Wirtschaft
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Öl für die Schweiz wurde 2018 praktisch einzig aus drei Ländern geliefert. bild: Shutterstock

Die Welt in Karten

Aus welchen Ländern kommt eigentlich unser Erdöl?

Der Rohöl-Preis an der Börse stieg kürzlich kurzzeitig um 20 Prozent. Es hat sich wieder etwas eingependelt, aber Heizöl und Benzin werden teurer. Und wir fragen uns: Woher kommt das Erdöl in der Schweiz eigentlich?



In dieser Woche gab es schlechte News für Heizöl und Benzin. Nach dem Drohnen-Angriff in Saudi-Arabien stieg der Preis in der Schweiz wieder an.

Wir fragten uns derweil: Woher kommt eigentlich das Erdöl, das in die Schweiz geliefert wird? Über drei Millionen Tonnen waren es 2018, wie man bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) erfährt. Geliefert wurde dabei praktisch nur aus drei Ländern:

Erdölimporte Schweiz 2018

Daten und Quellen

Unter Erdöl verstehen wir hier «Erdöl und Öl aus bituminösen Mineralien, roh, nicht zur Verwendung von Treibstoff» (Zolltarifnummer 2709.0090) gemäss der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Das Rohöl wird dann in der Raffinerie von Cressier in Diesel, Heizöl, Benzin oder auch Ausgangsstoffe für die Produktionen der chemischen Industrie weiterverarbeitet. Im Jahr 2018 lieferte die Raffinerie 22.5% aller in der Schweiz verkauften Treibstoffe sowie 38.8% aller Brennstoffe. Insgesamt stammen 26.3% aller in der Schweiz verkauften Erdöl-Produkte aus der Raffinerie. Der Rest wird als fertiges Produkt eingekauft. Beispielsweise beim Benzin kann dann nur das Importland bestimmt werden, nicht mehr, wo das Öl gefördert wurde.

Nigeria und Kasachstan liefern also den Mammutteil des Schweizer Erdöls. War das schon immer so? Nein – obwohl die beiden Länder seit einigen Jahren immer zu den Hauptlieferanten gehörten. Libyen (aktuell auf Rang 3) war zuvor oft zuoberst:

Erdölimporte der Schweiz seit 1988

abspielen

Video: watson/Reto FEHR

Die Daten der EZV beginnen 1988. Bis zum heutigen Zeitpunkt lieferten 32 verschiedene Länder Öl in die Schweiz. Neben den «klassischen Öl-Ländern» tauchen da auch unter anderem Portugal oder Österreich mit Kleinstmengen auf. Österreich und Portugal? Wie kann das sein? Fabian Bilger, Stellvertretender Geschäftsführer von Avenergy Suisse (ehemals Erdöl-Vereinigung) gibt Auskunft: «Ich gehe davon aus, dass dies Importe zu Forschungs- und Entwicklungszwecken waren.»

Wechselnde Lieferanten kann es immer wieder geben, Konflikte sind da selten der Grund dafür, wie Bilger erklärt: «Wir beziehen für unsere einzige Raffinerie in Cressier NE global gesehen so wenig Öl, dass wir für die grossen Player nicht so entscheidend sind.»

Österreicher machen aus Plastikabfall wieder Öl

Drohnenangriff auf die grösste Ölraffinerie Saudi-Arabiens

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    Alle Leser-Kommentare
  • Salamikönig 23.09.2019 11:16
    Highlight Highlight Es wird Zeit für Elektroautos.
  • Adumdum 23.09.2019 05:38
    Highlight Highlight Wäre Mal interessant das auf Benzin / Diesel auszuweiten. Rein Erdöl wird ja demgegenüber mengenmäßig ziemlich vernachlässigbar sein?
    • Genti 23.09.2019 08:38
      Highlight Highlight Steht im Text: "für unserer einzige Raffinerie".
      Diesel/Benzin ist ein raffiniertes Produkt aus Erdöl.
  • Sergio Colleoni 22.09.2019 13:24
    Highlight Highlight Bohren wir selber nach Öl. In 6 km Tiefe gibt es überall Öl
  • loplop717 22.09.2019 10:42
    Highlight Highlight Ich möchte gerne die Geschichte hinter den 6kg Öl aus Portugal Wissen.
  • Nate Smith 22.09.2019 08:55
    Highlight Highlight Das einzige Öl das man mit schlechtem Gewissen importieren könnte ist das aus Norwegen. Alles andere ist eigentlich ein komplettes No go.
    Deshalb: Weg vom Öl ist das einzig Richtige. Die Milliarden Franzen die wir jedes Jahr für Öl raushauen sollen endlich in der Schweiz und in Europa Wortschöpfung generieren und nicht in kaputten Diktaturen.
    • Janorian 22.09.2019 17:24
      Highlight Highlight Wusste gar nicht, dass so viele Franz heissen 😜
    • Phoenix_0209 23.09.2019 08:38
      Highlight Highlight Bin auch sehr dafür das wir unsere "Wortschöpfung wieder in die Schweiz bringen und aufhören diese Wortschöpfung in irgendwelche Billiglohnländer auszulagern, was da teilweise an Wörtern zusammen kommt, einfach unbrauchbar, kruzfristig gesehen kann so etwas ja Sinn machen aber längerfristig leidet dann ja doch die Qualität des Worts.
    • Nate Smith 23.09.2019 12:21
      Highlight Highlight Touché :D
  • Thadic 22.09.2019 05:58
    Highlight Highlight Das ist nur die halbe Wahrheit. Wo ist die Statistik des Imports von Erdölderivate wie Benzin, Diesel und Kerosin? Unsere Raffinerie produziert ja nur eine Teilmenge oder?
    • Reto Fehr 22.09.2019 09:10
      Highlight Highlight Ja, steht in der Infobox. Erdöl macht rund einen Viertel des Gesamtverbrauchs aus.
      Bei Benzin, etc. kann der Förderer nicht so einfach bestimmt werden, sondern nur das Land des Herstellers. Darum wurde hier darauf verzichtet.
    • Thadic 22.09.2019 10:53
      Highlight Highlight Stimmt, ich hab erst nachher gesehen dass man auf den Pfeil drücken muss man. Danke!
  • heureka 21.09.2019 22:31
    Highlight Highlight Lybien, manche mögen sich an TAMOIL erinnern 2-3 Jahre nur, dann kam 1988? Lockerbie. Und Lybien wurde geächtet und Gadaffi als Terrorist dargestellt. Milliarden an Investitionen in der Schweiz pulverisiert. Tamoil verschwand. Die Beziehungen scheint`s geblieben. Interessant!. Geschäfte mit Nigeria, Ethisch Nicht Vertretbar. Nun Die Kasachen, Die investieren in Infrastruktur, wie verrückt, vieles Geld geht da an die Neue Seidenstrasse, was Ein weiterer Sargnagel an der US- Hegemonie ist. Was effektiv zu begrüssen ist. Ausser Nigeria, so schlecht Diese Bilanz nicht ist.
    • Nate Smith 22.09.2019 08:44
      Highlight Highlight Kasachstan ist auch eine Diktatur.
  • PVJ 21.09.2019 21:16
    Highlight Highlight Zitat zur Umbenennung der ehem. Erdölvereinigung: „Der Name Avenergy Suisse steht für die Zukunft (avenir auf Französisch) der Energie (energy auf Englisch) in der Schweiz.“

