Wirtschaft
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Walmart, der grösste Detailhändler der Welt, zeigt sich LGBTQ-freundlich — und zahlt trotz Milliardengewinnen weiterhin Tiefstlöhne. 
https://twitter.com/Walmart/status/1273283451408445440

Walmart, der grösste Detailhändler der Welt, zeigt sich LGBTQ-freundlich – und zahlt trotz Milliardengewinnen weiterhin Tiefstlöhne. Bild: Twitter

Analyse

Konzerne geben sich heute gern idealistisch – aber was zählt, ist etwas anderes

Grosskonzerne geben sich gerne fortschrittlich, treiben materielle Unterdrückung aber weiter voran.

Marko Kovic



«The business of business is business.»

Mit diesem berühmten Diktum fasste Milton Friedman, einer der bedeutendsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts, seine ablehnende Haltung gegenüber der Idee «sozialer Verantwortung» von Unternehmen zusammen. Die einzige Verantwortung von Unternehmen, so Friedman, bestehe darin, unternehmerisch erfolgreich zu sein und Profite zu erwirtschaften.

Wäre Friedman heute noch am Leben, er würde sich aus Frust wohl die Haare raufen. Es ist mittlerweile nämlich längst nicht mehr akzeptabel, dass grosse Unternehmen nur ihrem Geschäft nachgehen und ansonsten ein moralisch unbeschriebenes Blatt bleiben. Der gesellschaftliche Zeitgeist diktiert, dass Unternehmen heute klar Position beziehen müssen, wenn es um brennende moralische Probleme geht. Ein Grosskonzern, der sich nicht gegen jegliche Form von Diskriminierung – aufgrund des Geschlechts, der Hautfarbe, der Herkunft, der Religion, und so fort – ausspricht und bemüht, ist heute praktisch undenkbar.

Marko Kovic

Bild: zVg

Marko Kovic
denkt und schreibt zu gesellschaftlichem Wandel und Technologie-bezogenen Risiken. Zu hören ist er im Podcast Das Monokel.
kovic.ch

In dieser Dynamik sind grosse Unternehmen aber nicht die Opfer. Im Gegenteil: Grosskonzerne betonen mit Stolz und Nachdruck, wie wichtig ihnen der Kampf gegen Diskriminierung und die Gleichstellung aller Menschen sind. So hat zum Beispiel Jeff Bezos, der Chef von Amazon und reichster Mensch der Welt, öffentlich und mit klaren Worten einen Kunden in den Senkel gestellt, der sich daran störte, dass Amazon die «Black-Lives-Matter»-Bewegung unterstützt.

epa05446910 (FILE) A file photograph showing owner of the Washington Post and founder of Amazon, Jeff Bezos, delivering remarks at an event celebrating the new location of the Washington Post in Washington, DC, USA, 28 January 2016. US media business communicator Forbes reports on 29 July 2016 that Jeff Bezos, is the world's third richest person.  EPA/MICHAEL REYNOLDS *** Local Caption *** 52558235

Jeff Bezos. Bild: EPA/EPA FILE

Das grösste Detailhandelsunternehmen der Welt, Walmart, verkündet mittlerweile klar und deutlich, dass Walmart ein treuer Verbündeter der LGBTQ-Community ist. Und Google, einer der grössten der Internet-Giganten, veröffentlicht einen jährlichen Diversity Report, in dem sich u.a. die (schwarze) Chief Diversity Officer von Google zu Wort meldet.

So weit, so wunderbar: Dass sich Grosskonzerne aktiv für moralische Belange einsetzen und dafür sorgen, dass es in ihnen als Organisationen wie auch in der gesamten Gesellschaft weniger Diskriminierung und Ausgrenzung gibt, ist schön. Zumindest, bis man beginnt, an dieser auf moralischen Hochglanz polierten Oberfläche zu kratzen. Amazon unterstützt zwar die «Black-Lives-Matter»-Bewegung, aber Amazon hat inmitten der Coronavirus-Pandemie einen schwarzen Lagermitarbeiter entlassen und als unintelligent denunziert, weil er die Arbeiterinnen und Arbeiter im Lager gewerkschaftlich organisieren wollte, um Amazon dazu zu bewegen, bessere Schutzmassnahmen gegen das Coronavirus einzuführen.

Walmart setzt sich für die LGBTQ-Community und LGBTQ-Rechte ein, beschäftigt aber weitgehend Teilzeitangestellte und Stundenlöhner, die so wenig verdienen, dass sie auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, um jeden Monat genug Essen auf den Tisch zu bringen. Und Google zelebriert zwar Diversität, entlässt aber gleichzeitig auch Mitarbeitende, die es wagen, Googles langjährige Anti-Gewerkschafts-Haltung zu hinterfragen; unter den in jüngerer Vergangenheit Entlassenen ist auch eine Trans-Frau.

Etwas ist faul im Staate Dänemark. Viele Unternehmen üben sich heutzutage mit überbordender Theatralik in moralischer «Wokeness» und ernten dafür Sympathiepunkte  – doch fragwürdige Geschäftspraktiken und kapitalistische Machtstrukturen bleiben unangetastet. Gleichheit und Diversität dienen Grosskonzernen als moralische Fassade, um Fortschrittlichkeit zu signalisieren, aber tatsächliche materielle Verbesserung bleibt dabei auf der Strecke.

Das Wechselspiel sozialer Diskriminierung und wirtschaftlicher Ausbeutung

Im Alltagsdiskurs über die Unterdrückung und Diskriminierung benachteiligter Gruppen reden wir meistens über formale Gesetze und informelle Praktiken und Symbole. Zum Beispiel können Menschen mit brauner Haut sowohl gesetzlich (etwa in den Apartheid-Regimen in Südafrika und den US-amerikanischen Südstaaten im 20. Jahrhundert) als auch informell (etwa in Form falscher und verletzender Stereotype) als minderwertig behandelt werden.

