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Frauen und Geld

7 Tipps, wie du versteckte Kosten beim Geldanlegen entdeckst

Was kostet es eigentlich, Geld anzulegen? Wie kannst du berechnen, ob die Anlage wirklich was bringt? Welche Kosten und versteckten Geldfresser gibt es?

Olga Miler
Olga Miler



Das ist jetzt einer von den Artikeln, die nicht wirklich frauenspezifisch sind. Kosten beim Geldanlegen gehen uns alle an und können je nach Kostenart besonders ins Gewicht fallen, wenn man kleinere Beträge anlegt. Frauen trifft dies besonders, da sie im Vergleich zu Männern oft weniger Geld zum Anlegen haben. Sonst fressen die Kosten im Zeitverlauf wertvolle Rendite auf. Manchmal sogar ganz unbemerkt.

In einer Studie in England waren 8 von 10 Privatanlegern der Ansicht, dass die Gebühren für verwaltete Fonds nicht eindeutig offengelegt wurden – obwohl mehr als die Hälfte der Befragten angab, dass «transparente Gebühren» und «niedrige Handelskosten» der wichtigste Faktor beim Kauf von Fonds seien.

Wie kann ich berechnen, was mich die Geldanlage wirklich kostet?

Das ist einfacher gesagt als getan. Wer schon jemals brütend über verschiedenen Factsheets von Anlageprodukten sass, kennt das sicher. Der Vergleich ist schwer und zeitraubend, weil die Kosten so unterschiedlich berechnet werden und für verschiedene Produkte verschiedene Arten von Kosten anfallen. Oft muss man lange suchen und auch das Kleingedruckte lesen, bis man rausfindet, was es denn überhaupt kostet. Keine Lieblingsbeschäftigung, stirnrunzelnd über dem Taschenrechner gebeugt am Schreibtisch zu sitzen? Aber da die Geldanlage, z.B. für die Vorsorge und vor allem, wenn man in Aktien anlegt, langfristig sein soll, lohnt sich ein Vergleich, denn die Kosten fallen langfristig an.

Welche Arten von Kosten fallen bei der Geldanlage häufig an?

Die Kostenarten unterscheiden sich nicht nur nach dem gewählten Produkt, z.B. Fonds, sondern vor allem auch danach, welche Methode man für die Geldanlage nutzt: Handelt man selbst mit den Aktien und Fonds, nutzt man einen Robo-Advisor oder beauftragt man eine Bank oder einen Finanzberater, das Geld zu verwalten? Es gibt eine Vielzahl an Modellen und Kosten, hier sind die wichtigsten zusammengefasst:

Depotgebühren

Um einen Fonds oder Aktien kaufen zu können, braucht man ein Depot. Dafür erheben Banken und digitale Anbieter Gebühren, die sich deutlich unterscheiden können. Vergleichen lohnt sich! Moneyland hat herausgefunden, dass die teuersten Handelsplattformen im Vergleich zu den günstigsten Online-Brokern bis zu 4x so teuer sein können. Vergleichsrechner hier.

All-in-Fee

Diese Kostenstruktur wird oft von Robo-Advisorn genutzt und fasst die verschiedenen Kosten für die Fonds zusammen. Sie wird häufig in % des verwalteten Vermögens angegeben. Die All-in-Fee kann eine unterschiedliche Struktur haben, z.B. ist wirklich alles drin oder aber sie besteht aus einer jährlichen Administrationsgebühr und einer jährlichen Verwaltungsgebühr. Sie kann auch mit dem Gesamtbetrag des angelegten Vermögens variieren, z.B. je mehr Geld man angelegt hat, umso günstiger die Gebühr.

Beratungsgebühren / Mandatsgebühren

Wenn man unabhängige Finanzberater nutzt, dann fallen Beratungsgebühren an. Diese können ein Stundensatz, ein Prozentsatz des verwalteten Vermögens oder eine Kombination von beidem sein.

Welche Kosten fallen bei Fonds häufig an?

