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PocketBook Color Test

Bild: watson

Review

E-Book-Reader gibt's jetzt auch in Farbe – unser Test zeigt dir, was das bringt

Noch 2016 galten farbige E-Ink-Displays für E-Book-Reader als zu teuer. Nun halten sie langsam aber sicher in den günstigeren Serienmodellen Einzug. Wir haben einen der ersten farbigen E-Book-Reader getestet.



Einer der ersten E-Book-Reader mit farbigem Display kommt nicht etwa vom Techriesen Amazon, sondern einer Firma namens PocketBook. Diese verkündete im Frühling 2020 stolz auf ihrem Blog:

«PocketBook Color – die Schweizer Marke bringt einen neuen E-Reader mit Farbbildschirm heraus.»

Wir haben uns den neusten Wurf von PocketBook, das seinen Hauptsitz in Lugano hat, über mehrere Wochen etwas genauer angeschaut. Das Testgerät wurde uns dabei von PocketBook zur Verfügung gestellt und wird nach dem Test retourniert.

Pro und Kontra PocketBook

- Farbiges Display
- Gute Verarbeitung
- Physische Funktionstasten können neu belegt werden
- Doppelt so viel interner Speicher als die meisten Konkurrenzmodelle
- Speicher via microSD erweiterbar
- Liest fast jedes frei verfügbar Format für Dokumente
- Kein Shop-Zwang
- Kabellose Kopfhörer über Bluetooth ermöglichen das Hören von Musik und Hörbüchern

- Stellenweise etwas langsam
- Nur Micro-USB-Anschluss zum Laden
- Nicht spritzwasserfest

Verarbeitung und Handhabung

Verarbeitet ist der Color tadellos, was man sich von PocketBook allerdings gewohnt ist. Beim Gewicht bringt der Color 160 Gramm auf die Waage. Damit ist er um einiges leichter als so manches Smartphone. Verglichen mit ähnlichen Modellen der Konkurrenz (zum Beispiel dem Tolino Shine 3+) ist der Color aber nicht speziell leichter.

Mal abgesehen vom farbigen Display bleibt PocketBook seiner Designsprache treu.

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Die Rückseite ist glatt und in Silber gehalten.

E-Book-Reader PocketBook Color im Test.

Bild: watson

Ladeanschluss, Kartenslot und Power-Taste befinden sich auf der Unterseite.

Bild

Bild: watson

Auf der Vorderseite gibt es vier physische Tasten für alle, die mit dem Touchscreen nichts anfangen können.

PocketBook Color im Test: Was taugt der E-Book-Reader mit farbigem Display?

Bild: watson

Praktisch: Die Tasten können frei belegt werden.

PocketBook Color im Test: Was taugt der E-Book-Reader mit farbigem Display?

Bild: watson

Nichts für Wasserratten, aber massig Speicher

Bei der Ausstattung gibt's alles, was man sich in dieser Preisklasse gewöhnt ist. Nebst WLAN hat PocketBook auch noch Bluetooth in den Color gepackt (dazu mehr unter Software). Beim internen Speicher gibt es grosszügige 16 Gigabyte, was immerhin das Doppelte ist, was man bei Tolino- oder Kindle-Modellen in der gleichen Preisklasse bekommt. Hier muss man allerdings noch anmerken, dass einem von dem 16 GB tatsächlich nur etwas mehr als 14 GB zur Verfügung stehen.

PocketBook Color im Test: Was taugt der E-Book-Reader mit farbigem Display?

Bild: watson

Wer möchte, kann den Speicher mit einer microSD-Karte noch um 32 Gigabyte erweitern. Der Einschub befindet sich relativ ungeschützt gleich neben der Ladebuchse. Das dürfte dann wohl auch der Grund sein, weshalb der Color keine IP-Zertifizierung hat. Wer also gerne in der Badewanne liest, sollte sehr vorsichtig sein.

Display

Bei der farbigen Display-Technologie setzt PocketBook auf das sogenannte E-Ink Kaleido. Dieses besteht aus zwei wesentlichen Display-Schichten:

Durch die 300 ppi der «Schwarz-Weiss-Schicht» wirkt schwarzer Text auf weissem Hintergrund knackig und scharf. Man muss hier also keine Angst haben, dass die 100 ppi des CFA die Schrift verwaschen aussehen lassen. Auch ansonsten wirken schwarze Elemente, beispielsweise in Comics, schön schwarz und scharf.

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Scharfe Schrift, aber: Was man merkt, ist, dass das Weiss nicht schön gleichmässig ist. Hier sorgen die 100 ppi der zweiten Schicht für ganz leichtes Rauschen im Weiss. Stören tut das nicht, aber der «Papiereffekt» ist damit futsch.