Doch Diskriminierung und Unterdrückung finden so gut wie immer auch auf einer weiteren Dimension statt: den ökonomischen, materiellen Bedingungen von Individuen und Gruppen. Das bedeutet ganz konkret, dass benachteiligte Menschen über weniger Geld und Vermögen verfügen und auch weniger Aussicht auf eine Besserung ihrer ökonomischen Situation haben.

Das Argument, dass Benachteiligung dann und nur dann vollständig erfasst und verstanden werden kann, wenn auch ökonomische Benachteiligung mitgedacht wird, ist eine Kernthese der sogenannten Intersektionalität. Intersektionalität ist die soziologische Ansicht, dass es unterschiedliche Formen von Diskriminierung gibt, welche sich überschneiden können. Die intersektionale Perspektive entstand nicht zuletzt als eine Form von Kritik am Feminismus des 20. Jahrhunderts, bei dem die Erfahrungen und Anliegen weisser, materiell gut gestellter Frauen gegenüber den Anliegen anderer Gruppen und vor allem tieferer sozioökonomischer Klassen überproportional stark vertreten waren.

Bei einem genaueren Blick auf Diskriminierung und Unterdrückung zeigt sich , dass die ökonomische Dimension meistens eine Rolle spielt, oft sehr prominent ist, nicht selten gar dominant. Das traurige Paradebeispiel hierfür ist Sklaverei. Sklaverei war nicht bloss rassistisch, sondern auch, oder vielleicht in erster Linie, ökonomisch motiviert. So bemerkte bereits Karl Marx in seiner Schrift «Das Elend der Philosophie» von 1847, dass die damalige Sklaverei ein wichtiges kapitalistisches Werkzeug sei:

«Die direkte Sklaverei ist der Angelpunkt der bürgerlichen Industrie, ebenso wie die Maschinen etc. Ohne Sklaverei keine Baumwolle; ohne Baumwolle keine moderne Industrie. Nur die Sklaverei hat den Kolonien ihren Wert gegeben; die Kolonien haben den Welthandel geschaffen; und der Welthandel ist die Bedingung der Grossindustrie. So ist die Sklaverei eine ökonomische Kategorie von der höchsten Wichtigkeit.»

--- ARCHIVE --- KARL MARX, VOR 200 JAHREN AM 14. MAI 1818 IN TRIER GEBOREN, WURDE ZUSAMMEN MIT FRIEDRICH ENGELS ZUM EINFLUSSREICHSTEN THEORETIKER DES SOZIALISMUS UND KOMMUNISMUS. ZU DIESEM ANLASS STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFUEGUNG --- MILESTONES KATALOG - Portrait of Karl Marx (1818-1883), Philosoph, Revolutionaer und Begruender des Marxismus, undatierte Aufnahme.  (KEYSTONE/IBA-Archiv/Str)

Karl Marx. Bild: IBA-ARCHIV

Der Historiker Walter Johnson beschreibt amerikanische Sklaverei in seinem Buch «The Broken Heart of America» als eine in erster Linie kapitalistische oder kapitalistisch motivierte Ausbeutung von Arbeitskraft, für die Rassismus eine Art perverse Rechtfertigung darstellte. Rassismus als ein Sammelbecken diskriminierender, unterdrückender Überzeugungen war demgemäss real und menschenverachtend, aber nicht der ursprüngliche Grund für Sklaverei. Sklaverei gab es, um ökonomischen Mehrwert zu generieren, indem Arbeiterinnen und Arbeiter ausgebeutet werden; Rassismus war das hässliche moralische Feigenblatt, um diese wirtschaftliche Ausbeutung auf eine perverse Art alltagstauglich zu machen.

Die Kulturforscherin Barbara Foley beschreibt die Rolle ökonomischer Ausbeutung als ein ganz allgemein wichtiges Motiv, um unterschiedliche Formen der Diskriminierung zu verstehen. Zum Beispiel ist die Unterdrückung von Frauen nicht einfach Sexismus, sondern auch sehr zentral ökonomisch gesteuert; sei es durch die grossen Mengen an unbezahlter Arbeit, die Frauen leisten (müssen), oder auch durch Lohndiskriminierung auf dem bezahlten Arbeitsmarkt. Ganz ähnlich sieht es auch mit schlechter gestellten ethnischen oder kulturellen Gruppen aus: Zwar gibt es reichlich formale und symbolische Diskriminierung gegen solche Gruppen, aber eine zentrale Lebenserfahrung vieler Menschen in benachteiligten Gruppen sind ihre überproportional prekären ökonomischen Verhältnisse.

Der Umstand beispielsweise, dass in den USA Menschen mit brauner Haut viel häufiger Tiefstlohnjobs haben, von denen sie nicht leben können, mag teilweise direkt rassistisch motiviert sein, aber im Kern handelt es sich um eine Form der ökonomischen Ausbeutung. Das kapitalistische Wirtschaftssystem schafft solche Tiefstlohnjobs, und die überproportionale Zugehörigkeit benachteiligter Gruppen zu dieser Form des wirtschaftlichen Prekariats ist eine Art Teufelskreis. Ein Kind, das in prekäre ökonomische Verhältnisse hineingeboren wird, hat viel schlechtere Aussichten auf gute ökonomische Verhältnisse im Erwachsenenleben als ein Kind, das in gute ökonomische Verhältnisse hineingeboren wird. Die Idee, dass wir in einer Leistungsgesellschaft lebten, in der alle die gleichen Chancen auf Erfolg haben und aufsteigen können, ist weitgehend ein Mythos.

