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Frisches Gemuese, abgepackte Karotten und Salat von M-Bio, liegen am 20. Januar 2005 auf einer Auslage im Migros Limmatplatz in Zuerich. Migros zaehlt zu den groessten Anbietern in der Schweiz. Das Verkaufsnetz umfasst insgesamt 587 Standorte.  (KEYSTONE/Martin Ruetschi)    === ,  ===

Obst und Gemüse: Einige Leute befürchten, sich über Lebensmittel mit dem Coronavirus infizieren zu können. Bild: KEYSTONE

Lebensmittel und das Coronavirus: Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten

Haften Coronaviren auf Salat, Fleisch oder Getränkeflaschen? Einige Leute sorgen sich beim Einkauf oder Kochen. Wie sicher sind unsere Lebensmittel vor dem Virus? Hier sind die Fakten.

Sandra Simonsen / t-online



Ein Artikel von

T-Online

Mittlerweile ist es zum Alltag geworden, dass wir im Supermarkt oder beim Bäcker eine Maske tragen und überall besonders auf Hygiene geachtet wird. Doch geht auch eine Gefahr von den Lebensmitteln selbst aus? Muss man Sorge haben, sich an Fleisch, Fisch und Lebensmitteln allgemein mit dem Coronavirus zu infizieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Kann man sich über Lebensmittel anstecken?

Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass Covid-19 über Fleisch oder andere Lebensmittel übertragen wird. Das grösste Risiko bei der Krankheit und Lebensmitteln besteht darin, dass man beim Einkaufen mit anderen Personen im Lebensmittelgeschäft zusammen kommt, die das Virus beispielsweise in die Luft oder auch auf Gegenstände wie Einkaufswagen oder Körbe abgeben können.

Das Robert Koch-Institut erklärt dazu: «Bei Coronaviren, die Atemwegserkrankungen verursachen können, erfolgt die Übertragung primär über Sekrete des Respirationstraktes. Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, ist es möglich, dass auch auf diese Weise eine Übertragung stattfindet.»

Der französischen Lebensmittelsicherheitsbehörde Anses zufolge ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus über den Verdauungstrakt ohnehin nicht möglich. Eine Infektion der Atemwege beim Kauen kontaminierter Lebensmittel könne jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. 

Bisher ist allerdings kein Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch direkt über Lebensmittel mit Corona angesteckt hat: Nicht über den Verzehr und auch nicht über Oberflächenkontakt.

Was ist mit Lebensmitteln aus dem Ausland?

Auch hier ist bisher kein Fall bekannt. Es ist insgesamt unwahrscheinlich, dass auf Waren, die aus dem Ausland kommen, das Coronavirus weitergegeben wird.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt: «Aufgrund der bisher ermittelten Übertragungswege und der relativ geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importierte Waren wie Lebensmittel oder Bedarfsgegenstände und Spielwaren, Werkzeuge, Computer, Kleidung oder Schuhe Quelle einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus sein könnten.» 

Welches Risiko besteht bei tierischen Produkten?

Bisher gibt es laut der Welternährungsorganisation FAO (Food and Agriculture Organization) keine Hinweise darauf, dass Tierprodukte eine Rolle bei der weltweiten Verbreitung des Coronavirus spielen. «Fleisch von gesundem Vieh, das gründlich gekocht wird, bleibt ein sicheres Lebensmittel», heisst es von der Organisation. Auch Fisch und Meeresfrüchte, die den nationalen und internationalen Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit entsprechen, stellen bislang kein Problem dar.

Jederzeit, auch ohne das Coronavirus, sei es hingegen gefährlich, tierische Produkte zu verzehren, bei denen die Herkunft unbekannt ist oder Fleisch von Tieren zu essen, die aus unbekannten Gründen gestorben sind.

Auch rohes Wildfleisch oder ungekochte Gerichte aus Wildtierbestandteilen sollten nicht verzehrt werden. Dabei können eine Menge Infektionen auftreten, die unabhängig vom Coronavirus gefährlich sein können.

Was ist im Umgang mit Lebensmitteln zu beachten?

Auch, wenn eine Übertragung über kontaminierte Lebensmittel unwahrscheinlich ist, sollte man die allgemeinen Regeln der Hygiene wie regelmässiges Händewaschen beachten.

Sollte man Obst und Gemüse mit Seife waschen oder desinfizieren?

Auch, wenn Seife Viren auf Ihrer Haut beim Händewaschen zerstört, sollte man auf keinen Fall Seife zum Waschen frischer Lebensmittel verwenden. Auch Desinfektionsmittel mag für die Hände sinnvoll sein, nicht aber für Lebensmittel.

Es genügt, frisches Obst und Gemüse unter kaltem, fliessendem Wasser zu waschen, das Verschlucken von Seife oder Desinfektionsmittel kann hingegen zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.  

