Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Belinda Bencic, of Switzerland, pumps her fist after winning a point against Donna Vekic, of Croatia, during the quarterfinals of the U.S. Open tennis championships Wednesday, Sept. 4, 2019, in New York. (AP Photo/Frank Franklin II)
Belinda Bencic

Belinda Bencic hat mit 22 Jahren einen Meilenstein erreicht. Bild: AP

Bencic steht im US-Open-Halbfinal, wo Andreescu wartet – Nadal bleibt auf Finalkurs



Belinda Bencic steht am US Open erstmals im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers. Die 22-Jährige Ostschweizerin gewann einen hart umkämpften Viertelfinal gegen die ein Jahr ältere Kroatin Donna Vekic (WTA 23) 7:6 (7:5), 6:3. Sie ist damit die erste Schweizer Halbfinalistin bei einem Major-Turnier seit Timea Bacsinszky am French Open 2017.

In der Nacht auf Freitag spielt die als Nummer 13 gesetzte Bencic nun gegen die Kanadierin Bianca Andreescu (WTA 15) oder die Belgierin Elise Mertens (WTA 26) um den Einzug in den Final.

Im ersten Satz lieferten sich die ehemalige Freundin von Stan Wawrinka und die Schweizerin einen ausgeglichenen Kampf ohne viele Breaks. Und als Vekic zum 5:4 das erste Break gelang, konterte Bencic sogleich. Im Tiebreak lag die Viertelfinalistin von 2014 nur beim 0:1 im Rückstand, ehe sie nach genau einer Stunde ihren vierten Satzball nutzen konnte.

Auch im zweiten Satz blieb die Partie ausgeglichen, bis Bencic zum 4:3 das erste Break gelang. Danach behielt sie die Nerven und hielt eine weiterhin starke spielende Vekic, die Bencic noch am French Open klar geschlagen hatte, sicher in Schach. Mit einem zweiten Break zum 6:3 besiegelte die in Wollerau wohnhafte Ostschweizerin ihren grössten Erfolg.

Noch auf dem Platz blickte Bencic im Interview kurz auf die fünf Jahre seit ihrem letzten Grand-Slam-Viertelfinal, den sie gegen die Chinesin Peng Shuai verloren hatte, und ihre lange Serie an Verletzungen zurück. «Wenn man verletzt ist, ändert das die ganze Perspektive», stellte sie fest. «Jetzt geniesse ich das Tennis dafür umso mehr.»

Bencics nächste Herausforderung kommt aus Kanada

Belinda Bencic trifft in der Nacht auf Freitag (ca. 02.30 Uhr) im US-Open-Halbfinal auf die Kanadierin Bianca Andreescu. Die Fans dürfen sich auf ein faszinierendes Duell freuen.

Die Nummer 12 der Welt gegen die Nummer 15, zwei Neulinge in Grand-Slam-Halbfinals: Das Duell zwischen Belinda Bencic und Bianca Andreescu sieht auf dem Papier nicht nach dem Duell zwischen zwei Stars aus. Der Eindruck könnte falscher nicht sein. Es könnte der Anfang einer Rivalität sein, die in den nächsten Jahren das Frauentennis prägen wird.

«Ich werde definitiv schauen», sagte Bencic vor der Night Session zwischen Andreescu und Mertens. Sie hat noch nie gegen die Kanadierin, deren Eltern kurz vor ihrer Geburt aus Rumänien nach Toronto ausgewandert waren, gespielt, weiss aber, was sie erwartet: «Sie variiert das Spiel extrem gut.» Ein kleiner Vorteil für Bencic könnte die Frische sein. Andreescu musste am Mittwochabend bei warmen Bedingungen und sehr hoher Luftfeuchtigkeit drei Sätze und über zwei Stunden gegen Mertens kämpfen und hat nun nicht mal ganz 24 Stunden Zeit zur Erholung.

Andreescu ist aber – wie Bencic – eine Spielerin für die grossen Momente. Sie gewann praktisch aus dem Stand heraus das Premier-Turnier in Indian Wells und doppelte Anfang August – nach einer viermonatigen Verletzungspause wegen der Schulter – in ihrer Heimat Toronto nach. «Es ist so verrückt. Ist das überhaupt real?», fragte der Teenager nach dem Sieg im Viertelfinal im Platzinterview ungläubig. «Vor einem Jahr spielte ich hier noch in der Qualifikation (und verlor in der 1. Runde) und hatte Rückenprobleme.» Damals gehörte sie nicht mal den Top 200 der Welt an - am Montag wird sie wie Bencic den Top Ten angehören.

Nadal auf Kurs zum Titel

Rafael Nadal bleibt auf Kurs Richtung 19. Grand-Slam-Titel. Im letzten Männer-Viertelfinal gewann der Spanier nach einer durchzogenen Leistung 6:4, 7:5, 6:2 gegen den als Nummer 20 gesetzten Argentinier Diego Schwartzman. Sowohl im ersten als auch im zweiten Satz gab Nadal einen doppelten Break-Vorsprung – 4:0 im ersten, 5:1 im zweiten Satz – preis, ehe er sich doch durchsetzte.