Woke-washing und Identitäspolitik: Ein öffentlichkeitswirksamer Anstrich von Moral

Wenn wir ernsthaft um Diskriminierung und Unterdrückung besorgt sind, müssen wir also auch ökonomische Diskriminierung und Unterdrückung mitdenken. Doch genau dies fehlt beim theatralischen «Woke Capital», wie der Kolumnist Ross Douthal den moralischen Aktivismus von Grossunternehmen nennt, im Grunde komplett. Grosskonzerne und ihre Eigentümer folgen nach wie vor kapitalistischen Interessen und sind nicht daran interessiert, an den tatsächlichen materiellen Bedingungen benachteiligter Menschen und Gruppen etwas zu verändern, weil das eben ihre eigenen Interessen und ihre Macht in Frage stellen könnte. Sie zelebrieren stattdessen die sogenannte Identitätspolitik, bei der ökonomische Diskriminierung und Klassenunterschiede komplett ignoriert werden – und ernten von der Gesellschaft dafür tosenden Applaus.

Dieses kapitalistische Mitschwimmen auf den moralischen Wellen in der Gesellschaft ist nicht etwas grundsätzlich Neues. Seit Jahrzehnten präsentieren sich grosse Unternehmen beispielsweise gerne als «grün» und umweltfreundlich, um dadurch in der Öffentlichkeit Sympathiepunkte einzuheimsen. Im Zuge der Debatten rund um Klimawandel hat sich diese als «Greenwashing» bekannte Praktik nochmals intensiviert; heutzutage ist es fast schon ungewöhnlich, wenn ein grosses Unternehmen nicht öffentlich betont, wie wichtig Umwelt- und Klimaschutz dem Unternehmen sei. Diese Form der PR wird im Kontext von Diskriminierung und Ungleichheit bisweilen als «Woke-washing» bezeichnet, in Anlehnung an «Greenwashing»: Plakative, öffentlichkeitswirksame Sympathiebekundungen für benachteiligte Menschen und Gruppen.

Mit ihrer «Wokeness» beziehen Unternehmen nicht nur Stellung zu moralischen Fragen, sondern positionieren sich bisweilen auch direkt als Teile einer sozialen Bewegung, wie die Rechtsprofessorin Jennifer Fan beschreibt. Sie geben nicht nur ein PR-Statement ab, sondern bewirtschaften die jeweilige «Woke»-Thematik anhaltend und engagieren sich dabei auch nach aussen, etwa durch grosszügige Spenden an Nonprofit-Organisationen. Indem sich Unternehmen als regelrechte Mitstreiter für die gute Sache präsentieren, wird das öffentliche Bild der Unternehmen nachhaltig geprägt.

Und der sogenannte Halo-Effekt (Heiligenschein-Effekt) schlägt voll ein: Indem sich Unternehmen zu einem Thema als moralisch bedacht präsentieren, werden die Unternehmen ganz allgemein als gut wahrgenommen. Das bedeutet konkret, dass wir als Konsumentinnen und Konsumenten eher die Joghurtmarke X kaufen, wenn wir das Gefühl haben, dass der Joghurthersteller X ein moralisch gutes Unternehmen ist, das sich für wichtige Anliegen engagiert. «Woke» zu sein ist gut fürs Kässeli.

Wahrer Fortschritt bedeutet bessere materielle Bedingungen

Wir sollten alle mit guten moralischen Gründen gegen jede Form von Diskriminierung und sozialer Ungleichheit sein. Doch gegenüber dem Phänomen des «Woke»-Kapitalismus ist eine kritische Haltung angebracht.

Wenn grosse Unternehmen Gleichstellung und Fortschritt zelebrieren, dabei aber einen zentralen Treiber und eine zentrale Konsequenz von Diskriminierung – ökonomische Ausbeutung – ignorieren, ist Vorsicht geboten. Nicht zuletzt, weil die kapitalistische Lesart von «Wokeness» durchaus ein Ausdruck des allgemeinen Zeitgeistes ist: Weniger Diskriminierung stellen wir gleich mit mehr Diversität und mehr Repräsentation benachteiligter Gruppen. Das ist für sich genommen schön und gut, aber Unterdrückung ist nicht gelöst, wenn unter den Unterdrückenden mehr Frauen oder mehr Menschen mit brauner Haut oder mehr Menschen aus der LGBTQ-Community sind. Unterdrückung wirklich zu bekämpfen bedeutet, die materiellen Bedingungen für die Unterdrückten nachhaltig zu verbessern.

Darum dürfen wir den «Woke»-Kapitalisten und ihrer Theatralik nicht auf den Leim gehen. Grossunternehmen und ihre Eigentümer haben kein Interesse daran, an den strukturellen Umständen, welche ihnen zu ihrer Macht verholfen haben, etwas zu verändern. Doch genau das ist allzu oft der eigentliche Kern des Problems.

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    Alle Leser-Kommentare
  • praxis 30.06.2020 08:42
    Highlight Highlight Alle schimpfen gegen den Kapitalismus, aber alle leben davon. Die Klasse der Unternehmer, also Leute, die fähig sind, wirtschaftlich etwas aufzubauen, wovon Abermillionen von Menschen nachher leben können dank Lohn, wird moralisch in der Dauerschlaufe der 68er-Ideologie fertig gemacht und nieder getreten als wäre es einen Haufen Dreck. Aber die Kritiker haben keine Alternative zur Idee der wirtschaftlichen Freiheit und der individuellen Entfaltung. Der letzte Versuch der Kritiker dürfen die moralisch Reinen in Venezuela bewundern.
  • Fandall 29.06.2020 18:32
    Highlight Highlight Genau. Siehe Watsonbeitrag zum Werbeboykott einiger Firmen bei Facebook, weil FB für sie zuwenig zensieren/politisch korrekt sind.
    Virtue signalling at it's best.
  • PC Principal 29.06.2020 12:26
    Highlight Highlight Ich mache mir ernsthaft ein bisschen Sorgen um die Kommentarschreiber hier. Also ihr seid echt der Meinung, Unternehmen sollen sich nicht gegen Rassismus engagieren solange sie in anderen Bereichen vielleicht nicht perfekt sind? Wann wäre ein Unternehmen denn perfekt genug damit es etwas zum Positiven verändern darf?