Etwas anders sieht es bei farbigen Elementen aus. Dort merkt man die nur 100 ppi der CFA-Schicht deutlich. Zum einen wirken Bilder nicht so scharf, zum einen auch etwas blass. Es wirkt, als hätte man bei den Bildern die Sättigung deutlich heruntergeschraubt. Wer also denkt, dass man bei PocketBook Color einen scharfen Farbdisplay mit intensiven Farben bekommt, wird enttäuscht sein.

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Grundsätzlich ist der Farbbildschirm doch ein schöner Mehrwert gegenüber den klassischen E-Readern. Vor allem wenn man den Color einschaltet, sieht es sehr gut aus, wenn einen ein zwar etwas blasses, aber doch farbiges Bücherregal begrüsst. Spannend ist der Color aber vor allem für alle, die Comics auf ihrem E-Reader lesen. Man sollte sich aber wirklich bewusst sein, dass die Farben weit weniger satt und «shiny» sind als in gedruckten Comicheften.

Software

Bei der Software bietet PocketBook einen angenehm umfangreichen Funktionsumfang. Wer möchte, kann selbst Musik oder Hörbücher auf das Gerät laden. (Bei 14 GB nutzbarem Speicher sollte man es aber nicht übertreiben). Hören kann man dann allerdings nur mit kabellosen Kopfhörern, da der Color weder integrierte Lautsprecher noch einen Klinkenanschluss hat. In unserem Test hat das Koppeln mit gängigen Wireless-Kopfhörern von Samsung oder Huawei problemlos geklappt.

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Was beim PocketBook Color nicht möglich ist, ist warmes (gelbliches) Licht. bild: watson

Seine E-Books kann man beziehen, von wo man will. Einen Shop-Zwang gibt es nicht, die Anbindung via Cloud geschieht problemlos via PocketBook Cloud oder Dropbox. Dabei frisst der Color fast sämtliche Formate, die man ihm hinwirft. (Mehr dazu findest du in den Technischen Daten am Schluss). Nur Amazons eigenes AZW-Format liest der Reader verständlicherweise nicht.

Etwas Abzug gibt es für den Color für das Tempo. Grundsätzlich ist dieses okay, aber stellenweise lässt er sich dann doch etwas mehr Zeit als nötig. Vor allem bei der Synchronisation mit E-Books via Dropbox braucht der E-Reader teilweise sehr lange. So kann es dann auch sein, dass das E-Book nach einer Viertelstunde noch nicht synchronisiert ist, da der Color nicht permanent den Ordner aus der Cloud abruft. Diesen Kompromiss ist man wohl eingegangen, um den Akku zu schonen. Immerhin: Geht man dann in die Einstellungen und synchronisiert manuell, ist sofort alles da.

Akkulaufzeit

An der Akkulaufzeit gibt es nichts zu motzen. Wer gelegentlich etwas liest, wird auch mit dem farbigen Display einen guten Monat ohne Steckdose auskommen. Dennoch zieht der Color durch das neuartige Display etwas mehr Strom als herkömmliche Reader. Vermutlich wird es aber kaum jemanden stören, wenn der Color einen Tag weniger lange durchhält als andere.

Schade ist, dass PocketBook beim Laden auf einen alten Micro-USB-Anschluss setzt. Klar, das reicht völlig aus und dürfte in der Produktion günstiger sein. In einer Welt, in der Micro-USB-Kabel aber langsam Mangelware sind, ist es nervig, wenn man immer extra das Ladekabel des Color zur Hand haben muss.

Fazit

PocketBook Color Test

Bild: watson

Braucht man ein farbiges Display beim eReader? Wenn man keine Comics oder Graphic Novels liest, eigentlich nicht. Macht ein farbiges Display Spass? Definitiv. Vor allem in Anbetracht des Preises von unter 200 Franken muss man sich fragen, weshalb man gleichviel oder sogar mehr für einen Schwarz-Weiss-eReader ausgeben soll. Ein Grund könnte die Wasserfestigkeit sein; damit kann der Color leider nicht dienen. Ansonsten ist der PocketBook Color ein toller E-Reader mit grossem Funktionsumfang.

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Ja, die Geschwindigkeit dürfte etwas besser sein und Micro-USB zum Laden müsste nicht sein. Aber das sind Dinge, über die man hinwegsehen kann. Das Hauptargument für den E-Reader ist ganz klar sein farbiges Display. Es ist ein bisschen wie mit vielen neuen Features im Techbereich: Braucht man es unbedingt? Eigentlich nicht. Aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, möchte man nicht mehr zurück.

Technische Daten

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