbzeit in Unterzahl agieren musste.

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