    Ich denke es wird immer Probleme geben. Aber jedes Engagement gegen Diskriminierung ist wünschenswert. Und vor allem ist es ja auch im Eigeninteresse der U ternehmen wenn es in den Teams keinen Rassismus gibt oder wenn sich LGBT am Arbeitsplatz outen.
    • Ian Cognito 29.06.2020 16:28
      Highlight Highlight Nein, ich bin der Meinung, dass es keine Unternehmen geben sollte.
    • Truth Bot 29.06.2020 21:33
      Highlight Highlight In meinen Augen sollte das eine Selbstverständlichkeit sein und nicht etwas, womit man sich zu brüsten hat. Die Unternehmen, welche die Umwelt respektieren, faire Löhne zahlen, anständige Arbeitsbedingungen bieten und ihre Mitarbeiter nicht als Gebrauchsgut, sondern wie Menschen behandeln, haben unter den momentanen Spielregeln kaum Chancen sich gegen die Rücksichtslosen zu behaupten. Sobald man lokal etwas dagegen unternimmt, werden die Finanzströme dahin gelenkt wo sie weiter am Rückgrat der Gesellschaft nagen können. Das ist das Dilemma unserer Zeit.
    • PC Principal 30.06.2020 09:16
      Highlight Highlight @Truth Bot: "In meinen Augen sollte das eine Selbstverständlichkeit sein"

      Wir leben aber leider nicht in einer solchen Welt mit Einhörnern und Regenbogen. In Saudiarabien werden Schwule öffentlich hingerichtet. Bei uns war es bis vor wenigen Jahrzehnten noch undenkbar, sich am Arbeitsplatz zu outen. Viel hat sich geändert, aber dazu braucht es auch genau solche Statements. Von selbst passuert gar nichts, es ist also leider nicht selbstverständlich. Ein starkes Engagement ist nötig.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ludwig van 29.06.2020 11:04
    Highlight Highlight Ich verstehe die Argumentation des Artikels. Aber wäre es denn besser wenn Konzerne keine solchen Statements abgeben würden?

    Gerade die LGBT-Bewegung hat unglaublich davon profitiert, dass Konzerne die Gleichberechtigung quasi zum "Mainstream" erklärt haben. Heute ist es viel einfacher sich am Arbeitsplatz als schwul zu outen als noch vor 10 Jahren. Ich bin mir sicher auch Schwarze werden davon profitieren wenn die Konzerne Rassismus verurteilen.

    Und wenn dadurch die gesellschaftliche Diskriminierung abnimmt, dann nimmt langfristig auch die ökonomische Ungleichheit der Schwarzen ab.
    • Ian Cognito 29.06.2020 13:14
      Highlight Highlight Und wie genau hat die LGBT Bewegung davon profitiert? Weil man sich heute im Büro outen kann??
      WOW, so much Progress! Das können wir also Coca Cola echt Dankbar sein!
    • insert_brain_here 29.06.2020 14:38
      Highlight Highlight @Ludwig van: Du verwechselst Ursache und Wirkung. Das Outing im Büro ist heute deswegen möglich, weil es für die Arbeitgeber sehr teuer werden kann wenn ein Mitarbeiter aufgrund seiner sexuellen Orientierung gemobbt wird, nicht weil die plötzlich alle beschlossen haben bessere Menschen zu sein.
    • Ludwig van 29.06.2020 14:39
      Highlight Highlight @Ian Cognito: Jaja, mach dich ruhig darüber lustig. Ich kann dir sagen es ist nicht trivial. An der Kultur hat sich in den letzten Jahren wirklich enorm viel geändert. Und es macht einen grossen Unterschied ob ich am Montag ständig eine Notlüge auftische was ich am Wochenende gemacht habe oder ob ich offen von meinem Freund sprechen kann.

      Ich verstehe dich schon. Als Aussenstehender mag das ständige Gleichstellungsgetue der Minderheiten nerven. Aber versuch dich mal in die Lage eines betroffenen zu stellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grubinski 29.06.2020 10:57
    Highlight Highlight Die Moral der Geschicht: C.R.E.A.M.
  • Ian Cognito 29.06.2020 09:48
    Highlight Highlight "Darum dürfen wir den «Woke»-Kapitalisten und ihrer Theatralik nicht auf den Leim gehen. Grossunternehmen und ihre Eigentümer haben kein Interesse daran, an den strukturellen Umständen, welche ihnen zu ihrer Macht verholfen haben, etwas zu verändern."
    GENAU DAS!
    • Ludwig van 29.06.2020 12:06
      Highlight Highlight Falsch. Unternehmen haben durchaus ein Eigeninteresse daran, Diskriminierung zu beenden. Diverse Teams sind produktiver. Deshalb dürfen wir durchaus ernst nehmen, wenn sich Unternehmen gegen Diskriminierung von Schwarzen oder LGBT einsetzen.
    • Ian Cognito 29.06.2020 13:05
      Highlight Highlight LOL! Weisst Du, weshalb unternehmen WIRKLICH diverse Teams wollen?
      Hier lesen!
      https://observer.com/2020/04/amazon-whole-foods-anti-union-technology-heat-map/
    • Ludwig van 29.06.2020 14:36
      Highlight Highlight @Ian Cognito: Spannende These. Leider falsch.

      Was Whole Foods da macht ist schon ziemlich fragwürdig: Sie haben eine Analyse erstellt die berechnet wie gross das "Risiko" von Gewerkschaften ist.

      Daraus leitest du ab dass Diversität schlecht ist. Was ist mit Unternehmen, bei denen Gewerkschaftsaktivitäten aufgrund der Branche kaum eine Rolle spielen, beispielsweise Banken. Auch die setzen sich gegen Diskriminierung ein, deine These kann somit widerlegt werden. Diversität bringt den Unternehmen tatsächlich was, ganz unabhängig von Gewerkschaften.
    Weitere Antworten anzeigen
  • insert_brain_here 29.06.2020 09:29
    Highlight Highlight Es geht nur darum die Illusion zu erhalten, der freie Markt werde Gerechtigkeit für alle schaffen und der Staat habe sich mit Regulierungen und Vorschriften herauszuhalten.

