Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bärtige Meister: Die ZSC-Spieler Ari Sulander, Steve McCarthy und Jeff Tambellini nach dem Titelgewinn 2012. Bild: Keystone

Unvergessen

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

8. April 1980: Zwei Spieler der New York Islanders beschliessen, sich während der entscheidenden Phase der Meisterschaft nicht mehr zu rasieren. Es entsteht eine Tradition, die aus dem Eishockey kaum mehr wegzudenken ist.



Wenn in einigen Tagen der Schweizer Eishockey-Meister seinen Titel feiert, dann können wir sicher sein: Auf den Fotos der siegreichen Mannschaft werden wir viele Bartträger sehen. Man kann es sich kaum vorstellen, dass dies nicht schon immer so war. Dabei handelt es sich beim Playoff-Bart um eine vergleichsweise junge Tradition.

Am 8. April 1980 beginnen die New York Islanders die NHL-Playoffs mit einem 8:1-Heimsieg gegen die Los Angeles Kings. Schon einen Tag später steht das zweite Spiel an, danach reisen die Teams von der Ost- an die Westküste, um die Spiele Nummer 3 und 4 innerhalb von fünf Tagen auszutragen. Vielleicht ist dieser dichte Terminplan mitschuldig daran, dass sich zwei Spieler der Islanders entschliessen, die Gesichtsbehaarung einfach spriessen zu lassen: Stefan Persson und Anders Kallur.

Ah jetzt ja, eine Insel New York Islanders 1980

Gruppenbild mit Stanley Cup: Die New York Islanders 1980 mit den Schweden Persson (mittlere Reihe) und Kallur (unten). Bild: NY Islanders

Tennis-Star Borg stand Pate

Die beiden Schweden lassen sich aber mit Sicherheit auch von einem berühmten Landsmann inspirieren. Tennis-Star Björn Borg hatte es sich in den Jahren zuvor zur Gewohnheit gemacht, jeweils blank rasiert zum Grand-Slam-Turnier von Wimbledon anzutreten und sich im Turnierverlauf einen Bart wachsen zu lassen. Der Erfolg gibt Borgs Methode Recht: Zwischen 1976 und 1980 gewinnt er Wimbledon fünf Mal in Folge.

Was bei Borg klappt, kann ja auch bei Eishockeyspielern funktionieren, denken sich Persson und Kallur. Am Ende der Saison feiern die New York Islanders ihren ersten Stanley-Cup-Triumph, auch in den folgenden drei Jahren gewinnen sie die Meisterschaft. Persson und Kallur führen nicht nur den Bart in die NHL ein. Sie sind 1980 auch die ersten europäischen Spieler überhaupt, die den Pott in die Höhe stemmen können.

Photograph dated 07 July 1979 of Swedish tennis player Bjoern Borg holding the Wimbledon trophy. Swedish tennis great Bjorn Borg, winner of five consecutive Wimbledon titles, was slated to sell his five trophies at a London auction house, reports said Friday 03 March 2006. Bonham said the trophies would be sold as one lot and were likely to be sold for 200,000-300,000 pounds (292,000-438,000 euros).  EPA/JACOB FORSELL

Der unrasierte Björn Borg feiert seinen Wimbledon-Sieg 1979. Bild: EPA

Als Tradition erst in den Neunziger-Jahren eingeführt

In seinem Buch «Hockey Superstitions» («Hockey-Aberglauben») beschreibt Autor Andrew Podnieks, dass damit aber erst der Grundstein für eine Tradition gelegt wurde. Festgesetzt hatte sich der Bart noch nicht.

Denn nach der Dynastie der Islanders folgte jene der Edmonton Oilers mit fünf Titeln zwischen 1984 und 1990. Deren Spieler hätten einerseits, so Podnieks, keine Tradition eines Rivalen übernehmen wollen und seien andererseits wahrscheinlich auch noch zu jung gewesen für einen schönen Rauschebart.

New York Islanders 1981

Beim Titelgewinn 1981 ist der Bart bei den Schweden Persson (Zweiter von links) und Kallur (mit Pokal) schon wieder ab – dafür trägt der Kanadier John Tonelli einen. Bild: Getty Images

Etabliert hätten den Playoff-Bart schliesslich die New Jersey Devils beim Titelgewinn 1995. Seither ist alles anders im Eishockey. Nun darf die Gesichtsbehaarung keinesfalls mehr abgeschnitten werden, weil das angeblich Unglück bringt.

Die Spieler sind der festen Überzeugung, dass nur Meister wird, wer sich nicht mehr rasiert. Und weil stets alle Teams mitziehen, stimmt der Aberglaube sogar: Meister wird jedes Jahr eine Mannschaft, deren Spieler einen Playoff-Bart tragen.

Beat Equilino vom HC Davos raucht die Sieger-Zigarre, nach dem Sieg des HC Davos ueber die ZSC Lions am Samstag, 6. April 2002 in Zuerich. Der HC Davos wurde Schweizer Eishockeymeister 2002.  (KEYSTONE/Franco Greco)

Schramme im Gesicht, Zigarre im Mund und Bart – so sieht ein Eishockey-Meister aus. HCD-Spieler Beat Equilino präsentiert 2002 den Prototypen. Bild: Keystone

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

Alle Schweizer Eishockey-Meister seit Einführung der Play-offs 1985/86

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

12
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

109
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

75
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

114
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

148
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

125
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

99
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

12
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

109
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

75
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

114
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

148
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

125
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

99
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

376
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

148
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der SC Bern hat ein Problem – der Trainer ist zu gut und «unentlassbar»

Der SC Bern verliert zum ersten Mal unter Kari Jalonen fünfmal in Serie. Die Niederlage in Zug (2:5) zeigt: Der SCB hat ein Ausländer- und ein Torhüterproblem. Aber kein Trainerproblem. Ja, bei einem Trainerwechsel könnte der SCB in den sportlichen Abgrund stürzen.

Krise? Das Wort spricht beim SCB keiner aus. Simon Moser, ein Captain ohne Fehl und Tadel, bezeichnet die aktuelle Situation als «Zwischentief».

Die weiteren Erklärungen der SCB-Spieler folgen der …

Artikel lesen
Link zum Artikel