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Frauen und Geld

«No risk, no ...» – Was du über Risiken beim Anlegen wissen solltest

Was ist Risiko und wie gehst du damit um? Sind Frauen risikoaverser als Männer? Welcher Risikotyp bist du und was du über Risiko wissen solltest.

Olga Miler
Olga Miler



«Ich habe Angst, das Geld zu verlieren!» ist einer der Hauptgründe die ich immer wieder von Frauen höre, wenn wir darüber sprechen, warum sie sich nicht trauen, zu investieren. Viele haben, ähnlich wie Valentina, am Anfang Fehler gemacht.

Andere haben schon mal Geld verloren, oder wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Und selbstverständlich ist gerade jetzt, wo es auf den Märkten drunter und drüber geht, die Unsicherheit noch grösser.

Ich treffe oft Frauen, die im normalen Leben sehr viele Risiken auf sich nehmen, aber wenn es um ihr eigenes Geld geht, sind sie plötzlich unheimlich vorsichtig. Was heisst denn eigentlich Risiko, wenn es um Geld geht?

Ohne Risiko kein Ertrag.

Das ist im Leben so und auch wenn es um Geld geht. Aber wenn du deine Einstellung zu Risiko und deinen Risikotypen bei der Geldanlage kennst, kannst du bewusst entscheiden, welcher Weg für dich und dein Geld der richtige ist.

Was ist Risiko bei Geld?

Risiko ist eine Situation, in der man möglichen Gefahren ausgesetzt ist. Warum sollte jemand Risiken eingehen? Weil man für die potenzielle Gefahr und deren mögliche Nachteile eine Gegenleistung erwartet. Ähnlich verhält es sich mit Investitionen. Geld befindet sich quasi in einem magischen Dreieck zwischen Liquidität, Risiko und Rendite.

Mag Dreieck

bild: smartpurse.me

Grundsätzlich gibt es keine «ideale» Anlagemöglichkeit, die alles optimiert.

Eine hohe Renditechance geht in der Regel mit einem erhöhten Risiko einher und/oder schränkt die Liquidität ein. Eine Geldanlage mit hoher Sicherheit ermöglicht hingegen keine riesige Rendite.

Das heisst, es gilt vor allem herauszufinden, welche Ziele dir am wichtigsten sind. Dabei spielt deine Risikobereitschaft und deine Risikofähigkeit eine Rolle.

Risikobereitschaft und -fähigkeit

Risikobereitschaft: Deine persönliche Einstellung zu Ertrag und Risiko – wieviel du allenfalls bereit bist, an Geld zu verlieren in Erwartung eines möglichen zukünftigen Ertrags. Geld auf dem Sparkonto zum Beispiel ist bei der Bank sehr sicher, erwirtschaftet dafür aber auch fast keinen Ertrag.

Risikofähigkeit: Hängt davon ab, welche finanziellen Risiken du aufgrund deiner Lebens-, Einkommens- und Vermögenssituation tragen kannst. Es spielt auch eine Rolle, wie lange du das Geld anlegen möchtest, und wie viel du über das Anlegen weisst. Zum Beispiel ist ein Doppelverdiener-Paar mit einem abbezahlten Eigenheim wesentlich risikofähiger als eine alleinerziehende Mutter mit nur einem Einkommen und einer Mietwohnung.

Welcher Risikotyp bist du?

Es gibt ganz unterschiedliche Wege, wie man den Risikotyp ermitteln kann und jede Bank oder Finanzanbieter hat ein bisschen eine andere Methode. Grob gesehen kann man drei Arten von Risikotypen unterscheiden:

Aus deinem Risikotyp lässt sich dann die Grobrichtung für deine Anlagestrategie ermitteln. Das Wichtigste ist die richtige Mischung. Verschiedene Banken und Robo-Advisors unterscheiden zum Beispiel vier bis sechs Risikoprofile und bauen darauf dein Portfolio auf. Eine mögliche Grobaufteilung nach den oben genannten drei Typen zeigt dieser Artikel.

Bestimme deinen Risikotyp

So kannst du deinen Risikotyp ermitteln:

Mit einem Finanzberater, dieser ermittelt das Risikoprofil anhand von einem Fragebogen und im Gespräch.

Online mit verschiedenen Fragebögen verschiedener Anbieter. Hier eine Auswahl zum Ausprobieren. Es lohnt sich, mehrere zu machen: Finanzpersönlichkeit, Anlagecheck, Finanzmonitor, Universität Missouri Finanzprofil (unabhängig).

Gehen Frauen mit Risiko anders um als Männer?

Frauen sind nicht per se konservative Investoren als Männer. Sie haben jedoch einen anderen Bezug zu Risiko. So legten z.B. nur 15% der Haushalte, in denen eine Frau für die Finanzen verantwortlich war, Geld in Wertpapiere an – war ein Mann verantwortlich, waren es 22%. Wenn Frauen allerdings Wertpapiere hielten, investierten sie anteilsmässig ähnlich wie Männer (ca. 30%).

Eine breitangelegte Studie in Deutschland fand heraus, dass Frauen vor allem vorsichtiger sind, weil sie weniger Geld zur Verfügung haben.

Da Frauen im Vergleich zu Männern oft tiefere Einkommen und eine längere Lebenserwartung haben, muss ihr Geld länger reichen. Sie müssen deshalb längerfristig anlegen und in Erwägung ziehen, trotz kleineren Vermögen mehr Risiko in Kauf zu nehmen, denn das grösste Risiko ist, nichts zu tun.

Wie man mit Risiken umgeht, ist sehr individuell. Wichtig ist, dass man sich wohl fühlt und versteht, wie sich Entscheidungen auf die zukünftigen Erträge auswirken können.

Wie gehst du mit Risiken um? Bist du eher ein aggressiver oder konservativer Investor oder hast du dein Geld sogar unter der Matratze? Teile deine Erfahrung, denn Finanzbildung geht uns alle an.

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bild: zvg

Olga Miler ...

... war über zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei der UBS tätig, unter anderem hat sie dort das Frauenförderungsprogramm Unique aufgebaut. Jüngst gründete sie das Start-up SmartPurse, eine Plattform, auf der sie digitale Kurse, Workshops und Coachings zum Thema Finanzen für Frauen anbietet. Ab dem 27. Januar wird uns Miler im watson-Blog «Frauen und Geld» an ihrer Expertise teilhaben lassen.

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