    Milton hat nämlich schon Recht, das Ziel von Unternehmen ist es Gewinn zu erwirtschaften und nichts anderes tun sie. Es ist die Aufgabe des Staates die Spielregeln wie das zu geschehen hat zu definieren und zu überwachen.
    • Ludwig van 29.06.2020 12:08
      Highlight Highlight Also würdest du dafür plädieren dass sich Unternehmen in Zukunft nicht mehr gegen Diskriminierung einsetzen weil Milton Friedman sagt sie sollen nur Gewinn machen? Glaubst du es ist ausreichend wenn nur der Staat sagt dass Rassismus und Diskriminierung schlecht ist?

      Merkwürdige Logik, die du da hast.
    • insert_brain_here 29.06.2020 12:42
      Highlight Highlight Ich würde dafür plädieren es erfreut zur Kenntnis zu nehmen wenn sich Unternehmen auf freiwilliger Basis gegen Diskriminierung einsetzen und dennoch gesetzliche Bestimmungen voranzutreiben.

      Zudem ist das keine Handlungsanweisung von Friedman, sondern eine nüchterne Feststellung der Realität. Wenn ein Unternehmen aus rein moralischen Gründen einen Marktnachteil auf sich nimmt wird es über kurz oder lang von einem Konkurrenten verdrängt der dies nicht tut. Amazon und Walmart sind nicht so gross geworden weil sie so nett sind, im Gegenteil. Darum müssen Gesetze und internationale Abkommen her.
    • Ludwig van 29.06.2020 12:51
      Highlight Highlight @insert_brain_here: Aber wo liegt dann das Problem? Es ist durchaus im Eigeninteresse der Unternehmen, keine Diskriminierung zuzulassen. Diverse Teams sind produktiver. Rassismus am Arbeitsplatz fördert nicht unbedingt die Produktivität.

      Bei LGBT-Themen sieht man ja, dass die Statements etwas bewirken. Noch immer sind die meisten am Arbeitsplatz nicht geouted, aber es werden immer mehr.

      Ich denke der Staat kann gar nicht viel machen, ausser extreme Hassrede zu verbieten. Wahre Veränderung muss aus der Gesellschaft kommen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SeboZh 29.06.2020 08:50
    Highlight Highlight Also sind Walmart und Amazon so gesehen die Joe Bidens der Wirtschaft? 😉
  • benn 29.06.2020 07:15
    Highlight Highlight Es ist leider so das immer noch zu viele Leute der Konzern Propaganda glauben schenken!
  • blueberry muffin 28.06.2020 21:12
    Highlight Highlight Unternehmerische Wokeness ist vorallem Marketing. Zumindest bei Grosskonzernen. Das selbe gilt fürs Green labeling. Meistens wenig dahinter. Macht halt Sinn, Worte sind billig und die Umsetzung schauen sich genau die paar Leute an, die auch die Zutatenliste von Esswaren lesen.

    Wie es so schön heisst: „Ethischer Konsum ist im Kapitalismus nicht möglich.“
    • Ludwig van 29.06.2020 12:09
      Highlight Highlight Wenn sich ein kleines Unternehmen gegen Diskriminierung einsetzt ist es also deiner Meinung nach weniger schlimm als wenn sich ein grosses Unternehmen gegen Diskriminierung einsetzt? Mich würde mal deine Begründung interessieren.
  • Quo Vadis 28.06.2020 20:59
    Highlight Highlight Also ich werde diesen Woke-Trend der neuen Neo-Marxistischen Religion mit grösstem Interesse verfolgen. Man wird sich darin messen wer 'wokeiger' bzw. der/die 'wokeigste' ist.

    Könnte Watson noch einen Abschluss Artikel und vielleicht noch eine Liste mit 'Un-Woken' Firmen verfassen? Nur damit ich weiss wo ich nie mehr einkaufen darf/soll? Quasi das 'Kauft nicht bei Juden 2.0'.
    • Ian Cognito 29.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Was zum Teufel soll das mit Marxismus zu tun haben?? Das ist eher sowas wie das Gegenteil davon.. Wie nennt mans noch gleich.. hmmm.. ahja Kapitalismus, Baby :D
  • fuegy 28.06.2020 20:54
    Highlight Highlight Die meisten der Statemets dieser Firmen sind Werbung, nichts weiter. Erschliessung oder Loyalitätsförderung bestimmter Zielgruppen, mehr nicht.
  • aristocrat 28.06.2020 19:40
    Highlight Highlight "The business of business is business."
    Kurz, knackig und wohl auch richtig.
  • Sternentraum 28.06.2020 19:35
    Highlight Highlight Guter Text!
    Kleider machen Leute. Ein grünes Mäntelchen oder progressive Kommunikation verlieren bei mir sofort an Glaubwürdigkeit, wenn ich die Löhne der Chefetage sehe. Daran erkennt man, ob eine Firma es tasächlich ernst meint mit sozialer Verantwortung!
  • Daniel* 28.06.2020 19:29
    Highlight Highlight Super Artikel! Ich arbeite in einem Grosskonzern der das hier beschriebene genau lebt. Diversity and conclusion überall aber Inder und Chinesen können von vier Wochen Ferien im eigenen Land nur träumen. Hauptsache Umsatzziele und Ebit stimmen.
    • Hangover 29.06.2020 10:00
      Highlight Highlight Aber du arbeitest weiterhin für den Grosskonzern ...
    • Ludwig van 29.06.2020 12:11
      Highlight Highlight Fändest du es denn besser wenn sich dein Konzern für Diskriminierung einsetzt?
  • BVB 28.06.2020 19:17
    Highlight Highlight Bei politischen Äusserungen von Firmen bin ich generell skeptisch, denn es geht ihnen nur darum mehr Geld einzunehmen also scheren sie sich wahrscheinlich einen Dreck ums Anliegen.
    • Hangover 29.06.2020 10:00
      Highlight Highlight Das "wahrscheinlich" kannst du streichen.
    • Ludwig van 29.06.2020 12:12
      Highlight Highlight Was, wenn ich euch sage dass es im Eigeninteresse einer Firma ist, wenn in den Büros keine Diskriminierung stattfindet? Diverse Teams sind produktiver. Die Statements gegen Diskriminierung sind also zu 100% richtig.
  • John Henry Eden 28.06.2020 19:16
    Highlight Highlight Die Diskussion läuft völlig aus dem Ruder und endet in einer Sackgasse.