    https://auto-wirtschaft.ch/news/7206-aus-der-erdol-vereinigung-wird-avenergy-suisse

    Ein fossiler Verein der sich die Zukunft in den Namen schreibt. Mehr innerer Widerspruch geht nicht...

  • famu 21.09.2019 21:00
    Highlight Highlight In Lybien werden damit schön die Warlords finanziert, die mit Flüchtlingen dann noch ein Nebengeschäft machen. Aber nein, die Seenotretter sind die Bösen, die verzweifelt versuchen, die Symptome zu bekämpfen. Naja, immerhin fahren deren Boote auch mit Diesel.
    • Ad Sch 21.09.2019 22:13
      Highlight Highlight nein, Lybien wurde nach der Ermordung von Gaddafi in 4 Bereiche eingeteilt: Eni, Total, Repsol, Royal Dutch Shell.
      War unter anderem Gaddafis Todesurteil als er die Konzessionen den Erdöl-Konzernen entziehen wollte um die Förderung zu verstaatlichen.
    • DomKi 21.09.2019 22:27
      Highlight Highlight Genau, weil der dumme Westen Gaddafi abserviert hat...
  • Knut Knallmann 21.09.2019 19:06
    Highlight Highlight albanien hat geld und öl
    • Hades69 21.09.2019 20:50
      Highlight Highlight Geld von den Schätzis und Öl im Getriebe.
    • Sergio Colleoni 22.09.2019 13:26
      Highlight Highlight Dann ist es an der Zeit zurück zu reisen
  • Matrixx 21.09.2019 18:31
    Highlight Highlight Wäre es nicht langam an der Zeit, uns von diesen Ländern unabhängig zu machen?
    • Enrico L. 21.09.2019 23:14
      Highlight Highlight Welche Länder wären Dir den sympatischer?
    • Nate Smith 22.09.2019 08:50
      Highlight Highlight Enrico, eine hauptsächlich inländische Energieversorgung zusammen mit unseren europäischen Freunden und Partnern?
      Lies: Weg vom Öl hin zu Wind, Wasser, Solar, Geothermie, Biomasse, Synfuel und Wasserstoff. Eigentlich logisch? Verstehe nicht wieso Erdöl in der Schweizer Politik so eine Lobby hat (ok, Korruption). Null der Wertschöpfung findet bei uns statt. Tausende Probleme mit den Verbrennern (CO2, Stickoxide, Lärm, Feinstaub), und Schäden in Milliarenhöhe jedes Jahr.
    • Patho 23.09.2019 14:26
      Highlight Highlight In dem wir zum Beispiel unser eigenes Öl fördern? Ich denke das wird zu Engpässen führen
  • 90er 21.09.2019 17:59
    Highlight Highlight In der Grafik sieht man gut die Auswirkungen der Libyen-Affäre damals.
    • xTuri 21.09.2019 22:13
      Highlight Highlight Eigentlich war das mehr eine Gaddafi-Affäre
  • Roman Loosli 21.09.2019 17:28
    Highlight Highlight Nigeria ist das totale chaos und uns ist das völlig egal....
    • Blister 21.09.2019 17:38
      Highlight Highlight Irgendwie schon. Ist mir echt ein bisschen egal...oder denkt hier sonst jemand stundenlang über Nigeria nach?
    • piatnik 21.09.2019 17:57
      Highlight Highlight wieso soll es uns nicht egal sein? nigeria ist nigeria und die schweiz ist die schweiz.
    • Arabra 21.09.2019 18:00
      Highlight Highlight Unsere Schultern sind zu klein um alle Probleme zu tragen....
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