Ist es noch sicher, in einer Kantine oder einem Restaurant zu essen?

Momentan sind Restaurants ohnehin geschlossen. Aber auch, wenn die wieder geöffneten Restaurants strenge Hygieneregeln einhalten müssen, sollte man beachten, dass sich Coronaviren länger an Gegenständen halten, als beispielsweise Grippeviren.

Daher sollte man besonders beim Essen in der Kantine oder im Restaurant einiges beachten, denn hier könnte man sich vor allem an Menü-Karten, Tabletts, Geschirr oder Besteck infizieren. Deshalb sollte man in der Kantine darauf achten, sich das Besteck selbst zu nehmen und nach dem Kontakt mit Tablett und Besteck die Hände zu waschen.

Zudem sollte man bargeldlos zahlen und vor allem immer ausreichend Abstand zu anderen Gästen halten.

Wer eine Kantine oder ein Restaurant betreibt, sollte darauf achten, dass Gewürze wie Salz- oder Zuckerstreuer, Tabletts, aber auch Tische, Stühle und Türklinken regelmässig desinfiziert oder ausgetauscht werden. Hilfreich sind auch Online-Menü-Karten, die über einen QR-Code am eigenen Smartphone geöffnet werden können. 

Kann man Essen beim Lieferdienst bestellen?

Viele Restaurants und Imbisse bieten auch im Lockdown Lieferdienste an, auch die bisherigen Bringdienste arbeiten normal weiter. Wenn man Essen bestellt, sollte man vor allem darauf achten, dass ein Kontakt zum Lieferanten verringert wird. Man kann beispielsweise online zahlen und sich das Essen vor die Tür stellen lassen.

Ähnlich wie bei Kantinen und Restaurants gilt bei Lieferservices, dass auch ohne Coronavirus bei der Zubereitung auf besondere Hygiene geachtet werden muss, damit die Speisen einwandfrei beim Kunden landen. 

Wie gefährlich sind Backshops und Automaten?

In vielen Backshops können sich Kunden selbst bedienen und benutzen dabei nacheinander dieselben Zangen oder öffnen die Klappen zu den Waren. Dabei können Viren und auch Bakterien auf Zangen, Griffen oder Tabletts haften bleiben. 

Viele Backshops haben deshalb Einweg-Handschuhe eingeführt, um Kunden zu schützen. 

Können Nahrungs-Ergänzungsmittel vor einer Ansteckung schützen?

Es gibt einige Angebote von Nahrungsergänzungsmitteln, die mit speziellem «Corona-Bezug» werben. Das ist allerdings unzulässig. Denn für Nahrungsergänzungsmittel und alle anderen Lebensmittel gilt: Ihnen dürfen nur dann gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden, wenn diese Aussagen nach positiv ausgefallener wissenschaftlicher Prüfung durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit von der EU-Kommission zugelassen worden sind.

Sollte man Lebensmittel zur Sicherheit draussen lagern?

Diese Überlegung ist laut Donald Schaffner, Experte für Lebensmittelsicherheit der Rutgers University of Microbiology, «offensichtlich lächerlich». Milch, Eis oder auch Fleisch tagelang draussen zu lagern, sei im Gegenteil eher schädlich für die Lebensmittel.

Bei Raumtemperatur werde das Virus zwar nach einiger Zeit inaktiv, trotzdem sei dieses Vorgehen nur dann ratsam, wenn sicher sei, dass die Lebensmittel kontaminiert seien und man sich mittels Berührung anstecken könnte.

Muss man Kartons und Tüten desinfizieren?

Auch diese Idee kann Schaffner nicht unterstützen. Viel wichtiger sei es, die Hände vor dem Essen gründlich zu waschen, auch dann, wenn Sie glauben, dass die Verpackung der Lebensmittel kontaminiert sein könnte.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, dass die Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen bisher nicht nachgewiesen wurde. Allerdings sind Übertragungen durch Schmierinfektionen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, theoretisch denkbar und können nicht ausgeschlossen werden. 

Was kann man tun, um das Risiko beim Einkauf zu reduzieren?

Mittlerweile bieten viele Geschäfte Desinfektionsmittel an, um Einkaufswagen und Hände zu desinfizieren. Dieses Angebot sollten Sie annehmen und eventuell die Desinfektion auch bei Zangen oder Griffen am Backshop oder der Gemüse- und Obsttheke nutzen. 

Eine Einkaufsliste kann Ihnen zudem helfen, zügig einzukaufen und so unnötigen Kontakt mit anderen Menschen zu reduzieren. Halten Sie sich zudem an die Maskenpflicht sowie an Abstands- und Hygieneregeln. Versuchen Sie, sich nicht ins Gesicht zu greifen und waschen Sie sich zurück zuhause gründlich die Hände. 

Wichtiger Hinweis

Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie

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Das Coronavirus in der Schweiz – eine Chronologie
quelle: keystone
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