    All die Forderungen nach Toleranz müssten schlussendlich dazu führen, dass man z. B. erst nach Vertragsunterzeichnung die Bewerber sieht. Ansonsten wird immer auch deren Aussehen, Verhalten, Mimik, Gestik usw. beurteilt werden.

    Komplett anonyme Bewerbungen sind nicht umsetzbar. Entsprechende wertlos ist das Geschwätz der Firmen.
    • Röleböle 28.06.2020 22:20
      Highlight Highlight Bitte, dieser artikel behandelt niergens das von ihnen angesprochene Thema.
      Nochmal u d nochmal [...] lesen hilft!
  • Smeyers 28.06.2020 19:09
    Highlight Highlight So wie wir akzeptieren müssen, das alle Menschen verschieden sind muss man auch akzeptieren, dass nicht alle Menschen die gleichen Fähigkeiten oder Intelligenz aufweisen. Ausserdem hat Chancengleichheit zudem mit dem Zugang zur Bildung zu tun, was nicht heißt das man studiert haben muss. In Europa sind D/ A/ CH so erfolgreich weil es die Berufslehre gibt was dazu beiträgt die Jugendarbeitslosugkeit zu reduzieren und praktisch jedem ermöglicht einen Abschluss zu machen.

    Der Artikel ist mehr der Versuch den alten Klassenkampf des Proletariats wieder aufleben zu lassen.
    • Röleböle 28.06.2020 22:24
      Highlight Highlight Der artikel erklärt mmn zu genüge, warum ihr Argument von "verschiedene Menschen, verschiedene Fähigkeiten = jeder bekommt was er verdient und das ist automatisch gerecht" nicht stimmt.
      Siehe Stichwort: "intersektionalität"
      Viel Spass beim nachlesen.
    • Röleböle 28.06.2020 22:27
      Highlight Highlight Und ja, sieht nach neuem Versuch von klassenkampf aus. Der erst noch fundiert ist.
      Zu recht und sehr nötig, mmn!
      Der Kapitalismus hat sich auchziemlich verändert seit seiner entstehung
    • Statler 28.06.2020 23:45
      Highlight Highlight Was heisst aufleben lassen?
      Der Klassenkampf war nie vorbei.
      Unser Wohlstand basiert nach wie vor auf der Ausbeutung der Arbeitenden. Ob die jetzt in einem Amazon-Verteilzentrum schuften, für Uber zu einem Hungerlohn fahren, oder in einer Cobaltmine ihr Leben auf's Spiel setzen, ist dabei Hans was Heiri. Ohne moderne Sklaverei würde unser Wirtschaftssystem nicht funktionieren.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Share 28.06.2020 18:58
    Highlight Highlight Diese Statements sind nötig, richtig und mutig. Es ist die Bereitschaft Rahmenbedingungen zu akzeptieren und sich von alten Rollen-, Menschen- & Weltbildern zu distanzieren. Ausserdem ist es wichtig diese Haltung auf die Agenda zu bringen. Sie zeigt auch die Bereitschaft des Commitments und stärkt die Verantwortung, die der Gemeinschaft auferlegt ist. Sie nimmt Abschied von Ausbeutung und dem Gedanken der Patronage.
    • Röleböle 28.06.2020 20:10
      Highlight Highlight Ja, ich denke auch, das die statements wichtig sind.
      Sie zeigen, das Haltungen im mainstream ankommen.
      Der artikel ist aber tatsächlich noch wichtiger und richtiger, finde ich!
      Es sind die logischen nächsten Gedanken die folgen müssen in der Thematik.
      Basicly sehe ich das so:
      Unternehmen die Haltungen beziehen = aktuelle Situation, kurzfristige entwicklung.
      Solche Texte = die Zukunft, wo es hingehen wird/muss; langfristig; diese Gedanken müssen/sollen noch in der Gesellschaft ankommen.
      Lieber gleich als (zu) später, meine ich!
    • PC Principal 28.06.2020 20:35
      Highlight Highlight Ich stimme vollkommen zu und verstehe nicht wie man diesen Kommentar ablehnen kann. Ist es weil man Diskriminierung befürwortet oder ist es weil man der Meinung ist dass Diskriminierung nicht existiert? Oder ist es weil man der Meinung ist dass das nicht das Kerngebiet eines unternehmens ist, diese sollen nur Profit machen?
    • PC Principal 29.06.2020 00:27
      Highlight Highlight @swisswitchbitch: Solche Statements dühren aber zu weniger Diskriminierung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 28.06.2020 18:47
    Highlight Highlight Hervorragender, sogar herausragender Artikel! 👏👌✋

    Aber warum wird Bill Gates nicht erwähnt?
    • PC Principal 29.06.2020 01:32
      Highlight Highlight Ein Konzern darf nicht ein positives Statement abgeben ausser er hat alle anderen Probleme vollständig gelöst? Was ist mit Bill Gates? Darf er kein Geld spenden weil er vielleicht irgendwie nicht zu 100% ein perfekter Mensch ist?
    • Spooky 29.06.2020 06:06
      Highlight Highlight @PC Principal