Er schlug aber gegen den nur 1,70 m grossen Schwartzman, der ein exzellenter Returnspieler ist, nicht so stark auf wie in den ersten vier Runden.

Der beste Punkt des Spiels geht aber an Schwartzman.

Am Ende waren die physischen und spielerischen Vorteile der Nummer 2 der Welt aber zu gross, um in die Nähe einer Überraschung zu kommen. Er hätte sich wohl gewünscht, an einem schwül-warmen Abend etwas weniger lang als 2:47 Stunden und bis Viertel vor ein Uhr morgens auf dem Platz zu stehen, doch sein Halbfinal-Gegner vom Freitag wird dennoch deutlich müder sein.

Auch Berretini konnte sich durchsetzen

Matteo Berrettini erreicht als erster Italiener seit 1977 die Halbfinals des US Open. Er gewinnt einen Thriller gegen Gaël Monfils 3:6, 6:3, 6:2, 3:6, 7:6 (7:5).

Der als Nummer 13 gesetzte Monfils war der Spieler, dem am ehesten zugetraut hätte, Rafael Nadal am Einzug in den Final zu hindern. Der Franzose konnte aber nicht zum ersten Mal eine gute Ausgangslage nicht nutzen.

Monfils führte mit einem Satz und einem Break und hatte die Chance auf eine 3:0-Führung im zweiten Durchgang. Er verpasste aber die Vorentscheidung und gab so quasi den Startschuss zu einer veritablen Achterbahnfahrt. Und am Ende hatte Berrettini die Oberhand, als bei seinem fünften Matchball im Tiebreak des fünften Satzes und nach fast vier Stunden ein Return von Monfils knapp ins Aus segelte.

Berrettini ist in der Profiära (seit 1969) erst der vierte Italiener in einem Grand-Slam-Halbfinal, der zweite am US Open nach Corrado Barazzutti 1977. Der Clou: Marco Cecchinato (French Open 2018), Adriano Panatta (French Open 1973, 1975 und 1976) und Barazzutti (US Open 1977 und French Open 1978) schafften ihre Halbfinals allesamt auf Sand. Den Final erreichte von ihnen einzig Panatta bei seinem Triumph in Roland Garros 1976. (mim/zap/sda)

Ticker: 04.09.2019 Bencic-Vekic

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Die besten Bilder des US Open 2019

Wawrinka beisst sich im Quiz über sich selbst die Zähne aus

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mia_san_mia 05.09.2019 05:17
    Highlight Highlight Das war einfach super 👍🏻 Jetzt lohnt es sich mal Frauentennis zu schauen.
  • Howard271 04.09.2019 20:49
    Highlight Highlight Was für ein nervlich starkes Match, auch spielerisch insbesondere im 2. Satz! Beeindruckend, ich drücke weiterhin die Daumen! Go Belinda!
  • rodman 04.09.2019 20:15
    Highlight Highlight Die Gegnerin hiess Donna Vekic, nicht Jelena Dokic (siehe text) ;-)
  • Peter R. 04.09.2019 20:08
    Highlight Highlight Was die Herren nicht schaften - Belinda macht es, sie steht im Halbfinal und kann noch weiter kommen.
    • Buonarroti 04.09.2019 21:00
      Highlight Highlight Was die Herren nicht schaften? Diese Anmerkung ist völlig überflüssig...
      Oder hätte man bei jedem federer/wawrinka Erfolg anmerken sollen...Was die Frauen nicht schaften...
  • c_meier 04.09.2019 20:08
    Highlight Highlight Yeah, herzliche Gratulation.
    die "Lehrjahre" Anfang Jahr an der Seite von Roger in Perth/Australien haben sicher das ihre dazubeitragen.
    weiter so! :)

Unvergessen

Söderling haut Nadal raus und ebnet Federer den Weg zum Karriere-Grand-Slam

31. Mai 2009: Im Achtelfinal der French Open geschieht Historisches. Robin Söderling, die Weltnummer 25, schlägt den vierfachen Titelträger Rafael Nadal, der bis dahin in 31 Spielen bei den French Open unbesiegt blieb.

Deutlicher könnte die Ausgangslage kaum sein: Der topgesetzte Rafael Nadal trifft im Achtelfinal der French Open auf die Weltnummer 25, Robin Söderling aus Schweden. Seit seinem Paris-Debüt 2005 hat der Spanier insgesamt 31 Matches und vier Titel gewonnen. Seit Roger Federer im Final 2007 war es keinem Spieler in Paris mehr gelungen, Nadal auch nur einen Satz abzunehmen.

Und da steht er nun, dieser Robin Söderling. Vor einem Monat hatte Nadal den Schweden in Rom noch mit 6:1 und 6:0 gedemütigt.

Doch …

Artikel lesen
Link zum Artikel