Die Kosten lassen sich in einmalige Kosten und laufende Kosten unterteilen:

Einmalige Kosten

Laufende Kosten

Kurz erklärt: Butto- und Nettorendite

Das Wichtigste bei den verschiedenen Kostenüberlegungen ist, dass man sie in Verhältnis zum erwarteten Ertrag setzt, und dann berechnet, was am Schluss übrig bleibt, um zu sehen ob die Anlage überhaupt etwas bringt. Die Schwierigkeit besteht oft darin, dass die Kosten jetzt bekannt sind, der erwartete Ertrag aber eben nur eine Erwartung darstellt.

Bruttorendite = gibt den jährlichen Gesamtertrag einer Geldanlage ohne Berücksichtigung von Steuern, Inflation oder anderen Einflussgrössen wieder.

Nettorendite = berücksichtigt alle derartigen relevanten Einflussgrössen und ist dementsprechend auch fast immer niedriger. Formel: Rendite in Prozent = (Gesamtertrag (in CHF) x 100) / eingesetztes Kapital (in CHF), typischerweise wird der Gesamtertrag oder die Rendite über ein Jahr genommen.
Zur Berechnung der Rendite kann man verschiedene Rechner nutzen, Beispiel von Moneyland.

7 Tipps zur Optimierung von Kosten beim Geldanlegen

  1. Ein Vergleich lohnt sich und fängt schon bei der Wahl, wie man anlegen will, an: ETF selber kaufen und verkaufen, einen Roboter nutzen, bei dem schon alles drin ist? Doch lieber eine Bank? Wer vor so einer Entscheidung steht, nimmt am besten den Betrag und rechnet ihn für die verschiedenen Möglichkeiten durch. Oder man nimmt einen Dienst in Anspruch, der dies für eine geringe Gebühr berechnet. Je nachdem zeigt sich, dass bei Gebrauch nützlich ist, was zuerst teuer aussieht. Wenn du nur einen einzigen World EFT haben willst, kann es beispielsweise viel günstiger sein, diesen einfach über einen günstigen Online-Broker zu kaufen und zu halten, als über einen Robo-Advisor. Und es braucht keinen Bankberater.
  2. Passive Fonds sind in der Regel günstiger als aktiv verwaltete Fonds: Immer erfragen, wie der Fonds verwaltet wird und welche Zeichnungs- und auch «Verkaufsgebühren» entstehen. Die Effizienz eines Fonds sieht man mit der Total Expense Ratio (TER) – je tiefer die TER, desto besser!
  3. Die «All-in-Fee» bei Anbietern immer konkret am eigenen Beispiel berechnen: Es kann sein, dass sie günstig aussieht (z.B. 0,75%) aber dann im Kleingedruckten noch eine «+Verwaltungsgebühr von z.B. 0,5%» steht. Und schon zahlt man 1,25%.
  4. Die günstigen ETF-Gebühren können schnell von hohen Gebühren für das Depot und den Transaktionskosten kompensiert werden. Hier spielt dann nicht nur die Wahl des Depots eine Rolle, sondern z.B. auch die Anzahl Bewegungen (Trades), die man vornimmt, da jede davon kosten kann.
  5. Sonderangebote prüfen: Bei verschiedenen Anbietern gibt es immer wieder Gebührenerlass oder Erlass von Teilgebühren. Es lohnt sich, das Kleingedruckte zu lesen und auszurechnen, was man bezahlt, wenn das Sonderangebot nach z.B. 6 Monaten vorbei ist.
  6. Kosten immer in Vergleich mit der erwarteten Rendite setzen, aber auch ausrechnen, was passiert, wenn diese nicht eintreffen würde oder sich nicht so entwickelt wie in der Vergangenheit. Bei der Bank den Bankberater bitten, die Totalkosten auszuweisen, nicht nur in %, damit man sich klar vorstellen kann, wieviel es pro Jahr sein wird.
  7. Berechnungen mit einem oder mehreren echten Beispielbeträgen und allenfalls verschiedenen Zeitrahmen machen. Anschaulich wird es, wenn man dann die Kosten auf z.B. das zahle ich im Jahr oder im Monat umlegt.

Der Kostenvergleich der Geldanlage ist oft zeitraubend und doch eher mühsam. Lohnt sich aber! Welche Erfahrungen habt ihr gemacht und habt ihr Tipps für das Kostensparen beim Geldanlegen?

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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