      Bill Gates, dein Freund und Helfer!
    • PC Principal 29.06.2020 12:16
      Highlight Highlight @Spooky: Kannst du auch begründen warum es besser wäre wenn Bill Gates kein Geld spenden würde und stattdessen wie ein anständiger Milliardär sein Geld in Luxusyachten investieren würde?
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  • dodo, dodo? 28.06.2020 18:39
    Highlight Highlight merci für den artikel!
    & niemals vergessen: nestlé startete in den 70er kampagne in afrika, dass milchpulver besser sei als muttermilch. tausende säuglinge starben wegen milchpulver das mit verschmutzten h20 angerührt wurde: https://www.srf.ch/article/9248360/amp
    konzerne sind nicht unsere freunde, auch wenn sie da so gerne auf „we are the world“ machen.
    das ist pures marketing mit kapitals-bilanzen. zb.: auch migros, macht umweltversprechen (generation M) verkauft erdbeeren im dez.???
    • Quo Vadis 29.06.2020 01:03
      Highlight Highlight Musst sie ja nicht kaufen die Erdbeeren. Migros erfüllt Anschein ein Bedürfnis. Wenn es niemand kaufen würde gäbe es vermutlich auch keine im Angebot.
    • dodo, dodo? 29.06.2020 21:37
      Highlight Highlight @quo vadis
      die aussage: es sei ein kundenbedürfniss ist in wie weit ein argument? wird von migros und coop immer gebracht. da gibts kein kundenbedürfniss sondern bilanzen. und gleichzeitig „nachhaltigkeit“ als firmenpolitik verkaufen? verstehe ich nicht🤔komplett paradox🤪🙇🏽‍♀️
      und wenn es das angebot (erdbeeren im dez.) nicht geben würde könnte sie niemand kaufen können. ergo liegt die verantwortung bei den konzernen, keine erdbeeren im winter in die ch zu importieren. das ist verantwortung wahrnehmen!
      ....wohin gehst du?🤗
  • PC Principal 28.06.2020 18:14
    Highlight Highlight Ich finde das sind zwei unterschiedliche Themenfelder, die man nicht vermischen muss.

    1. Unternehmen setzen sich gegen Diskriminierung ein. Das ist toll für die LGBT und BLM Bewegung und daran gibt es auch nichts zu kritisieren.

    2. Die Frage nach gerechten Löhnen. Das sollte man auch diskutieren, aber es hat nichts mit dem ersten Punkt zu tun.

    Man kann also nicht argumentieren, es sei falsch dass ein Unternehmen sich gegen Diskriminierung einsetzt weil das Unternehmen unfaire Löhne zahlt.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 28.06.2020 18:53
      Highlight Highlight Das Beispiel der Fleischindustrie in D und der Landwirtschaft in der CH belegt, dass Ausbeutung weder mit LGBT noch BLM einen Zusammenhang haben. Beide Infustriezweige beuten Menschen aus dem Osten aus, unabhängig von Hautfarbe, Religion oder sexueller Ausrichtung.
    • FrancoL 28.06.2020 19:03
      Highlight Highlight Die Frage ist doch WEM er unfaire Löhne bezahlt. Bezahlt er allen unfaire Löhne dann hat dies nichts mit Diskriminierung zu tun. Sind es Gruppen die benachteiligt werden, dann ist hinterfragen angesagt.
    • Röleböle 28.06.2020 20:13
      Highlight Highlight Ich glaube, im artickel ist ausführlich dargelegt, warum man das vermischen MUSS.
      Ich lese Texte manchmal auch bis zu 10 oder mehr mals, bis ich sie verstehe. Oder mich wenigstens darauf einlassen kann.
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  • I_am_Bruno 28.06.2020 18:09
    Highlight Highlight Ein guter Artikel. Danke. Schade nur, dass sie nicht den Mut haben, wesentliche lokale Player beim Namen zu nennen. Walmart, Google und Amazon. Das ist einfach. Doch leider traut es sich keine der Medien, hier mal über Migros und Co. zu sprechen. Der Grund: die Werbemilliarden.
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 28.06.2020 18:54
      Highlight Highlight ach quatsch, wir dürfen auf watson immer wieder Berichte zu unseren Playern lesen.
    • FrancoL 28.06.2020 19:05
      Highlight Highlight In der Migros, werden da diskriminierend tiefere Löhne bezahl oder ist das Lohnniveau einfach tief?
    • nadasagenwirjetzteinfachmal 28.06.2020 21:08
      Highlight Highlight In der Migros gibt es klare Lohntabellen, unabhängig von Hautfarbe, Religion und sexueller Ausrichtung.
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  • Flo1914 28.06.2020 17:33
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
    • FrancoL 28.06.2020 19:07
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Normi 28.06.2020 17:05
    Highlight Highlight Wenn Konzerne & Moral sich treffen gibt es nur einen grund, Konzerne wollen die Moral töten, häuten und mit der Haut der toten Moral den "Daily-cruelty-Busines" einen schönen Neuen Umhang machen welcher natürlich nichts am Busines ändert...
    • Hier Name einfügen 28.06.2020 17:58
      Highlight Highlight Gehts auch mit etwas weniger Pathos?
    • PC Principal 28.06.2020 18:16
      Highlight Highlight Sind kleine Unternehmen auch böse?
    • Normi 28.06.2020 22:42
      Highlight Highlight @Hier Name einfügen

      Was bedeutet Pathos? habe glaubs meine 5min "nicht Dumm sein" für Heute schon aufgebraucht 🙈

      @PC Principal

      Unternehmen egal welcher grösse können weder "Gut" noch "Böse" sein die sind einfach Gewinnorientiert. Das hat 2 Gründe:
      1.Firmen sind nur Juristisch Personen die sind nicht echt, haben werder Herz noch Hirn
      2. Es sind die Menschen, die bestimmen was und wie es gemacht wird. Ob das nun gut ist, ist auch nur eine Frage des Zeitgeist's und wen der nicht passt wird einfach in ein anderes Land ausgelagert
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  • wurzeli 28.06.2020 17:04
    Highlight Highlight Ist leider so, danke für den Artikel.

    In wirtschaftliche Überlegungen fliesst leider längerfristig nur ein, was einen Wert (Preis, monetär) hat. Schlussendlich entscheidet das Cash und der Profit über den Erfolg einer Unternehmung.

    Zudem: Rechtliche oder gesellschaftliche Rahmenbedingungen können umschifft werden in einer globalisierten Welt, mit Outsourcing oder mit Konkurs/Neugründung.
  • Gubbe 28.06.2020 17:03
    Highlight Highlight Wieso sollte jetzt jemand, der LGBTQ's mehr verdienen. Seine Ausbildung ist dadurch nicht besser geworden. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass ich LGBTQ-freundlich bin. Doch alles darf seine Grenzen haben.
    • plaga versus 28.06.2020 18:16
      Highlight Highlight Hää?
    • lemonpunk9935 28.06.2020 18:42
      Highlight Highlight LGBTQ+ Leute werden zB oft jung aus ihren Häusern geschmissen und bekommen nicht den elterlichen finanziellen Schub, sind daher oft ökonomisch benachteiligt. Falls das Ihre Frage war.
    • SD1980 28.06.2020 19:44
      Highlight Highlight Es geht nicht darum, dass jemand aufgrund seiner Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung etc. mehr verdienen soll als jemand anders. Es geht darum, dass alle, egal von welcher Schicht, die Chance haben, eine Ausbildung zu absolvieren, um einen Beruf auszuüben, bei dem man mindestens genug für den Lebensunterhalt verdient. Dies sollten die Unternehmen mehr fördern anstatt sich nur in Floskeln zu den "en vogue"-Themen zu üben.
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  • demokratischer sozialist 28.06.2020 16:58
    Highlight Highlight toller beitrag ❤️🙏🏻👍🏻
    • Quo Vadis 28.06.2020 19:59
      Highlight Highlight 'Demokratischer Sozialist' - ein klassisches Oxymoron. Danke für den Aufsteller 😉
    • Ian Cognito 29.06.2020 10:13
      Highlight Highlight @qua vadis ...vielleicht für Leute, die nie Marx gelesen haben und noch immer von der "roten Angst" besessen sind..
      Was denkst Du wie wohl Kolchosen organisiert waren, hmmm?
      Viele "linke" Marxisten fand den demokratischen Niedergang in Russland nach 1918 nicht besonders Cool oder so. Siehe auch Rosa Luxemburg...
      https://en.wikipedia.org/wiki/Democracy_in_Marxism
      https://en.wikipedia.org/wiki/Criticism_of_communist_party_rule#By_left_communists
      https://en.wikipedia.org/wiki/Rosa_Luxemburg#Revolutionary_socialist_democracy
    • Quo Vadis 29.06.2020 11:24
      Highlight Highlight Theorie / Praxis - habe Marx tatsächlich nicht zu Ende gelesen, die 3 Bände des Kapital stauben bei mir zu Hause vor sich hin.

      Ich stamme aus dem ehem. sozialistischen Jugoslawien, meine Frau aus der ehem. kommunistischen Sowjetunion.... Theorie / Praxis, weisch wani mein?
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  • Queerio 28.06.2020 16:51
    Highlight Highlight Schön auf den Punkt gebracht, danke.

    Ich möchte gerne noch anfügen: Die öffentlich progressive Haltung von Unternehmen geht gerne flöten, sobald die Umsatzzahlen in Gefahr sind, z.B. wenn sie in Konservativen Regionen werben.

    Es sind nicht die Unternehmen, die uns Minderheiten unterstützen. Wir sind es, die sie mit Geld unterstützen. Als LGBTQ* Person freue ich mich natürlich immer, wenn wir im öffentlichen Diskurs anerkennung bekommen (Sichtbarkeit ist sschliesslich gut und fördert Verständnis für unsere Probleme). Allerdings hinterlässt das immer einen bitteren Nachgeschmack.
    • Normi 28.06.2020 17:15
      Highlight Highlight Der Hauptgrund das Unternehmen sich für LGBTQ* einsetzen ist, das LGBTQ* Menschen ob aleinstehend oder in einer Beziehung meistens Kinderlos sind und dementsprechend mehr Geld zum ausgeben habe...
      Egal was sie sagen, das einzige was sie von dir haben wollen ist der schnöde Manon
    • Carl Gustav 28.06.2020 17:37
      Highlight Highlight Queerio
      Bin nicht ganz einverstanden mit Dir.
      Als Angestellte eines Grosskonzern kann ein klares Statement zur Genderthematik sehr viel Wert sein.
      Dass heisst, dass es keine "Meinungsfreheit" gibt bei dieser Frage.
      Egal ob Kunde, Lieferant oder Mitarbeiter. Wer gleichgeschlechtliche Lebensformen nicht akzeptiert, hat ein Problem mit der Firma.
    • Röleböle 28.06.2020 20:26
      Highlight Highlight @carl Gustav:
      Ja du arbeitet bei einem löblichen unternehmen, sehr gut!
      Der Artikel geht aber schon weiter.
      Er nimmt deine Situation auf und kritisiert, im Zusammenhang von intersektionalität, dass dies für die unternehmen nur eine Maske sein kann. um das Problem wirklich beheben zu wolle, muss ein unternehmen weiter gehen.
      Wohin das führt lässt er offen, das bräuchte, ima, wohl noch mindestens so ein Text.
      Aber: ich kann garantieren, dass Marx in dem wohl auch vorkommebn wird.. :)

Wer sagt, im ÖV sei es langweilig, der lügt! 27 Bilder als Beweis

Das BAG hat die Home-Office-Empfehlung wieder aufgehoben. Die logische Schlussfolgerung: Die Anzahl Personen in den Zügen, Trams und Bussen wird wieder steigen. Das Gute daran: Im ÖV gibt es immer einiges zu sehen! Diese Woche noch ohne Maske...

(Wir haben im Nachhinein zwei Bilder entfernt, weil sie etwas unpassend waren. Exgüse.)

(smi)

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